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Awarische Gräberfelder im Osten Österreichs.

Awarenzeitliche Gräberfelder lagen meist in der Nähe der Siedlungen. etwas höher gelegen, oft auf einem Hang. In der Frühawarenzeit lagen die Gräber meist weit auseinander, auf Bestattungsarealen, aus denen später manchmal dichter belegte Dorfgräberfelder wurden. Auch früher verwendete Friedhöfe aus der Spätantike und aus der Langobardenzeit wurden weiter verwendet. Oft erfolgte um ein vornehmes Grab, ein "Gründergrab", später die Anordnung weiterer Gräber und noch später ist die Tendenz zur Reihenbildung erkennbar. Offenbar spiegel die Gräber die Familienzusammengehörigkeit wider. Je näher zum Hauptgrab, umso vornehmer und reicher die Grabausstattung. Gegen den Rand zu sind die Gräber weniger sorgfältig angelegt, die Bestattung erfolgte zum Teil ohne Sarg.

Große Gräber haben eingebaute Holzkammern, oft wurden die Pferde mit bestattet, manchmal sind Mensch und Pferd durch eine Plankenwand von einander getrennt. Die Gräber sind zur aufgehenden Sonne orientiert. Doppelbestattungen sind eher selten, rituelle Tötung von Witwen oder Sklaven ist nicht nachweisbar. Die Pferdegräber enthalten ganze Pferde, Pferdehautbestattungen mit Kopf und Hufen, auch symbolische Pferdebestattungen, nur das Geschirr, kommen vor. Pferdegräber enthalten oft auch Waffen.  In der Frühzeit sind Pferdebestattungen  häufiger . Verschiedene Arten der Pferdebestattung werden von manchen Forschern mit ethnischen Gruppen im Awarenreich in Verbindung gebracht, so etwa die Stollengräber im Südosten mit den Kutriguren. Die meisten Pferdebestattungen aus der Mittel- und Spätawarenzeit wurden im Gräberfeld von Tiszafüred- Majoros gefunden. Im Gebiet zwischen Donau und Theiß fehlen die Pferdebestattungen völlig.

Charakteristische Grabbeigaben sind neben Elementen der Tracht Waffen - Schwert oder Säbel, Bogen, Köcher mit Pfeilen, Streitaxt, Lanze, manchmal auch Werkzeuge wie Beile, Messer, Feuerzeug. In Frauengräbern finden sich Nadelbehälter und Spinnwirtel. In vielen Gräbern sind Nahrungsmittelbeigaben nachweisbar. Häufig sind auch Amulette und Beigaben von symbolischer Bedeutung, etwa Lamellen- oder Kettenpanzerteile in Reitergräbern der Oberschicht. Viele Gräber wurden noch in der Awarenzeit beraubt, auf der Suche nach Edelmetallgegenständen.

 

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