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Urgeschichte

Vor allem aus der Römerzeit liegen einige interessante Funde vor.. So wurden 1967 in einer Schottergrube fünf Römergräber mit reichen Beigaben gefunden. Später wurde ein weiteres Grab freigelegt, eine Grabkammer, von der zwei Seitenwände erhalten waren. Sie wurden sekubndär dafür verwendet und gehörten urürünglich zu einer großen Grabstele mit dem Relief einer Familie aus dem ersten oder frühen zweiten Jahrhundert n. Chr. Die Grabstele zeigt den Torso einer Frauengestalt in keltischer Tracht. Die Inschrift verrät den Namen der Frau, Matuilla, und den ihres Mannes Fortis, Sohn des Avitus. Er war offenbar ein Römer. Ihr Sohn hieß Valaunus - ebenfalls ein keltischer Name. Der Grabstein belegt das vielfach bezeugte Zusammenleben von Römern und norich-pannonischen Kelten im Umkreis von Carnuntum. Zu diesem bedeutenden Fund kamen im Laufe der Zeit weitere Bruchteile von Grabsteinen. Die dazugehörige Siedlung lag wahrscheinlich im Bereich der spätren Wüstung Zatschen. Ein Ziegelplattengrab aus dem 4. Jahrhundert wurde an der Wienerstraße gefunden. Es enthielt gut erhaltene Tongefäße und Armreifen. Aus der Völkerwanderungszeit um 500 stammt eine sehr schöne germanische Schuhschnalle aus Gold mit Granateinlagen.

Mittelalter

Als Gründungsabt von Mönchhof gilt Abt Werner von Heiligenkreuz (1205-1228). Das Zisterzienserstift Heiligenkreuz war 1133 von Markgraf Leopold III.  im Wienerwald gegründet worden. 1142 ließ König Geisa II. in Czikador das erste Zisterzienserkloster auf ungarischem Gebiet errichten, 1197 folgte das Kloster Marienberg. In beide Klöster wurden Mönche aus Heiligenkreuz berufen. König Bela III. übergab Heiligenkreuz ein großes, früher von Petschenegen bewohntes Gebiet zwischen Leitha und Leithagebirge. 1203 entstand dort die Grangie (Wirtschaftshof) Königshof. Weitere Schenkungen erfolgten unter König Andreas II., bei Winden und in Podersdorf und schließlich 2017 Leginthov, wo die Grangie Neueigen entstand. Auch dieser Ort war zuvor im Besitz von Petschenegen (Bissener). Der Mönchhofer Flurname "Pottscheracker" ist vielleicht darauf zurückzuführen.

Die Schenkungsurkunde mit der ersten urkundlichen Erwähnung des Gutes "Neuaigen" stammt also aus dem Jahre 1217. Zur Enführung der Mönche in ihren neuen Besitz bestimmte König Andreas II. den Grafen Poth. In der Schenkung werden die Mönche mit der Anlage einer klösterlichen Niederlassung mit Meierhof und der Anlage von Wengärten beauftragt. Das Kloster und das nebenliegende Dorf (Neuaigen, Novum Predium) werden von allen Marktgebühren, Steuern und sonstigen Leistungen befreit. Bestätigt wird die jährliche Schenkung von 3000 Salzsteinen. In einer weiteren Urkunde mit dem Siegel König Belas IV., Sohn Andreas II., wird die Schenkung bestätigt und die Grenzen werden genauer bestimmt. Mit einer weiteren Urkunde aus dem Jahre 1222 verlieh Andreas II. den 30 Bauernlehen die völlige Steuerfreiheit. Nur für die Weingärten mussten sie dem Kloster entsprechende Abgaben leisten. 1229 wurde eine mehrjährige Steuerfreiheit - wie für die neuen Siedlungen und die damit verbundene Rodungstätigkeit üblich - verliehen. Die Untertanen wurden ausschließlich der Gerichtsbarkeit der Mönche unterstellt.  1230 sicherte der junge König Bela IV. den Mönchen jährlich 200 "Hausen" (Fische) von seiten der Kammer zu. Dieses Privileg ging erst 1526 verloren, ebenso die Zusage von 3000 Salzsteinen aus dem Ödenburger Salzdepot.

Während des Mongolensturms konnten die Mönche nach Heiligenkreuz fliehen, wo sie 15 Jahre lang blieben.  Das Dorf mit seinen 30 Gehöften wurde vermutlich zerstört. Nach ihrer Rückkehr begannen die Mönche mit dem Wiederaufbau, ihr Gutshof wurde bald zu einem Musterbetrieb. Mönchhof entwickelte sich zum Zentrum und Herschaftssitz der Zisterzienser. Ihr Besitz umfasste nach Schenkungen 10 Ortschaften, von denen aber der Großteil öde war. Sie erwarben diese Besitzungen durch Schenkungen, teilweise auch durch Kauf. 1713 erhielt das Stift von König Karl Robert Vogeldorf und Podersdorf, Erbansprüche wurden in Geld abgefunden.In Vodeldorf gab es angeblich schon eine Kirche. Das Dorf wurde 1529 von den Türken zerstört.Das 1318 erstmals urkundlich erwähnte Zatschen, damals schon öde, gelangte ebenfalls durch eine königliche Schenkung an die Mönche, Auch Zatschen wurde 1529 von den Türken zerstört. 1278 schenkte König Ladislaus IV. das ebenfalls öde Mühldorf den Mönchen, die angeblich in Zatschen und Mühldorf Siedlungen anlegten. Pahlendorf wurde dem Andreas von Eyka  bzw. teilerisen einem Zweig der Osl abgekauft. Später wurden die Gründe überwiegend Gols zugesprochen. Lendorf gelangte durch Verpachtung an das Stift, war öde und wurde an Bauern aus Mönchhof und Podersdorf verpachtet. Die Bauern verpachteten ihrerseits die Wiesen an Ochsenhändler und versuchten später, diese Gründe in ihren Besitz zu bringen. Das Stift trat schließlich die Lehndorfer Gründe an die Herrschaft Ungarisch Altenburg ab und erhielt dafür das Prädium Wittmanshof (später Edmundshof). Katzendorf bekam das Stift geschenkt. Wie Micheldorf in den Besitz der Mönche kam ist unbekannt.Es lag wahrscheinlich auf Pamhagenr Hotter, wahrscheinlich war es die Ortschaft Lobl oder Loblo östlich von Pamhagen.  Die Mönche hatten immer wieder Grenzstreitigkeiten auszufechten, ezwa 1350 mit den Grafen Geord und Valentin Gosch oder mit den Grafen von St. Georgen und Bösing, die bis 1516 zeitweise die Pfandinhaber von Ungarisch Altenburg waren. König Matthias Corvinus war ein Freund der Zisterzienser und stellte 1466 den Orden unter seinen besonderen Schutz, etwa in einem Streit mit den Grafen von Bösing.

Als Ort für ihren Wirtschaftshof wählten die Mönche eine Anhöhe, auf der vielleicht schon ein Vorgangerbau oder eine Wehranlage bestand. Im Hotterbuch von 1650  gibt es eine Darstekkung mit einer Kapelle oder einer kleinen Kirche außerhalb des befestigten Herrschaftshofes. Die Bewirtschaftung erfolgte durch Laienbrüder (Konversen), zum Teil auch  durch Taglöhner und die Bauern. 1338 wird in einer Urkunde ein Bruder Siegfried als Hofmeister genannt.Im 15. Jahrhundert gab es in der Reihe der Hofmeister nur selten Laienbrüder.

Frühe Neuzeit

Im Türkenzug von 1526 wurde auch Mönchhof total zerstört und niedergebrannt. Bald darauf scheint der Wiederaufbau begonnen zu haben, In der Dicakonskription von 1549 scheinen schon wieder 17 Pforten, also 34 Bauernhöfe auf. Im Türkenzug von 1532 wurde das Stift schwer in Mitleidenschaft gezogen.Zur gleichen Zeit begann sich die Reformation auszubreiten und viele Mönche verließen den Orden. 1533 verpfändete das Kloster den gesamten westungarischen Besitz für jährlich nur 100 Pfund Pfennig  auf 12 Jahre an die Stadt Bruck an der Leitha. Der Besitz sollte als Ganzes verkauft werden. Es gab Verhandlungen mit den Kleinadeligen Georg, Jakob und Remigius von Stamp. Sie erhielten um nur 4000 Gulden die Herrschaft Königshof mit Winden, Mönchhof mit dem dortigen Edelhof, Podersdorf und die öden Dörfer Vogeldorf und Lendorf. Nach heftigen Streitigkeiten mit Bruck annulierte König Ferdinand I. sowohl den Pachtvertrag mit Bruck wie auch den Verkauf an die Stamp. Erst 1545 konnten die Schulden an Bruck mit Hilfe eines Beitrages aus der königlichen Kasse abgelöst werden und der Besitz fiel wieder an die Zisterzienser.

Die Herrschaft Ungarisch Altenburg ging 1526 nach dem Tod König Ludwigs II. bei Mohacs an seine Witwe Maria, Schwester des Habsburgers Ferdinands I. Nach ihrem Tod 1558 übernahm Ferdinand I, seit 1526 König von Ungarn 1558 Kaiser, die Herrschaft. 1536 bis 1543 war Ulrich von Eytzing  Hauptmann und Verwalter von Ungarisch Altenburg. Der Kaiser gestatte ihm die Errichtung eines Gestüts auf dem Gebiet des verwüsteten Halbturn, dessen Besitzer Erzherzog Maximilian war. Da es in Halbturn keine Gebäude gab ersuchte dieser Abt Konrad Faber von Heiligenkreuz, er möge ihm das Gestüt in Mönchhof einstellen lassen. 1554 wurde das Gut durch das kaiserliche Gestüt übernommen und dabei im Auftrag des Königs Maximilian II.  der "Wert" der Herrschaft Mönchhof bestimmt. Maximilian II. entschädigte Heiligenkreuz für das Recht, das Gestüt weiterhin in Mönchhof einstellen zu dürfen. Von den Verwaltern des Gestüts wurde aber immer mehr Klosterbesitz widerrechtlich in Anspruch genommen. Dazu kam, dass die Verwalter überwiegend Protestanten waren, die wenig Rücksicht auf die katholischen Stiftsleute nahmen. Abt Johann Rueff beschwerte sich deshalb. Der Gestütsmeister Vincendo Rizzi scheute auch vor tätlichen Übergriffen gegen den Ortspfarrer Ferdinand Wattinger nicht zurück. Er misshandelte ihn schwer und wurde deshalb von Abt Michael Schnabel verklagt. Rizzi wurde exkommuniziert, blieb aber im Amt.  Auf dem Kirchhügel wurden nach und nach Stallungen für das Gestüt errichtet. Am Gestüt waren neben dem Verwalter und dem Gegenschreiber sowie dem Gestütsmeister auch zahlreiche Personen, Rossknechte und Handwerker, beschäftigt. Die Gestütsmeister waren meist Italiener. Insgesamt wren 21 Personen angestellt. Die Jahresausgaben lagen bei 3000 Gulden. Mit dem kaiserlichen Gestüt in Lipizza bestand ein reger Austausch.  1603 wurde erstmals von einem "Spanischen Gestüt" in Mönchhof gesprochen.  Ein neuer Stall wurde gebaut. 1644 beherbergte das Gestüt 17 Hengste 40 dreijährige, 47 zweijährige und 74 junge Fohlen, dazu kamen noch Kutschpferde. Insgesamt waren 216 Pferde.  Ein großes Problem waren die vielen Wölfe, die wiederholt auch Menschen töteten. 1652 verlegte Kaiser Ferdinand III. das Gestüt nach Prag. Das Stift versuchte nun, seinen Besitz wieder zu erlangen. Die Gestütsleute hatten inzwischen ein Dorf gebaut, das "Ratschin" genannt wurde. Es unterstand dem Gutsverwalter und hatte einen eigenen Richter. Die Bewohner waren noch 1640 "zumeist unkatholisch". Das Stift versuchte, die Bewohner des Ratschin abzusiedeln. Ein Vertrag mit der Hofkammer ermöglichte es ihnen, sich in Halbturn niederzulassen und dort bäuerliche Ansässigkeiten anzunehmen. Von den 53 Familien nahmen 37 das Angebot an. Die abgewanderten Bauern des Ratschin durften ihre Äcker behalten. Heiligenkreuz musste diese Äcker an Halbturn abtreten.

Inzwischen war die Herrschaft Ungarisch Altenburg 1648 gegen 200 000 Gulden auf 10 Jahre an den Palatin Johann Draskovich verpachtet worden. Die Bauern von Mönchhof wurden gezwungen, ihre Abgben nach Ungarisch Altenburg zu liefern. Abt Michael Schnabel protestierte gegen die Besitzansprüche von Draskovich. Die Abgelegenheit wurde 1655 am Pressburger Landtag verhandelt. 1659 stellte schließlich eine kaiserliche Kommission  dem Stift die Mönchhofer Besitzungen zurück. 1734 wurde die heutige Kirche mit dem anschließenden Kloster gebaut.

Gegenüber dem Klosterhof lag 1781 ein Herrschaftshof mit einer Gartenanlage, der "Schückische Hof", der zuletzt im Besitz von Draskovich war und vom Kloster ebenfalls ausgelöst wurde. Der Hof wurde von Draskovich käuflich erworben. Zuvor gehörte der Hof verschiedenen Kleinadeligen. Einer der Vorbesitzer war ein Herr von Sick, der sich nach Klagen des Abtes 1619/20 die Heiligenkreuzer Besitzungen in Mönchhof, Podersdorf und Winden angeeignet hatte und sich den aufständischen Ungarn angeschlossen hatte. Nach ihm wurde der Schikische Edelhof benannt. Er war dann aber in türkische Gefagenschaft geraten und versuchte, das Lösegeld aufzutreibe. Auch diesen Hof , an dem er bauliche Veränderungen vornahm, verkaufte also Draskovich an das Stift. 1683 wurde der Hof anscheinend schwer beschädigt. Nach 1683 wurde wurde wahrscheinlich der große Schüttkasten errichtet, unter Verwendung älterer Bauteile. Der Schüttkasten ist erhalten und steht heute unter Denkmalschutz.

Das Mönchhofer Hotterbuch von 1650 ist erhalten und eine große Kostbarkeit im Stiftsarchiv Heiligenkreuz. Es gibt Aufschluss über Grenzstreitigkeiten und enthält neben den Beschreibungen auch sehr interessante Kartenskizzen. Auch die Nutzung des Gemeindegebietes wird deutlich. Im nördlichen Ortsteil, auf der Parndorfer Platte, lag eine große Hutweide, am Wagram, also am Abfall der Platte, die Weingärten. Der südliche Ortsteil wurde von Ackerland eingenommen. Aber auch im Ortsnsähe lagen Weideflächen und Wiesen. Neben diesem Hotterbuch sind im Archiv Rechtsdokumente erhalten, die zu den ältesten des Burgenlandes gehören. Das Banntaiding von Mönchhof "Newaigen di recht" stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, ein weiteres Banntaiding aus dem 16. Jahrhundert sowie ein umfangreicher Banntaidingtext aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Im Stiftsarchiv existieren außerdem zahlreiche Banntaidingsprotokolle, die Listen der Teilnehmer enthalten und die in der dörflichen Gerichtsversammlung behandelten Fälle. Das Protokoll von 1542 etwa zählt 37 Bauern und 23 Söllner auf.  Es sind nahezu ausschließlich deutsche Familiennamen. Richter war in diesem Jahr Georg Wunderl, die Geschworenen Mathias Karner, Georg Zimmermann, Mathias Peck und Simon Götschl.  Das Protokoll informiert über sehr interessante Fälle, etwa Maßnahmen gegen einen protestantischen Bäcker und gegen den Inhaber der Fleischbank sowie der Schmiede, denen angedroht wird, sie müssten den Ort verlassen, wenn sie sich nicht zum Katholizismus bekennen.

1680 nahmen 44 Bauern und 36 Söllner und erstmals auch 12 Kleinhäusler an der Rochterwahl teil. 1694 wurden auch drei "Bergmeister" gewählt und ein eigener Söllnerrichter, 1709 auch ein "kirchenvater". Es gab anscheinend Spannungen zwischen den Bauern und den Söllnern. Große Unruhe entstand im Dorf unter Richter Wunderl. der über lange Zeit, von 1622 bis 1645 das Amt inne hatte.´Der Konventuale FR, Ferdinand klagte ihn an, Wunderl habe die Bauern gegen ihn aufgehetzt, es war beinahe eine "Rebellion" gegen die Pfarradministration und gegen die Herrschaft. Es kam zu Robotverweigerungen und einige Bauern weigerten sich, den Gottesdienst zu besuchen.  Gegen Fr. Ferdinand wurden schwere moralische Verfehlungen vorgebracht. Offenbar wurden die "Rebellen" vom Gestütsmeister unterstützt.

Am 23. Mai 1605 wurden Tadten, Wallern und unter anderen Dörfern auch Mönchhof von den Bocskai-Rebellen gebrandschatzt und geplündert.Zuvor gab es 36 behauste Untertanen und 10 Hauerhäusl, 1612 nur mehr 26 behauste Untertanen. Das ganze Dorf war bis auf 6 Häuser abgebrannt. 25 Personen wurden gefangen und 11 "Niedergehaut", also getötet. Zwei Jahre lang war das Dorf öde.1622 gab es wieder schwere Schäden durch die Kuruzzen, einige Personen starben an Hunger.Gabor Bethlen betrachtete die eroberten Orte als sein Eigentum. 1622 richtete Miklos Toldi, Oberst von Papa, ein Schreiben an den Mönchhofer Verwalter, in dem er mitteilte, dass Bethlen ihm die Orte Gols und Mönchhof geschenkt habe.

1678 gab es in Mönchhof eine kleine Judengemeinde, die sogar eine eigene Synagoge gebaut hatte. Es waren vermutlich Juden, die unter Kaiser Leopold aus Wien und Niederösterreich vertrieben worden waren. Sie wohnten im Bereich des Schickschen Hofes. Diese Juden wurden von einer Husarentruppe überfallen und die reichen, etwa ein Branntweinbrenner und der Rabbiner ausgeplündert, vier Personen wurden "malträtiert", auch in den Pfarrhof drangen die Plünderer ein. Der damalige Pfarrer P. Ferdinand Balletz versuchte vergeblich, den Widerstand zu organisieren. Die Judengemeinde machte einen Schaden von 6100 Gulden geltend. Der Pfarrer vermutete, dass die Übeltäter Esterhazy-Husaren von der Raabau waren. Die Übeltäter konnten jedoch nicht ausfindig gemacht werden. Der Abt ordnete an, dass allle Juden den Ort bis 29. September 1678 zu verlassen hatten.  Paul Esterhazy erlaubte ihnen den Zuzug in Frauenkirchen.

Während des Türkenzuges nach Wien 1683 verwüsteten die Tataren die Dörfer, töteten und verschleppten viele Menschen. Im Bericht eines Augenzeugen heißt es: "Die Tataren haben alle deutschen Dörfer niedergebrannt, die Leute niedergehaut dass sie liegen wie die Traid Garben in den Dörfern," Abt Clemens berichtete, dass die Kirchen von Winden, Podersdorf und Mönchhof schwer verwüstet wurden.In Wiinden gab es 140 Gefangene und 76 Tote, In Podersdorf 116 Opfer. Von den Mönchhofern wurden 52 Personen im Ort getötet, 46 starben im Zufluchtsort Trautmannsdorf und 93 in anderen Zufluchtsorten. Der Mönchhofer Pfarrer P. Augustin Lichtenfurth flüchtete nach Wien und brachte sechs Ochsen für die belagerte Stadt mit.  Der Wiederaufbau des Ortes wurde von Abt Clemens Schäffer mit einem zunsenlosen Kredit von 1104 Gulden unterstützt. Der sogenannte "Türkenturm" hat mit dem Türkensturm nichts zu tun. Er stand als Glockenturm der Dordkirche schon vor 1683. 16669 wurde er renoviert, dann wieder 1844, 1902 und 1924.

18. und 19. Jahrhundert

Das Maria Theresianische Urbar ist eine wichtige Quelle für die Ortsgeschichte. Nach der Konskription von 1715/20 gab es 40 Bauern und 28 Söllner. Nach dem Urbarialpatent Maria Theresias von 1767 erhoben Kommissäre in den Dörfern die urbarialen Verhältnisse, nach 9 Punkten geordnet. Nach dem Bericht besaß die Gemeinde 58 Joch Acker (Gemeindegrund), 10 Tagwerk Wiesen und 48 Pfund Weingärten. Die Gemeinde hatte das ganzjährige Weinausschankrecht. An Erschwernissen bei der Bewirtschaftung wurden festgehalten: Überschwemmungen, Schotterböden die bei Hitze leicht ausdörrten und die entlegene Viehweide sowie das Fehlen einer Mühle. Zur nächsten Mühle mussten sie vier Stunden fahren. Zu einer ganzen Ansässigkeit gehörten 34 Joch Acker und 2 Tagwerk Wiesen und 5 Tagwerk Wiesen im Prädium Lehndorf. Jeder Bauer hatte einen Obst- und einen Krautgarten. Die Robotleistungen waren verhältnismäßig gering: 27 Tage Fuhren mit 2 Stück Vieh, in der Ernte einen Schnitter für drei Tage, Söllner mit Frund leisteten 50 Tage, solche ohne Grund 6 Tage Handarbeit.

Nach dem Maria Theresianischen Urbar sollte ein Ganzer Bauer 22 Joch Acker und 10 Tagwerk Wiesen bekommen. In Mönchhof waren jedoch die Höfe weitaus größer. Es gab neun "Großbauern" , die die doppelte Grö0e eines ganzen Lehens hatten. Ein Großbauer mit 2 1/4Ansässigkeiten hatte 63 4/8 Joch Acker und 7 Tagwerk Wiesen. Er hatte 8 Gulden 48 Kreuzer als Neuntel zu zahlen und 79 Tage Zugrobot oder 158 Tage Handrobot zu leisten . Eine halbe Ansässigkeit umfasste 31 6/8 Joch Acker´und 3 6/8 Tagwerk Wiesen. Erleistete 39 1/2 Tage Zugrobot oder 79 Tage Handrobot. Selbst eine 3/8 Wirtschaft hatte noch 9 4/8 Joch Acker. und 1 Tagwerk Wiesen Ein "großer" Söllner, eine 2/8 Wirtschaft hatte 8 Joch Acker, ein "kleiner Söllner" 4 joch Ackerland. Ein Holde (Inwohner) hatte keinen Grund und leistete 12 Tage Handrobot, ein unbehauster Inwohner leistete ebenfalls einige Tage Robot. Alle Hausbesitzer mussten 1 Gulden Hauszins zahlen. Ein ganzer Hof hatte 2 Hühner, 2 Kapaunen, 12 Eier und ein halbes Maß Schmals als Viktualienzins abzuliefern bzw. einen entsprechenden Geldbetrag. Mit dem Maria Theresianischen Urbar war eine erhebliche Verschlechterung vor allem im Hinblick auf die Robot verbunden. Die ganze Gemeinde hatte 30 weite Fuhren zu leisten. Meist mussten vier Untertanen zu einer vierspannigen Fuhre zusammenspannen.  Insgesamt waren 3 290 1/2 Tage Zugrobot und 7577 Tage Handrobot zu leisten, das Neuntel machte 359 Gulden 45 Kreuzer, der Viktualienzind 73 Gulden 27 Kreuzer aus. An Abgaben kam noch das Bergrecht hinzu.

Nach dem Marua Theresianischen Urbar gab es 66 Bauern, 50 Söllner und 70 Inwohner, dazu 8 Knechte und 10 Mägde. Dazu kamen noch zwei "Neubauern", das waren seßhaft gemachte Zigeuner, namens Daniel Ferencz und Draby Szeply.  Der im Urbar festgehaltene Viehbestand war beachtlich: 225 Rindern , 404 Kühe, 84 Kälber und 400 Pferde. Die Pferde waren als Zugtiere offenbar wichtiger als die Ochsen. Der Schafbestand betrug 545 Stück. Zur Zeit der Urbarialerstellung war Martin Zuttritsch Richter. Söllner und Inwohner hatten eigene Richter. Gegen die hohen Belastungen durch das Urbar, vor allem gegen das Neuntel, die weiten Fuhren und den herrschaftlichen Weinausschank verfasste die Gemeinde eine Beschwerdeschrift direkt an Josef II. Sie läßt erkennen, dass man eine Befreiung aus der Stiftsherrschaft anstrebte. Man hatte damit keinen Erfolg. Es folgten weitere Beschwerden an den Herrenstuhl des Komitats. 1837 hatten erneute Beschwerden wegen der weiten Fuhren zur Folge, dass diese genau geregelt wurden.  Das Verhältnis der Gemeinde zur Stiftsherrschaft war also durchaus angespannt. Dazu trug auch die vom Stift geförderte Neuansiedlung von Kleinhäuslern bei. 1837 hab es 57 neue Kleinhäusler.  1838 wurde mit der Herrschaft ein Vertrag über die Aufteilung der Hutweide geschlossen.Von der gesamten Hzrweide mit 1718 Joch erhielt die Gemeinde 1011 Joch. Ein Konflikt entstand um die Nutzung der Lendorfer Wiesen, die seit etwa 300 Jahren vom Stift gegen einmen Heuzins den Bauern von Mönchhof und Podersdorf überlassen wurden. Die Bauern beanspruchten nun ein Eigentumsrecht. 1772 entschied das Komitatsgericht gegen die Bauern. 1840 ging erneut ein Klagsbrief an den Herrscher, in dem die Halbturner ihre Probleme schilderten, etwa die Überwchwemmungen auf den Äckern. Die Gemeinde musste deshalb einen Kanal zum See graben. Wegen der Lendorfer Wiesen kam es unter Abt Komaromy zu einer Lösung. Das Stift übergab die Wiesen an die Herrschaft Ungarisch Altenburg und bekam dafür 1844 einen Teil des näher gelegenen Prädiums Wittmannshof, Erzherzog Karl ließ durch Güterdirektor Rohrer auf den Lendorfer Gründen eine landwirtshaftliche Musterwirtschaft errichten, den Rohrerhof.  Der neue Hof des Stifts wurde nach dem Abt Edmundshof genannt.

Nach der Niederlage der Kaiserlichen bei Raab 1809 gelangte das Gebiet am Neusiedler See in den französischen Herrschaftsbereich, Abgaben und Einquartierungen waren die Folge. Vom 1. Juni bis 19. November war auch in Mönchhof eine französische Einheit einquartiert, die Offiziere im Herrenhaus, die Soldaten bei den Bauern. Hafer, Heu, Straoh und Wein wurden requiriert, ebenso Fleisch, Geflügel und Brot. Etwa 100 Eimer Wein mussten abgegeben werden. Die Unkosten des Dorfes beliefen sich auf die riesige Summe von 51 151 Gulden. Der Verwalter erwähnte auch viele "Gewalttätigkeiten" der Franzosen. Zu diesen Kosten kamen Naturkatastrophen wie 1812 ein Hagel,  der die gesamte Ernte vernichtete und auch Kontributionen für die kaiserliche Kriegsführung. sowie Hochwässer 1828 und 1830. Dabei stürzten 120 Häuser ein. 1830 wurde mit dem Kanalbau begonnen, 1834 wurde er fertiggestellt. IM Laufe der Zeit verschlämmte der Kanal, er musste 1914 neu ausgehoben werden. 1847 wurde die Gemeinde Mönchhof vom Komitat aufgefordert, ein Quartier für einen Rittmeister und einen Leutnant zu schaffen. Mit Zustimmung des Stiftes wurde neben dem Gemeindehaus und dem Gemeindewirtshaus ein Offiziershaus errichtet. Später wurde daraus ein Gemeinhaus.

Im Revolutionsjahr 1848 kam es erneut zu Requirierungen sowohl von Seiten der ungarischen Rebellen wie auch von den Kaiserlichen. Pfarrer Pater Bernhard Greiner musste 10 Zugochsen in kroatische Lager und 16 Zugochsen ins ungarische Lager liefern. Durch die Grundentlastung gingen die Urbarialansässigkeiten in das Eigentum der Bauern über. Die Überlendtweingärten, die nicht zur Ansässigkeit gehörten, mussten abgelöst werden. Auch in Mönchhof bildete sich eine "Urbarialgemeinde", die sich erst 1956 auflöste. Der Gemeinschaftsbesitz wurde aufgeteilt. Zehent und Bergrecht sollten laut Vertrag mit der Herrschaft um 110 Gulden pro Joch in 10 Jahresraten abgelöst werden.

Nach dem Gemeindegesetz von 1871 wurde die Gemeindevertretung gewählt. Von den  20 Mitgliedern wurde nur die Hälfte davon gewählt.  die Höchstbesteuerten (Virilisten) stellten die andere Hälfte. Der Gemeindevorstehung gehörten der Richter, vier Gemeinderäte, der Notär, der Kassier, der Waisenvorstand und der Gemeindearzt an. Zum Personal der Gemeindeverwaltung gehörten 4 Bergmeister, 1 Hebamme, 1 Mesner, 1 Waldaufseher, 3 Wiesenaufseher, 5 Fasszieher, 1 Amtsdiener (Kleinrichter), 4 Polizeimänner, 8 Weingartenhüter, 2 Gartenhüter, 1 Feldhüter, 1 Schulheizer, 1 Nachtwächter, 6 Viehhirten und der Glöckner.

Die Daten zur Katastralmaüüe von 1856 ermöglichen einen guten Einblick in die sozialökonomische Struktur des Dorfes. Es gab

  • 2 Geistliche,
  • 4 Beamte,
  • 109 Grundbesitzer,
  • 24 "Fabrikanten" (Gewerbetreibende),
  • 1 Handelsmann,
  • 89 landwirtschaftliche Hilfsarbeiter,
  • 18 Arbeiter im Gewerbe,
  • 3 im Handel,
  • 13 andere und
  • 192 Taglöhner.

1897 fand die konstituierende Generalversammlung der Neusiedler Seebahn AG in Budapest statt. Bauherr und Betreiber war die Raab-Ödenburg- Ebenfuirther Eisenbahn (Raaberbahn). Die Gemeinde Mönchhof und auch der Gutsverwalter zeichneten Aktien. Schon am 19. Dezember 1897 konnte die Strecke eröffnet werden. Zwischen Mönchhof und Halbturn wurde eine Bahnstation errichtet. auf der Strecke war vor allem der Güterverkehr wichtig (Zuckerrüben und Heu). Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Bahn - auch im kommunistischen Ungarn - in Privatbesitz, hatte jedoch wenig Bedeutung.Erst in jüngster Zeit stieg die Benützerfrequenz wieder stark, nachdem die Strecke elektrifiziert wurde und die Fahrzeit nach Wien stark verkürzt wurde. Die Aktien der Raaber Bahn wurden von der Republik Österreich und dem Land Burgenland übernommen. 2013 verkaufte die Neusiedler Seebahn das den Bahnhof an das Dorfmuseum Mönchhof. Das Bahnhofsgebäude wurde zu einem Museumsbahnhof.

Der Edmundshof liegt 5 km  nordöstlich des Ortes. Er wurde als Wirtschaftsbetrieb des Stiftes angelegt. Der entstand 1844 aus Teilen des Wittmannshofes und Heiligenkreuzer, unter Abt Edmund Komaromy. Einzigartig ist die elyptische Anlage.  Der Hof umfasste 1270 Joch . Getreideanbau und Milchviehhaltung waren die Hauptwirtschaftszweige. Die Verwalter des Stifts haben unterschiedlich gut gewirtschaftet. Lebensmittel wurden von Mönchhof nach Heiligenkreuz und Wien geliefert. Aus dem Jahre 1805 ist eine Rechnung des Paters Hermann Schmied erhalten. Sie weist Einnahmen von 9 664 Gulden und Ausgaben von 6 045 Gulden auf. Von 1845 -1861 wirkte Pater Berngard Greiner als Stiftsökonom.  Nach der Grundablöse musste auf die bäuerliche Robot verzichtet werden und man war auf eigene Arbeitskräfte angewiesen. Der Edmundshof wurde zu einem Musterbetrieb ausgebaut Unter Greiner umfasste der Herrschaftsgrund 1825 Joch, nur 699 Joch waren aber in Eigenbewirtschaftung. 1857 ließ Greiner alle Liegenschaften des Stiftes schätzen. Der Gesamtwert betrug demnach 94 122 Gulden. Schon unter Greiner und dann unter seinen Nachfolgern waren Abt und Konvent nicht bereit, das notwendige Geld für Investitionen zur Verfügung zu stellen. 1845 bis 1861 war Pater Bernhard Greiner der Verwalter, der die Schafwirtschaft ausbaute.  1845 bis 1847 wurden zwei Schafställe für 2500 Schafe gebaut, ein Wohnhaus, eine Scheune und ein Fruchtschuppen. Damals hatte der Hof etwa 30 Angestellte. 1849 floh er wegen der antiösterreichischen Stimmung nach Heiligenkreuz. Bis 1855 wurde eine voll ausgestaltete Landwirtschaft betrieben, mit 22 Ochsengespannen. Weitere Stallungen und Arbeiterhäuser kamen hinzu. 1904 wurde der Hof verpachtet. Pächter war Karl Ratzenböck bis 1919, der auch in den Hof investierte.- Ratzenböck war auch politisch aktiv. Er war Abgeordneter im ständestaatlichen Landtag. 1926 war der Pächter Ludwig Engel- Dieser errichtete eine Spiritusbrennerei und motorisierte die Landwirtschaft. Die Zahl der Angestellten stieg von 130 auf 180. Er lag in einem Dauerkonflikt mit Pater Adalbert Winkler, der gegen eine Verpachtung des Hofes war. Winkler betrieb eine Eigenwirtschaft mit nur mehr 300 Joch, modernisierte den Betrieb aber erfolgreichZum Konflikt trug auch bei, dass Engel Jude war.Im September 1938 warf man Engel die Verwendung von Mais und Rüben statt der Kartoffel vor. Er hatte den Spiritus falsch als Kartoffelspiritus deklariert. Er wurde zu sieben Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Er wurde in mehreren INternierungslagern festgehalten und konnte schließlich über Ungarn in die USA ausreisen. Die Betriebsführung ging 1938 wieder an das Stift. Der neue Betriebsführer Rudolf Schmidt trat der NSDAP bei, um den Druck auf den Hof zu vermindern. Die Brennerei wurde geschlossen. 1945 wurden etwa 70 Russen in den Ställen untergebracht. Das Vieh wurde weggetrieben, die Maschinen verschwanden. Schmidt hatte danach mit der Zucht von Silomaissaatgut begonnen und damit guten Erfolg. 1948 wurden mit staatlicher Hilfe friesische Kühe gekauft. An der Spitze der Verwaltung des Hofes stand der "Pater Direktor", der auch  Pfarrer von Mönchhof sein konnte. Meist aber waren die beiden Funktionen getrennt. Die eigentliche Wirtschaftsführung erfolgte durch Oberverwalter, Verwalter und Adjunkt. Am Hof waren Deputatisten, Taglöhner und nach Bedarf auch Saisonarbeiter beschäftigt. 1955 waren noch 182 Personen und ebensoviele Saisonarbeiter in den Sommermonaten beschäftigt. Pater Robert Bruckner bemühte sich um die Errichtung eines Kapelle. Da sich die Zahl der Mitarbeiter aber bald erheblich reduzierte wurden schließlich zwei Wohnungen als Kapelle adaptiert und 1959 geweiht.  1925 bestand eine Expositurklasse der Volksschule Mönchhof am Hof, 1834 wurden 33 Kinder unterrichtet, 1957 wurde die KLasse aufgelassen, die Kinder mit einem Schulbus nach Mönchhof gebracht. 1955 wurden einige Parzellen verkauft um ein Klosterareal für das neue Frauenkloster Marienkron zu schaffen. Das Stift unterstützte die Hofleute beim Kauf von Bauparzellen am Ortsrand von Mönchhof. Beinahe alle Familien bauten Häuser und übersiedelten in das Dorf. 1972 wurde die Viehhalötung eingestellt, 1983 ging der lezute Arbeiter des Hofes in Pension. 1996 wurde unter Verwalter Stefan Haider die kleine Gerhardskapelle eingeweiht. Heute sind nur mehr zwei Mitarbeiter als Angestellte des Stifts am Hof beschäftigt. Das Stift hat den Grund für 21 Windkraftanlagen vermietet.

Der Weinbau hat in Mönchhof eine lange Tradition. In einem Bergbuch im Stiftsarchiv sind alle Weingartenbesitzer, 234 Personen, und ihre Abgaben festgehalten. Es gab an die Ansässigkeit gebundene Lehensweingarten und Überlendtweingärten. 1772 bestanden 2480 Pfund Weingärten. Etwa die Hälfte der Bauern hatte Weingärten, aber auch viele Söllner. Um 1850 betrugn die Weingartenfläche etwa 134 ha. 1863 wurden die Überlendweingärten angelöst. Für ein Joch mussten 110 Guldenbezahlt werden (für den Wegfall des Bergrecht6es und des Zehents). Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ging auch in Mönchof als Folge der Reblauskrise die Weingartenfläche zurück. 1959 ware es  315 ha. Erst in den 1970er Jahren wurde sie erneut stark ausgeweitet, auf 813 ha, um als Folge des Weinskandals wieder abzusinken. 2014 betrug sie 543,9 ha, etwa zur Hälfte Weiß- und Rotwein. Nur wenige Betriebe sind heute Vollerwerbsbetriebe. Im Laufe der Zeit wurden in Mönchhof Kellerviertel angelegt. Einige der Keller sind noch erhalten.

Salittergewinnung gab es in Mönchhof schon im Jahre 1549. Die Anlage wurde vom Abt beschlagnahmt. 1779 errichtete das Stift eine eigene Salitterproduktion und stellte einen Salittermeister ein. Das Gebäude lag am Rande des Herrschaftsgartens. 1817 bestand die Salitterei nnoch, wurde aber bald danach eingestellt. Ein Franzose pachtete das Gebäude und gründete eine Zucht von Blutegeln. Danach wurde der Salitterhof zur Kastnerwohnung und schließlich vom Stift abgerissen. Der "Binderhof" neben dem Schüttkasten diente als Arbeiter- und Armenwohnheim.Das Gebäude wurde in den 1980 er Jahren abgerissen.

Es gab früher in Mönchhof die ein Dorf typischen Handwerker wie Schmied, Zimmermann, Binder, Maurer, Bäcker und Fleischhauer. Die meisten Handwerker betrieben nebenbei auch eine Landwirtschaft oder waren als Taglöhner tätig. Die handwerkliche Tätigkeit fand meist in den Wintermonaten statt. Größere Betriebe hatten der Maurermeister Karl Moispointer, der auch am Kirchenbau beteiligt war, und die Kirschner - Zimmerer, eine große Handwerkerfamilie. Sie hatte zeitweise bis zu 60 Mitarbeiter.Mathias Kirschner gründete eine Gemischtwarenhandlung und eine Gastwirtschaft. Auch im Transportgewerbe war die Familie tätig, ebenso im Taxigewerbe und in der Betonwarenerzeugung. Im Jahre 2000 hatte das Transportunternehmen 32 LKW, 6 Radlader, Bagger usw. 70 Beschäftigte waren in der Kirschner und Zechmeister Ges. m. b. H. tätig. Derzeit hat die Firma 80 Mitarbeiter.

In der Nachkriegszeit bestand noch eine große Zahl an Gewerbebetrieben - Schuhmacher, Friseure, Wagner, Sattler, Fassbinder, Tischler und Zimmerer, Schneider, Kleidermacher, Schmiede und Schlosser. Im Dorf gab es sehr viele Viktualienhändler und Marktfahrer. Wein- und Viehhandel spielten eine wichtige Rolle. Die meisten dieser Betriebe wurden, ebenso wie die meisten Gemischwarenhandlungen, im Laife der Zeit eingestellt. Derzeit bestehen noch 194 Gewerbescheine. In jüngster Zeit wurden zwei Industriegebiete aufgeschlossen. 1971 entstand der erste Betrieb im Industriegebiet Süd Richtung Frauenkirchen, heute stehen dort 13 Betriebe. Im Industriegebiet Nord Richtung Ost- Autobahn, das 1989 aufgeschlossen wurde, bestehen schon 12 Betriebe.

Die Wirtschaftstruktur der Gegenwart (2014) ist sehr differenziert. Nur mehr 10,6 %  der Beschäftigten sind der Landwirtschaft zuzuordnen, 9 % dem produzierenden Gewerbe, 8 % dem Bauwesen, 18,8 % dem Handel, 7 % dem Verkehrswesen, 4 % der Beherbergung und Gastronomie, 10,5 % der öffentlichen Verwaltung, 4,3 % dem Gesundheits- und Sozialwesen und 3,4 % den Freiberuflichen Dienstleistungen.

Zwischenkriegszeit

1901 gründeten die Bauern unter Ortsrichter Paul Hoffmann rinr Milchgenossenschaft, auf Anregung von Prof. Imre Ujhely von der Landwirtschaftlichen Hochschule Ungarisch Altenburg. Eine Milchsammelstelle wurde errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg zählte die Genossenschaft noch immer 218 Mitglieder. Ab 1953 betrieb die Genossenschaft auch eine Schrotmühle und eine Saatgutreinigungsanlage. Bis 1965 ging die Zahl der Mitglieder stark zurück, 1974 waren es nur mehr 144, 1978 wurde sie aufgelöst.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hat auch in Mönchhof der Magyarisierungsdruck vor allem in der Schule und in der Kirche stark zugenommen, mit den bekannten Folgen, einem Absinken des Bildungsstandes in ein Halb-Analphabetentum. Der in Wien 1907 gegründete "Verein zur Erhaltung des Deutschtums in Ungarn" fand dementsprechende Sympathie. Mit Thomas Poltz stand auch ein Mönchhofer an dessen Spitze. 1910 trat er dem Verein bei. Er stammte aus einer Bauernfamilie und ging mit 24 Jahren nach seinem Militärdienst nach Wien. Er war Bauhilfsarbeiter und später Kassenbote einer Privatfirma. Am 26. Jänner 1913 wurde im Verein eine eigene Sektion "Deutsche Landsleute in Ungarn" gegründet. Poltz wurde ihr erster Obmann. Er gab das Vereinsblatt "Deutsch - Ungarn" heraus. 1919 wurde die von Poltz reaktivierte Ortsgruppe "Deutsche Landsleute aus Westungarn" in ein "Aktionskomitee für die Befreiung Westungarns" umgestaltet. Obmann wurde Dr. Alfred Walheim, sein Stellvertreter war Poltz. Daraus wurde später der Verein der Burgenländer in Wien bzw. 1927 die Lansmannschaft der Burgenländer.

Im Ersten Weltkrieg hatte auch Mönchhof schwere Verluste zu beklagen: 29 Gefallene, 22 Vermisste und 13 Gestorbene. Der Arbeitskräftemangel konnte durch Kriegsgefangene aus Serbien und Russland nur ungenügend kompensiert werden. Im November 1918 starben 14 Personen  an der Spanischen Grippe. Im Kampf um den Anschluss an Österreich zeigte sich auch in Mönchhof wie in vielen anderen Gemeinden heftiger Widerstand des Klerus. In einer Gemeinderatssitzung am 12. Dezember 1919 trat Pater Adalbert Winkler entschieden gegen einen Anschluss an Österreich auf. Er verlangte eine Loyalitätserklärung für Ungarn. Nur twei Gemeinderäte, Benedikt Koller und Josef Kirschner, widersprachen dem Pfarrer und Gutsverwalter. Nach dem Friedensschluss von Trianon verlangte der Pater erneut vom Gemeinderat, er möge gegen den Friedensschluss und dem Anschluss an Österreich protestieren. Schon während der langatmigen Rede verließen die meisten Gemeinderäte die Sitzung. Der Antrag wurde abgelehnt. Die Stimmung im Dorf war längst proösterreichisch.

Die erste Wahl nach dem Anschluss an Österreich 1922 brachte 341 Stimmen für die Christlichsozialen, 315 für die Spzialdemokraten und 127 für die Großdeutschen sowie 46 für den "Bauernbund" (den ebenfalls deutschvewussten Landbund). 1923 fand die erste Gemeinderatswahl statt. 274 stimmten für die Christlichsozialen, 204 für die Sozialdemokraten, 49 für die Großdeutschen und 112 für eine "unpolitische Partei".Johann Mutz wurde Bürgermeister, Michael Pillinger Vizebürgermeister. 1927 änderte sich daran wenig. Es wurden auch in Mönchhof Ortsgruppen der Heimwehr und des Schutzbundes gegründet. Ab 1930, in der schweren wirtschaftlichen Krise, fanden die Nationalsozialisten immer mehr Zustimmung. Am 18.Oktober 1930 fand eim Kinosaal eine gut besuchte Vweranstaltung der NS statt.In der Wahl von 1931 kandidierten die Nationalsozialisten im gesamten Burgenland in nur 7 Gemeinden, in denen sie insgesamt nur 1362 Stimmen erhielten. Sehr groß war ihr Erfolg mit 273 Stimmen in Mönchhof. Sie war damit die stärkste Partei und stellte mit Josef Hoffmann den Bürgermeister. Mönchhof hatte also den ersten nationalsozialistischen Bürgermeister im ganzen Land. 1932 gab es bereits 20 offizielle Parteimitglieder. 1933 hatte die NSDAP 5 Gemeinderäte. Nach dem Verbot der NSDAP im August 1933 wurden sie ihrer Ämter enthoben und ein neuer Gemeinderat eingesetzt.Stefan Koch und dann JOhann Mutz wurden Bürgermeister.

Im Ständestaat war der gebürtige Mönchhofer Jakob Mädl Bezirksleiter der Vaterländischen Front. Die Staatsschule wurde 1835 wieder in eine konfessionelle Schule umgewandelt. Pater Winkler war nunmehr Mitglied des Gemeinderates. Während des JUliputsches kam ein Soldat aus Mönchhof. Johann Mutz, in Leoben ums Leben.Die illegalen Nationalsozialisten bestanden weiter . Die SA hatte bis 37 Mitglieder, die SS 5, die Hitlerjugend mindestens 9. Nach der Machzübernahme durch die Nationalsozialisten wurde der Landtagsabgeordnete Mädl als Landesschulinspektor entlassen und in Grauenkirchen inhaftiert. Verhaftet wurde auch der Kommunist Mathias Daniel. Bürgerme4ister Mutz wurde attakiert und ebenfalls vorübergehend verhaftet. Neuer Bürgermeister wurde Josef Hoffmann, Ortsgruppenleiter Alois Braunschmidt. Ortsbauernführer Franz Thullner. Bei der Volksabstimmung über den Anschluss gab es eine Nein-Stimme.

Verfolgte wurde Ignaz Pirringer, ein Schnittwarenhändler und Anhänger der kommunistischen Partei. Er wurde 1942 wegen Vorbereitung zum Hochverrat hingerichtet. Johann Kirschner verbrachte einige Zeit in Untersuchungshaft, Alois Kirschner wurde zu drei Monaten Kerker verurteilt, Johann Hafner wurde vom Grenzschutz  in Halbturn nach Berlin versetzt. Während des Krieges waren 44 Zwangsarbeiter in Mönchhof eingesetzt, 21 davon im Gutsbetrieb. Im Dorf bestand ein Lager des Reichsarbeitsdienstes für Mädchen. Katholische Vereine wie der Burschenverein und die Marianische Mächenkongregation wurden aufgelöst. Pater Richard Wolf, ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus, wurde wegen kritischer Äußerungen  und weil er Kinder, die an einem HJ-Appell teilnahmen, gezüchtigt hatte, verhaftet und verbrachte 4 1/2 Jahre in Dachau. Er kehrte 1945 zurück, wurde vom Abt aber abberufen  und ließ sich säkularisieren. Später war er Pfarrer in Gols. Ferdinand Moispointner hatte sich als Bahnarbeiter der "Roten Hilfe" angeschlossen. Er wurde verhaftet und wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt und in Stein an der Donau inhaftiert. Verurteilt wurden auch Emmerich Strohmeyer und Josef Frank. Im Sommer 1945 kehrten sie nach Mönchhof zurück. Der Straßenarbeiter Benedikt Szalay wurde 1943 wegen Betätigung für die Kommunisten zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Josef Prückler war Bahnoberbauarbeiter  und 1938 bis 1943 Mitglied der NSDAp. Warum er zwei Jahre in Haft verbringen musste ist nicht bekannt.

Von den Mönchhofer Juden konnte sich der Gutspächter Ludwig Engel rechtzeitig in Sicherheit bringen. Der in Mönchhof geborene und in Frauenkirchen wohnhafte Jakob Österreicher und seine Frau starben in Auschwitz. Der jüdische Kaufmann Salomon Lunzer musste das Land verlassen und die in Frauenkirchen lebenden Oskar Fischer und Jeanette Tauber verloren ihren Besitz in Mönchhof. Einige Personen aus Mönchhof fielen der Euthanasie zum Opfer. In Mönchhof gab es  in einem Waldstück bei einem kleinen Teich eine "Zigeunersiedlung" aus notdürftigen Hütten. In den 1920er und 1930er Jahren hielten sich dort durchschnittlich 20 Personen auf. Die Zigeuneransiedlung in Mönchhof reicht weit zurück. Schon im Jahre 1758 werden in den Pfarrmatriken Georg Ferkk und Lucia als "hiesige Zigeuner" erwähnt. Sie und der 1764 verstorbene Michael Rath gehörten offenbar zu den unter Maria Theresia ansässig gemachten "Neubauern".Die Familien Rath und Daniel wurden offensichtlich erfolgreich integriert. Gegen Ende des 19, Jahrhunderts tauchten die Familien Stojka und Bihari auf Die Mitglieder der Familie Stojka waren zum Teil "unstet", sie zogen im Sommer herum und bewohnten im Winter ihre Hütten. Es waren Lovara, die vor allem Pferdehandel betrieben. Einzelne Frauen waren auch als Heilerinnen tätig.  1923 rthirlt das Oberhaupt einer Lovara Familie, Peter Stojka, einen Hausplatz zugewiesen. In der NS- Zeit wurden die Zigeuner deportiert. 5 Personen wurden nachweislich in Mauthausen getötet, 4 weitere Personen wurden 1945 für tot erklärt. 7 Personen überlebten.

Am 8. Juli 1944 kamen beim Abwurf einer Splitterbombe sechs Menschen, darunter zwei Kinder, ums Leben. Von den an der Reichsschutzstellung (Ostwall) eingesetzten Zwangsarbeitern waren einige auch in Mönchhof untergebracht. Der Volkssturm kam nicht zum Einsatz. In den letzten Kriegstagen flüchteten 25 Familien nach Oberösterreich. Zwar wurde die Zwangsevakuierung angeordnet, die meisten Mönchhofer blieben jedoch im Dorf. Am Ostermontag 1945 erreichten die Russen Mönchhof. Es kam zu den üblichen Exzessen: Plünderungen, Vergewaltigungen. Deutsche Soldaten wurden erschossen. Martin Hafner wurde als Angehöriger des Grenzschutzes verhftet und bis 1947 nach Russland deportiert. Fünf Zivilisten wurden ermordet, drei Personen begingen Selbstmord. Die Plünderungen erfolgten auch durch ehemalige Ostarbeiter und Einheimische. Einige Häuser und Scheunen wurden in Brand gesteckt. . Was an Lebensmitteln und Vieh nicht geplündert wurde wurde von der Besatzungsmacht requiriert, so nahezu die gesamten Weinvorräte und der großteil des Viehs, Fahrzeuge und Maschinen. Die Bevölkerung wurde zur Zwangsarbeit herangezogen, etwa zur Reparatur des Flugfeldes in Parndorf. Im Pfarrhof wurde ein russisches Lazarett untergebracht.

1946 befanden sich noch 46 Mönchhofer in Kriegsgefangenschaft, sieben von ihnen kehrten nicht mehr zurück.  Das Dorf hatte 161 Gefallene und Vermistte zu beklagen. Ab April 1945 wurde Johann Mutz wieder als Bürgermeister eingesetzt, der Kommunist Mathias Daniel wurde Ortspolizist. Im Herbst 1945 kam es zu einer Auseinandersetzung, bei der der Bürgermeister angeschossen wurde. Im Frühjahr 1947 verließen die Russen das Dorf. Im Sommer 1945 bildeten die zugelassenen politischen Parteien Gemeindeausschüsse - Johann Mutz für die ÖVP, Johann Frank für die SPÖ und Mathias Daniel für die KPÖ. Im Gemeinderat stellte die ÖVP 5, die SPÖ 4, die KPÖ 2 Vertreter. Bei den Nationalrats- und Landtagswahlen 1945 bekam die ÖVP 654, die SPÖ 228 und die KPÖ 54 Stimmen, bei den Wahlen 1949 die ÖVP 899, die SPÖ 300 und die "Kleinlandwirte" (Kommunisten) 22 Stimmen.  Im ZUge der "Entnazifizierung" wurden in Mönchhof 81 Personen registriert, drei galten als belastet. Neun Personen wurden für die Einweisung in ein Zwangsarbeitslager genannt. In Neusiedl wurde ein Anhaltelager errichtet. Alle, die als "Illegale" tätig waren, mussten entlassen werden und erhielten ein Berufsverbot.. 1946 waren noch 15 Betriebe stillgelegt. Auch zwei der Lehrer wurden vorübergehend vom Dienst suspendiert.

Nachriegszeit und Gegenwart

So wie in den meisten Dörfern Deutschwestungarns stieg auch in Mönchhof die Bevölkerungszahl gegen Ende des 19. Jahrhunderts stark an. 1869 hatte der Ort 1464 Einwohner,  1934 über 2000. Seithern wächst die Bevölkerungleicht und erreichte 2016 2283 Personen. Im ausgehenden 19. Jahrhundert war die Auswanderung stark, die Geburtenrate hoch, allerdings auch die Säuglingssterblichkeit. Von 1951 bis 2016 betrug die Zunahme 7 %. 1971 bis 1991 gab es sogar einen leichten Rückgang. Von 1991 bis 2001  betrug das Wachstum 3,4 %, eine Folge der Zuwanderung auf der Grundlage vermehrter Arbeitsplätze und der stark verbesserten Verkehrsanbindung. Die Amerikawanderung setzte schon früh ein. Bereits in der Zeit von 1860 bis 1893 wanderten 84 Personen aus. Zielorte waren z. B. Oelwein in Iowa und Herreid in South Dakota, Stevens Point und Fond du Lac in Wisconsin und das Gebiet von Mineapolis in Minnesota. In der schlimmen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg stieg die Auswanderung wieder stark an.

Mönchhof ist ein Straßendorf mit einem Anger am Fuße des Kirchhügels. Der Anger wurde später verbaut. Ab 1533 entstand der Ratschin für die Gestütsangestellten. Er umfasste schließlich 53 Häuser. Im 19. Jahrhundert entstanden zahlreiche Kleinhäusl in neuen Straßen und Ortsteilen. 1900 hatte der Ort 206 Häuser, 1923 260, 1934  353, 1951 448 und 2017 950 Häuser. Das Ortsbild hat sich in der Nachkriegszeit erheblich verändert. Die ursprünglichen Streck- und Hakenhöfe wurden durch straßenseitige Quertrakte erweitert, ab den 1960er Jahren zunehmend aufgestockt.  Neue Straßenzüge mit Einfamilienhäusern wurden angelegt. 1996 entstand eine erste Wohnanlage, 2006 ein Wohnpark.

Die Situation in der Landwirtschaft war in den ersten Nachkriegsjahren katastrophal, da es an allem mangelte. Nur langsam gelang der Wiederaufbau, auch mit Hilfe der UNRA und des Mashallplanes. Der Edmundshof musste auf Drängen Daniels Gründe zur Verfügung stellen. 1950 wurde unter Bürgermeister Mutz das neue Gemeindehaus errichtet. In der Gemeinderatswahl 1950 erreichte die ÖVP 802, die SPÖ 346 und die KPÖ 25 Stimmen Neuer Bürgermeister wurde Johann Pöckl. In den 1950er Jahren wurden die Gemeindestraßen ausgebaut. An den po0litischen Verhältnissen änderte sich nur wenig.  nur die Kommunisten verloren stark an Stimmen. 1958 wurde Stefan Hoffmann Bürgermeister. Ende der 1950er Jahre lösten sich die vielen Dampfdruschgesellschaften auf, da bereits zahlreiche Mähdrescher im Einsatz waren.  1961 wurde das neue Feuerwehrhus feriggestellt.  1962 fielen auf die ÖVP 867, auf die SPÖ 469 Stimmen. Johann Koch wurde Bürgermeister. In den 1960er Jahren war die Errichtung der Wasserleitung das größte Bauprojekt. 1966 wurden ein neues Lagerhaus und eine neue Raiffeisenkasse errichtet. 1967 wurde die 750-Jahr Feier mit einem großen historischen Festzug gefeiert.  In der Gemeinderatswahl konnte sich Koch als Bürgermeister behaupten, ebenso 1972. 1970 erfolgte der Neubau der Volksschule und die Fertigstellung der Leichenhalle. 1974 beganen die Kanalbauarbeiten. 1977 blieb Koch wieder Bürgermeister, der Abstand zur SPÖ schrumpfte aber stark, die ÖVP erhielt 770, die SPÖ 635 Stimmen. 1981 übernahm Johann Pöckl das Bürgermeisteramt und konnte 1982 mit 846 zu 592 Stimmen für die SPÖ behaupten. 1987 erhielt die ÖVP 823, die SPÖ 522 und die Freiheitlichen 106 Stimmen. 1988 wurde das Schulgebäude renoviert und 1990 kaufte die Gemeinde den Stiftsgrund mit dem Schüttkasten.. Ebenfalls 1990 wurde das Dorfmuseum eröffnet, 1992 das Gemeindeamt umgebaut und ein Tourismusverband gegründet. 1992 konnte sich Johann Pöckl in der Direktwahl mit 679 Stimmen gegen 451 für die SPÖ und 124 für die FPÖ  als Bürgermeister behaupten. 1995 wurde der "Weinstadel" der Familie Pöckl angekauft und ein Vereinshaus, vor allem für den Musikverein, daraus gemacht. 1996 wurde das Wohn-, Pflege- und Seniornhaus mit 13 Pflegeplätzen eröffnet, eine Wohnhausanlage wurde errichtet. 1997 wurde Herbert Gross mit 52,33 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt.Die Gemeinderatswahl brachte für die ÖVP 675, für die SPÖ 562 und die FPÖ 217 Stimmen.

In den 1980er Jahren sperrten die früher zahlreichen Gemischtwarenhandlungen zu. Die Bäckerei Gindl übernahm die Nahversorgung. 1998 wurden durch Umwidmungen 120 Bauplätze geschaffen und mit großem finanziellen Aufwand aufgeschlossen. Ebenfalls 1998 wurde die Kirchenrenovierung, die nahezu 8 Millionen Schilling kostete, abgeschlossen. 2001 begann die Errichtung des Windparks Mönchhof. 2002 erlangte die SPÖ mit 700 Stimmen die Mehrheit, die ÖVP erhielt 669, die FPÖ 116 Stimmen. Bürgermeister wurde wieder Herbert Gross. 2003 fand eine Volksabstimmung statt. Es ging um die Errichtung eines Supermarktes (Zielpunkt). Die Ansiedlung wurde mit 57,16 % der Stimmen befürwortet. 2006 wurde daraus ein Spar-Supermarkt. 2004 wurde die Ortsdurchfahrt rückgebaut, 2005 ein Wasserrückhaltebecken errichtet und 2007 ein gemeinsamer Abwasserverband mit Gols geschaffen. Ein weiterer Trinkwasserbrunnen wurde erschlossen. In der Gemeinderatswahl von 2007 erhielt die ÖVP 765. die SPÖ 665 und die FPÖ 75, die LM, eine Bürgerliste, 90 Stimmen. Josef Kolby von der ÖVP wurde mit 48,37 % Bürgermeister. 2009 erfolgte der Neubau des Kindergartens, 2010 ermöglichten neuerliche Umwidmungen die Errichtung von geplanten 42 Windrädern. 2012 wurde Kolby mit 63,2 % erneut Bürgermeister. 2013 eröffnete die Windparkanlage mit 23 Windrädern. 2017 begann die Veranstaltungsserie zu "800 Jahre Mönchhof". Das neue Gemeindehaus wurde mit einem großen Festumzug eröffnet.

1969 eröffneten die Schwestern von Marienkron ein Gästehaus, das Fastenkuren und Kneipp - Therapie anbot. Sie hatten damit großen Erfolg. Daneben betrieben sie Gartenbau und Kleintierhaltung und boten zahlreiche Fortbildungskurse an. Im Winter führten sie eine Haushaltungsschule. Im Laufe der Zeit folgten immer wieder Zu- und Umbauten zum Gästehaus. Marienkron wurde auch ein wichtiger Arbeitgeber. Heute ist Marienkron ein moderner Hotelbetrieb mit umfassendem ärztlich-therapeutischen Angebot. 100 Betten stehen zur Verfügung. Seit 2015 halten die Elisabethinen die Eigentümermehrheit am Kurhaus.

Kirche und Schule

Zum Wirtschaftshof gehörte vom Anfang an eine Kapelle. Die Bauern hatten im Dorf ihre eigene Kirche, die Pfarrkirche war. Den Stiftspriestern war lange Zeit die reguläre Seelsorge untersagt. Noch in der Mitte des 17. Jahrhunderts bestanden zwei Kirchen. Im Türkenzug von 1683 wurde die Pfarrkirche zerstört, nur der Turm blieb stehen. Unter Abt Robert Leeb wurde schließlich  1731 die neue barocke Kirche mit dem daneben stehenden "Herrenhaus", später Pfarrhof, gebaut. Doie Anlage gehört zu den schönsten Barockensemles des Burgenlandes. Der Baumeister ist unbekannt - vermutet werden Elias Hügel, Franz Georg Pilgram oder sogar der Hofarchitekt Josef Emanuel Fischer von Erlach. Der Hochaltar gilt als ein Meisterwerk der Steinmetzkunst. Der Entwurf des Hochaltarbildes stammt von Martino Altomonte. 1763 fand eine Generalsanierung statt, 1925 eine Neueindeckung des Turmes und 1840 ein neues Dach für den Pfarrhof. Gesamtrestaurierungen fanden 1880 und 1912/13 statt, dann wieder 1943/44 . 1920 brannte der Dachstuhl nach einem Blitzschlag ab,  Aus dem "Schloss" oder "Herrenhaus", dem Verwaltungszentrum der Herrschaft, wurde der Pfarrhof. Im Friedhof wurde 1970 eine neue Leichenhalle gebaut.

Die Pfarre wurde bis Ende des 16. Jahrhunderts von Weltpriestern versehen. Mit der Bevölkerung gab es immer wieder Schierigkeiten.1588 beschwerte sich der Vikar Johannes Rämbsl über die ungehorsamen Pfarrkinder, die sich zum Teil weigerten, die Gottesdienste zu besuchen. Während der Zeit des kaiserlichen Gestüts wurde die Pfarre von Podersdorf aus versehen., 1646 war Mönchhof wieder eine eigene Pfarre.  Der Abt hatte das Patronatsrecht, die Pfarrer galten als "Pfarrverweser". Die Pfarrer verfügten über keine Pfründe. 1622 verpflichteten sich die Pfarrkinder zu freiwilligen Leistungen. 1795 kam es zu einem schweren Konflikt mit dem Pfarrer Pater Constantin Hauer. Er ging rabiat gegen einzelne Kirchenbesucher vor, verbot den Kindern das Badenj, das Tanzen und das Zusehen beiTänzen. Er züchtigte die Kinder. Daraufhin verweigerten viele den Schulbesuch.

Pater Adalbert Winkler , ab 1908 Pfarrer und Gutsverwalter, war eine der markantesten Pfarrerpersönlichkeiten. Er war auch in die Gemeindepolitik und in die wirtschaftliche Entwicklung involviert. So ließ er im Jahre 1910 im Schüttkasten ein "Consumlokal" gründen. Winkler war Antisemit und warf dem jüdischen Pächter "Gesinnungslosigkeit und Wucher" vor. In der Rätezeit 1919 kam er als "Staatsfeind" vor ein Tribunal in Ungarisch Altenburg. Er hatte in einem Flugblatt vor der Machtübernahme durch die "Sozialdemokraten gewarnt und wurde deshalb von Ignaz Till angezeigt. Nach dreitägiger Verhandlung wurde er vom Vorwurf der Aufwiegelung freigesprochen. In der Frage des Anschlusses an Österreich agitierte Winkler für das christliche Ungarn und gegen Österreich.  Trotz dieser von der Bevölkerung keineswegs geteilten Ansicht war Winkler im Dorf beliebt. Winkler ließ den Pfarrhof renovieren, führte die Gutswirtschaft umsichtig und organisierte die Jugend zu christlichen Vereinen. 1923 gründete er die Marianische Mädchenkongregation. Der Kooperator Arnold Schmell gründte den Deutsch-katholischen Burschenverein. Das Land Burgenland verlieh Winkler den Titel "Ökonomierat" , 1937 wurde er ehrenamtlicher Konservator der Zentralstelle für Denkmalschutz im Burgenland. Nachfolger des jung verstorbenen Arnold  Schmell wurde Pater Richard Wolf, ein Gegner des Nationalsozialismus. Er wurde 1941 verhaftet und nach Dachau deportiert. 1945 kehrte er für kurze Zeit zurück, verließ aber den Orden und wurde Weltpriester in Gols. Karl Braunsdorfer , Abt in Heiligenkreuz, ließ Räume im Pfarrhof für das entstehende Frauenkloster adaptieren. Das Kloster sollte von der Zisterzienjserinnenabtei Seligenthal besiedelt werden. Daraus entstand das Kloster Marienkron. . 1957 wurde mit dem Bau des neuen Klosters begonnen.  1957 übersiedelten die Nonnen. Das Kloster wurde zum Priorat erhoben. 1964 wurde das frühere Mesnerhaus zum Pfarrheim umgebaut, 1973 daraus eine Winterkapelle. Langjähriger Pfarrer war P. Raynald Hettnmeyer (1977 - 1989) gefolgt von P. Meinrad Tomann. 1990 verkaufte das SWtift den Schüttkasten und ein Grundstück beim Pfarrhof mit den ehemaligen Stallungen an die Gemeinde. 1991 wurde Marienkron zur Abtei erhoben.Rosaria Golsch wurde zur ersten Äbtissin gewählt. Ihr folgte 2001 Schwester Miriam Dinkelbach. Pfarrer waren P. Marian Gruber und ab 2008 P. Michael Weiss.

Eine Schule bestand angeblich schon am Anfang des 16. Jahrhunderts. 1789 wurde ein neues Schulgebäude errichtet. 1803 bis 1843 war Josef Tschokay lehrer. Er und sein Nachfolger Martin Groschner hatten auch den Notärsdienst zu versehen. Unter Groschner war Alexander Klafsky Hilfslehrer, der Vater des bekannten Komponisten Dr. Rudolf Klafsky.  Im Dorfbrand von 1856 brannte auch das Schulhaus nieder. 1857 wurde der Neubau errichtet, 1907 wurden zwei Klassen dazugebaut. 1897 wurde die katholische Schule in eine Gemeindeschule umgewandelt, 1903 wurde daraus eine Staatsvolksschule. Lehrer Michler musste in Pension gehen, da seine Ungarischkenntnisse nicht ausreichten. Koloman Prener wurde Direktor und blieb es bis 1929. 1924 wurden an der achtstufigen Volksschule 265 Kinder unterricht. Am Edmundhof gab es eine Expositurklasse mit 33 Schüler, zusätzlich zu den 327 Kindern an der Volksschule im Jahre 1934. 1935 musste die Schule wieder  in eine katholische Schule umgewandelt werden. 1946 bis 1948 wurden die Lehrer Barilich und Roehlich außer Dienst gestellt. Roehlich war dann bis 1952 Schulleiter, leitete Theateraufführungen, gründete eine Blasmusik und leutete den katholischen Burschenverein. Der nächste Direktor war Adalbert Schuster. 1968 war die Schule noch 7-klassig, die Kinderzahl begann aber bereits zu sinken. Auch Klosterschwestern unterrichteten an der Volksschule. 1969 wurde ein neues Volksschulgebäude gebaut und 1971 bezogen.In den 1970er Jahren besuchten durchschnittlich nur mehr 130 Kinder die Schule, 1985/86 nur mehr 111. Direktorin war bis 1987 Schwester Praxedis Bauer, dann Josef Rainprecht und ab 1999 Monika Hautzinger.  Zeitweise wurden nur mehr vier Klassen geführt. 1987 stieg die Schülerzahl wieder leicht an. 1999/2000 wurde ein Tagesheim geschaffen. Einen Kindergarten gab es schon 1911. 2009 wurde ein neues Kindergartengebäude errichtet.

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Quellen

  • 800 Jahre Mönchhof. Chronik. Konzept und Redaktion Gmasz, Sepp. Mönchhof 2017