person

Johann Wagner

 

* 27.04.1897 in Stegersbach
† 27.12.1979 in Stegersbach

 

Landeshauptmann
  

Er stammte aus einer kinderreichen Familie von Lebzeltern und Kleinbauern. Zwei Jahre lang besuchte er das Gymnasium in Steinamanger und machte dann eine Lehre als Konditor und Lebzelter. 1915 rückte er ein und wurde mehrmals verwundet und hoch dekoriert. 1925 eröffnete er in Stegersbach ein eignes Café mit Konditorei. Von Landeshauptmann Rauhofer gefördert kam er schon 1927 als Vertreter der südburgenländischen Wirtschaft in den Landtag. Er war besonders eifrig am Aufbau der Heimwehren beteiligt. 1930 bis 1934 war er Landesrat für Schulangelegenheiten. Sein Nationalratsmandat trat er an Franz Binder ab. Wagner war ein Befürworter des Ständestaates und der Vaterländischen Front, deren Bezirksleiter er in Güssing war. 1934 bekam er auch noch das Sozialreferat übertragen, 1934 übernahm er das Gemeinde- und Gewerberessort. 1936 musste er seinen Regierungssitz abtreten und auch aus der Landesleitung der Vaterländischen Front ausscheiden. Er blieb nur Kammerrat und 1937/38 Bürgermeister von Stegersbach. Vom 11. März bis Juli 1938 war er in Haft, dann wurde er zur Wehrmacht eingezogen.

1945 entsandte die ÖVP Wagner in den provisorischen Landesausschuss. 1946 wurde er wieder Landesrat (Gemeinde- und Gewerbereferat). Ab 1946 war er Obmann der Sektion Fremdenverkehr in der Burgenländischen Handelskammer, 1955 Präsident der Kammer. 1956, nach dem Rücktritt Karalls, wurde er dessen Nachfolger als Landeshauptmann. Maßgebend für seine Wahl war vor allem seine Wirtschaftskompetenz. In seiner Amtszeit konnten auch tatsächlich einige wirtschaftliche Erfolge erzielt werden: 1058 Gründung der BEWAG, Betriebsansiedlungen.

1961 trat Wagner als Landeshauptmann zurück. 1963 wurde er als Nachfolger von Julius Raab Präsident des Österreichischen Wirtschaftsbundes (bis 1966), Ab 1970 legte er alle seine Ämter zurück und lebte zurückgezogen in Stegersbach.

Literatur: Burgenland. Geschichte, Kultur und Wirtschaft in Biographien.