Urgeschichte und Römerzeit

Aus der Jungsteinzeit wurden 1950 mehrere Keramikbruchstücke und Steingeräte gefunden. Das Landesmuseum veranlasste eine archäologische Untersuchung der Fundstelle in der Grazerstraße. Dabei wurden Stücke von Reibplatten, Klopfsteine und Teile eines Steinbeiles entdeckt, außerdem zahlreiche Bruchstücke von Keramik und eine Steinaxt. Die Funde werden der Lengyelkultur (Bemaltkeramik) zugerechnet.

In der Umgebung von Stegersbach befinden sich zahlreiche römerzeitliche Grabhügel. etwa in Litzelsdorf. Vor allem am Höhenweg im Greinerwald und Haslerwald bei Olbendorf. In Stegersbach selbst gibt es Grabhügel im Schönwiesenwald und im Grabenwald. Die meisten dieser Gräber wurden leider durch Raubgrabungen geplündert. Die einzige systematische Grabung wurde 1975 vom Landesmuseum durchgeführt, brachte jedoch wenig bemerkenswerte Funde und Erkenntnisse. Der wertvollste Gegenstand aus der Römerzeit ist ein Inschriftenstein aus Litzelsdirf aus dem 2. Jahrhundert, der später über dem Eingang eines Kellers eingemauert wurde.

Mittelalter

In der Umgebung von Stegersbach gibt es zwei bedeutende Bodendenkmale aus dem Mittelalter: den Ringwall von Litzelsdorf und den Hausberg bei Olbendorf. Um die Mittelfläche des Ringwalles mit einem Durchmesser von 55 m zieht sich ein 11 - 13 m breiter und bis zu 1,6 m tiefer Ringgraben, davor ein bis zu 2,5 m hoher Außenwall. Durch die Anlage führt ein Weg. Der Ringwall wurde wahrscheinlich im Mittelalter als kleine Befestigungsanlage gebaut. Der Hausberg von Olbevdorf wurde im Volksmund auch "Schlossriegel" genannt. Es ist eine mehrteilige Anlage, 100 m lang und 60 m breit, setzt sich zusammen aus einem erhöhten Kernwerk und mehreren Vorwerken. Teilweise wird sie von drei Gräben und zwei Wällen umgeben. Die Gräben sind bis zu 3 m tief und 10 m breit. Hier stand wohl - von Palisaaden umgeben -  das "feste Haus" oder der Wohnturm eines Kleinadeligen. Der Schlossriegel von Olbevdorf gehörte zu den 34 Burgen, die 1289 von den Truppen Herzog Albrechts von Österreich im Verlauf der "Güssinger Fehde" eingenommen wurden.

Im 12. Jahrhundert wurden im Raume Stegersbach in einem siedlungsschwachen und wenig genutzten Gebiet Bauern aus dem Bayrischen Raum angesiedelt. Reste der altslawischen Bevölkerung und der Kolonisten aus der Karolingerzeit gingen in dieser Bevölkerung auf. Die magyarischen Grenzwächter waren überflüssig geworden und hatten das Gebiet wohl verlassen. Die Entstehung des Dorfes Stegersbach stand im Zusammenhang mit der Erbauung der Burg Güssing, die ihren Herrschaftsbereich bis zur Landesgrenze an der Lafnitz ausdehnte. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Stegersbach 1289 in der Form Stegraifenbach. Stegreif ist der Steigbügel. Diese Bezeichnung entsprach der altslawischen Bezeichnung Strem (en), die ebenfalls Steigbügel bedeutet. Bis in das 18. Jahrhundert wurde für den Fluss Strem auch die Bezeichnung Stögersbach verwendet. Stegersbach gehörte also zur Herrschaft der mächtigen Grafen von Güssing (richtiger: Güns), die aus dem Westen nach Ungarn gekommen waren und zwischen Österreich und Ungarn einen zeitweise recht selbständigen Herrschaftsbereich aufgebaut hatten. In der "Güssinger Fehde" wurden ihre und die Burgen ihrer Verbündeten zerstört. In Stegersbach bestand noch keine Burg, wahrscheinlich aber eine befestigte Kirche. H. Prickler vermutet, dass damals diese alte Alexius - Kirche zerstört wurde und die neue Kirche dem Hl. Aegidius geweiht wurde.

Die alte Dorfanlage entstand an einem dreieckförmigen Schmalanger, heute die Hauptstraße und Herrengasse. Die Zahl der ursprünglichen Häuser kann man auf 24 schätzen. Durch Teilung der Lehen wurden die Hausparzellen noch im Mittelalter bzw. im 16. Jahrhundert halbiert. Erst im 18. Jahrhundert kamen Söllnerhäuser hinzu. Der zu einem Hof gehörende Grund betrug etwa 3 1/2 ha. Der Wiesenbesitz war mit 1,8 ha beträchtlich, konnte jedoch nicht voll genutzt werden, da sie zum Teil durch die Strem immer wieder überschwemmt wurden. Ein großer Teil des Hotters war im Mittelalter noch von Wald und Gestrüpp bedeckt. Der ursprüngliche Wald an der Lafnitz wurde schon ab dem 13. Jahrhundert gerodet und zu Äckern und vor allem Weingärten gemacht. Die oststeirischen Märkte Burgau, Neudau und Wörth legten jenseits der Lafnitz, also auf ungarischem Gebiet, ausgedehnte Weingebirge an.

1355 legte König Ludwig der Große als Burgherr von Güssing die Rechte und Pflichten der "hospites" fest: Hauszins von 10 Pfund Pfennige pro ganzem Lehen, dazu Naturalabgaben ("Weissat") Eier, Käse, Hühner, Holz ... Die für die Herrschaft zu leistende Robot war eher mäßig. Zu den Abgaben kam noch das "Bergrecht" als Mostabgabe. 1327 hatte König Karl Robert Güssing wieder in die königliche Verwaltung übernommen, wo es bis 1391 blieb. Dann gelangte die Herrschaft  im Tausch an Ladislaus von Sáró. In Stegersbach wurde - ebenso wie in Güssing, Rauchwart, Deutsch Kaltenbrunn Rudersdorf und Heiligenkreuz eine Maut eingehoben. 1391 besaß Stegersbach schon das Marktrecht . Neben der grundherrschaftlichen Mautstelle bestand in Stegersbach auch ein königliches Dreißigstamt, an das die Ausfuhr- und Einfuhrzölle gezahlt werden mussten. Auch das Dreißigstamt war zeitweise in der Hand der Grundherrschaft. 1519 schenkte Lorenz Ujlaki die Einkünfte der Dreißigstämter dem von ihm in Güssing gegründeten Augustiner-Eremitenkloster. Der Sohn des Ladislaus Sáró nannte sich Tschech von Lewenz (Cheh de Léva). In mehreren Verträgen wurden die Grundstücke in den "deutschen Hottern" links der Lafnitz den steirischen Märkten zur dauernden Nutznießung überlassen. Später kam es deshalb zu lang dauernden Streitigkeiten. 1457 riss Nikolaus Ujlaki, Woiwode von Siebenbürgen, die Burgherrschaft Güssing an sich.

Neuzeit

1524 schenkte König Ludwig II. von Ungarn nach dem kinderlosen Tod Ujlakys die Grundherrschaft Güssing Franz Batthyany. Die Batthyany waren eine uralte Adelsfamilie, die von einem aus Deutschland eingewanderten Edlen Ratold abstammte. Sie waren in vielen Teilen Ungarn s und kroatiens begütert. Die Herrschaft Güssing blieb bis zum Ende des Feudalzeitalters im Besitz der Batthyany. Stegersbach war davon allerdings zunächst nicht betroffen, denn Lorenz Ujlaky hatte  1523 den Markt zusammen mit Urbersdorf seinem langjährigen Burghauptmann Christoph Merczinger geschenkt. 1524 wurden Christoph Merzcinger, seine Frau und ihre Kinder in den Besitz von Stegersbach und Urbersdorf eingewiesen. Merczinger war wahrscheinlich ein Ritter aus der benachbarten Steiermark. Er begann mit dem Bau eines Edelhofes in Stegersbach, an der Stelle von drei verödeten Bauernhöfen. Später wurde die Eigenwirtschaft des Hofes stark ausgeweitet. Christoph Merczinger und sein Sohn Andreas starben aber schon 1525. Der Hof fiel an die Krone zurück, gelangte aber durch eine königliche Schenkung an Batthyany, der ihn 1528 an seinen neuen Verwalter Stefan Podgaichich weitergab. Dieser war mit einer Tochter Merczingers verheiretet. Die Übertragung wurde von Christoph Batthyany, Mitbesitzer von Güssing, angefochten, Balthasar Batthyany gelang es schließlich, nach Ablöse der Rechte der Podgaichich - Nachkommen und nach einem Schuldenerlass an Kaiser Rudolf den Ort zu erwerben. 1581 wurde Balthasar Batthyany in den Besitz von Stegersbach eingewiesen und der Markt wieder der Herrschaft Güssing angeschlossen.

Nach den schweren Verwüstungen durch die Türkenzüge, besonders 1532, mussten auch die Batthyany ihre Güter neu besiedeln. Sie zogen dafür Flüchtlinge aus ihren kroatischen Gütern heran. Die Einwanderung in die Güssinger Gegend erfolgte in mehreren Wellen. Es wurden einige Orte wieder besiedelt, andere neu gegründet. Die meisten Siedlungen entstanden in den Jahren 1533 - 1540. Die Ansiedlung in Stegersbach wurde von Stefan Podgai chich geleitet, der auch in seinem Dorf Stegersbach Kroaten ansiedelte. Sie bekamen  um 1534 den Nordostteil von Stegersbach zur Rodung zugewiesen. Zrsprünglich waren es etwa 31 Familien. Die neue Siedlung Kroatisch Stegersbach hatte mit Problemen zu kämpfen. Es gab immer wieder öde Höfe. 1553 etwa waren acht Höfe durch die Pest verödet.

1583 erhielt Stegersbach - zusammen mit Deutsch Kaltenbrunn - das Marktrecht. Die Register der Dreißigstämter zeigen, dass es einen lebhaften Handel über die steirisch - ungarische Grenze gab. Aus der Steiermark kamen Eisenwaren, Textilien, Gewürze, Krämerwaren, aus UNgarn Häute, Felle, Getreide, Wein und Obst. In Stegersbach fanden vier, später fünf Jahrmärkte statt. Das Urbar aus dem Jahre 1588 weist einige ganze, zumeist aber halbe Sessionen auf. In Deutsch Stegersbach gab es auch eine Bauernmühle, die aber vom Grundherrn übernommen wurde, Es bestanden 9 ganze und 23 halbe Ansässigkeiten. Der Ort hatte mit 32 Bauern- und zwei Söllnerhäusern, dem Kastell mit Mühle und Meierei, dem Pfarrhof und der Kirche außerhalb des Dorfes eine durchschnittliche Größe. In Kroatisch Stegersbach bestanden 1599 30 1/2 Sessionen, 60 Hofstellen. Es war also weitaus größer als Deutsch Stegersbach. Zu den ganz überwiegend kroatischen Familiennamen kamen 1599 schon vereinzelt wenige deutsche Namen. 1593 wurde noch ein katholischer Pfarrer Nicolaus Chnessich erwähnt. Er wurde aber vom Schaffer der Herrschaft schwer bedrängt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts waren schon reformierte Pfarrer tätig - Peter Stanaics (1614 - 1619). Georg Werner und Dionysius Petrachich. Nach der Konversion Adam Batthyanys zum Katholizismus 1634 wurden wieder katholische Pfarrer eingesetzt. Unter den Bocskai - Wirren hatte Stegersbach besonders zu leiden. Viele Hofstellen verödeten. 1683 huldigten die Batthyany den Türken. Mit den steirischen Grenzgemeinden entbrannte ein Kleinkrieg, der ebenfalls Opfer forderte, vor allem während der Kuruzzenkriege 1704 bis 1708. Nach den Kruzzenkriegen lag nahezu die halbe Ortschaft wüst. Die Abgaben an die Grundherrschaft wurden zudem  stark erhöht, etwa um das Bannweingeld. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation hatten einige kroatische Stegersbacher einen erstaunlich großen Viehbesitz, der sich aus der Übernahme von Lohnfuhrwerksgeschäften erklärt. Die Robotverpflichtungen konnte oft in Geld abgelöst werden. Aber es verließen auch Untertanen, denen es weniger gut ging, das Dorf und die Herrschaft. Die hohen Belastungen führten schließlich zur Abgabenverweigerung. 1767 wurde das neue, "Maria- Theresianische" Urbar, angelegt, das einige Erleichterungen brachte.

Der früher sehr bedeutende Weinbau von Stegersbach ging im 18. Jahrhundert stark zurück und hörte während der Reblauskrise ganz auf. Vor allem die Steirer hatten großen Weingartenbesitz auf ungarischer Seite. Die Grundherrschaft betrieb eine umfangreiche Eigenbauweinwirtschaft, hatte zwei hölzerne Presshäuser mit Keller. Am Weingartenbesitz hatten schon bald nach der Ansiedlung auch die Kroaten Anteil. Große Weingärten besaßen auch steirische Adelige (Rottal, Herberstein). Im 19. Jahrhundert waren die Weingärten schon auf unbedeutende Reste geschrumpft.

Der Bau des Edelhofes begann also unter Christoph Merczinger. Zum Hof gehörte zunächst der Grund von drei verödeten Bauernhöfen. Nach 1532 wurde die Eigenwirtschaft durch Rodungen ausgebaut, die Kleinherrschaft durch Felder, Wiesen und Weingärten erweitert. Ein großer Meierhof wurde gebaut. Er wird erstmals 1549 genannt. Unter den Batthyany erfolgte ein weiterer Ausbau. Vor allem für die herrschaftliche Privatarmee mussten viele Lebensmittel geliefert werden. Im 17. Jahrhundert ließ AdamBatthyany vom in Güssing tätigen welschen Baumeister Giovanni Battista Orsolini an Stelle des verfallenen Kastells ein neues Schloss bauen. 1636, nach Fertigstellung, verpachtete er das Schloss seiner Gattin Aurora, geborene Formantini, einer ehemaligen Hofdame der Kaiserin Eleonora. Zur Verpachtung gehörten die beiden Stegersbach und große Weingärten, die von den Untertanen bearbeitet werden mussten. Zum Schloss gehörten entsprechende Wirtschaftsgebäude. 1552 wurden der Markt und auch die Eigenwirtschaft in zwei Teile geteilt. Der Anteil der jüngeren Batthyany - Linie kam in Gemeindebesitz und schließlich in Privatbesitz, der Anteil der älteren Linie gelangte an die Gräfin Juliane Batthyany, 1871, dann an ihren Sohn Alfred von Montenuovo (1879). Dieser verkaufte  seinen Besitz 1892 der Baronin Theodora Mayr von Melnhof, Frau des Grafen Adalbert Kottulinsky auf Neudau. Dieser verkaufte den Besitz 1909/10 an die Parzellenbank Budapest, die ihn parzellierte und an Bauern weiter verkaufte. Das Kastell gelangte in den Besitz der Gemeinde, die Wirtschaftsgebäude wurden abgebrochen. Im 18. und 19. Jahrhundert war das Haus Wohnhaus des Kastners, herrschaftliches Wirtshaus, im 20. Jh vorübergehend Schulhaus und schließlich Landschaftsmuseum.

1662 wurde die Herrschaft unter den Söhnen Adam Batthyanys geteilt, Stegersbach in zwei Hälften zerlegt. Das Kastell erhelt die ältere "fürstliche" Linie des Hauses. Von Paul Batthyany aus der jüngeren, "gräflichen" LInie gelangte sein Anteil an seinen Sohn Franz, der hoch verschuldet war. 1717 erhielt seine Tochter Theresia Szechenyi für ihr zustehende Geldforderungen den Herrschaftsanteil der jüngeren Linie. Später gelangte dieser Anteil wieder an die ältere Linie. Graf Ludwig Batthyany, Hofkanzler und Palatin, besaß wider ganz Stegersbach , ein Drittel des Ortes kam später aber wieder an die jüngere Linie. Im späten 18. Jahrhundert wurde eine selbständige Territorialgrundherrschaft gebildet und diese von Güssing getrennt. Um 1790 gehörten zur Herrschaft Stegersbach die Orte Rauchwart, Heugraben, Bocksdorf, Stinatz, Neuberg sowie die "deutschen Hotter" von Burgau, Neudau und Wörtherberg.  Noch vor Abschluss des Urbarialvertrages konnte die Gemeinde Stegersbach einen Besitzanteil der Batthyany ablösen.

Stegersbach war zeitweise ein Zentrum der Eisengewinnung. Eisenerzabbau war je in der Herrschaft Güssing in kleinem Maßstab an vielen Orten üblich. Graf Ludwig Batthyany ließ 1745 in Stegersbach einen "Hochofen" erbauen. "Bergwerksverweser" wurde Johann Bernhard Stachel, dem die Verwaltung des Bergbaues, des Schmelzofens und des Hammerwerkes anvertraut wurden. Die Eisenschmelzer und auch die Kohlenbrenner kamen aus der Steiermark  Die Erzgewinnung erfolgte am Kogelberg in Bocksdorf und in Neuberg. Letztere wurde aber bald wieder aufgegeben. Der Eisenhammer wurde in Loipersdorf errichtet. Wöchentlich war eine Produktion von 54 bis 72 Zentner Rauheisen möglich. Die Weiterverarbeitung erfolgte in Loipersdorf, dann in der Steiermark, Die Anlagen waren etwa zwei Jahrzehnte in Betrieb und wurden Mitte des 18. Jahrhunderts unwirtschaftlich.

Seit dem 18. Jahrhundert werden in Stegersbach vermehrt auch Handwerker genannt - Fassbinder, Schmiedem Lederer, Sattler, Zischmenmacher, Wagner und Tischler. 1744 wird ein Krämer erwähnt.1787 wird ein Apotheker tätig.  Im Kastell und im Meierhof bestanden herrschaftliche Wirtshäuser. Im 19. Jahrhundert erlebte das Handwerk einen starken Aufschwung. Es bestanden Zünfte der Schuhmacher, Weber und andere. Sie gehörten meist zu den Güssinger Zünften. 1876 zahlte eine beträchtliche Zahl von selbständigen  Handwerksmeistern Einkommens- und Gewerbesteuer. Einen Aufschwung erlebte das Lohnfuhrwerk, das vor allem von den Kroaten betrieben wurde. Aus den Handelsfahrten bezogen die Stegersbacher einen beträchtlichen Teil ihres Einkommens.

Im 18. Jahrhundert setzte langsam ein Aufschwung ein. Die Bevölkerungszahl wuchs, neue Häuser wurden gebaut. Auch die gewerbliche Wirtschaft und das Fihrwerkswesen erholten sich. Viele der verödeten Hofhäuser im Ortsgebiet wurden zunächst aufgegeben. Die Bauern errichteten "Söldhäuser" in neuen Straßenzeilen. Auch die Zahl der Weinbergholden und deren Häuser stieg im 18. Jh. rasch an. Allmählich wurden auch die Häuser im alten Ortsbereich wieder restauriert. 1785 zählte Stegersbach bereits 205 Häuser. Auch das Ortsbild änderte sich. Die Häuser im Ortsbereich erhielten einen traufständigen Quertrakt, so dass vor allem Deutsch Stegersbach ein geschlossenes "städtisches" Aussehen erhielt. Im 19. Jahrhundert srieg die Bevölkerungszahl stark an. 1785: 1209 Personen, 1812 1439, 1830 1828, 1844 1980, 1857 2177.  1832 und 1849 traten schwere Seuchen auf (Cholera). 1900 wurden 2977 Personen erreicht. Die Auswanderung nahm in Stegersbach keinen allzu großen Umfang an, da im Fuhrwerksdienst, in der landwirtschaftlichen Wanderarbeit und besonders im Telegraphen- und Telefonmontagedienst sowie im Bauwesen Arbeitsmöglichkeiten gefunden wurden.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Stegersbach zur größten und wirtschaftlich bedeutendsten Gemeinde des Bezirkes Güssing. Nach dem neuen Wahlrecht von 1848 wurde der Ort dem Wahlbezirk Güssing zugeteilt. Der Aufstand von 1848/49 war mit Einquartierungen, Vorspanndiensten und Grenzwachen verbunden, 1849 brach die Cholera aus. Nach der Niederschlagung der Revolution wurde Stegersbach dem Kommissariat Großpetersdorf zugeordnet. Zuständig war das Bezirksgericht Pinkafeld. 1853 wurden die Stuhlrichterämter wieder errichtet. Stegersbach kam wieder zu Güssing, ab 1851 zum Steueramt Güssing. 1864 wurde die Grundbuchanlegung abgeschlossen. Erst 1868 konnte der Urbarialvergleich abgeschlossen werden. 150 Joch wurden um den Meierhof für die Grundherrschaft kommassiert. Die herrschaftliche Rechte, etwa das Bergrecht, wurden abgelöst, die Weide aufgeteilt, der Wald von der Urbarialgemeinde übernommen. Diese bestand bis 1913. 1860 wurde der Verwaltungsbezirk Stegersbach gebildet, der 28 Gemeinden umfasste und bis 1871 bestand. 1861 bekam der Ort einen Gendarmerieposten, 1868 ein Postamt. 1872 wurde der Bezirk Stegersbach wieder aufgelöst, die Orte kamen zum Bezirk und dem Gerichtsbezirk Güssing. 1871 entstand das Kreisnotariat Stegersbach  mit Bocksdorf, Burgauberg, Heugraben, Olbendorf und Rohr. Schon in den 1850er Jahren wirkte in Stegersbach ein "Chyrurg", ein diplomierter Wundarzt, 1858 ein Gemeindearzt. Stegersbach war Sitz eines Sanitätskreises. 1882/83 wurde eine Apotheke eingerichtet. Der Notariatsbezirk war auch Matrikelbezirk. Schon sehr früh, 1879, wurde eine Freiwillie Feuerwehr gegründet. 1885 entstand ein Selbstaushilfsverein für Stegersbach und Umgebung, 1891 die Sparkasse Stegersbach.

Der Ort war auch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch immer stark landwirtschaftlich geprägt. 1900 lebten 77,2 % von der Landwirtschaft und nur 8,13 % von Industrie und Gewerbe. Bis 1910 sank der Anteil der landwirtschaftlichen Bevölkerung auf 58,65 %, der Anteil der Beschäftigten in Industrie und Gewerbe stieg auf nahezu 19 %.

1891 entstand die Sparkassen. Aktiengesellschaft Stegersbach, gegründet vom Güssinger Rentmeister Carl de Rivo. Sie wurde bald eines der bedeutendsten Geldinstitute im Komitat Eisenburg. Nach dem Anschluss an Österreich wurde die Stegersbacher Spar- und Kreditbank AG in die Sparkasse für Stegersbach und Umgebung umgewandelt. Diese entwickelte sich bald sehr gut und eröffnete 1937 in Oberwart eine Filiale. Nach dem Krieg erfolgte der Wiederaufbau, 1961 wurde ein neues Sparkassengebäude errichtet und zahlreiche Filialen geschaffen. Kreditausfälle und Liquiditätsprobleme hatten dann aber eine schwere Krise zur Folge. 1983 musste die Sparkasse mit der Zentralsparkasse Wien fusionieren. 1972 entstand die Raiffeisenbank Stegersbach, 1980 auch eine Volksbank.

Die Fuhrwerker von Kroatisch Stegersbach lieferten  mit ihren schweren Pferdefuhrwerken Fleisch, Geflügel, Eier und Obst nach Wien, sie fuhren in die ungarischen Weingebiete am Plattensee und sogar bis nach Triest. Sie waren oft wochenlang unterwegs. Als Retourfracht hatten sie Wein, Kolonialwaren, Kalk u.a. geladen. Sie belieferten die Großhandlungen in Stegersbach. Bis Ende des 19. Jahrhunderts waren noch etwa 30 Fuhrwerksunternehmen tätig. Mit dem Bau der Eisenbahnen verloren sie ihre Funktion.  Schon 1905 scheiterte eine Bahnlinie Güssing - Stegersbach an der Finanzierung. 1924 wurde auf einem "Eisenbahntag" in Stegersbach eine Bahnlinie Güssing - Stegersbach - Oberwart gefordert. In der Zwischenkriegszeit wurde eine Bahnlinie Neudau - Stegersbach mit Anschluss an das steirische Bahnnetz gefordert und 1937 projektiert. 1938 wurde dieses Vorhaben aufgegeben. 1932 erwarb die Autobuskonzession auf der Strecke Oberwart - Stegersbach - Güssing der Müllermeister Johann Sagmeister aus Litzelsdorf. Betriebsort war Stegersbach. Zwei weitere Busunternehmen betrieben die Firmen Holzmann (später "Südburg") und Holitz.

 Eine gesicherte Arbeitsmöglichkeit war der "Telegraph". Die Telegraphenarbeiter aus Stegersbach waren oft wochenlang in der Steiermark oder im übrigen Österreich unterwegs. Frauen und Alte mussten die Landwirtschaft versorgen. Es gab einige leistungsstarke Handelsbetriebe, eine Mühle und Sägewerk und einen Ziegelofen. Die Walzenmühle Julius Techet war modernst eingerichtet. Es gab auch einige Kraftfahrunternehmen, sowohl für den Personenverkehr wie für den Lastentransport.

Zwischen 1890 und 1990 wanderten 393 Stegersbacher nach Nordamerika aus, 49 kehrten wieder zurück. Die frühen Auswanderer wandten sich nach Northhampton und Milwaukee, die meisten gingen nach Philadelphia, New York und Chicago. Absoluter Höheüunkt der Auswanderung wurde 1910 erreicht, als 25 Personen den Ort verließen.  Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Auswanderung auch nach Australien, nach Kanada und Argentinien.  Die Nachkriegswanderung erfasste 59 Personen.

Von größter Bedeutung war die Beschäftigung viler Stegersbacher beim Telegraphen - Baudienst. Insgesamt waren im Laufe der Zeit 995 Stegersbacher bei der österreichischen Post- und Telegraphenverwaltung beschäftigt. Sie stellten weite Teile der Fernleitungen entlang der Hauptstraßen und Bahnlinien in der gesamten Österr.-Ung. Monarchie her. Sie waren meist Saisonarbeiter, als Entlohnung erhielten sie Taggelder. Mit der Entstehung des Burgenlandes wurden viele in das Angestelltenverhältnis übernommen. 1930 waren 200 Stegersbacher im Dienste der Telegraphenverwaltung beschäftigt. Während der Weltwirtschaftskrise wurde viele Telegrapher entlassen. Nach dem Krieg wurde in Stegersbach eine Bezirksbauführung eingerichtet. Es wurden fünf Bautruppes gebildet. Auch in den anderen Bundesländern waren Stegersbacher oft Bautruppführer. Die Ausbildung wurde immer anspruchsvoller und erfolgte in den Fernmeldemonteursschulen in Wien und Graz. Viele Beschäftigte wurden vom Bau- in den Betriebsdienst übernommen.

Zwischenkriegszeit

Während des Ersten Weltkrieges unterhielt der Rot-Kreuzverein ein Reserve - Spital, in dem etwa 70 Soldaten  unter Leitung des Kreisarztes Dr. Szentpétery gepflegt wurden. Am 18. November 1918 kam es in Stegersbach zu Unruhen. Eine Schar Unzufriedener stürmte die beiden Kaufmannsgeschäfte Friedrich und Würzburger und plünderte sie. Am folgenden Tag gelang es, die Plünderung der Weinhandlung Krammer und der Tauber- Mühle zu verhindern. Die Randalierer wurden von der Güssinger Bürgerwhr festgenommen. Auch in Stegersbach wurde eine Bürgerwehr unter dem Schulmeister Josef Fenz aufgestellt. Die Rätezeit überstand der Ort ohne größere Probleme. Bezirkskommissar war der Volksschullehrer Eduard Hafner aus Tobaj, Gemeindekommissare Lorenz Radnetter, Karl Krammer und Adolf Neubauer.

Am 28. August 1921 wurde die Österreichische Gendarmerie in Burgauberg von Freischärlern angegriffen und über die Grenze zurück gedrängt. Stegersbach wurde von Freischärlern besetzt. Am 29. August wurde der Sohn des Gastwirtes Josef Schmidt erschossen. Der Oberamtmann Adolf Racz  wurde von den Fraischärlern festgenommen, da er den Vorspann verweigerte. Er wurde aber wieder freigelassen. Vor allem die Bevölkerung von Burgauberg wurde von den Freischärlern drangsaliert. Über die Lafnitz hinweg kam es immer wieder zum Schusswechsel.

Nach dem Anschluss an Österreich, der vom Großteil der Bevölkerung begrüßt wurde, besuchten am 2. April 1922 Bundespräsident Hainisch und Bundeskanzler Schober den Ort. Ebenfalls 1922 kam Kardinal Piffl nach Stegersbach. In der Gemeinderatswahl von 1923 wurden 6 Christlichsoziale, 5 Landbündler und 3 Sozialdemokraten gewählt. Bürgermeister wurde der Kaufmann Karl Krammer, ein Landbündler. 1923 wurde das elektrische Licht eingeleitet und eine Straßenbeleuchtung installiert, 1925 eine Badeanstalt eingerichtet, 1926 ein Kino eröffnet. 1924 wurde der Sängerverband Stremtal gegründet. 1927 wurde ein Haus für die "Zigeunerfürsorge" zur Verfügung gestellt. Die Landbündler und und der Bürgermeister legten ihre Mandate zurück. Bürgermeister wurde Hugo Bauer. 1929 entstand eine Ortsgruppe der Heimwehr. Im März 1930 wurden Aufmärsche der Heimwehren und des Schutzbundes verboten. 1931 erforderte eine politisch motivierte Rauferei einen Schwerverletzten. 1931 wurde Julius Techet von der Unpolitischen Volkspartei Bürgermeister. 1931 war für den Ort ein Katastrophenjahr, da besonders viele Telegraphenarbeiter entlassen wurden.

Die illegale NSDAP war in Stegersbach stark und gut organisiert. Schon am Vorabend der Machtübernahme gab es einen großen Demonstrationsumzug. Die Volksabstimmung brachte eine Nein-Stimme. Landesrat Johann Wagner wurdeverhaftet und befand sich zwei Monate in Haft. Er wurde anschließend zur Wehrmacht eingezogen. Die jüdische Familie Würzburger wurde gezwungen, Stegersbach zu verlassen. Sie wanderte in die USA aus. Aus der großen Roma-Gemeinde wurden im Juni 1938 21 männliche und drei weibliche Personen, einige Tage später weitere 26 männliche und 3 weibliche Personen in das KZ Dachau deportiert. NS- Gemeindeverwalter war Eduard Gager, Bürgermeister ab Mai 1939 Adolf Neubauer. Drei Stegersbacher, die in einen Hilfsfonds für mittellose Bergarbeiter eingezahlt hatten bzw. Mitgliedsbeiträge an die KPÖ bezahlt hatten, wurden zu Haftstrafen, Alois Pelzmann und Anton Roth wurden zum Tode verurteilt.

Am 12. April 1945 mussten sich die letzten deutschen Truppen aus Stegersbach zurückziehen. Im Ortsteil Schoader und in Stegersbach - Bergen brannten mehrere Höfe ab. Ab 12. April kam es zu heftigen Kämpfen um die deutschen Stellungen in Steinbach und Bergen.  Die Deutschen hielten drei Tage lang stand, mussten sich aber schließlich nach Burgauberg zurückziehen. Schwer verwundete deutsche Soldaten wurden von den Russen erschlagen. Am 25. April wurde der Ort von einer Kolonne von Ostarbeitern, Ukrainern und Polen, total ausgeplündert. Durch Granaten und Übergriffe der Besatzungssoldaten lamen noch Zivilisten ums Leben, etwa in Bergen Josef Sodl, der mit seinem Sohn und Enkel erschossen wurde. 72 Mädchen und Frauen mussten nach Vergewaltigungen wegen Geschlechtskrankheiten behandelt werden.

Nachkriegszeit

Als Bürgermeister wurde Karl Krammer eingesetzt. Ab Juni 1945 war Franz Siderits von der SPÖ Bürgermeister, sein Stellvertrater Josef Scharnagel von der ÖVP, der bald darauf Bürgermeister wurde. Im NOvember 1945 folgte Felix Wagner (SPÖ), 1946 wieder Siderits.  Die ersten Maßnahmen zielten auf Sicherstellung der Ernährung der hungernden Bevölkerung. Eine Ortswache wurde aufgestellt. 1947 wurde Johann Kapesky Bürgermeister. 1948 wurde der Beschluss gefasst, ein Rathaus zu bauen. Es wurde 1950 fertig gestellt. Die Verwaltungsgemeinschaft mit Burgauberg, Bocksdorf, Steingraben, Rohr und Olbendorf wurde 1950 aufgelöst.  1950 wurde der Neubau der Hauptschule beschlossen. Die Gemeinderatswahl von 1950 brachte der SPÖ 804 Stimmen und 10 Mandate, der SPÖ 565 Stimmen und 7 Mandate. Bürgermeister blieb Johann Lapesky. In der Wahl von 1954 änderte sich daran nur wenig. 1955 wurde im Obergeschoss des Kastells ein "Südburgenländisches Museum" eingerichtet. 1957 wurde Johann Murlasits Bürgermeister, 1958 Hubert Wukovits. In den Gemeinderatswahlen von 1958 bekam die SPÖ 676, die ÖVP 830 Stimmen. 1960 wurde der Bau eines neuen Kindergartens beschlossen. Die Gemeinde erwarb ein großes Grundstück für die Errichtung der Gloriette- Wäschefabrik. 1962 erhielt die SPÖ eine knappe Mehrheit, Johann Kapesky wurde Bürgermeister. 1962 bis 1964 wurden die Grundstücke kommassiert, ihre Zahl wurde nahezu halbiert und viele neue Wege angelegt. Bis 1954 wurde das Grundbuch neu angelegt und die Grundstücke neu vermessen.  1963 wurde der Möbelfirma Ewald Loos ein Grundstück zur Verfügung gestellt. Alexander Pratl wurde Bürgermeister. 1965 wurde ein großer Zubau bei der Hauptschule für den Polytechnischen Lehrgang und die Sonderschule errichtet. , 1966/67 eine eine Handelsschule mit Öffentlichkeitsrecht eröffnet. 1967 errang die SPÖ mit 988 Stimmen gegenüber der ÖVP mit 620 Stimmen eine große Mehrheit. Ab 1968 wurde mit dem Bau der Ortskanalisation und einer Kläranlage begonnen. 1969 wurde das Südburgenländische Landschaftsmuseum eröffnet. 1973 kaufte die Gemeinde ein Grundstück für den Bau der Handelsschule und Handelsakademie. 1978/79 wurde das Gebäude fertig gestellt.  In der Gemeinderatswahl von 1977 erhielt die SPÖ 894 Stimmen und 12 Mandate, die ÖVP 670 Stimmen und 9 Mandate. Bürgermeister wurde Alexander Pratl. 1082 erhielt die SPÖ 11, die ÖVP 10 Mandate. Pratl blieb Bürgermeister. 1983 übernahm Walter Fabsics das Amt.  Die Stremregulierung war schon lange ein wichtiges Anliegen. Schon 1927 wurde ein Projekt ausgearbeitet und 1933 mit der Arbeit begonnen, dann aber durch den Krieg unterbrochen. Ab 1949 wurden die Arbeiten weitergeführt. Für den Ausbau von Güssing nach Stegersbach wurde 1863 der Wasserverband "Stremregulierung" von 12 beteiligten Orten gegründet. Die sehr hohen Kosten wurden überwiegend vom Bund getragen. Nach katastrophalen Überschwemmungen 1965- 1984, vor allem in Steinbach, besonders im Jahr 1982, wurde ein Fortsetzungsprojekt beantragt, das sich aber über Jahre verzögerte. 1987 wurde die Regulierung fortgesetzt, Rückhaltebecken und Schutzdämme wurden errichtet.Schon 1957 wurde eine Wasserleitung im Ortsteil Schoader, der besonders unter mangelnder Grundwasserversorgung litt,  gebaut. Zwei weitere Wassergenossenschaften entstanden für die Pfleger-Häuser und für Stegersbach- Bergen.  Ab 1959 wurde die Wasserversorgung für den Ort  in Betrieb genommen. 1988 wurde eine Gesellschaft zur Erschließung einer Therme Stegersbach gegründet. Kanalbau und Stremregulierung wurden fortgeführt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden  große Bauunternehmungen. Ing. Böchheimer, Ing. Holpfer und der Baubetrieb Ing. Jantsch beschäftigten zusammen 600 Arbeiter und Angestellte. Weitere Betriebe waren der LKW- und Karosseriebauer Ernst Peischl. In den 1960er Jahren entstanden Betriebe der Textil-, Möbel- und Elektroindustroe: Gloriette, Loos und Dietinger. Sie beschäftigten bis zu 700 Personen. Die Firma Gloriette verlegte ihren Firmensitz von Wien nach Stegersbach. Die Möbelfabrik LOos wurde schon 1926 in einem Teil des Meierhofes gegründet. Nach schweren chäden im Krieg musste mit einer Bau- und Möbeltischlerei neu begonnen werden. 1959 erfolgte die Konzentration auf Möbelerzeugung, 1962 wurde in Oberwart ein Möbelhaus eröffnet. In Stegersbach wurde der Betrieb verlegt und eine neue Werkshalle gebaut. Bis zu 70 Mitarbeiter waren beschäftigt. 1075 wurde ein großes Einrichtungshaus gebaut.  Ein Reisebüro und drei private Busunternehmen entstanden. Drei Banken und zahlreiche Fachgeschäfte eröffneten im Ort.

1946  nahm die Obst- und Gemüseverwertungsgenossenschaft ihren Betrieb auf und begann mit der Konservenerzeugung. 1949 wurde das Genossenschaftsgebäude errichtet. 1974 wurde eine Produktionshalle dazu gebaut, 1984 eine Lagerhalle.  Bis 1986 hatte die Genossenschaft schon 1603 Mitglieder.  Die Genossenschaft bot 10 Dauerarbeitsplätze, in der Saison beschäftigte sie bis zu 45 Personen.  In der Landwirtschaft überlebten nur wenige Vollerwerbsbetriebe. Der Anbau von Mais, Ölkürbissen, Sojabohnen und Raps nahm zu.

Mit der Entwicklung der Therme Stegersbach seit 2004 und dem Bau mehrerer Hotels der Luxuskategorie wurde der Ort zu einem Fremdenverkehrszentrum. Die Therme wurde 2008 erweitert und Karl J. Reiter gekauft. Die größte Golfanlage Österreichs lockt besonders viele Gäste an.
 

Politisch wird der Ort von der SPÖ dominiert, die etwa zwei Drittel der Stimmen  und 2002 und  2007 14 Mandate auf sich vereint. Langjähriger Bürgermeister ist Heinz Peter  Krammer. 2012 sank der SPÖ - Stimmenanteil auf 59,13 %. Heinz Peter Krammer blieb Bürgermeister.

Kirche

1289 wurde Stegersbach im Verlauf der Güssinger Fehde als fester Platz genannt. Wahrscheinlich war damit die Kirche gemeint. 1333 wurde die Pfarre erstmals urkundlich erwähnt. Die Pfarrkirche war St.Alexius (St. Elek) geweiht. Von der mAltpfarre Kukmirn wurde Stegersbach mit den Filialen Ollersdorf und Stinatz  losgelöst.

1614 bis 1624 war Peter Stansics evangelischer Pfarrer. 1624 wurde auf der Synode von Körmend ein Georg Verner als evangelischer Pfarrer von Stegersbach genannt. 1629 war Dionysius Petrachich Prediger in Stegersbach. 1629 wurde auf der Synode von Papa Stegersbach als eine der deutschen Muttergemeinden genannt. Nach dem Toleranzpatent kamen die Evangelischen zur Pfarre Kukmirn. Die Zahl der Evangelischen wuchs durch Zuzug nur langsam  nach dem Zweiten Weltkrieg an. 1988 lebten 188 Evangelische in Stegersbach. Seit 1984 wurde von der Marktgemeinde ein Raum für evangelische Gottesdienste zur Verfügung gestellt. Seit 1959 ist Stegersbach Predigtstation.

Nach der Visitation von 1697 hatte St. Aegidus in Stegersbach Ollersdorf und Stinatz als Filialen. Es gab nur mehr drei Akatholiken. Beanstandet wurde, dass die Bevölkerung von Neudauberg und Burgauberg die Pfarrkirchen in Neudau und Burgau besuchte. 1713/14 fand eine Visitation den Pfarrhof in einem sehr schlechten Zustand vor. 1753 wurde die Kirche vergrößert, der Turm erneuert. Die Messen wurden in kroatischer und deutscher Sprache gehalten, seit 1938 nur mehr deutsch. 1808 bis 1973 bestand ein Dechanat Stegersbach. 1947 bis 1951 wurden Kirche und Pfarrhof , 1957 die drei Altäre renoviert. Eine erneute Sanierung wurde 1980 bis 1986 durchgeführt. Seit den 1960er Jahren wurde ein Neubau der Kirche diskutiert, da die alte St. Aegidiuskirche zu klein war. Schließlich wurde die neue, sehr moderne "Spiralkirche" im Stahlgerüstbau gebaut. 1971 war Baubeginn, 1974 erfolgte die Weihe.  In ihr fanden ein Pfarrzentrum mit Bildungsheim Platz. Auch der Pfarrhof wurde neu gebaut.

Literatur: Marktgemeinde Stegersbach. Stegersbach 1989