Hornstein1702bis38

Herrschaft Hornstein 1702-1738 (Entwurf: Dr. Felix Tobler)

 

herrschafthornstein

Herrschaft Hornstein 1738-1848 (Entwurf: Dr. Felix Tobler)

 

Pfandherrn in der frühen Neuzeit

1463-1486 Georg von Pottendorf
1486-1488 Ulrich I. von Grafeneck
1488-1506 Ulrich II. von Grafeneck
1505-1561 Familie von Fürst
1561-1586 Familie Püchler von Weitenegg
1586-1590 Christoph Otto Moritz Colonna von Vels
1590-1614 Familie von Stotzingen
1614-1624 Erasmus Gold
1624-1631 Hans von Kollonitsch
1631-1651 Familie von Stotzingen

Während der Kämpfe zwischen Matthias Corvinus und Friedrich III. fiel Hornstein in die Hand des Corvinus, der sie Ulrich von Grafeneck schenkte. Im Frieden von Pressburg 1491 kam Hornstein wieder an den Kaiser, der sie in die Hand von Ulrich II. von Grafeneck gab. Dieser verkaufte sie 1506 an Veit von Fürst, den Pfleger von Eisenstadt. Herrschaftssitz war in dieser Zeit Seibersdorf. Nach dem Aussterben der Fürst gab der Kaiser die Herrschaft nach österreichischem Lehensrecht an Leonhard Püchler. Die Herrschaft wurde Niederösterreich einverleibt und in das dortige Gültbuch eingetragen. Pichler starb 1567. Sein einziger Sohn, Maximilian, starb 1582 als Unmündiger. Seine zwei Schwestern, Magdalena und Anna Maria, heirateten Ruprecht von Stotzingen, bzw. Christoph Colona von Wels. Nach einem  Erbprozess gelangte die Herrschaft von Hornstein in den Besitz der älteren Tochter Pichlers und ihres Mannes, Ruprecht von Stotzingen. Unter den Colonna von Vels wurde die Herrschaft für kurze Zeit geteilt. Der nächste Besitzer, Rudolf von Stotzingen, sollte von Franz Nadásdy gezwungen werden, ihm die Herrschaft zu übergeben, da er "Ausländer" war. Nadasdy forderte als Erbe der Kanizsai die Herrschaft. Stotzingen weigerte sich. Nach längeren Streitigkeiten kam es 1651 zu einem Vergleich. Die beiden Herrschaften Seibersdorf und Hornstein wurden für 140 000 Gulden Nadásdy übertragen. Nach dessen Hinrichtung fielen sie an die Krone zurück.

1651-1671 Franz III.  Nádasdy
1671-1676 Kaiser Leopold I. König von Ungarn
1676-1684 Gottlieb von Windischgrätz als Pfandinhaber
1684-1691 Georg Széchenyi als Pfandinhaber
1691-1695 Paul von Esterházy als Pfandinhaber
1695-1700 Johann Michael von Althan als Pfandinhaber
1700-1702 Kaiser Leopold I. König von Ungarn
1702-1848 Familie  Esterházy

1702 kaufte Palatin Paul Esterházy die Herrschaft um 265 000 Gulden.

Die Herrschaft Hornstein hatte unter den beiden Türkenkriegen von 1529 und besonders 1532, als die türkische Hauptarmee bei Pottendorf die Leitha überschritt und in Richtung Wr. Neustadt weiter zog, besonders gelitten. Offenbar kam ein Großteil der Bevölkerung ums Leben. Moritz von Fürst begann mit der Ansiedlung von Kroaten in der Herrschaft. Moritz und sein Sohn Hans Konrad von Fürst waren Protestanten. Sie übten auf die Untertanen erheblichen Druck aus, allerdings ohne Erfolg. Die Kroaten zumal wehrten sich gegen den "deutschen Glauben", anders als die benachbarten deutschen Gemeinden. Pöttelsdorf konnte sogar die Gegenreformation überstehen. Leonhard Püchler war ein überzeugter Katholik und begann mit der Zurückdrängung des Protestantismus.

Unter Rudolf von Stotzingen kam es Konflikten mit den Untertanen. Die kroatischen Bewohner des Herrschaftssitzes  wählten einen Pfarrer und weigerten sich, den vom Grundherrn eingesetzten farrer zu akzeptieren. Stotzingen nahm das Patronatsrecht auf Pfarrereinsetzung in Anspruch. Dahinter könnte sein Bestreben gestanden haben, den altslawischen Ritus, der noch immer von einigen kroatischen Pfarrern praktiziert wurde, gegen den lateinischen Ritus zu ersetzen. Der Verwalter Stotzingens, Gabelhofer, nahm dem Pfarrer die Kirchenschlüssel ab. Der Klosterrat und Erzherzog Mathias griffen ein, die Stotzinger mussten anscheinend nachgeben. Ernster war dann ein Konflikt um die steigenden Abgaben und Robotleistungen unter Rupprecht und Georg Leonhard von Stotzingen. Unter Eva von Kollonitsch, der Witwe Georg Leonhards, konnte zunächst noch eine Einigung mit den aufmüpfigen Bauern erzieot werden. Hans Rudolf von Stotzingen stieg dann immer mehr in Handelsgeschäfte ein, etwa durch Holzlieferungen nach Wien, und verlangte von den Bauern zahlreiche "lange Fuhren". Er schränkte die Waldnutzung durch die Bauern ein, auch die Waldweide, und ließ Bauern, die dagegen verstießen, einkerkern. Ein Bauer, der seine Abgaben nicht zahlen konnte, sollte von seinem Hof vertrieben werden. Dagegen gab es in Stotzing einen regelrechten Aufstand. Der Grundherr, der sich mit seiner Familie im Pfarrhof aufhielt, musste die Flucht ergreifen. Die Statthalterei in Wien befürchtete Schlimmes und griff ein. Der entsandte Untermarschall Dillinger konnte sich aber nur mit Hilfe einer Militäreskorte durchsetzen. 1642 wurde in Wien ein Vergleich geschlossen. Die Bauern setzten sich größtenteils durch, sie gelobten Gehorsam. Die Rädelsführer, die man ursprünglich zur Zwangsarbeit nach Raab schicken wollte, wurden geschont.

 
Franz III. Nadasdy forderte schon längere Zeit als Erbe der Kanizsai die Herrschaft Hornstein. Nach der "Rückgliederung" der westungarischen Herrschaften an Ungarn wurden seine Forderungen realistischer. Nadásdy war inzwischen zum Katholizismus übergetreten und hatte 1644 Julia, die Tochter des Palatins Nikolaus Esterházy, geheiratet. Er hatte bereits die Herrschaft Pottendorf erworben und ließ sich nun auch die Herrschaft Hornstein  1647 übertragen. Noch am gleichen Tag fiel er mit seinen Truppen in die Herrschaft Hornstein ein und besetzte diese. Hand Rudolf von Stotzingen wandte sich an den Hof um Hilfe. Kaiser Ferdinand verurteilte zwar das Vorgehen Nadasdys, unternahm aber nichts. Stotzingen musste schließlich auf die Herrschaft verzichten.

Nadasdy ließ 1656 die Grenzen der Herrschaft von einer Kommission die Grenzen der Herrschaft begehen und Grenzzeichen aufstellen. Er konnte sich der Herrschaft Hornstein aber nicht lange erfreuen. 1671 wurde er in Wiener Neustadt wegen seiner Beteiligung an der Magnatenverschwörung hingerichtet. Seine Güter wurden konfisziert und ab 1676 weiter verpfändet. Die neuen Pfandherrn Hornsteins wechselten rasch und versuchten jeweils möglichst viel an Abgaben aus der Herrschaft herauszuholen. Immer wieder beschwerten sich die Untertanen. Ihre wirtschaftliche Situation war zudem durch den Ausbruch der Pest stark in Mitleidenschaft gezogen. Auch im Türkenjahr 1683 litt die Herrschaft stark. Der Meierhof in Hornstein wurde niedergebrannt.

Paul Esterházy hatte schon 1676 versucht, die Herrschaft Hornstein zu erwerben. 1691 übertrug ihm Kaiser Leopold I. die Herrschaft erbrechtlich  Sie blieb aber noch unter der Pfandherrschaft. Er musste auf Drängen des Hofkanzlers Julius Friedrich Buccelini, der mit einer Stotzingen - Tochter verheiratet war, das Eigentumsrecht auf Hornstein zurück geben. Der Kaiser sagte aber  1697 für den Fall einer Verpfändung oder einen Verkauf der Herrschaft die Berücksichtigung Esterhazys zu.

Hornstein unter den Esterházy
1700 verpfändete Kaiser Leopold I. die Herrschaft Hornstein auf 10 Jahre an  Paul Esterházy.  1702 erwarb Fürst Paul Esterházy die Herrschaft Hornstein endgültig für seine Familie, die damals zur bedeutendsten und mächtigsten Familie Ungarns aufgestiegen war. Der Markt Hornstein wurde Sitz des fürstlichen Verwalters. Zur Herrschaft gehörten 1702 die Märkte Hornstein und Loretto und die Dörfer Leithaprodersdorf, Wimpassing, Stotzing, Neufeld, Steinbrunn und Pöttelsdorf. Im Verlauf der Gebietsreform von 1738 wurde Pöttelsdorf der Herrschaft Forchtenstein angeschlossen, Müllendorf kam zur Herrschaft Hornstein.In einer Beschreibung der Herrschaft von 1802 scheint auch ein Edelhof in Wampersdorf und ein Hofstatthaus in Ebenfurth auf, das einen Stall für 12 Pferde hatte und offenbar als Pferdewechselstation diente.

Die Abgaben wurden im Hofstadel von Loretto oder in dem von Hornstein gelagert. Die herrschaftliche Eigenwirtschaft betrieb den Anbau von Weizen und Gerste. Schäfereien gab es in Hornstein und Loretto. in Hornstein wurde zeitweise auch ein Geflügelhof betrieben. Ein großer Nachteil für die Herrschaft ergab sich aus der Aufgabe der Hornsteiner Märkte ab 1703. Dazu trug vor allem bei, dass die Wr. Neustädter Bürger, die bisher von der Maut befreit waren, auf Anordnung Esterhazys nunmehr Abgaben leisten sollten. Damit verloren sie ihr Interesse am Hornsteiner Markt.

Ein großes Problem für die Herrschaft war das kaiserliche Jagdrecht. Nach der Verurteilung Nadasdys hatte Kaiser Leopold die Waldjagd für sich in Besitz genommen und auch nach dem Verkauf der Herrschaft an die Esterhazy behalten. Die kaiserlichen Jagdaufseher zwangen die Bewohner der Herrschaft immer wieder zu Robotleistungen. 1741 bat Paul Anton Esterházy vergeblich um die Überlassung des Wildbannes. 1758 beschwerten sich die Untertanen, dass sie durch "lange Fuhren" und die Bereitstellung von Treibern belastet  und bei der Schweinemast, Waldweide und Holznutzung behindert wurden. Ab 1769 mussten dann die Fuhrdienste bezahlt werden. 1791 wurden die kaiserlichen Jagdreviere Hornstein, Koretto und Wimpassing den Esterházy überlassen.1734 erwarben die Esterhazy in Hornstein einen Freihof und erweiterten den Meierhofbetrieb.

 Literatur:

  • www.Hornstein.at  Heimatarchiv
  • Tobler, Felix, Die Fürst Esterházyschen Herrschaften des burgenländisch-weatungarischen Raumes und ihre Zugehörungen vom 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Eisenstadt 2005

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