Die Seifriede oder Chem (Csém)  waren ein deutsches Adelsgeschlecht. Chem wurden sie nach dem Kirchdorf Chem (Schandorf) genannt. Die Seifriede standen in Beziehung zu den Güssingern. Im Zuge der Güssinger Fehde wurde auch ihre Burg eingenommen.

1244 wurde der Comes Mod aus dem Geschlecht der Chem  sowie seine Söhne und weitere Verwandte mit dem Burgfeld von Òvár - Burg belehnt, damit diese dort eine Burg errichten sollten. In der Grenzziehungsurkunde wurden das Castrum von Óvár, Schandorf, Schilding (Csatár), Eisenberg und Badersdorf genannt. Die Chem nannten sich von nun an Óvári. 1291 bekam von König Andreas III. ein Magister Bichow von Óvár Szarvaskend, weil er die Burg von Óvár heldenhaft gegen Albrecht von Österreich verteidigt hatte. Im Laufe des 13. und 14. Jahrhunderts scheint die Burg unter dem Namen Tolvajvár (Diebesburg)  oder als Rabenstein (Hollókö) auf.

In den 1390er Jahren teilten die Edlen von Burg ihre Besitzungen. Im Jahre 1415 teilten die Brüder Seffrid Lörenz von Burg die Ortschaften Szarvaskend, Winten sowie Schilding, Schandorf, Burg, Badersdorf und einen rund um die Burg gelegenen Platz, der als "feldvár" bezeichnet wurde.

1436 traten die Seifriede im Dienste der Garai für die Königinwitwe Elisabeth ein. Trotzdem wurde ihre Burg anscheinend von Ulrich von Cilli erobert. Die Seifriede bemühten sich um ihre Rückgabe. Nach dem Tod Wladislaws I. gelangte auch Burg in den Besitz Kaiser Friedrichs III. 1449 bekräftigte der Reichsverwesen Johann Hunyadi den Besitz der Familien Csém und Kaldi an den an die Krone heimgefallenen Orten Burg, Badersdorf, Csatár, Szarvaskend, Schandorf und an dem Dorf Kemeten.

1446 wurde Baumkircher  Pfandherr der Herrschaft Burg. Dazu gehörten damals Burg, Schandorf, Eisenberg, Badersdorf, Schilding (Csatár), Miedlingsdorf, Großnahring (Nagynarda), Woppendorf und Zuberbach, vor allem aber das höchst wertvolle und große Weingebirge am Eisenberg. 1455 übertrug Matthias Corvinus die Herrschaft Burg ins Eigentum Baumkirchers. Dagegen kämpfte die Linie Sibrik (=Seifried)de Szarvaskend vergeblich an. 1461 verkauften Georg und Andreas, Söhne des Seifried von Zsarvaskend, ihre Besitzansprüche auf Burg mit den Dörfern Burg (Ovár), Nahring, Zuberbach, Schandorf. Woppendorf und Rohrbach an der Teich an Andreas Baumkircher und seine Söhne Wilhelm und Georg.  Ladislaus von Sibrik erreichte zwar die Anerkennung seiner Besitzrechte, die tatsächliche Einsetzung wurde aber von Barbara, der Witwe Baumkirchers, verhindert. Die Burg verfiel, die Herrschaft wurde ein Besatndteil der Herrschaft Schlaining. .

 
Die Befestigungsanlagen von Burg sind uralt und von riesiger Ausdehnung, in der Längserstreckung 560 m und damit größer als jede andere Befestigungsanlage in Westungarn.  Sie liegen in der Pinkaschlinge  auf Hügeln, die zum Fluss steil abfallen und so schon von Natur aus für eine Befestigung bestens geeignet waren. Die Siedlungsspuren reichen bis in die Jungsteinzeit zurück. Die mittelalterliche Burganlage besteht aus drei Teilen: einer Vorburg im Norden die an urgeschichtliche Ringwälle erinnert. Das Mittelwerk trägt auf einem Wall die Reste einer nahezu 4 m dicken Mauer, offenbar noch aus der Zeit vor 1244. In diesem mittleren Teil steht die Kirche St. Andreas. Der dritte Teil, auf drei Seiten von der Pinka umflossen, wird schon 1244 als Óvár, also alte Burg, bezeichnet. In der Mitte stand, durch zwei Wälle und Gräben geschützt, ein alter, kreisförmiger Turm.

Auf der anderen Seite der Pinka lag ein ebenfalls befestigter Brückenkopf, direkt an der Eisenbergstraße. Von dieser zweigte, nach der Pinkaüberquerung, die "via magna ad castrum Óvár" (1244) ab. Burg war also ein wichtiger Straßenknotenpunkt. Ein Markt bzw. ein "Oppidum" konnte sich an der Burg aber nie entwickeln, vermutlich wegen de Nähe der beiden großen Märkte Rechnitz und Steinamanger nicht entwickeln.

Der wichtigste Wirtschaftszweig der Herrschaft war der ausgedehnte und qualitativ hochwertige Weinbau am Ostabhang des Eisenberges. Aus dem Hochmittelalter sind Spuren eines Eisenbergbaues im Bereich der Burg und am Eisenberg erhalten.

Literatur: Prickler Harald, Burgen und Schlösser im Burgenland. Wien 1972. S.23 - 26


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