1445 versetzte der letzte Mattersdorf - Forchtensteiner, Wilhelm, seine Herrschaften an Herzog Albrecht VI. von Österreich. Bal darauf starb Wilhelm. Die weiblichen Nachkommen der Familie wurden entschädigt und die Herrschaften Forchtenstein und Kobersdorf gingen in den Besitz der Habsburger über. Die ungarischen Stände nahmen dies freilich nicht widerspruchslos hin. Der für den minderjährigen Ladislaus Posthumus als Gubernator eingesetzte Johann Hunyady betrachtete Kobersdorf als heimgefallenes Lehen und vergab es zur hälfte an die Váti, zur Hälfte an Stefan und Johann Ugron und Benedikt von Linkoháth. Diese konnten sich jedoch nicht durchsetzen, Albrecht VI. behauptete alle Güter. 1450 überließ auch Johann Neudegger, der maßgebend am Zustandekommen des Vertrages mit den Forchtensteinern beteiligt war, seine Güter in der Herrschaft Forchtenstein dem neuen Besitzer Albrecht VI. Nur den Edelhof in Pöttsching verkaufte er an Wolfgang Wolfenreuter, einschließlich zweier Lehen und dreier Weingärten in Krensdorf, die er selbst beheilt.
Die Situation in Westungarn war schon seit längerer Zeit sehr angespannt. Vagabundierende Söldner durchzogen das Land. 1441 hatte Elisabeth, die Königinwitwe, die Stadt und die Herrschaft Ödenburg an Friedrich III. von Habsburg verpfändet. Friedrich setzte in Ödenburg Sigmund von Ebersdorf als Stadthauptmann ein. Gegen ihn traten die Anhänger König Wladislaws I. auf und überzogen die Stadt mit Fehden. 1444 fand Wladislaw im Türkenfeldzug in der Schlacht von Varna den Tod. Der Reichstag wählte nun Ladislaus Posthumus zum ungarischen König. Sein Vormund, Friedrich III., gab ihn allerdings nicht heraus. Friedrich III. hatte nach Wladislaws Tod die Burgen Güssing, Rechnitz, Schlaining, Bernstein, Baumgarten, Katzenstein, Pöttelsdorf und Theben besetzt. Albrecht VI. hatte sich zuvor in den Besitz von Eisenstadt und Hornstein gesetzt. 1451 verkaufte er Forchtenstein an seinen Bruder Friedrich III.
Die Herausgabe von Ladislaus Posthumus brachte noch kein Ende der Unruhen. 1463 etwa versuchten 500 "Brüder", vermutlich Hussiten, bei Wimpassing nach Ungarn einzudringen. Wahrscheinlich wollten sie nach Katzenstein, wo seit längerer Zeit "Böhmische Brüder" lagerten und die Kaufleute ausplünderten. 1457 wurden Verhandlungen aufgenommen. Da starb aber Ladislaus Posthumus unerwartet. 1458 wählte ein Reichstag in Pest Matthias Corvinus, den Sohn des Johann Hunyady, zum König. 1459 wählten 24 ungarische Große Friedrich III. zum ungarischen König. 1463 erst wurde der Konflikt im Ödenburger Frieden beigelegt, unter Vermittlung durch Papst Pius II. Friedrich III. gab Ödenburg und die Stephanskrone heraus, behielt aber die übrigen westungarischen Herrschaften (Eisenstadt, Forchtenstein, Kobersdorf, Güns und Rechnitz).
Friedrich III. übergab seine Burgen seinen Dienstleuten aus den Erbländern. 1452 etwa war Rudolf von Teuffenbach Pfleger und Hauptmann von Forchtenstein, dann Sigismund von Weispriach. Teuffenbach erwarb einige Bauernsessionen in Marz, Weispriach einen Hof in Großhöflein. Weispriach wurde Kobersdorf übertragen. Wilhelm Westvall und bald darauf, Ende 1464, Johann Siebenhirter wurden Pfandinhaber von Forchtenstein. Siebenhirter war Rat und Küchenmeister Friedrichs III. Siebenhirter wurde 1469 von Papst Paul II. zum Großmeister des 1468 von Friedrich III. gegründeten St. Georgs. Ritterorden geweiht. Der Ritterorden erhielt die Pfarre Eisenstadt und andere Pfründe.
In der Folgezeit geriet auch die Grafschaft Forchtenstein in den Trubel um den Konflikt zwischen Corvinus und Friedrich III. Der Graner Erzbischof Johann Beckensloer flüchtete zu Friedrich und wurde Erzbischof von Salzburg, Christoph von Trautmannsdorf, Bischof von Seckau, wurde vertrieben und fand bei Matthias Corvinus Zuflucht. 1484 brach der Krieg aus. Matthias konnte weite Teile Österreichs erobern. Forchtenstein scheint, so wie Eisenstadt, in dieser Zeit mehrmals den Besitzer gewechselt zu haben. Erst 1488 kam es insofern zu einer Lösung, als Siebenhirter die beiden Herrschaften an Corvinus abtrat und dafür von diesem Wartenstein und Trautmannsdorf erhielt. Einige Besitzungen scheint Siebenhirter aber behalten zu haben, etwa 5 Lehen in Trausdorf.
1490 starb Corvinus. Friedrich III. und sein Sohn Maximilian erhoben Anspruch auf den ungarischen Thron. Die ungarischen Stände aber wählten den böhmischen Lönig Wladislaw II. Maximilian marschierte in Ungarn ein. In Stuhlweißenburg musste er den Vormarsch stoppen, da er seine Söldner nicht mehr bezahlen konnte. 1491 wurde in Preßburg Frieden geschlossen. Wladislaw musste die besetzten Burgen Forchtenstein, Eisenstadt und Kobersdorf wieder herausgeben. Am Zustandekommen des Friedens waren Sigmund und Heinrich Prueschenk, Grafen von Hardegg, maßgeblich beteiligt. Sie bekamen, von beiden Seiten gewünscht, auf drei Jahre die Pfandschaft über Forchtenstein. Nach Ablauf dieser drei Jahre nahm Maximilian bei Heinrich Prueschenk eine Hypothek von 24 000 Gulden auf und überschrieb ihm die Grafschaft Forchtenstein, die Herrschaft Eienstadt sowie Burg und Herrschaft Güns. Heinrich von Hardegg setzte für die Verwaltung seiner Herrschaften Beamte ein. 1494 etwa ist Alexander Schiffer von Freiling Hauptmann von Forchtenstein, 1504 Gandolf von Kienburg. Schon 1503 hatte dieser mehrere Sessionen in Müllendorf erworben, 1504 erwarb er einen Edelhof und 1505 ein weiterer Edelhof in Zillingtal, dann 1508 zwei Höfe in Großhöflein.
Nach dem Tod Heinrichs von Hardegg kam Forchtenstein an dessen Sohn Johann, den späteren Präsidenten der Hofkammer. Hauptmann auf Forchtenstein war Christoph Johann. Mit dem benachbarten Ödenburg gab es Spannungen, vor allem um das Weindurchfuhrprivileg der Ödenburger. Die Straßen wurden in dieser Zeit durch Wegelagerer sehr unsicher gemacht. Der Bischof von Raab klagte, dass ihm der Zehent aus den an Österreich verpfändeten herrschaften vorenthalten wurde. Am 1. März 1524 wurde zu den Streitfragen ein Gerichtstag im Ödenburger Franziskanerkloster abgehalten. Der nächste Hauptmann von Forchtenstein war Matthäus Teuffl. Für ein Darlehen von 4000 Gulden an Ferdinand I. erhielt er den gesamten Getreide- und Weinzehent der Herrschaft. Er ließ ein Urbar erstellen. Interessant ist der bericht über das Zustandekommen des Urbars: Am 6. Dezember 1526 wurde eine Versammlung in Mattersdorf abgehalten, auf der der Richter und die Bürger des Marktes und die Richter und Vierer (Geschworenen) aller Dörfer den Inhalt des Urbars anzunehmen hatten. Einige Bestimmungen aus dem Urbar lauteten: Ein Besitzwechsel durch Verkauf oder Erbschaft mussten der Herrschaft vom neuen Besitzer innerhalb eines Jahres angezeigt werden. Wurde diese Bestimmung nicht befolgt war eine Strafe von 6 Schilling 2 Pfennige für jedes Jahr bezahlt werden. Für die Grundbuchseintragung war eine Gebühr von 12 Pfennige von beiden Parteien zu bezahlen. Die Grafschaft hatte die hohe Gerichtsbarkeit. Für jedes vollstreckte Todesurteil wurde von allen behausten Untertanen eine Gebühr von einem Kreuzer eingehoben. Die Untertanen konnten gegen ein Urteil des Dorfrichters an die Herrschaft appellieren. Deren Urteil war dann aber verbindlich.
1532 teilten die Hardegg ihre Güter neu auf. Forchtenstein fiel an Julius, der sich jedoch bemühte, die Herrschaft abzugeben. Offenbar hatte die Herrschaft unter den beiden Türkenzügen schwer gelitten und war wenig ertragreich. 1533 übertrug er mit Zustimmung Ferdinands I. die Herrschaft an den Ritter und früheren Kriegsobersten Jakob von der Dürr. Der Zehent wurde 1534 an den kaiserlichen Rat Sigmund von Herberstein um 4000 Gulden versetzt. Von der Dürr legte ein Urbar an, das jedoch nicht erhalten ist. Er scheint kein allzu großes Interesse an der Herrschaft gehabt zu haben und drängte auf Rücklösung aus der Pfandschaft. Das sollte 1542 gelingen, die Herrschaft sollte an Erasmus Teuffl kommen. Da schaltete sich Johann von Weispriach ein und schloss mit Dürr und Teuffl einen Vergleich. Die Verhandlungen zogen sich hin, da es einige Unklarheiten gab. Dürr hatte sich die "Holden, Gült und Güter" in Sigleß vorbehalten und hatte diese alle dem Edelhof Petlau angeschlossen. Zuvor hatte nur ein Drittel der Sessionen zur Petlau gehört. Nach der schweren Zerstörung durch die Türken und die Aufsiedlung mit Kroaten hatte Dürr alle Höfe der Petlau angeschlossen. Dürr hatte sich Sigleß als Entschädigung für Darlehen von 5000 Gulden für Bauarbeiten am Schloss, an den Meierhöfen und an den Teichen vorbehalten.
Johann von Weispriach verdankte seine einflussreiche Position seiner Gattin, die Oberste Hofmeisterin der Erzherzogin Katharina, der Tochter Ferdinands I., war. Nach Ferdinands I. Tod bekam Weispriach zunehmend Probleme. Gegen ihn wurden viele Klagen vorgebracht, da er offenbar nur auf Ausbeutung seiner Untertanen aus war. Die Bürger von Mattersdorf und Eisenstadt beschwerten sich wegen der willkürlichen Erhöhung des Bergrechtes und der Robotleistungen. Eine Kommission, die Maximilian II. einsetzte, musste in Eisenstadt heftige Beschwerden der Bürger gegen die Juden entgegen nehmen. Die von Weispriach angesiedelten Juden hätten die "burgerliche Handtierung und handwerk" zum Schaden der Bürgerschaft betrieben. Bei Streitigkeiten zwischen Christen und Juden entschied der Judenrichter oder die Herrschaft. Auch fremde Juden betrieben "haufenweis burgerliche handtierung". Die Juden trieben ihr Vieh auf die städtische Weide, ohne "mitleiden" mit der Stadt zu tragen (also ohne an den Lasten der Stadt beteiligt zu sein). 1569 wurde von Maximilian II. den erzherzoglichen Kommissaren die Weisung erteilt, eine "Beraitung" der Grafschaft Forchtenstein vorzunehmen. Ein neues Urbar wurde erstellt. Die Robotpflicht wurde generell auf 12 Tage festgesetzt. Es wurde verfügt, jährlich und öffentlich einen Bannteiding abzuhalten. Das Abzugsgeld aus der Herrschaft wurde mit 5 Schilling 10 Denare festgesetzt. Für ein Todesurteil wurden nunmehr pro behauster Session 4 Denare eingehoben. Auch in Mattersdorf gab es Beschwerden gegen die Juden. Dort hatte die Judenansiedlung schon 1526 begonnen. In diesem Jahr verweigerte die Stadt Ödenburg den Juden, die wegen der vordringenden Türken geflohen waren, die Rückkehr in die Stadt. Hans Weispriach hatte in Mattersdorf ohne Wissen des Kaisers Juden angesiedelt. 1569 gab es 11 Judenhäuser mit 67 Einwohnern. Diese hatten jährlich 24 Taler und zu Weihnachten Gewürze um 8 Gulden zu dienen. Wegen der heftigen Beschwerden gegen die Juden erteilte die Kommission den Befehl, die Juden innerhalb von 6 Wochen auszusiedeln. Weispriach versuchte nun, entgegen dem Generale Maximilians II., die Juden ohne Ablöse zu vertreiben. Aber schon im folgenden Jahr erlaubte Erzherzog Karl den vor 1568 ansässigen Juden den Verbleib.
Die vielen Beschwerden gegen Weispriach trugen dazu bei, dass sich Maximilian II. 1571, nach dem Tode Weispriachs, entschloss, Forchtenstein und Eisenstadt direkt in die Verwaltung der Kammer zu übernehmen. Um die hohen Ablösesummen an die Töchter Weispriachs zahlen zu können, sollten auch die Untertanen der beiden Herrschaften hohe Beträge aufbringen. Sie bekamen dafür das Versprechen, dass die beiden Herrschaften nicht mehr verpfändet würden. Mattersdorf musste etwa 3000 Gulden, Breitenbrunn 2200 Gulden, Müllendorf 1200 Gulden ... zahlen. Die Ablösesumme betrug schließlich über 73 816 Gulden, dazu noch 3500 Gulden für geleistete Bauarbeiten.
 
Hauptmann beider Herrschaften wurde ab 1572 Hannibal von Zinzendorf. Beide Herrschaften bekamen je einen Rentmeister und einen Schaffer. Umstritten war die Zugehörigkeit Loipersbachs zum Forchtensteiner Hochgericht, 1546 wollten Josa von Szávoly und seine Schwestern ihre Anteile an Loipersbach an Jakob von der Dürr verkaufen. Dagegen erhob sich heftiger Widerstand Ödenburgs, das als Nachbar auf sein Vorkaufsrecht bestand. Außerdem besaß Dürr nicht das Indigenat. 1547 kaufte Ödenburg schließlich das Dorf Loipersbach. Das machte die Frage nach der Zugehörigkeit zum Landgericht akut. Bisher hatte die Grafschaft Forchtenstein die Vogtei inne, Loipersbach musste den Vogthafer nach Forchtenstein abliefern. Ab 1575 stellte das Dorf diese Lieferungen ein, da nunmehr Ödenburg die Zuständigkeit als Landgericht in Anspruch nahm. 1581 wurde eine österreichisch - ungarische Kommission beschlossen, die aber wahrscheinlich nie zusammen trat. Es scheint, als ob Forchtenstein schließlich die Zugehörigkeit zu Ödenburg akzeptiert hätte. 1615 lam es in dieser Frage allerdings noch zu einem Gerichtstag in Preßburg (Chronik des Marx Faut und Melchior Klein, S.96). 1572 folgte Georg Seyfried von Kollonitsch als Hauptmann von Forchtenstein., dann Bernhard LÖbl von Greinburg. Die lange Zeit vernachlässigte Herrschaft erforderte hohe Investitionen, die sich jedoch bald bezahlt machten. 1572 etwa konnten 5000 Gulden aus dem Ertrag der beiden Herrschaften für den Unterhalt des Militärs angewiesen werden. Die Wirtschaft der gesamten Region blühte auf, der Wohlstand der Bevölkerung nahm zu, wie die Vermögensschätzungen der Verlassenschaftsabhandlungen zeigen. Vor allem der Weinhandel nach Böhmen, Mähren, Schlesien und Polen hatte daran maßgeblichen Anteil. Die Erzeugnisse konnten unbehelligt über die Grenze nach Österreich gebracht werden. Leonhard Prickler vermutet, dass höhere Domänenbeamte diese Situation nützten, um Wein und Getreide auch aus anderen Herrschaften zu schmuggeln. Einige Weinbauernfamilien wurden sehr reich. In den Dörfern mit ertragreichem Weinbau gab es aber auch eine zahlenmäßig große Landarbeiterschicht. 1589 wurde auf Anordnung Kaiser Rudolfs II. ein neues Urbar angelegt.
1610 wurde Leonhard Helfried von Meggau letzter kaiserlicher Pfleger. 1622 wurden dann die Grafschaft Forchtenstein und die Herrschaft Eisenstadt an Nikolaus I. Esterházy verpfändet - und damit das Versprechen, das man den Dörfern der Herrschaft gegeben hatte, gebrochen.

Die wirtschaftliche Entwicklung
Die Herrschaft Forchtenstein gehörte ebenso wie die Herrschaft Eisenstadt stets zu den wirtschaftlich am besten situierten Gebieten Ungarns. Natürlich machten sich auch hier die Krise des Spätmittelalters, die Pest, die Auswirkungen der Söldnerkämpfe bemerkbar und viele kleine Siedlungen wurden wüst. Auch die beiden Türkenzüge von 1529 und 1532 hatten fürchterliche Bevölkerungsverluste zur Folge, einige Orte waren noch Jahrzehnte später wüst. Aber die Gunst der naturräumlichen Faktoren und die günstige Lage zu den beiden Großen städtischen Zentren und Märkten Ödenburg und Wr. Neustadt sorgten dafür, dass Bevölkerungsverluste durch Zuwanderung rasch wieder ausgeglichen wurden. Am Beispiel von Pöttsching und Mattersburg hat Leonhard Prickler gezeigt, wie groß die Fluktuation der Bevölkerung war. Vor allem der Weinbau sorgte dafür. Die Preisschere zwischen Wein und Getreide erreichte in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ihr höchstes Ausmaß. Die Weinbauorte gewannen an Bevölkerung, Orte mit überwiegenden Getreideanbau waren die Verlierer. Nahezu die Hälfte der Weingärten war gegen Ende des 16. Jahrhunderts im Besitz von Österreichern, die ihren Wein zu sehr günstigen Bedingungen über die Grenze bringen konnten. Das Einkommen aus dem Weinbau und der relativ große Wohlstand ermöglichte es der Bevölkerung, direkt am Warenaustausch teilzunehmen. Das zeigen etwa die Register des Handelshauses Funck in Wr. Neustadt, dessen Kunden zu etwa einem Drittel aus dem angrenzenden Westungarn kamen. Aber auch die Märkte in der Herrschaft florierten, weniger Müllendorf als Mattersburg, das Sitz des Landgerichtes war und schon 1500/1510 eine Schule hatte. Eine halbe Hofstatt wurde im Urbar als Sitz eines Schulmeisters ausgewiesen. Vor allem die vielen Hofstätten und halben Hofstätten beweisen das Vorhandensein eines bedeutenden Handwerkes.
Der steigende Getreidepreis ab der Mitte des 16. Jahrhunderts hatte dann freilich auch negative Auswirkungen. Die Herrschaft baute ihre Eigenwirtschaft aus und damit stieg die Belastung der Untertanen durch Robot. Diese Tendenz war in Forchtenstein und Eisenstadt vor allem zur Zeit des Hans von Weispriach spürbar und führte zu zahlreichen Klagen der Untertanen. Dann aber, nach der Rücklöse der Herrschaft durch die Kammer die mit Hilfe der Beträge der Dörfer erfolgte, begann für die beiden Herrschaften eine Sonderentwicklung, die sich außerordentlich positiv auswirkte. Die Untertanen lebten unter vergleichsweise äußerst günstigen Bedingungen.
Nach dem Urbar von 1500/1510 wurde der Grunddienst in der Herrschaft Forchtenstein in Geld abgelöst, er war zur Hälfte zu Georgi und zu Michaeli zu bezahlen. In einigen Dörfern gab es auch Naturalzins, etwa in Hühnern, in Schattendorf von einigen Lehen auch Getreide und Hafer. Dazu kamen Weisat und Torkrin. Während der Grunddienst von der Größe des Lehens abhängig war hatte die Torkrin keinen Bezug dazu. Die Torkrin war in Österreich unbekannt. Sie war ursprünglich eine Abgabe an den ungarischen König, die 1336 eingeführt wurde. Sie wurde nach "Pforten" eingehoben, also nach Toreinfahrten von der Dorfstraße aus. Erst im 16. Jahrhundert wurde diese Abgabe in Ungarn regelmäßig eingehoben. Die Herrschaften haben diese Abgabe für sich beansprucht. "Der Name Torkrin erklärt sich aus dem Charakter der Besteuerung der Hofeinfahrten (Krinne - Kerbholzeinschnitt), später hieß die Stzeuer auch Anschnitt" (Leonhard Prickler, Urvar von 1500/1510, Seite 14). Eine größere Zahl von Sessionen diente die Torkrin gemeinsam mit anderen oder gar nicht. 1597 wurde diese Steuer abgeschafft. Die Teichwirtschaft und der Verkauf von Fischen auf dem Wr. Neustädter Markt dürfte eine wichtige Rolle gespielt haben. Im Urbar von 1500/1510 wurden fünf Teiche erwähnt, von denen allerdings zwei öd waren. Im Urbar von 1589 wurden sechs Teiche aufgezählt.

Die grundherrschaftliche Eigenwirtschaft
Nach dem Urbar von 1600/1510 gehörten zur Eigenwirtschaft 5 Fischteiche, von denen zwei öde waren, Hofweingärten in Forchtenau und in Mattersdorf, ein Weingarten in Rust (der um Geld bearbeitet wurde), 100 Joch Acker - an die von Khünigsperg (wahrscheinlich die Königsberg in Katzelsdorf) verpachtet, eine Weide, die an die Katzelsdorfer verpachtet war. Eigene Äcker wurden in Mattersdorf bewirtschaftet, in Sigleß gab es 18 Joch Hofäcker, die aber alle öd lagen, und mehrere verpachtete Hofwiesen. Von den beiden Meierhöfen der Herrschaft war der in Zillingtal völlig verödet, in Mattersdorf wurde von Gandolf von Kienburg nur ein Viertel bebaut. Hans von Weispriach versuchte, die herrschaftliche Eigenwirtschaft auszubauen. Dadurch stieg die Robotbelastung stark an. Erst unter der Verwaltung der Kammer begann eine günstige Entwicklung.

Verkehr und Handel
Die Grafschaft Forchtenstein wurde von überregional bedeutenden Verkehrswegen durchzogen, darunter die Ödenburger Straße, die auch als "Fleischhauerstraße bezeichnet wurde. Auf ihr gelangte Vieh aus Südwestungarn nach Wien. Die Durchzugsstraßen des Fernhandels waren im landesfürstlichen, in Ungarn im königlichen Besitz. Es herrschte Straßenzwang, verbunden mit Grenzzöllen und Mauten. Die wichtigste Abgabe war der Dreißigst (ursprünglich 1/30 des Warenwertes). Im Spätmittelalter wurde daraus ein Grenzzoll. Auch die Mauten waren ursprünglich ein königliches Regal. Im Bereich der Herrschaft Mattersdorf - Forchtenstein gingen sie jedoch schon um 1300 in den Besitz der Herrschaft über. Die Erträge der Maut behielt der Richter von Mattersdorf, der dafür die Straßen, Stege und Brücken zu unterhalten hatte. Die Müllendorfer Maut gehörte zur Hälfte der Grafschaft Forchtenstein, die andere Hälfte befand sich im 16. Jahrhundert in den Händen österreichischer Adeliger. Ausgenommen vom Dreißigst waren die österreichischen Weingartenbesitzer in Ungarn. Dreißigstämter gab es Mattersburg, in Müllendorf und in der Wart. Letzteres wurde später an das Ungartor in Wr. Neustadt verlegt. Natürlich gab es immer wieder Versuche, die Mautstellen zu umgehen. So gab es 1439 Beschwerden gegen die Ödenburger, die eine "ungewandleiche strazz pawen uber Send Marein" (über Zemendorf, Kleinfrauenhaid, Krensdorf). Für Fuhren in Richtung Wien wurden etwa unerlaubte Wege über das Leithagebirge benutzt. Ausgeführt wurden Wein, Vieh, Korn, Honig, Holzkohle ..., eingeführt Stoffe, Tuche, Krämerwaren, Gewürze ...
Am wichtigsten waren die Routen über Pöttsching und Zemendorf und die über Mattersburg. Wr. Neustadt war für die Grafschaft von überragender Bedeutung, es war eine spätmittelalterliche "Großstadt" und unter Friedrich III. ja auch Residenzstadt. Der Aufschwung der Stadt begann, als 1239 Herzog Friedrich II. Mautfreiheit und das Niederlagsrecht für österreichische und steirische Waren gewährte. Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde ja die Semmeringstraße ausgebaut, dazu kam die Wechselroute und die Verbindung nach Westen durch Triesting- und Piestingstal. 1443 erteilte Friedrich III. der Stadt ein Privileg zur Einfuhr ungarischen Weines, 1448 einen Niederlagszwang für sämtliche Waren (außer den Wiener Waren für den Italienhandel). 1463 befreite Matthias Corvinus die Stadt vom Dreißigst für die Weine, die die Wr. Neustaädter auf ungarischem Boden ernteten. Besonders wichtig war eine Mautbefreiung für alle von Corvinus beherrschten Länder. Im Ungarnhandel Wr. Neustadts spielte der Wein mit Abstand die wichtigste Rolle. Exportiert wurden vor allem Tuche und Handwerkerwaren, besonders steirische Eisenwaren.


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