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Ackerbau und Viewirtschaft in de Zwischenkriegszeit

1934 wurde Weizen auf 35 242 ha, Roggen auf 33.030 ha, Gerste auf 22.522 ha. Hafer auf 14 486 ha und Mais auf 17.425 ha angebaut. Unter den Hackfrüchten waren Kartoffel auf 16.270 ha, Futterrüben auf 10 878 ha und Zuckerrüben auf 8.322 ha am wichtigsten. Futteranbau (Klee, Luzerne) nahm 21.808 ha in Anspruch.
Der Anbau von Weizen und Roggen nahm in der Zwischenkriegszeit zu, der Haferanbau ging ständig zurück. Die Förderung des Silobaues machte den vermehrten Anbau von Silomais möglich. Der Zuckerrübenanbau nahm stark zu: 1926 3591 ha, 1935 bereits 8.929 ha. Der Ertrag stieg von 724.500 Doppelzentner auf 2.221.677 Doppelzentner. Während in ungarischer Zeit hauptsächlich die Großgrundbesitzer Zuckerrübenanbau betrieben begannen nun auch bäuerliche Betriebe damit. Besonders reiche Ernten brachten die guten Böden des Wulkabeckens und die trocken gelegten Flächen im Seewinkel.
In der Viehhaltung ist in den 1920er und 1930er Jahren vor allem die Zunahme der Schweinehaltung (1923: 92 744; 1934: 185.646) sowie der Geflügelhaltung bemerkenswert. Die Schweinehaltung erfolgte nunmehr nicht mehr nur für den Eigenbedarf, sondern auch für den Markt. Die Qualität der Tiere wurde durch Förderung des Ankaufs von Ebern gesteigert, das Land in Zuchtgebiete eingeteilt, auf die Verbesserung der Ställe viel Wert gelegt (Tierzuchtförderungsgesetz 1935). Ab 1934 kam es zu einem schweren Rückschlag, die Billigimporte aus Ungarn und Polen, die diesen Ländern vertraglich zugestanden wurden, ruinierten den Markt. Die Schaf- und Ziegenhaltung ging weiter zurück. Es gab mehrere Ansätze zur Seidenraupenzucht, besonders nach 1938.
Die Rinderhaltung konzentrierte sich auf den Neusiedler Bezirk, auf das mittlere und südliche Burgenland. Nach dem Anschluss an Österreich stieg der Milchkuhbestand an, die ausgefallenen Liefergebiete in Mähren mussten ersetzt werden. Die Milchleistung der burgenländischen Rinder war zunächst gering, da diese auch als Zugvieh verwendet wurden. Die Landwirtschaftskammer und der Flecktierzuchtverband, schon 1924 als Genossenschaft gegründet, konnten aber bald große Erfolge in der Rinderzucht vorweisen. Es wurden Zuchtstiere angekauft und streng auf Qualität geachtet, Milchleistungskontrollen durchgeführt und Herdbuchrinder geführt. 1932 lieferte das Burgenland 35 Millionen Liter Milch, davon 25 Millionen Liter Frischmilch.
 
Davon gingen 23 Millionen Liter nach Wien, 2 Millionen Liter nach Wr. Neustadt. Die Molkereien von Horitschon und Oberwart verarbeiteten zwei Millionen Liter. Der Großteil wurde zu Butter verarbeitet, die aber nicht immer abgesetzt werden konnte ("Fettproblem"). Die österreichische Landwirtschaft forderte daher die Einschränkung der Importe von "Natur- und Kunstfetten" und eine gesetzliche Regelung von "Butteraktionen". Nach 1934 führte der sinkende Milchkonsum zu einem Rückgang. Der Neusiedler Raum versorgte wie früher Wien mit Frischmilch, für den südlichen Landesteil wurden die Molkereien von Horitschon und Oberwart wichtig. Die genossenschaftliche Organisation der Milchwirtschaft wurde erst nach 1922 aufgebaut. Sie wurde für die Bauern überaus wichtig, da das "Milchgeld" oft die einzige verlässliche und kontinuierliche Einnahme war.
Von den Viehmärkten im Land übernahm Mattersburg die frühere Rolle von Ödenburg. Vor allem der dortige Pferdemarkt war der größte Österreichs.
Der Obst- und Gemüseanbau wurde von der Agrarpolitik ebenfalls gefördert. Die Frischobstversorgung von Wien spielte eine wichtige Rolle. 1937 wurden etwa 3 Millionen Obstbäume gezählt. Aus dem Nordburgenland wurden Kirschen und Marillen, aus dem Südburgenland hauptsächlich Kernobst geliefert. Die Sonderkulturen wie etwa die Ananaserdbeeren im Bezirk Mattersburg oder die Edelkastanien lieferten den Bauern entsprechende Nebeneinnahmen. Der Raum Neusiedl wurde für die Gemüseversorgung (Salat, Gurken, Tomaten) immer wichtiger.

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