kobersdorf

Komitat Ödenburg (Sopron)

Die Burg Kobersdorf wurde zwischen 1222 und 1229 von Pousa, Sohn des Botus aus dem Geschlecht Szák gebaut. Sie gelangte später in den Besitz der Atinai von Neckenmarkt, Burggrafen von Ödenburg. König Ladislaus IV. verlieh die Burg und Herrschaft 1280 dem Geschlecht der Csák. 1289 wurde die Burg von Herzog Albrecht I. von Österreich im Verlauf der Güssinger Fehde erobert. 1291 wurde sie wieder den Ungarn zurückgegeben. König Andreas III. verlieh sie den Grafen von Lamperg. 1319 gelangten Burg und Herrschaft in den Besitz der Mattersdorf - Forchtensteiner.
Die Herrschaft blieb über zwei Jahrhunderte im Besitz der Mattersdorf - Forchtensteiner. Wilhelm, der letzte Forchtensteiner, verpfändete die Herrschaft an Herzog Albrecht VI. von Österreich. Vorübergehend bemächtigte sich Johann Hunyady der Burg. 1447 kaufte Albrecht VI. Burg und Herrschaft und verkaufte sie 1451 seinem Bruder, den späteren Kaiser Friedrich III. Dieser verpfändete die Herrschaft, zeitweise war sie auch im Eigenbesitz österreichischer und ungarischer Familien. 1463 ist Sigmund Weispriach Inhaber, 1493 Sigmund Prüschenk, dann kamen die Baumkircher und schließlich wieder die Weispriach. Mitte des 16. Jahrhunderts erwarb Christoph Teuffl von Krottendorf die Herrschaft, dann sein Schwager Johann Csorón von Devecser. Nach dessen Tod im Jahre 1586 teilten sich seine Tochter Margarethe v. Nádasdy und sein Schwiegersohn Stefan Balassa de Gyarmat die Herrschaft. Es kam zu schweren Auseinandersetzungen mit den Untertanen. Später erbten die Listy die Herrschaft. 1626 wurde die Herrschaft - ebenso wie Mattersdorf - Forchtenstein - dem ungarischen Staat "reincorporiert". Die folgenden Besitzer waren die Familien Joó, Gregoroczy, Lippay und schließlich die Kéry von Ipolykér. Sie verkauften 1704 die Herrschaft an Paul Esterházy.
 
Zur Herrschaft Kobersdorf gehörten folgende Orte: der Markt Kobersdorf, Weppersdorf, Stoob, Kalkgruben und Oberpetersdorf und ein kleines Gebiet zwischen St.Martin und Neutal, das spätere Schwabenhof. Im späten 16. Jahrhundert entstanden auf dem Gebiet der Herrschaft Tschurndorf, eine Gründung Csórons, Lindgraben und Neudorf bei Landsee.
Csóron besaß auch die Hochgerichtsbarkeit. Der Galgen stand in Kobersdorf. 1598 führte Freiherr Listy in Stoob einen Hexenprozess. Die Patronatsrechte der Herrschaft umfassten die uralte Pfarre Oberpetersdorf, schon 1302 als "ecclesia incastellata" bezeichnet, die Pfarren Weppersdorf und Stoob mit einer romanischen Kirche. Die Pfarre Oberpetersdorf wurde erst 1755 nach Kobersdorf verlegt. Eine neue Kirche wurde gebaut. Zuvor bestand allerdings schon eine gotische Filialkirche von Oberpetersdorf. Die Kirche war anscheinend auch befestigt. Die Herrschaft wurde evangelisch. Der Protestantismus konnte sich auch in der Zeit der Gegenreformation halten. Nach 1781 entstanden in Kobersdorf, Weppersdorf und Stoob evangelische Kirchengemeinden.
In wirtschaftlicher Hinsicht gehörte Kobersdorf eher zu den ärmeren Herrschaften, da der Weinbau fehlte. Kobersdorf konnte sich aber dank der verkehrsgünstigen Lage an der Straße von Wr.Neustadt nach Güns, Sárvár und Tschapring schon im 15. Jahrhundert zu einem wichtigen Markt entwickeln. Zu Anfang des 16. Jahrhunderts siedelte sich eine Judengemeinde an, die später zu den esterházyschen "Siebengemeinden" gehörte. Die Synagoge in Kobersdorf ist bis heute erhalten.
Die Burg ist heute eine romantische Wasserburg. Auf einer mittelalterlichen Anlage aus dem frühen 13. Jahrhundert wurde die heutige Burg von Hans Csóron im 16. Jahrhundert errichtet. Die Anlage wurde dann unter Franz Kéry im Renaissancestil erweitert und eine freistehende Burgkapelle gebaut. Während der Türken- und Kuruzzenkriege, besonders 1605, war die Burg ein wichtiger Zufluchtsort für die Bevölkerung.
Literatur: H.Prickler, Burgen und Schlösser Burgenland

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