Nach der Abtretung Ödenburgs an Ungarn - eine Folge des Venediger Protokolls und der umstrittenen Abstimmung in Ödenburg - wurden die neuen Landesbehörden zunächst in Sauerbrunn untergebracht. Der Kurort war im ganzen Burgenland der einzige Ort, in dem in den Hotels und Pensionen geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung standen. Der Landtag fand hingegen sofort in Eisenstadt Unterkunft, denn in der Eisenstädter Kaserne gab es einen entsprechend großen Saal, der als Sitzungssaal dienen konnte. Der Streit um die neue (provisorische) Hauptstadt nahm drei Jahre in Anspruch. Damit verbunden waren lokalpolitische Anliegen, es ging aber auch um den Einfluss von Politikerpersönlichkeiten. Der erste Landeshauptmann Rausnitz etwa war für Wiener Neustadt als neue Hauptstadt des Burgenlandes. Die Bauernbündler, die vor allem im südlichen Burgenland sehr stark waren, traten für Pinkafeld ein. Pinkafeld, Sauerbrunn und Eisenstadt kamen schließlich in die engere Wahl.

pfeil top
footer-epochen zwischenkriegszeit
footer-epochen
pfeil top