groherrsch17-18jh
Die Großherrschaften im 17. und 18. Jhd. in Westungarn-Burgenland

Mit  dem Ende der unmittelbaren Türkengefahr nach dem Sieg bei Wien und mit den Befreiungskriegen in Ungarn  änderte sich in den westungarischen Grundherrschaften und in den Herrschaftsmittelpunkten sehr viel. Das grundherrschaftliche Militär wurde überflüssig und wurde entlassen, die Burgen verloren ihre Wehrfunktion. Vereinzelt wurden sie weiterhin in Stand gehalten, andere verfielen. Die Grundherrn errichteten ihre Landschlösser, die Esterhazy in monumentalem Stil, die Batthyány, die durch die vielen Herrschaftsteilungen bei weitem nicht mehr so reich waren, in eher kleinem Maßstab. Der Sitz der Magnatenfamilien aber war zumeist nicht mehr in der Herrschaft selbst. Sie erbauten in den Zentren der Monarchie, in Pressburg, Wien, Graz ... prunkvolle Stadtpalais und überließen die Verwaltung ihrer Güter ihren Beamten. Für die Bauern war dies keineswegs ein Vorteil, denn sie mussten nun ihre Abgaben im Zuge der Robot in die Städte transportieren. Dies "langen Fuhren" waren besonders gefürchtet, da sie vielfach Wägen und Zugvieh ruinierten.

 
Besonders schlimm waren die enormen Belastungen, die den westungarischen Herrschaften durch die Stationierung des kaiserlichen Militärs und durch die Versorgung der Soldateska erwuchsen. Westungarn hatte dadurch enorme Lasten zu tragen und verarmte. Dazu kamen die Kuruzzenaufstände  zu Beginn des 18. Jahrhunderts, verbunden mit schweren Verwüstungen.

Die früheren Herrschaftsmittelpunkte, Güssing, Schlaining, Rechnitz, Bernstein und andere verloren stark an Bedeutung, da das Hofleben mit den vielen Bediensteten und den Aufträgen der Höfe weitgehend fehlte. Die Batthyány verlegten ihren Verwaltungsmittelpunkt nach Körmend. Die nunmehr angestrebte rationellere Bewirtschaftung des Herrenlandes, der Meierhöfe, deren Ausdehnung etwa für die lukrative Schafzucht, die Bemühungen die Robotleistungen der Untertanen möglichst zu steigern, der enorme Geldbedarf der Magnaten führte zu katastrophalen Zuständen vor allem in den Herrschaften des Südburgenlandes und schließlich zur Robot- und Abgabenverweigerung, ja an den Rand eines Bauernaufstandes.


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