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Ortsnamensformen

  • 1307  Durug
  • 1327  Dorogh
  • 1346  Durugh
  • 1380  Trausdorf
  • 1425  Traudorff
  • 1430  Dorog und Drawsdorff
  • 1515  Drausdorff
  • 1569  Trausdorff
  • 1648: Traunsdorff
  • 1651  Trauerstorff
offizieller ungar. Ortsname Darászfalu - kroat. Trajstof. Der Ortsname wird vom slawischen personennamen Drug (Freund, Genosse) abgeleitet. Daraus vor 1220 der deutsche Ortsname.

Urgeschichte, Römerzeit

Tongefäße und Gefäßbruchstücke aus der Badener Kultur (späte Jungsteinzeit), dazu wurden 1938 bei Planierungsarbeiten am Flugplatz auch ein Steinbeil und Keramik gefunden. Aus der frühesten Bronzezeit (Loretto- Gruppe) stammt ein ebenfalls am Flugplatz gefundener Hort eines Töpfers aus 11 unbeschädigten Henkelgefäßen und zahlreichen weiteren Bruchstücken von Töpfen. Von zwei frühbronzezeitlichen Gefäßen der Wieselburger Kultur im Landesmuseum sind die Fundumstände nicht bekannt, ebenso von gut erhaltenen Gefäßen der spätbronzezeitlichen Urnenfelderkultur. Aus der Hallstattzeit stammen Gefäße und Bruchstücke aus einem Gräberfeld in einer Schottergrube am linken Bachufer.

Nach L. Bella bestand eine römerzeitliche Siedlung. Streufunde kommen von verschiedenen Stellen im Gemeindegebiet. 1938, bei den Arbeiten am Flugplatz, wurden zwei spätrömerzeitliche Skelettgräber freigelegt.

Mittelalter

In einer Urkunde aus 1153 wird ein Gut Druc erwähnt. Ob es sich dabei im Trausdorf handelt ist eher fraglich. Der 1307 erstmals erwähnte Ort Durug war damals in den Händen der Gutkeled. 1307 teilten die Brüder Cosma und Ivanka ihre Besitzanteile in Durug und Kuhidparadan (Wulkaprodersdorf). Nach Besitzstreitigkeiten beauftragte König Karl I. den Konvent von Großwardein, die Teilung der Güter vorzunehmen Geteilt wurde zwischen den Söhnen des Ivanka - Leukus, Jakob, Nikolaus, Thoma und Stephan - und andererseits Johann, dem Sohn Ivankas II. Die Hälfte der Erbschaft betrug jeweils 15 Lehen. 1342protestierte ein Familienzweig gegen den Verkauf eines Besitzanteiles an "Fremde". Dies waren die Grafen von Mattersdorf. Aus einer Urkunde der Mattersdorfer geht hervor, dass der Ort von König Ludwig dem Grafen Paul geschenkt wurde. 1351 wurde Johann von Durugh von Palatin Nikolaus zum Verlust seines Gebietes verurteilt, da er mit gefälschten Urkunden gegen die Söhne des Paul von Pothly auftrat. Zwei Drittel des Gutes von Trausdorf, Wulkaprodersdorf und St. Georgen des Johann von Durugh erhielt Palatin Nikolaus, ein Drittel Johann und Nikolaus, die Söhne des Paul de Pothly. In Trausdorf umfasste der Anteil des Palatins 13 1/2 Lehen, eine Kurie mit steinernem Turm, einen aus Steinen errichteten Herrenhaus und anderen aus Holz gut gebauten Häusern, zwei weiteren Kurien und Hofstätten, die Hälfte zweier Mühlen mit 6 Gängen, die Hälfte eines Platzes mit einer verfallenen Mühle, 50 Joch Saatgrund, ein "vas" Wein und einen Weingarten.

Burg und Ort Trausdorf gingen mit Wulkaprodersdorf und Rohrbach auf einen Hognawer (Hagenauer) über. Vor oder 1430 starb dieser, der Besitz fiel an die Krone zurück. König Sigismund schenkte 1430 die Burg und die dazugehörenden Dörfer Ladislaus, Sohn des Stephan, und Emerich, Sohn des Johann von Kanizsai. Graf Paul von Mattersdorf-Forchtenstein aber besetzte nach dem Tod Hagenauers die Burg Dorog. König Sigismund forderte ihn auf, die Burg zu räumen. Paul aber hatte schon Söldner in die Burg gelegt, die die Übergabe verweigerten. Im Prozess um den Besitz beriefen sich die Forchtensteiner auf die Schenkung König Ludwigs I. Sigismund musste 1435 nachgeben und entschied, dass die Burg mit den dazugehörenden Dörfern an die Forchtensteiner zurückzugeben sei. In den Grenzkämpfen in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts schenkte König Matthias Corvinus die Hälfte der Burg Dorog der Kanizsai dem Ulrich Grafenecker von Landsee. Dagegen protestierte 1486 Nikolaus Kanizsai und warnte Grafenecker davor, die Burg in Besitz zu nehmen. In dieser Urkunde wird aber die Burg von Trausdorf ebenso wie die Burgen von Oslip und Hornstein bereits als Zerstört (Castrum desertum) bezeichnet.

In den Türkenzügen von 1529 und 1532 wurde das Dorf zerstört, die Bevölkerung offenbar getötet. Das Dorf musste nunmehr mit Kroaten neu besiedelt werden. An der Kroatenansiedlung in der Grafschaft Forchtenstein und Herrschaft Eisenstadt waren die Pfandinhaber Jakob von der Dürr und Moritz von Fürst beteiligt.

1515 zählte man 6 öde Höfe, 1527 nur zwei. 1569 lebten im Dorf 45 Eisenstädter Untertanenfamilien, von denen 36 kroatische Namen hatten, und 36 Forchtensteiner Untertanenfamilien. Um 1580 gehörten 45 Familien zu Eisenstadt, darunter 34 kroatischsprachige, und 40 Familien zur Herrschaft Forchtenstein, darunter 39 kroatischsprachige. Von den insgesamt 95 Familien werden 73 als kroatisch bezeichnet.

Nach dem Eisenstädter Urbar von 1515 gab es 21 ganze Lehen, zwei Halblehen und 3 Hofstädten sowie drei Mühlen (Aumühle, Dorfmühle, Furthmühle). 11 Joch waren gereutäcker. Von den zwei besten Höfen wurden Getreide- und Weinzehent eingehoben. Die Untertanen mussten 6 Joch Hofäcker und 7-8 Tagwerk Hofwiesen bestellen. Wer einen Zug hatte musste jährlich 3 Fuhren Holz führen. 1527 gab es 29 ganze und 2 halbe Lehen, 3 öde Hofstätten, 3 Mühlen und eine Stampf. 1569 wurden 27 halbe, 11 Viertel-, 1 Achtel- und 2 Sechszentellehen sowie eine Hofstätte gezählt, dazu 4 Mühlen (mit der Stampf, 36 Joch Greut- und Überlandäcker, 28 Joch Hofäcker und 23 Tagwerk Hofwiesen. 27 Joch Hofäcker und 12 Tagwerk Hofwiesen mussten die Untertanen zur Abgeltung der 12-tägigen Robot bestellen. 14 Joch Acker und 10 Tagwerk Wiesen wurden als Hofgrund eingezogen, das Gehölz an der Grenze zu St. Margarethen wurde als Hofholz eingezogen. Von den beiden besten Höfen mussten Getreide- und Weinzehent gegeben werden, 3 Fass Bannwein musste das Dorf ausschenken. 1580/89 gab es 27 ganze, 11 halbe, 1 Achtellehen und 2 Hofstätten. 10 Hofstätten werden als Neustiftler erwähnt. 1675 wurden 9 halbe, 47 Viertellehen, 2 Hofstätten und 11 Kleinhäusl erfasst. Die Abgaben umfassten nunmehr auch Sichelgeld für fremde Schnitter, Lesezettel, Viktualiengeld und 122 Gulden Husarengeld. 30 Eimer waren Bannwein.

Im Forchtensteiner Anteil gab es 1589 12 halbe, 14 Viertellehen, 3 Hofstätten, 4 Mühlen (Raidl-, Furth-, Au- und Stampfmühle. Ein Halblehner hatte 15 Joch Acker und 2 Tagwerk Wiesen. ZUr Grafschaft gehörten auch 4 Vogtholden (ein ganzes und 3 halbe Lehen) "mit der Obrigkeit gegen Trautmannsdorf". Als Robot waren 12 Tage vorgeschrieben, 20 Eimer Bannwein mussten ausgeschenkt werden. Auch hier wurden von den zwei besten Höfen Getreide- und Weinzehent eingehoben. 1675 gab es 8 halbe, 1 Dreiachtel-, 28 Viertel- und 5 Achtellehen, 3 Kleinhäusler, den Pfarrhof mit einem ganzen Lehen, das Schulhaus, Gemeindegasthaus, Gemeindekeller, 2 Halterhäusel und 2 1/2 Mühlen.

Trausdorf war zu einer kroatischen Mehrheitsgemeinde geworden. Schon bald kam es zu Streitigkeiten mit den Nachbargemeinden Eisenstadt und Kleinhöflein, wobei es vermutlich auch um das Gebiet des Dorfes Temphel ging, das großteils zu Eisenstadt gekommen war. Es folgten bewaffnete Auseinandersetzungen. Eine kaiserliche Kommission führte eine Grenzregulierung durch, aber ohne Erfolg, denn die Kroaten versetzten die Grenzsteine einfach wieder. Eine Wende in den Besitzverhältnissen brachte das Jahr 1622. Kaiser Ferdinand II. musste auf Grund des Friedensvertrages von Nikolsburg 1612 die Esterházysche Herrschaft Munkács gegen die beiden Herrschaften Forchtenstein und Eisenstadt tauschen. Freiherr Nikolaus Esterházy übernahm diese beiden Herrschaften zunächst als Pfand.1626 bekam er die Grafschaft Forchtenstein als Erbgut, er und seine Erben wurden in den Grafenstand erhoben. Damit kam die Familie Esterházy in den Besitz des ganzen Ortes. Nach der Neuorganisation der Esterhazyherrschaften gehörte der ganze Ort zur Herrschaft Eisenstadt.

Trausdorf litt auch in der Bocskai-Rebellion, im Betlenkrieg und besonders im Türkenzug von 1683, der auch Menschenleben forderte. 1809 mussten die durchziehenden Franzosen verpflegt werden. Im Dorf war ein Fleischzentrallager der franzöischen Armee.

Unter den Fürsten Anton, Nikolaus II. und Paul III. wollte man den Komplex „Parisermühle“ wirtschaftlich nutzbringender verwerten. 1797 wurde mit dem Bau eines herrschaftlichen „Branntweinhauses“ begonnen. Die Trausdorfer Brennerei dürfte bis gegen Ende der 40er-Jahre des 19. Jahrhunderts Trebernschnaps produziert haben, bis sie von Franz Brunner in eine Tonpfeifenfabrik umgestaltet wurde. Der heute noch als „Fajfaraj“ bezeichnete westlich gelegene Trausdorfer Siedlungsteil verdankt seine Benennung der Trausdorfer Pfeifenfabrik, die von 1839 – 1860 beliebte Pfeifen produzierte. 1848 wurden z.B. 300.000 Stück Qualitätspfeifen erzeugt mit einem Gesamtwert von 6.000 Gulden. Bedingt durch den plötzlichen Tod des Fabrikanten Alexander Puff 1860 im Alter von nur 37 Jahren wurde der Betrieb eingestellt.

Grundentlastung

In Trausdorf wurde am 20. Dezember 1864 zwischen dem Bevollmächtigten des Fürsten Paul III. Anton Esterházy, Karl von Mészáros de Nagy-Lütse, und der Gemeinde der „Grundentlastungsvergleich“ geschlossen. Nun waren die Trausdorfer Bauern freie Eigentümer ihres Besitzes und konnten ihre ganze Arbeitskraft der Bewirtschaftung ihres eigenen Hofes widmen. Durch die steigende Bevölkerungszahl und die Verarmung breiter Kreise der Bauernschaft durch eine fortlaufende Erbteilung zu Klein- und Kleinstbesitz verblieb vielen Familien nach wenigen Generationen nur mehr so viel Grund und Boden, dass sie gerade recht und schlecht ihren eigenen Lebensmittelbedarf decken konnten. Konnte der Großgrundbesitz mit Hilfe von Maschinen und Düngemittel die Produktion beträchtlich steigern, geriet die Kleinbauern in schwere Not. So wie in allen umliegenden Gemeinden waren auch in Trausdorf einige Familien von dieser Entwicklung betroffen.

Der Weinbau spielte eine wichtige Rolle. 1934 waren 123 ha mit Reben bepflanzt. Es gab 279 Weingartenbesitzer, die meisten hatten aber unter 0,5 ha, also Wein für den Eigenbedarf. Nur ein Betrieb fiel in die Kategorie von 2-3 ha. Der Obstbau bildete ein Nebeneinkommen der Bauern. Die Baumzählung von 1938 ergab 5999 Bäume. Auffallend war die hohe Zahl an Zwetschkenbäumen: 2154.

Zeitgeschichte

Im Ersten Weltkrieg waren 50, im Zweiten Weltkrieg 109 Opfer zu beklagen. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges errichtete man Panzersperren und bereitete die Sprengung der Wulkabrücken vor. Der Flugplatz, der von starken deutschen Einheiten belegt war, wurde geräumt. Am 1. April 1945 besetzten die Russen den Ort. Einige Häuser gerieten in Brand. Zwei Personen wurden erschossen, zwei durch den Beschuss getötet. Der Ort wurde von polnischen Ostarbeitern und dann von den Russen geplündert, die Bevölkerung drangsaliert. Auch die Russen benützten den Flugplatz als Stützpunkt und quartierten starke Einheiten im Dorf ein. Die Bevölkerung musste Zwangsarbeit leisten. Ein Mann und ein Jugendlicher wurden von Russen erschossen, fünf Kinder fanden beim Spielen mit Sprengkörpern den Tod. Schwere Schäden verursachte die Besatzungsmacht im Fasangartenwald. Erst nach Abzug der Russen konnte ein Teil des nach 1938 erweiterten Flugplatzes wieder landwirtschaftlich genutzt werden, die Bunkeranlagen wurden eingeebnet.

Flugplatz, Hutweide und Fasangarten

Auf einem Teil der Hutweide befand sich bis 1994 der Trausdorfer Flugplatz. Der Tower und einige Gebäude erinnern heute noch daran. Nach einem zwölfjährigen Rechtsstreit entzogen die zuständigen Behörden dem in Trausdorf ansässigen Sportfliegerclub sämtliche Bewilligungen. Zu überregionaler Bekanntheit gelangte das Flugfeld anlässlich des Papstbesuches im Jahr 1988, als sich rund 100.000 Gläubige auf den weitläufigen Rasenflächen versammelten, um gemeinsam mit Johannes Paul II. die heilige Messe zu feiern.

1913 landete erstmals ein Aeroplan auf der Trausdorfer Hutweide. 1925 gab es Überlegungen, einen Linienflughafen für Eisenstadt zu errichten. 1936 wurde auf Initiative des Bundesheeres der Trauersdorfer Flugplatz gegründet. 1938 übernahm die deutsche Luftwaffe den Flugplatz. Bis 1945 diente der Flugplatz Kriegszwecken. Während des Krieges wurde Trausdorf von Luftangriffen verschont. Dann übernahm die russische Besatzungsmacht das Flugfeld. Nach deren Abzug wurden 40 ha des Areals umgeackert und landwirtschaftlich genutzt. 1957 begann der 1950 gegründete Union Sportflieger Club mit dem Flugbetrieb. Genehmigt wurde ein Flugplatz für Motorflugzeuge bis 2000 Kilogramm und Segelflieger. Es gab zwei Landebahnen in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung mit einer Länge von 1100 Metern bzw. 800 Metern. Ein Pachtvertrag aus dem Jahr 1963 regelte die Überlassung von Teilen der Hutweide an den Sportflieger Club: Die Urbarialgemeinde verpachtete rund 80 Hektar Fläche, die politische Gemeinde rund 10,5 Hektar. Der Pachtvertrag wurde auf die Dauer von 20 Jahren abgeschlossen.

Anfang der 1970er Jahre nahm der Flugbetrieb stark zu, die Lärmbelastung wurde immer größer. 1973 gab es bereits 35 000 Starts und Landungen von Motorflugzeugen. Drei Hangar wurden gebaut und die Errichtung des Towers bewilligt. Die Asphaltierung der Landebahn wurde aber von Trausdorf abgelehnt. Die Urbarialgemeinde und die politische Gemeinde beschlossen, nach Ablauf des Pachtvertrages im Jahr 1983 diesen nicht mehr zu verlängern. Dieser Beschluss wurde vom Union Sportflieger Club nicht zur Kenntnis genommen. Es folgte ein jahrelanger Rechtsstreit. Erst 1994 stellte der Verein seine Flug-Aktivitäten komplett ein.

Der Flugplatz wurde auf der gemeinsamen Hutweide der Urbarialgemeinde, die bis 1938 beweidet wurde, errichtet. Daneben gab es noch die "Große Weide", die eher der Heugewinnung diente. Die Rinderhaltung und Milchproduktion spielte eine wichtige Rolle. Erst in den 1970er Jahren ging die Rinderhaltung zurück.

Heute ist die Trausdorfer Hutweide das Ziel vieler Freizeitsportler und Spaziergänger. Die Wege rund um die weite Ebene eignen sich ideal zum Joggen, für Nordic Walking, zum Radfahren und Reiten. Das Areal selbst steht im Privatbesitz der Urbarialgemeinde und darf nicht befahren und beritten werden, da ansonsten der Verlust von EU-Fördergeldern droht. Mit Hilfe dieser EU-Förderung kann der Trockenrasen erhalten werden. Voraussetzung für die Förderung ist, dass das Gebiet zumindest einmal jährlich abgemäht wird.

Der riesige Fasangarten wurde 1743 von Fürst Paul II. Anton im Trausdorfer Waldl eingerichtet. Die Bevölkerung war darüber wenig erfreut, da dadurch Weideflächen verloren zu gehen drohten. 1864 erwarben die Trausdorfer im Rahmen des Urbarialvergleichs die Waldfläche mit der Umgrenzungsmauer, einem Jägerhaus und einem Brunnen um 10 000 Gulden. Der 177 ha große Wald wurde unter den 117 Hofinhabern und 50 Söllnern aufgeteilt. Während der Besatzungszeit wurde das Jägerhaus zerstört, 1993 dort eine Hubertuskapelle errichtet. Ein Teil des Waldes, 27 ha, gehört zur Katastralgemeinde St. Margartehen. Der Großteil der Fläche gehört zur Urbarialgemeinde, kleinere Teile werden von der Gemeinde und der Pfarre genutzt. Der Großteil des Baumbestandes sind Zerreichen und Traubeneichen.

Bevölkerungsentwicklung und sozialökonomische Struktur

1785: 950 Einwohner; 1828: 1168; 1863: 1236; 1880: 1308; 1900: 1286; 1920: 1384; 1923: 1333; 1934: 1450; 1946: 1297; 1951: 1406; 1961: 1303 Einwohner. Damit war ein Tiefststand erreicht. Ab den 1980er Jahren stieg die Bevölkerung rasch und stark an: 1981: 1456; 1991: 1647; 2001: 1723; 2011: 1906; 2020: 2063 Einwohner. Der Anstieg war vor allem durch die Zuwanderung bedingt. Wegen der günstigen Lage, der Nähe zu Eisenstadt, ließen sich viele Familien in Trausdorf nieder. Das hatte eine entsprechend rege Bautätigkeit zur Folge.

Im Laufe der Zeit gab es kaum Evangelische. Die Zahl der Juden erreichte 1890 mit 21 Personen einen Höchststand und sank bis 1934 auf 5 Personen. Nach den Ergebnissen der Volkszählungen waren 1920 1237 Einwohner Kroaten, 112 Deutsche; 1951 bekannten sich 1217 als Kroaten und 138 als Deutsche. In den letzten Jahrzehnten stieg der Anteil der Deutschen stark an. Aber auch der kroatische Bevölkerungsanteil konnte seine Sprache und Identität behaupten. Die Abwanderung richtete sich vor und nach dem Ersten Weltkrieg nach Wien und Niederösterreich. 1911/12 wanderten mehrere Personen in die USA aus, nach 1922 wanderten etwa 18 Personen nach Südamerika aus.

Ein Großteil der Einwohner sind Pendler, vor allem nach Eisenstadt. 2018 pendelten 381 Personen nach Eisenstadt, 206 nach Wien. Im Ort gab es 2011 98 Arbeitsstätten, eine Verdoppelung seit 2001. Die meisten Betriebe hatten keine unselbständig Beschäftigten. Lediglich 10 Betriebe hatten mehr als 5 Beschäftigte.

Noch nach dem Zwiten Weltkrieg war die Landwirtschaft von großer Bedeutung. 1951 gab es noch 228 Betriebe. Die Betriebsgrößenstruktur zeigte allerdings, dass die meisten nicht überlebensfähig waren: 77 Betriebe hatten unter 2 ha Eigengrund, konnten also bestenfalls einen Teil des Eigenverbrauchs sichern. 69 Betriebe hatten 2-5 ha, 63 5-10 ha, 15 Betriebe 10-20 ha und nur drei Betriebe 20-50 ha. Die Entagrarisierung schritt daher in den 1960er und 1970er Jahren rasch voran. Auch der landwirtschaftliche Nebenerwerb verlor an Bedeutung. Der Großgrundbesitz des Esterhazyschen Fideikommisses wurde von der Zuckerfabrik Conrad Patzenhofer bewirtschaftet. 1938 war der Esterhazybesitz 284 ha groß, davon waren 270 ha Acker. 1938 bis 1945 wurden 18 ha an den Reichsfiskus verkauft (Flugplatz). 1960 waren von den 266 ha 257 ha verpachtet. In der Land- und Forstwirtschaft waren 2011 nur mehr 9 Personen beschäftigt. 2001 waren es noch 21. Auch der Anteil des sekundären Sektors ging mit 192 Personen leicht zurück. Gewerbe und Handel hatten in Trausdorf aber nie eine große Rolle gespielt. 1956 etwa gab es je einen Maler, Wagner und Schmid, je zwei Tischler, Kleidermacher, Frisöre, Bäcker und Fleischer und 4 Müllner. Im Dienstleistungsbereich arbeiteten 2011 bereits 711 Personen, mit stark steigender Tendenz.. Davon waren 133 Personen im Handel und 333 in sozialen und öffentlichen Diensten beschäftigt.

Entwicklung nach 1945

So wie in den meisten Gemeinden war der Aufbau der Infrastruktur die wichtigste Aufgabe, besonders der Straßenbau und die Kanalisation. Viele dieser Aufgaben wurden in der finanzschwachen Gemeinde durch den Einsatz der Gemeindebürger gleistet. Auch die Anfänge des Wasserleitungsbaues wurden 1961/52 auf diese Weise bewerkstelligt. Unter Bürgermeister Krajasich musste das Volksschulgebäude vollständig saniert werden. Der Ausbau der Seen -ursprünglich Schotterteiche - wurde zu einer zweischneidigen Angelegenheit, weil zunächst nur Zweitwohnungsbesitzer ansässig wurden. Beim Esterhazy-See entstanden etwa 400 Wohneinheiten, beim Berger-See im Eigentum der Gemeinde etwa 180 180 Wohneinheiten. Die Nachfrage nach Bauparzellen war im Dorf groß. So wurden 1963 bis 1970 etwa 200 Bauplätze geschaffen und auch die entsprechenden Gemeindestraßen, die ab 1966/67 asphaltiert wurden. 1962 wurde ein Teil des Flugplatzes zurückgekauft. Für die Bauern wurde eine Spritzanlage errichtet. Nicht nur für die Bauern, auch für die zunehmende Freizeitnutzung war der Ausbau der Wege erforderlich. Eine Leichenhalle wurde errichtet.

Das Ortsbild wurde durch das Zuschütten des Mühlbaches verändert. Ende der 1970er Jahre wurde die Kanalisation in Angriff genommen und unter Bürgermeister Gollubits in den 1980er Jahren abgeschlossen. Schon 1977 hatte sich die Gemeinde dem Gemeinschaftsprojekt Eisbachtal angeschlossen. Ein Kimdergarten für zwei Gruppen wurde neu gebaut, eine Gemeindebücherei eingerichtet. Die Schule wurde renoviert und modernisiert, ebenso das Arzthaus. In den 1980er Jahren wurden Gemeindestraßen, Gehsteige und Wege saniert, ebenso die Straßenbeleuchtung und die Stege über die Wulka. Der Ortsbildgestaltung diente die Neugestaltung der Durchzugsstraße. 1988 war dann die Papstmesse auf dem Flugfeld ein Höhepunkt in der Dorfentwicklung.

Unter Bürgermeister Berger wurden weitere Straßenzüge asphaltiert und Grünanlagen geschaffen. Der Streit um die Nutzung des Flugplatzes konnte endgültig beendet werden. Es gelang der Gemeinde, die hohen Schulden, die vor allem durch den Kanalbau seit 1978 aufgelaufen waren, allmählich abzubauen. Für Freizeit und Sport wurden neue Anlagen, etwa Tennisplätze, geschaffen. Ein neues Feuerwehrhaus wurde gebaut.

Politische Entwicklung

Die Bürgermeister der Zwischenkriegszeit waren Kerlich Matthias 1921-1927, Krajasich Karl 1928-1931 und Gusich Josef 1933. Die Vaterländische Front setzte Kuzmich Adalbert als Bürgermeister ein, die NSDAP 1939-1944 Johann Türk und 1945 Hergovich Stefan.

1946 -1950 war Paul Pintarich Bürgermeister, 1950 bis 1958 Hergovich Franz von der SPÖ und dann über lange Zeit, von 1958 bis 1978, Krajasich Stefan. Er und sein Nachfolger Gollubits Rudolf (bis 1987) gehörten der SPÖ an. Mit Barilich Anton wechselte das Bürgermeisteramt für kurze Zeit (1987-1989) zur ÖVP. Johann Berger (bis 1992) kam wieder aus den Reihen der Sozialdemokratie.

Die Gemeinderatswahlen seit 1997 brachten eine zunehmende Stärkung der SPÖ von 9 auf 14 Mandate. Die ÖVP stagnierte bei 7 bzw. zuletzt 6 Mandaten. Die FPÖ errang 2017 wieder ein Mandat. Die Grünen kandidierten nur 2012,blieben aber ohne Mandat. Die Parteiunabhängige Liste für Trausdorf, die lange ein Mandat hatte, verlor dieses 2017.

Bürgermeister ist Viktor Hergovich, der 2017 mit 71,19 % der Stimmen bestätigt wurde. Aus Trausdorf kommt auch Robert Hergovich, seit 2008 Landtagsabgeordneter der SPÖ und seit 2015 Klubobmann.

Kirche und Schule

In der Visitation von 1641 wird eine Rundkapelle zu Ehren des Hl. Erzengels Michael erwähnt. In der Visitation von 1713 wird sie als "Capella antiquissima" bezeichnet. Das scheint ein Beweis für die Existenz einer mittelalterlichen Pfarre zu sein. Im 12. und 13. Jahrhundert entstanden solche Rundkapellen in den Friedhöfen neben den Pfarrkirchen.

Erster namentlich bekannter Pfarrer war Marx Latitsch. Die Bemühungen des Eisenstädter Pfandherrn Weispriach, die Kroaten mit Hilfe des Predigers Stephan Consul für die Lehre Luthers zu gewinnen, erwiesen sich als erfolglos. Consul beklagte sich in Briefen über den "Aberglauben und das störrische Wesen" der katholischen Kroaten. Um das beträchtliche Erbe des Pfarrers Latitsch gab es eine heftige Auseinandersetzung zwischen der Kirchlichen und der weltlichen Obrigkeit. Laut Visitationsbericht besaß der Pfarrer ein ganzes Lehenshaus mit 32 Joch Acker, mehrere Weisen und einen Achtelweingarten. Von den Bauern bekam er Korn und Hafer und den 16.Teil des Zehents und natürlic auch die Stolgebühren. Auch die Pfarre war mit 4 Weingärten und 4 Joch Acker, einer Wiese und einem Fischwasser am See gut ausgestattet. 1597 war Johann Waranits Pfarrer, ab 1600 Lorenz Vistokhi.

Nach dem Visitationsbericht von 1680 soll die Kirche 1614 erbaut worden sein, der Visitationsbericht von 1713 vermerkt aber, dass sie 1627 geweiht wurde. Es könnte sein, dass der Neubau erst 1627 durchgeführt wurde. 1646 vermachte der Raaber Domherr und spätere Erzpriester von Ödenburg Nikolaus Paulesich seinem Bruder Gregor in Trausdorf zwei Weingärten in Klingenbach und drei Mühlen an der Wulka. 1648 begann Pfarrer Matthäus Boinichich mit der Führung von Matriken. Es folgten Paul Paulesich und Gregor Zemlyak. Unter Nikolaus Plemensich erlitt die Pfarre 1683 schweren Schaden durch die Türken. 1713 besaß die Pfarre drei Weingärten mit 65 Pfund und zwei Fischwässer. 1744 erhielt die Pfarre vom Raaber Domherrn Matthias Barilits eine Stiftung von 1000 Gulden. 1744 wurde die Annakapelle von einem Soldaten Bartholomäus Radkovics zum Dank für die Errettung im Kampf gegen die Türken gestiftet. Unter Pfarrer Michael Pallisch wurde ab 1764 die heutige Pfarrkirche gebaut, die Rundkapelle wurde abgerissen. Laut Visitation von 1757 verfügte die Kirche über ein ausgeliehenes Kapital von 4000 Gulden, zumeist aus Stiftungen der Geistlichen. Unter Michael Bugnar wurde der Kirchenbau vollendet und vom Ödenburger Stadtpfarrer Georg Primes geweiht. 1769 wurde der Turm fertiggestellt. 1829 wurde der Pfarrhof neu gebaut. Unter den Priestern war Thomas Jordan 1858 - 1874 von besonderer Bedeutung. Er war der Verfasser einer "Christkatholischen Handpostille" in kroatischer Sprache ("Osliper Buch"). Jordan war auch Dechant und ab 1874 Raaber Domherr.

Die Kirche wurde 1899 und 1955 renoviert. 1955 wurde ein Kindergarten errichtet und von den Töchtern des göttlichen Erlösers betrieben. Der Kindergarten war in dem Haus, in dem der spätere Bischof DDr. Stephan Lásló seine Jugend verbrachte, eingerichtet. Lásló war im Alter von zwei Jahren nach dem Tod seines Vaters, der im Ersten Weltkrieg fiel, aus Preßburg mit seiner Mutter nach Trausdorf übersiedlt. Die Mutter stammte aus Trausdorf und wurde dort Volksschullehrerin. Am 11. 11. 1956 wurde DDr. László in der Stadtpfarrkirche Eisenstadt zum Bischof geweiht. Höhepunkt seiner bischöflichen Laufbahn war der Papstbesuch am 24. 6. 1988. Ende 1992 wurde das Rücktrittsersuchen Lászlós angenommen und Generalvikar Paul Iby zum Nachfolger ernannt. Bischof László starb am 8. 3. 1995. Seine letzte Ruhestätte befindet sich in einer Krypta im Eisenstädter Dom.1961 verlieh ihm der Gemeinderat von Trausdorf die Ehrenbürgerschaft. Ebenso wurde der Hauptplatz im Gedenken an den großen Sohn der Gemeinde in DDr. Stefan Laszloplatz umbenannt. An der Ostseite der Pfarrkirche erinnert ein Bronzerelief an den Oberhirten der Diözese Eisenstadt.

Einen großen Tag erlebte die Gemeinde Trausdorf am 24. Juni 1988. Rund ein Jahr vor dem Fall des Eisernen Vorhanges zelebrierte Papst Johannes Paul II. eine Messe auf dem damaligen Gelände des Flugplatzes Trausdorf vor rund 100.000 Gläubigen. Es waren auch zahlreiche Katholiken aus dem benachbarten Ausland, vor allem aber aus Ungarn und der Slowakei, nach Trausdorf gekommen. In seiner Ansprache erinnerte der Papst vor allem an die Brückenfunktion Österreichs zwischen West und Ost. Noch heute erinnert am Gelände der Hutweide ein weithin sichtbares Kreuz an dieses Ereignis.

Ein Schulgebäude ist schon in den Urbaren des 16. Jahrhunderts erwähnt. 1641 hatte der Schulmeister ein gut gebautes Schulhaus zur Verfügung. 1651 besuchten aber kaum Kinder die Schule. 1713 war ein Nikolaus Bernedics Schulmeister, der in deutscher und kroatischer Sprache unterrichtete. Im Sommer hatte er aber nur einige Schüler. Vor 1856 wirkte in seinem Privathaus Johann Skarich, der in acht Jahren beim Militär lesen, schreiben und rechnen gelernt hatte, in der Winterzeit als Lehrer. 1856 wurde ein Schulhaus mit zwei Klassenzimmer, 1913 ein dreiklassiger Neubau errichtet. 1932 wurde in der Lehrerwohnung eine vierte Klasse eingerichtet. 1938 wurde die konfessionelle Schule in eine staatliche Volksschule umgewandelt.

source: wikipedia
ortslage

 

Quellen

  • Pittioni, Richard: Ein keramischer Hortfund der frühen Bronzezeit aus Trausdorf, Niederdonau. In. Germania 24, 1940

  • Krajasich Peter: Das „Dorf Trauerstorf” in der Beschreibung der Herrschaft Eisenstadt aus dem Jahre 1802 Burgenländische Heimatblätter 1991/2

  • Die Pariser Mühle in Trausdorf. Burgenländische Heimatblätter 1962

  • Prickler, Harald: Castellum Paris und Pfeiferei. Burgenländische Heimatblätter 2001