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Ein Ort auf dem Gebiet des heutigen Oberrabnitz wurde erstmals 1279 als „villa Rebca“ urkundlich erwähnt. Dabei handelte es sich aber wahrscheinlich um das Gesamtgebiet der heutigen Region Unterrabnitz - Schwendgraben - Oberrabnitz und Karl. Die erste schriftliche Erwähnung eines Dorfes Rabnitz kennen wir aus einer Schenkungsurkunde, die am 1. März 1279 in Neckenmarkt von Laurentius aus der Familie Aba (Athinai) ausgestellt wurde:
„Wir, Laurencius, Sohn des Grafen Laurencius, tun kund und zu wissen allen Menschen durch vorliegende Urkunde, dass wir um des Seelenheils unseres teuersten Vaters willen unseren Besitz namens Lembach, im Grenzgebiet zu Deutschland zu gelegen, dem Abt den Brüdern von Marienberg zu dauerndem Besitz schenken, auf dass die Gott anbetenden Mönche umso eifriger für das Seelenheil unseres daselbst begrabenen Vaters ihre Stimme zum Lobe des Schöpfers aller Dinge erheben.“

Als Nachbarbesitzer wird Peter, Sohn des Stephan, Sohn des Beze genannt. Sein Besitz umfasste Rebcze (Oberrabnitz) und Keryl. Sie gehörten zum "castrum de Jewa" zur "Possessio de Iewa in medio Possessionem dicti cimitis Laurentii in Luchman". Die kleine Burg Iewa auf dem Gebiet des heutigen Weingraben wurde noch im Mittelalter aufgegeben. Oberrabnitz bildete mit Unterrabnitz und Schwendgraben über Jahrhunderte eine besitz- bzw. landschaftliche Einheit, die sich bis heute in der mundartlichen Bezeichnung „in da Ramaz“ erhalten hat. Peter, Sohn des Stefan, Sohn des Beze, stammte wahrscheinlich aus der Familie, die sich „Répcefoi“ nannte. Das Kleinadelsgeschlecht hatte seinen Sitz wahrscheinlich in einem Kastell in Unterrabnitz. 1454 wird erstmals ein Oberes und Unteres Rabnitz erwähnt, im Zuge der Teilung des Gebietes durch die beiden Erben Albrecht und Christoph von Pottendorf. In den folgenden Jahren wechselte Oberrabnitz immer wieder die Besitzer. Dabei kommen in diversen Urkunden folgende Besitzer vor: Mischullinger, Weidischhofer, Christoph von Puchheim, Erasmus von Puchheim, Gregor Horváth von Petrinja, Nikolaus Oláh (Besitzer der Herrschaft Landsee), Ambros und Gregor Beiczy, Moses Cziráky, Graf Paul Esterházy. Zeitweise gab es in Oberrabnitz auch mehrere Grundherrn. 1558 hatten Nikolaus Olah von Landsee - Lackenbach und Erasmus von Puchheim Anteile. Ab 1559 gehörte Oberrabnitz zur Herrschaft Landsee. 1600 vernichtete ein Graßbrand nahezu den ganzen Ort. 1612 erwarb Nikolaus Esterhazy durch Heirat mit Ursula Dersffy die Grundherrschaft Landsee - Lackenbach und damit auch Oberrabnitz.

Karl wird im 17. Jahrhundert Kallö, Kadri, Carloot genannt. Der Ort hatte eine der Hl.Katharina geweihte Kapelle . Vor 1651 wurden Kirche und Friedhof neu errichtet. 1674 hatte die Kirche ein gewölbtes Sanktuarium und ein hölzernes Türmchen, eine steinerne Kanzel und zwei nicht geweihte Altäre. 1676 wurde Karl von den Esterhazy der Herrschaft Landsee eingegliedert. 1788 wurde Karl der Lokalkaplanei Oberrabnitz angeschlossen, die 1807 eine Pfarre wurde.

Die ursprüngliche Anlage von Oberrabnitz war ein Waldhufendorf. Die Siedlung lag näher an der Rabnitz. Die Flussufer waren sumpfig. Bei Unwettern trat der Bach oft über die Ufer und überschwemmte das Land. Anfangs konnte nur das etwas höher gelegene Gelände erschlossen werden. Es entstand ein einzeiliges Straßendorf. Im Laufe der Zeit wurde der Fluss durch Arbeiten am Flussbett verlegt. Es entstand eine neue Häuserzeile (Kurze Zeile), Oberrabnitz wurde zu einem zweizeiligen Straßendorf.

Im Jahre 1588 wurden 4 1/2 Bauernporten, 4 öde Sessionen und 17 Söllnerhäuser gezählt. 1600 wütet die Pest in Oberrabnitz; 5 Häuser veröden. Im selben Jahr vernichtet ein Feuer 6 Häuser im Folgejahr 9 Häuser. 1640 werden folgende Bauern namentlich angeführt: 4 Pfneissl, 2 Larnsack, 2 Hendling, 2 Liebentritt, 2 Poldermann, je 1 Wolff, Seidl, Haas, Haigl, Pleyer, Pauner, Windisch, Senft Zaig, Tschirtz, Schwarz, Olber, Gober, Kipfl, Pfoller, Frühwirth, Gmeiner. Es gibt 2 Hüterhäuser, 1 Schmiede und 2 Mühlen. Sebastian Pleyer wird als Richter angeführt. 1556 wird erstmals eine herrschaftliche Mühle erwähnt. 1640 werden zwei Ortsteile genannt, die Untere Zeile mit 19 Häusern und die Obere Zeile mit 9 Häusern. Während des Türkenzuges von 1683 erlitt der Ort schwere Schäden, 29 Häuser brannten ab.

Bis in das 18. Jahrhundert gehörten Oberrabnitz und Schwendgraben als Filialen zur Pfarre Unterrabnitz, Karl zur Pfarre Draßmarkt. 1746 wurde eine eigenen Kirche errichtet, 1781 eine eigene Schule. 1788 wird die Pfarre Oberrabnitz im Zuge der josephinischen Refirmen errichtet. Karl war eine Filiale. 1802 wurde der Pfarrhof errichtet. 1832 staben 29 Menschen an der Cholera. Zum Andenken an die Opfer der Cholera wurde an der Hottergrenze zu Karl das Cholerakreuz errichtet. 1837 begann man mit dem Bau der heutigen Kirche. 1847 wurde der Turm renoviert und erhielt seine heutige Form. 1912 wurde eine Orgel angeschafft. Renovierungen fanden 1987, 1992 und 2005 statt. Die Leichenhalle bei der Kirche wurde durch eine neue im Friedhof ersetzt. Seit 1989 gehört der Ort zum Pfarrverband Draßmarkt - Oberrabnitz - Karl.

Die Auswanderung nach Amerika erfasste auch Oberrabnitz. Die ersten Oberrabnitzer zogen vor allem in den Mittleren Westen nach Dakota, Minnesota und Nebraska.

1781 wurde ein Schulgebäude errichtet, 1782 ein Kantorlehrer angestellt. Die Schule war viel zu klein, die Lehrerwohnung desolat. Es war schwer, einen Lehrer im Dorf zu halten. Die Bauern waren auch nicht bereit, die drei Joch Grund des Lehrers in Robot zu bearbeiten. 1893 wurde eine neue Schule "bei den Linden" gebaut. Die eigene Volksschule bestand bis 1969. 1869 wurde eine neue Volksschule zwischen Oberrabnitz und Karl gebaut. 2005/6 wurde diese Volksschule geschlossen, das Gebäude wurde zu einem Veranstaltungszentrum.

1890 wurde die Ortsfeuerwehr gegründet.. 1894 kam es zu einem katastrophalen Großbrand, der den Großteil des Ortes verwüstete. 39 Wohnhäuser und 45 Wirtschaftsgebäude brannten ab. 1908 wurde die Raiffeisenkasse Oberrabnitz gegründet, 1928 die Raiffeisenkasse Oberrabnitz als Kreditgenossenschaft neu eingerichtet. Schon sehr früh, 1876, bestand ein "Feuer - Verein". 1890 fand die Neugründung des "Oberrabnitzer Freiwilligen Feuerwehrvereins statt. Das alte Gerätehausdient heute als kleines Feuerwehrmuseum. Auch in Oberrabnitz wurde ein neues Feuerwehrhaus gebaut. Ein Oberrabnitzer Feuerwehrmann machte eine beachtliche Karriere. Ing. Manfred Seidl wurde Landesfeuerwehrkommandant, Leiter der Landesfeuerwehrschule und schließlich 1998 bis 2008 Präsident des Österreichischen Bundefeuerwehrverbandes.

1910 erreicht Oberrabnitz mit 434 Einwohnern seinen höchsten Bevölkerungsstand. 17 Oberrabnitzer werden Opfer des 1. Weltkrieges und 21 fielen im Zweiten Weltkrieg.

Oberrabnitz hat ein äußerst reges Musikleben. Schon im 19. Jahrhundert bestand eine Blasmusik, gefördert vom damaligen Kantorlehrer Josef Berghofer. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine Blasmusikkapelle und daraus entwickelten sich mehrere Ensembles wie "Musica Historica, ein Bläsrer- und ein Klarinettenensemble sowie die Musikgruppe "Fantasy" Es besteht auch eine Theatergruppe.

1952 Oberrabnitz wird ans öffentliche Stromnetz angebunden. 1960 Renovierung und Erweiterung des Friedhofes. 1971 wird Oberrabnitz gemeinsam mit der Nachbarortschaft Karl zu Drassmarkt eingemeindet. 1990 Renovierung des alten Gerätehauses.1991 überflutet ein Hochwasser Oberrabnitz. 1996 Das neue Feuerwehrhaus wird eingeweiht. 2004 Gründung der Energiegenossenschaft „Dorfenergie Oberrabnitz".2009: Das neue Sportplatzgebäude und der sanierte Sportplatz werden eröffnet. 26./27. 05. 2010: Oberrabnitz wird von einem noch nie dagewesenen Hochwasser heimgesucht.
Die Rabnitz verwandelt sich entlang der gesamten Ortschaft hinter den Häusern in einen See. 2015: Die Brücke über die Rabnitz wird generalsaniert. Frühjahr 2016: Das Becken der Rabnitz wird generalsaniert, die alten Bäume größtenteils gefällt und neu gepflanzt. 2017: Fertigstellung der Renovierung der Kirche, mit neuem Außenputz . 2018: Nach über 100 Jahren schließt die Raiffeisenbank in Oberrabnitz.2019: Baubeginn der Wohnungen neben dem Veranstaltungszentrum

Bürgermeister von Oberrabnitz waren bis zum Anschluss an Draßmarkt:1945-1950 Josef Fraller (ÖVP), 1950-1954 Johann Liebentritt (ÖVP) ,1954-1967 Stefan Hettlinger (ÖVP) , 1967-1970 Stefan Puhr (ÖVP)

 
thumb grundkarte nord loipersbach

 

Quellen

  • Eine Zeitreise durch Draßmarkt Karl und Oberrabnitz. Ortschronik der Marktgemeinde Draßmarkt. 2014