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person

Josef Palham

 

 

Er stammte aus einer Eisenstädter Bauernfamilie. Nach der Volksschule besuchte er die Bürgerschule und anschließend die Realschule in Ödenburg. 1922 wechselte er nach dem Anschluss des Burgenlandes an Österreich an die Realschule in Wr. Neustadt, wo er maturierte. Er studierte zunächst an der technischen Hochschule in Wien, wechselte dann aber an die Universität, wo er sein Studium mit dem Lehramt für Mathematik und Physik abschloss.

Schon 1931 trat Palham während des Studiums in Wien der NSDAP bei und bald darauf auch der SA. 1932 stellte er in Eisenstadt eine SA-Gruppe auf. Nach dem Verbot der Partei 1933 übernahm er sie Führung des SA-Sturmbannes I/76. 1934 wurde er Führer der Standarte 76 und ein Jahr später der Brigadeführer der neu errichteten "SA-Brigade Burgenland". Außerdem war er kommissarischer Leiter des Parteikreises Burgenland-Nord. 1933 bis 1935 wurde er wiederholt in Untersuchungshaft genommen und kam in Polizeihaft und auch in das Anhaltelager Wöllersdorf. 1936 musste er unter starkem Verfolgungsdruck seine politische Tätigkeit vorübergehend einstellen.

Bei der Machtübernahme der burgenländischen Nationalsozialisten am 11.03.1938 sielte er eine wichtige Rolle. Gauleiter Portschy ernannte ihn zum Landesstatthalter, zuständig für Schulen, Kultus, Kunst und Wissenschaft. Dieses Amt behielt er bis zur Auflösung des Landes. Daneben erhielt er den Rang eines SA - Oberführers. Im Gau Niederdonau wurde er Gauamtsleiter von Oktober 1938 bis April 1940. 1940 rückte Palham freiwillig in die Wehrmacht, zur Luftwaffe, ein. Er war im Balkanfeldzug, dann an der Ostfront und ab 1942 in Norwegen und Finnland eingesetzt. 1945 geriet er in Narwick in britische Kriegsgefangenschaft.

Dioe Briten überstellten Palham nach Österreich, wo er in den Lagern in Wolfsberg, Weisenstein, im Gefängnis Graz Karlau und schließlich in Wien interniert war. 1948 wurde er vom Landesgericht Wien wegen seiner NSDAP-Funktionen zu zweieinhalb Jahren Kerker verurteilt. Nach seiner Freilassung musste er als Landarbeiter und dann als Angestellter der Siegendorfer Zuckerfabrik arbeiten. 1952 bis 1957 war er Büroangestellter beim Wasserbauamt Schützen am Gebirge. Ab 1957 konnte er dann nach der endgültigen Amnestie wieder als Lehrer an der Handelsakademie Eisenstadt arbeiten. 1974 ging er in Pension.

Daten

* 14.12.1905 in Eisenstadt
† 21.11.1988 in Eisenstadt

 

Politiker der NSDAP, Landesstatthalter

 

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Quellen

  • Schlag Gerald (Hg.) Burgenland. Geschichte, Kultur und Wirtschaft in Biographien.