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Ortsname

  • Bolvo 1331
  • Walho 1365 und später
  • Walfaw 1455
  • Wolfaw 1378
  • Valho 1481
  • Walfo 1496
  • Wollfaw 1497
  • Wolfau 1540

Der Ortsname ist wohl kaum von den Wölfen in der Lafnitzau abzuleiten. Am wahrscheinlichsten ist, dass er auf einen Ortsgründer oder Besitzer zurückgeht. In der Familie der Güssinger kommt der Personenname Wolfer vor. Eher unwahrscheinlich ist die Ableitung von "Walchenau", von Walchen oder Welschen, also romanischen Siedlern.

Urgeschichte

In Wolfau ist eine Sandgrube eine wichtige paläontologische Fundstätte. Schon seit dem  ausgehenden 19. Jahrhundert wurden immer wieder Knochen von Mastodon und einem hornlosen Nashorn aus dem Unter-Pannon gefunden. Neuerliche Funde in der Zwischenkriegszeit kamen in das Burgenländische Landesmuseum.

Das Gebiet an der Lafnitz wurde in der mittleren Jungsteinzeit, im 5. Jahrtausend v. Chr. besiedelt. Der frühgeschichtliche Siedlungshorizont ist durch dicke Schwemmschichten überdeckt, sodass bisher nur wenige Funde gemacht wurden. 1992 konnten unterhalb der Basis eines römerzeitlichen Hügelgrabes in den Oberlafnitzwiesen Tonscherben aus der späten Lengyelkultur (ca. 4000 v. Chr.) geborgen werden. Funde aus der Bronzezeit und Eisenzeit  sind  in Wolfau gemacht worden. Der Ringkogel bei Hartberg war in der Eisenzeit sogar befestigt.

Aus der römischen Kaiserzeit, aus dem 1. bis 3. nachchristlichen Jahrhunderten, sind sehr viele Hügelgräber bekannt, besonders im Lafnitzwald, Stockwald und Mooswald. Sie sind in Gruppen oder großen Hügelgräberfeldern angeordnet, bevorzugt an Altwegen. Die Einbauten der Aschegräber sind aus Holz, häufiger aus Stein. Die Grabhügel zwischen Loipersdorf und Wolfau waren schon im 19. Jahrhundert bekannt. Auf einem broßen Kongress 1876 in Budapest berichtete der Altertumsforscher Florian Romer darüber. Romer wurde vermutlich von Andreas Renner, dem damaligen evangelischen Pfarrer von Markt Allhau, auf die Hügelgräber hingewiesen. Bald darauf wurden erste Ausgrabungen vorgenommen. Die Funde gelangten in das Savariamuseum in Steinamanger, 1982 begann der Landesarchäologe Karl Kaus mit der systematischen Vermessung und Kartierung, da der Bau der Südautobahn bevorstand. Insgesamt wurden 57 Hügelgräber erfasst. Die Hügel haben eine Höhe von 1 bis 3 Meter und einen Durchmesser von 10 bis 20 Meter. Die vier Hügel, die direkt auf der Autobahntrasse lagen, wurden 1983 untersucht. Einer davon wies eine besonders schöne, bienenkorbartige Steinsetzung auf. 1992 wurden zwei Hügel auf den Lafnitzwiesen ausgegraben und dabei eine besonders schöne Dreifußschale gefunden. In Wolfau befinden sich Grabhügel in der Ried Reil.Dort wurde ein Steinsarkophag mit Bestattungsresten und einem Tongefäß gefunden. 1934 grub Karl Ulbrich auf den Thörwiesen einen Grabhügel aus. Auf dem Boden befanden sich eine kreisrunde Steinplatte mit 1,5 bis 2 m Durchmesser  und eine zweite Steinplatte mit der Darstellung einer Opferszene. Nicht weit davon entfernt wurde ein Männerkopf aus Stein gefunden.


Mittelalter

Das Gebiet an der mittleren  Lafnitz  wurde in der Völkerwanderungszeit von Slawen dünn besiedelt und nach der Eroberung durch die Franken von Adeligen und Bauern aus dem Westen erschlossen. Zu den karolingerzeitliche Orten zählt das 864 genannte Wisitindorf an der Lafnitz, Es wird bei Rohrbach an der Lafnitz, aber auch mit guten Argumenten bei Markt Allhau vermutet (Johann Ritter).

Nach der Niederlage der Ungarn auf dem Lechfeld wurde auf steirischer Seite von den Traungauer Grafen (Ottokare) kolonisiert, auf der ungarischen Seite von eingewanderten Adeligen aus dem Westen, allen voran von den Güssinger (Günser) Grafen. Viele ihrer steirischen Gefolgsleute errichteten kleine Ritterburgen.

 Im Jahre 1257 verlieh König Bela IV. dem Georg, Sohn des Olper (=Wolfer), den Besitz Erunsd in der Größe von 10 HUfen  an der Grenze zur Steiermark, im Tausch gegen den Ort Ablánc bei Güns. Erunsd oder Erusd (1331) leitet sich vom ungarischen ´"erös" (=scharf, stark, mächtig) ab und verweist auf einen Festungsbau. Nach der Grenzbeschreibung lag Erunsd im Südteil des heutigen Hotters von Allhau. Wo der Festungsbau bzw. der "Turm" lagen, ist unbekannt. Der Wald östlich der Brunnäcker käme in Frage.

1331 werden sowohl Erösd wie Allhau genannt. Sie waren also nicht identisch.  Erösd  lag zwischen Wolfau und Allhau. 1365 bestand Erösd nicht mehr. Die Bevölkerung übersiedelte vielleicht in das günstiger gelegene Allhau oder nach Wolfau. Es wäre auch denkbar, dass Erösd lediglich eine Grenzwächtersiedlung war.

Die Besitzer von Erösd/Allhau und Schachen, die Brüder Georg und Tyba, benannten sich nach ihrem Stammsitz Köveskút (=Steinbrunn), einem Ort nördlich von Steinamanger. Ihr Vater Olper (Wolfer) war der Gründer des Dorfes Olbendorf und der Erbauer der dortigen kleinen Ritterburg. Die Herren von Köveskút blieben bis in das 15. Jahrhundert im Besitz der Region Buchschachen - Markt Allhau. Ihre Personennamen legen nahe, dass sie deutscher Abstammung waren: Georg, Tyba = Diwald, Wolfer, Ek = Eckhard. Es wurde sogar vermutet, dass sie ein Seitenzweig der Güssinger (Günser) waren. Mit Sicherheit waren sie aber Gefolgsleute bzw. Dienstleute der Güssinger.

1365 scheint Wolfau unter dem Namen Walho auf. Walfaw findet sich erst in einer Urkunde aus dem Jahre 1455. Die magyarische Schreibweise war Balfo 1496, Bolfö 1538, Balhó  und Bolfau 1773. Später übersetzten die Magyaren das deutsche Wolfau zu Vasfarkasfalva. An den Ortsnamen knüpfte Fritz Zimmermann Spekulationen  (Die vormagyarische Besiedlung des burgenländischen Raumes, Burgenländische Forschungen 27). Er meinte, der deutsche Name Walchenau wäre von den Magyaren mit Valhó gebildet worden. Er konstruierte daraus eine vormagyarische Besiedlung durch "Walchen", also Römer bzw. Romanen an der Lafnitz..

Im Kampf zwischen König Stefan V. und Przemysl II. Ottokar schlossen sich Peter von Schachen, sein Sohn Wolfer und sein Bruder Eck dem Böhmenkönig an. Zusammen mit den Friedberger Rittern unternahmen sie einen Einfall in Ungarn. Georg von Köveskút, der Besitzer von Allhau, stellte sich ihnen entgegen und nahm Peter und seine Leute gefangen. Dafür bekam Georg vom König auch Buchschachen geschenkt. Die Anlage auf dem Schlossriegel blieb bis in das Spätmittelalter adeliger Wohnsitz und einer der Mittelpunkte der Landschaft, die man im 16. Jahrhundert die "deutsche Gegend" nannte und die Allhau, Buchschachen, Loipersdorf, Kitzladen und später auch Wolfau umfasste. Vielleicht noch unter Georg, wahrscheinlich aber unter seinem Sohn Posa oder seinem Enkel Paul wurden auf dem Gebiet von Buchschachen die neuen Dörfer Kitzladen und Loipersdorf angelegt. In Kitzladen wurde die neue Pfarrkirche St. Jakob gebaut. Zu dieser Pfarre gehörten auch Allhau, Buchschachen und Loipersdorf. Zuvor hatte das ganze Gebiet zur Pfarre St. Peter in Pinkafeld gehört.

1365 teilten die Brüder Johann und Nikolaus, die Söhne des Paul, ihren Besitz (die Dörfer Köveskut, Acsad, Wolfau, Allhau, Buchschachen, Kitzladen und Loipersdorf). Man kann von einer Kleinherrschaft Buchschachen sprechen. In der Teilungsurkunde werden zwei Burgstellen in Buchschachen und eine in Allhau genannt. In Allhau, Buchschachen, Loipersdorf und Kitzladen gab es je eine dreigängige Mühle. In Wolfau wurde eine Maut eingehoben. Die Mautstelle wurde noch im Spätmittelalter nach Allhau verlegt. Noch im Mittelalter entstand außerhalb des Dorfes Allhau auf dem Anger eine Kirche. Sie war eine Filialkirche von Kutzladen bzw. später von Wolfau.

Die Teilung blieb bis in das 15. Jahrhundert bestehen. Der Anteil des Nikolaus, genannt "Dallus" (dallos =der Sänger) kam an seinen Sohn Job (Justus), von ihm an seine Schwestern Barbara, Martha und Bynthel, 1415 setzte sie König Sigismund in Sohnesrechte ein. Später ging der gesamte Besitzteil an Bynthel und deren Gatten Peter von Csorna über (1446). Der Johann - Anteil kam an dessen Sohn Georg und dessen Tochter.

1455 gab Ladislaus Postumus dem Domkapitel von Preßburg den Auftrag, den Johann von Pielach in den Besitz des Johann - Anteils einzuführen. Pielach stand im Dienst der Habsburger und der ungarischen Verwaltung und bekam das Dorf Jois. Wie er in den Besitz der Köveskúter Dörfer kam ist unbekannt. Entweder heiratete er in die Familie ein oder der Besitz fiel an die Krone und wurde neu vergeben. Sie kamen dann in den Besitz des Söldnerführers Berthold II. von Ellerbach und 1462 schenkte sie Matthias Corvinus seinem Mundschenk Georg von Turoc, den Verlobten der Christina von Csorna, die eine Tochter des Peter von Csorna war. 1478 verkauften auch Christina von Csorna und ihre Schwester Katharina ihren Anteil an um 3000 Gulden an Johann von Ellerbach. Schließlich kauften die Brüder Wilhelm und Jörg Baumkircher, die Söhne des Andreas Baumkircher, 1482 die Orte von den Ellerbach und schlossen sie ihrer Herrschaft Schlaining, zu der auch bereits das benachbarte Grafenschachen gehörte, an. .Nachdem Wilhelm Baumkircher im Jahre 1492 starb, verpfändete sein Bruder, Freiherr Georg, der geldbedürftig geworden war, im Jahre 1497 die fünf  Dörfer von Wolfau bis Loipersdorf um 1400 ungarische Gulden dem Jörg von Rotal, Freiherrn von Thalberg. 1497 verpfändete Georg Baumkircher die "deutsche Gegend) mit Allhau, Buchschachen, Wolfau, Loipersdorf, Grafenschachen und Kitzladen um 1400 Gulden an den steirischen Adeligen Georg von Rottal. Dieser besaß damals die Burgen Kirchberg und Thalberg. 1515 befanden sie sich noch im Pfandbesitz, da sie im Schlaininger Urbar von 1515 nicht erwähnt werden. Sie müssen aber noch vor 1538 rückgängig gemacht werden. Die Verpfändung dürfte nach dem im Jahre 1501 erfolgten Tode des Georg Baumkircher, Freiherrn auf Schlaining, von der Erbin Barbara Baumkircher, Tochter des Wilhelm und verehelichten Stubenberg, rückgängig gemacht worden sein. Seit 1482 gehörten die 5 Dörfer stets zur Burg und Herrschaft Schlaining

Der Weinbau spielte  eine wichtige Rolle.  H. Prickler nahm in Wolfau eine Weinbaufläche vobn bis zu 220 ha an. Im Spätmittelalter wurden in Allhau und Wolfau große herrschaftliche Eigenweingärten angelegt. 1540 besaß die Herrschaft einen 40 Tagwerke großen Eigenweingarten. Beide Herrschaftsweingärten zusammen lieferten im Jahresdurchschnitt ca.5 Fass Wein (5436 Liter). Zusammen mit dem Bergrechtswein musste der Eigenwein während der Verpfändung nach Thernberg in den Burgkeller gebracht werden . An den herrschaftlichen Weingarten in Wolfau erinnert der Riedname Radtaler (Rottaler). Im 16. Jahrhundert begannen die steirischen Stände gegen den übermäßigen Weingartenbesitz im "Ungarischen" zum Schutz des steirischen Weinbaues vorzugehen. Das hatte einen deutlichen Rückgang zur Folge.
 

Frühe Neuzeit

1497 wurde die "Deutsche Gegend" von Georg Baumkircher mit den Dörfern Allhau, Buchschachen, Wolfau, Loipersdorf, Grafenschachen und Kitzladen um 1400 Gulden an den steirischen Adeligen Georg von Rottal verpfändet. Dieser besaß damals die Burgen Kirchberg und Thalberg. 1515 befanden sie sich noch im Pfandbesitz, da sie im Schlaininger Urbar von 1515 nicht erwähnt werden. Wann sie ausgelöst wurde und wieder an die große Doppelherrschaft Rechnitz - Schlaining zurückfiel ist nicht belegt. 1538 gehörten die Dörfer jedenfalls nach dem Steuerverzeichnis des Komitates bereits wieder dazu. Wahrscheinlich wurden sie zwischen 1532 und 1537 ausgelöst. Von nun an gehörten die fünf Dörfer den Batthyany, die inzwischen Rechnitz - Schlaining erworben hatten.

In den Steuerlisten von 1538 scheinen verödete Höfe und 30 "Pauperes" auf.  Nach dem Urbar von 1715 gab es 48 Bauern. 12 hatten eine halbe, 32 eine Viertelansässigkeit. 9 Viertelhöfe lagen öd. 1766 gab es 112 Bauern . Davon hatten 33 eine halbe, 39 eine <dreiachtel-, 40 eine Viertel und  1 eine Achtelansässigkeit.  Es gab 74 Söllner. So wie in vielen anderen Batthyanydörfern versuchten auch in Wolfau viele Bauern den hohen Robotleistungen als Bauern zu entgehen und wichen in eine Söllnerexistenz aus. Viele Söllner siedelten sich in den Weingärten an. So entsnanden - auch in Wolfau - die Berglerhäuser.  1846. also vor der Grundentlastung, aken auf 116 Bauern 104 Söllner. Nur ein Hof war ein Siebensechzehntelhof, 24 waren Dreiachteljöfe, 5 Fünfsechzehntelhöfe, 61 Viertelhöfe, 1 Drittelhof, 15 Achtelhöfeund 2 sogar nur Sechzehntelhöfe.

Bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg kann man Wolfau als Bauerndorf  bezeichnen. Erst  in den 1960er Jahren begann die Entagrarisierung, wobei aber in vielen Fällen zwar der Betrieb aufgegeben wurde, der Grundbesitz aber im Familienbesitz blieb. 2995 gab es noch 157 landwirtschaftliche Betriebe, davon waren aber nur mehr 12 Haupterwerbsbetriebe und 142 Nebenerwerbsbetriebe. In den Folgejahren wurden auch viele Nebenerwerbsbetriebe aufgegeben. 1999 gab es nur mehr 65 Betriebe, davon 8 Haupterwerbsbetriebe.  2009 arbeiteten nur mehr 19 Personen in der Landwirtschaft.  Die durchschnittliche Betriebsgröße lag 1995 bei 37,6 ha, 1999 bei 52,1 ha.  Die Haupterwerbsbetriebe versuchen, mit Direktvermarktung und innovativen Nischenprodukten zu überleben (Straußenzucht. Ziegen, Apfelsaft und -schnaps,Obstbau, Honig ...)

Handwerks- und Gewerbebetriebe waren nie sehr zahlreich und in erster Linie auf den örtlichen Bedarf ausgerichtet. Mühlen an der Lafnitz und am Stögersbach gab es immer. Schon im 14. Jahrhundert wird eine Mühle erwähnt. 1742/44 wurden 6 Gewerbetreibende erfasst. Neben der Mühle auch ein Lederer. 1746 eine Fleischbank, ab 1770 ein Krämer. Es gab Schindelmacher, Köhler, Fassbinder, Hafner, Ziegler und Hufschniede.

In der Zwischenkriegszeit bestand eine Bäckerei, ein Fleischhauer, ein Kaffeehaus, eine Schmiede und mehrere Schneider und Schuster sowie Fassbinder, die jedoch im Laufe der Zeit ihre Betriebe einstellen mussten. Ein neuerer etrieb ist die Baumschule und Gartengestaltung Schiller, die weit über Wolfau hinaus bekannt ist. In der Zwischenkriegszeit betanden fünf , in den 1930er Jahren sogar sieben Wirtshäuser, 2012 noch vier.

Als 1849 Graf Ludwig Batthyany hingerichtet wurde wurde sen Anteil an der Herrschaft Schlaining eingezogen. Die Güter wurden an den Wiener Fuhrwerksunternehmer Franz Schmied verkauft. Seine Tochter Adolfine erbte die Güter in Wolfu und Kemeten. Sie heiratete den Offizier Matthias Schoklitsch. Dieser ließ 1827 bis 1830 ein Herrenhaus erbauen. Der Meierhof war ein wichtiger Arbeitgeber für Hauspersonal und Taglöhner. Ein französischer Garten, Obst und Gemüsegärten wurden angelegt, es gab Ställe für Pferde, Kühe und Schweine. Ein Tennisplatz, ein Swimmingpool und eine Kegelbahn dienten dem Freizeitvergnügen. 1908 kaufte Samuel Schlenger den Besitz in Wolfau. Er war jüdischer Konfession und weigerte sich, die Patronatspflichten zu übernehmen, was zu einem Streit mit dem katholischen Schulstuhl führte. Schon in den 1930er Jahren verkaufte Schlenger Teile des Besitzes an Wolfauer, 1933 dann den Rest an die   Österreichische Relitäten - AG, säter Universale Hoch- und Tiefbau AG.  Diese verkaufte 1940 den Besitz an die Deutsche Ansiedlungsgesellschaft. Nach dem Krieg übernahm die sowjetische Besatzungsmacht (USIA) den Besitz. 1957 bekam die Universale einen Teil zurück. Schließlich erwarb die Republik den Besitz und verkaufte die Felder an die Wolfauer.

Zeitgeschichte

Der Bevölkerungsdruck, die vielen kleinen, ständig weiter geteilten landwirtschaftlichen Betriebe, die Arbeitslosgkeit zwangen auch viele Wolfauer, abzuwandern oder auszuwandern. Nach der Ortschronik wanderten vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg etwa 350 Wolfauer aus -  schon 1902 bis 1904 fast 40 Personen, bis 1907 115 Personen, 1907 bis 1910 32 und von 1911 bis 1914 etwa 50 Personen. Nach dem Ersten Weltkrieg stieg die Auswanderung erneut stark an, 1922/23 über 60 Personen, 1924 bis 1933 aber nur mehr 38.  Wichtigste Ziele waren die USA, vor allem Chicago und Mc Kees Rocks bei Pittsburg, wo sich eine Eisenbahnwaggonfabrik befand. 1925 bis 1930 wanderten 11 Wolfauer nach Südamerika aus.

Im "Anschlusskampf" waren die meisten Wolfauer proösterreichisch. Pfarrer, Lehrer und Notar waren, wie in den meisten Dörfern, proungarisch. Es kam zu keinen Kämpfen mit den Freischärlern. Auch in Wolfau formierten sich die parteipolitischen Lager. Die Sozialdemokraten fanden unter den Pendlern Anhänger, die Christlichsozialen unter den katholischen Bauern. Vor allem die evangelischen Bauern waren überwiegend Landbundanhänger. 1923 wurde das Kriegerfenkmal eingeweiht. Die hohe Arbeitslosigkeit in den 1930er Jahren trieb viele Wolfauer in die Fremde, etwa nach Deutschland. Die Vaterländische Front wurde vor allem von den Volkschullehrern getragen. Die evangelischen Lehrer hingegen waren schon früh im Sinne des Nationalsozialismus aktiv. Im Juni 1933 berichtete das Landesgendarmeriekommando, dass trozu des Verbotes neue Ortsgruppen der NSDAP entstanden, auch in Wolfau. Diue dortige Ortsgruppe hatte 21 Mitglieder. In der "illegalen Zeit" war Josef Löwer der Leiter. Es wurden Propagandaaktionen gestartet, Volkstanzgruppen entstanden und Sonnwendfeiern wurden abgehalten. Besonders aktiv war der Volksschullehrer Nikolaus Tarnai.

Am 11. März marschierten auch die Wolfauer Nationalsozialisten zusammen mit den Allhauern, Buchschachenern Kitzladenern und Loipersdorfern zur großen Kundgebung nach Oberwart - Auftakt zur Machtübernahme auch im Südburgenland. Am 13. März wurde der Sieg gefeiert, zunächst durch einen Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Allhau, der vom Pinkafelder Ortspfarrer Nitschinger gehalten wurde. Der Allhauer Pfarrer Jacobi war vom 12. bis 19. März als Gegner der Nationalsozialisten in Schutzhaft. Am Abend gab es einen Fackelzug mit Sieges- und Heldengedenkfeier. Am 15. März fand auch in Wolfau eine Feier statt. Die Abstimmung über den Anschluss an Deutschland fand 100 % Zustimmung.

Verfechter des Nationalsozialismus in Wolfau waren neben Ortsgruppenleiter Parth die Lehrer Tarnai und Unger und wohl etwas weniger engagiert, der Lehrer Schadn.Alexander UNger wurde Schulleiter in Schlaining. 1945 bis 1949 wurde er außer Dienst gestellt und im Anhaltelager Schlaining inhaftiert. Ab 1949 war er Schulleiter in Allhau. Ortsbauernführer war Johann Karner. Sehr aktiv war Rosa Ziermann- Sie wurde 1945 festgenommen und als ene der wenigen Frauen in das Anhaltlager Schlaining eingekerkert. 15 Personen galten als "belastet".

Der katholische Pfarradministrator Robert Drach wurde verhaftet und 1940 zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.  1942 wurde er entlassen. Am 24. April 1945 starb er an einem Granatsplitter. Alexander Heigl, ein gbürtiger Wolfauer, gehörte zu einer Oberwarter Widerstandsgruppe. 1943 wurde er wegen Hochverrats hingerichtet. Josef Höltl wurde 1942 nach dem Heimtückegesetz zu einem Jahr Gefäüngnis verurteilt. Nach dem Krieg wurde er Bürgermeister. Vier Personen aus dem Dorf fielen der Euthanasie zum Opfer. Insgesamt hatte Wolfau 45 Gefallene und 49 Vermisste zu beklagen, 8 Personen starben an den Kriegsfolgen.

In den letzten Kriegstagen zogen lange Flüchtlingsströme durch Wolfau. Auch ungarische Juden wurden durch den Ort getrieben. Die Ortsbevölkerung wurde zur Flucht aufgefordert. Am 14. April 1945 zogen sich die deutschen Truppen kampflos über die Lafnitz zurück um dort eine neue Verteidigungslinie aufzubauen.Noch am selben Tag marschierte die Rote Armee im Dorf ein. Da die Front nahe war evakuierten die Russen den Großteil der Bevölkerung. Die Häuser wurden geplündert, die Bevölkerung zu Schanzarbeiten gezwungen. Mehrere Personen wie Josef Pertl und Otto Müllner wurden von den Russen ermordet. Die Russen blieben fünf Jahre in Wolfau, zur Überwachung des Lafnitzüberganges.

Nachkriegszeit

Die sozialökonomische Struktur der Bevölkerung änderte sich nach Kriegsende rasch. Viele Wolfauer nahmen eine landwirtschaftliche Saisonarbeit auf, in den Weinbau- und Zuckerrübenanbaugebieten Niederösterreichs, vor allem aber begann das Auspendeln nach Wien und in den Wiener Raum als Bau- oder Industriearbeiter. Ein "Arbeiterbus" brachte die Wochenpendler am Montag an ihre Arbeitsastätte und am Freitag bzw. Samstag zurück in das Dorf. Die Frauen und Kinder mussten die kleinen Landwirtschaften versorgen.

Schon 1948 bis 1955 entstanden zahlreiche Neubauten. 1949/50 wurde das Gemeindehaus gebaut, zunächst als Lagerhaus und Rüsthaus der Feuerwehr. 1952 erhielt das Dorf ein eignes Standesamt. Bis 1960 wurde die Elektrifizierung abgeschlossen, bis 1964 die Wasserleitung errichtet, ab 1975 die Ringwasserleitung.  1967 wurde das Freibad errichtet und in den 1970er Jahren die Lafnitz reguliert. Ab 1976 begann man mit der Kanalisation, 1984 wurde die Kläranlage in Betrieb genommen.  Im Kulturbereich wurde eine Musikschulexpositur und eine Gemeindebücherei errichtet, 1981 der Kindergarten eröffnnet. In den 1980er Jahren wurden das Feuerwehrhaus neu gebaut und Sportanlagen geschaffen. 1990 wurden die Auen an der Lafnitz und am Stögersbach zum Naturschutzgebiet erklärt. 1992 wurden die beachtlichen Aufbauleistungen durch die Erhebung zur Marktgemeinde gekrönt. 1997 entstand ein Abfallsammelzentrum und ein Industriegebiet wurde gewidmet.  In den 1990er Jahren entstand die erste Wohnhausanlage. Die Gemeinde bemühte sich, neue Hausplätze aufzuschließen. 2005/6 entstand eine Anlage für Betreutes Wohnen.  2007/8 wurden Startwohnungen errichtet. Das Freibad wurde modernisiert, ein Turnsall geschaffen, 1992 eine Gemeindehalle. 2011 wurde der Kindergarten umgebaut und aufgestockt.  Es wurde also viel unternommen, um die Lebensqualität zu verbessern und auch die jungen Leute im Dorf zu halten. Die Einwohnerzahl stieg auch nach dem Tiefpunkt in den 1950er und 1960er Jahren wieder deutlich an.

Die politische Entwicklung des Dorfes war durch die Dominanz der ÖVP gekennzeichnet. Bei den ersten Wahlen nach dem Krieg wurde der WdU (Wahlverband der Unabhängigen) zweitstärkste Partei. Mit einer kurzen Ausnahme gehörten alle Bürgermeister der ÖVP an. Lange Zeit war Franz Pung Bürgermeister, seit 2002 ist es Walter Pfeiffer. Die FPÖ kandidierte nach längerer Zeit erstmals wieder und erreichte 20,18 % der Stimmen und vier Gemeinderatsmandate. SPÖ:6, ÖVP 9 Mandate.

Bevölkerungsentwicklung

  • 1532/1539 - 18 Bauern und 3 Söllner ohne Grund
  • 1636 - 324 Personen
  • 1648 - 406
  • 1678 - 223
  • 1697 - 270
  • 1715 - 48 Bauern und 2 Söllner
  • 1720 - 68 Bauern und 2 Söllner
  • 1744 - 77 Bauern und 20 Söllner
  • 1766 - 112 Bauern und 74 Söllner
  • 1785 - 990 Personen
  • 1808 - 1326 Einwohner
  • 1833 - 1326 Einwohner
  • 1869 - 1561 Einwohner
  • 1880 - 1585
  • 1900 - 1714
  • 1923 - 1533
  • 1934 - 1403
  • 1939 - 1251
  • 1951 - 1247
  • 1961 - 1211
  • 1981 - 1299
  • 1991 - 1333
  • 2001 - 1357
  • 2011 - 1397

Das Vereinswesen

Als ältester Verein entstand 1898 die Freiwillige Feuerwehr, die bis heute auch im gesellschaftlichen Leben eine wichtige Rolle spielt.1931 wurde eine Motorspritze angeschafft. 1946 entstand die Feuerwehr nach dem Krieg wieder, 1987 wurde ein neues Feuerwehrhaus übergeben. 1925 entstand eine Ortsgruppe des Deutschen Schulvereins Südmark, ein deutschnationaler völkischer Schutzverein. Die Wanderlehrer der Südmark waren auch in Wolfau aktiv. 1936 veranstaltete die Ortgruppe Wolfau eine große Feier anlässlich von 15 Jahre Burgenland. 1927 bis 1936 bestand eine Ortsgruppe des Heimatschutzverbandes Burgenland, 1932 eine Ortsgruppe des Katholischen Mädchenbundes und auch ein Burschenverein.

Der 1958 gegründete Bienenzuchtverein wurde 1981 mit dem entsprechenden Verein in Markt Allhau fusioniert. Der 1969 gegründete Eisschützenverein war bei Wettkämpfen sehr erfolgreich und schuf 1993 entsprechende Anlagen. 1997 wurde gemeinsam mit dem Tennisverein unbd dem Musikverein ein Vereinshaus gebaut. 1963 wurde ein Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein gegründet, der für die Ortsverschönerung sorgt. Wolfau wurde mehrmals zum schönsten Blumendorf des Landes gewählt. Es besteht eine Jagd- und eine Fischereigesellschaft und eine Teichgemeinschaft.

Eine Liedertafel bestand schon 1910, ab 1923 ein Männergesangsverein. 1926 löste sich der Verein auf, 1937 entstand ein Katholischer Männergesangsverein. Es gab mehrere Musikvereine, erste Gründung 1904. Ab 1920 bestand die "Kapelle Ping", nach dem Kapeöömeister benannt, seit 1962 der Musikverein Wolfau. Aus dem Musikverein gingen einige kleinere Tanzmusikformationen hervor.  Der Obstbauverein wurde 1937 gegründet, zur "Hebung des Obstbaues", aber auch zur Förderung der Obstverwertung. Der Verein entstand 1954 neu. Seit 1997 gibt es einen sehr aktiven Reit- und Fahrverein, der sich vom gemeinsamen Verein Allhau- Wolfau abspaltete. 2003/5 wurde ein Vereinshaus mit Pferdeboxen errichtet. Der Sportverein entstand 1967. 1982 wurde ein Kabinbengebäude neu errichtet, 1991 der Tennisverein gegründet. Vier Tennisplätze entstanden.

Kirche und Schule

Zur katholischen Pfarre Wolfau gehören seit 1674 die Filialen Markt Allhau und seit 1997 Wörterberg. Wörterberg wird allerdings von der Pfarre Stinaz betreut. Seit 1979 bildet Wolfau zusammen mit der Pfarre Kitzladen einen Pfarrverband. Wolfau ist zu zwei Drittel katholisch, Markt Allhau zu einem Drittel. In Wöprterberg leben überwiegend Katholiken.

Die Kirche in Wolfau ist sehr alt. Ihre Anfänge sollen im 5. Jahrhundert liegen. Im Jahre 850 wurde unter dem Priester Ernprecht eine Kirche gebaut. Unter den Köveskuti wurde sie Pfarrkirche.1674 wurde Wolfau  Pfarrkirche und Markt Allhau Filiale. Die Kirchze in Allhau wurde 1776 errichtet. Sie wurde 1956 aus Sicherheitsgründen geschlossen und 1957 eine neue Kirche gebaut und 1963 geweiht. An der Stelle der alten Lucia-Kirche wurde 2010 eine Gedenkstätte errichtet. In Wörterberg stand 1788 eine Kapelle. 1908 wurde sie neu gebaut und dem Hl. Stefan gewidmet. Die heutige moderne Kirche und Leichenhalle wurde 11976/77 errichtet.

Die Kirche in Wolfau wurde von den Evangelischen als Holzkirche um 1600 gebaut1674 war sie wieder katholisch. 1697 wurde der Hl- Ägidius als Patron genannt. 1732 errichteten die Kathoöoken an ihrer Stelle eine Steinkirche. Diese wurde im Laufe der Zeit umgebaut und vergrößert.1769 - 1775 wurde ein steinerner Turm gebaut. 1860 -  1865 wurde sie vom Patronatsherrn Franz Schmied generalsaniert und 1952/53 restauriert. Bis 2000 fand erneut eine aufwänfige Restaurierung statt.

1674 wurde nach der Katholisierung ein Pfarrhof gebaut, der 1697 sehr desolat war. Die Bevölkerung weigerte sich, ihn zu renovieren. 1757 gab es einen Pfarrhof aus Holz, 1814 wurde ein Steinbau errichtet.  1989 wurde mit einem Neubau und der Errichtung eines Pfarrzentrums begonnen, der alte Pfarrhof wurde abgerissen. Erst 2010 wurde das Pfarrzentrum fertig. Der Friedhof lag ursprünglich um die Kirche, war jedoch zu klein.1861 wurde ein neuer Friedhof eingeweiht, mit strikter Teilung für die Angehörigen der beiden Konfessionen. Die 1975 errichtete Aufbahrungshalle wurde 2003 umgestaltet und vergrößert.

Unter den katholischen Pfarrern und Pfarrverwesern der jüngeren Zeit sind Franz Kugler, Otto Hörist, Johannes Stocker und Dr. Johannes Fleischhacker zu erwähnen. Nach den Batthyany war für einige Zeit die Familie Schoklitsch Patronatsherr. 1908 übernahm jedoch die jüdische Familie Schlenger den Gutshof. Patron wurde die Kirchenbehörde. Die Pfarre bekam 1936 Ackerland, Wiesen und 16 ha Wald zugesprochen.

In der NS-Zeit kam es zu einer erheblichen Behinderung des kirchlichen Lebens. Im Oktober 1938 kam Robert Drach als Administrator nach Wolfau- Im April 1940 wurde er wegen "Schwarzhörens"  zu 5 Jahren Kerker verurteilt: nach zweieinhalb Jahren kam er frei und wirkte in Niederösterreich, wo er 1945 durch einen Granatsplitter getötet wurde,

Nach dem Krieg kam auch das katholische Leben wieder in Schwung, Jungschar und Katholische Jugend wurden gegründet. Die beiden Konfessionen waren streng voneinander getrennt. Mischehen wurden vermieden, um die Taufe der Kinder oft heftig gerungen. Erst in jüngster Zeit hat sich das gegenseitige Verhältnis der Konfessionen gebessert.

Die Evangelischen wurden zunächst von den Batthyany als Grundherrn begünstigt.  Aber auch nach der Konversion des Adam Batthyany zum Katholizismus konnten sich noch evangelische Prediger halten. 1647 wirkte ein Philipp Weith in Wolfau, danach Vhristoph Winkler, Andreas Kehrer und Daniel Mumenius. Franz Brenner wurde noch 1665 als "vocatus und ordinatus minister in Wolfau " genannt. Dann folgte die gewaltsame Rekatholisierung. Der Ödenburger Reichstag von 1681 brachte Zugeständnisse. Die den Evangelischen eingeräumte Artikularkirche stand in Tschobing (Nemescsó).

Nach dem Toleranzpatent Josefs II. versammelte Martin Musser, Bauer in Markt Allhau, die Evangelischen aus Allhau, Buchschachen, Kemeten, Kitzladen, Loipersdorf und Wolfau. Sie gründeten eine gemeinsame evangelische Kirchengemeinde.  Eine im Herbst d1782 durchgeführte Zählung ergab 484 evangelische Familien, also weit mehr als die 100 Familien, die verlangt wurden. Sie brachten 6 228 Gulden für Bethaus, Pfarrer und Kantor auf. Am 14. September 1783 wurde der erste Gottesdienst in einer provisorischen  Kirche gefeiert. Im Oltober 1786 wurde eine neue Kirche eingeweiht. Es folgte der Bau eines neuen Schulhauses. Die Schule in Allhau wurde teilweise auch von Kindern aus Wolfau besucht. In den Filialen wirkten "Winkelschulmeister" als Privatlehrer. 1848 entschloss sich Wolfau, einen evangelischen Lehrer anzustellen, 1851 wurde ein Schulhaus gebaut.  Es war dies eine schöne Turmschule, mit zwei Glocken. 1910 wurde ein neues Schulhaus neben dem alten Gebäude errichtet.  Das schöne  Bethaus wurde mehrmals renoviert. Das alte Gebäude wurde in der NS-Zeit zum KIndergarten. Unter Pfarrer Renner von Markt Allhau wurde es üblich, auch im Schulhaus von Wolfau mehrmals im Jahr Gottesdienste abzuhalten.

Evangelische Pfarrer in Markt Allhau und in den Tochtergemeinden waren Samuel Töpler ( 1783 - 1828) ein gebürtiger Ödenburger, Andreas Brenner (1836 - 1886),Ferdinand Martin Kühne ( 1888 - 1891). Carl Ferdinand Warkoweil (1891 - 1923), Victor Robert Jacobi , Ladislaus Josef Johann Brenner (im 2. Weltkrieg gefallen), Walter Hermann Deutsch, Gustav Reingrabner, Wolfgang  Nicolai Johannsen und Heribert Hribernig.

Im Laufe der Zeit lebten vereinzelt auch Juden in Wolfau. 1779 wurde im Auftrag der Herrschaft eine Judenwohnung mit Gewölbe und Branntweinhaus errichtet. 1782 war der Jude Aron Veit Pächter der Fleischbank. Später mietete Lazar Herzer die Schafferwohnung, in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Familie Ignatz Herczel. Samuel Schlenger kaufte den Meierhof, lebte aber in Oberwart.

Aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert sind katholische Lehrer belegt, die offenbar im Pfarrhaus unterrichteten.  Amton Hess unterrichtete in einem aus Holz gebauten Schulgebäude. 1763 war Karl Keppel Ludimagister in Wolfau. Um 1795 wurde die Schule neben der Kirche neu errichtet. Michael Prenner war besonders lange Lehrer. Das heutige Schulgebäude wurde 1910 unter Pfarrer Alexander Schaffer als katholische Schule neu gebaut. Sie war bereits dreiklassig. Von 1919 bis 1925 war Josef Tunkl Kantorlehrer. Der Schulstuhl wählte Franz Wagner zum Schulleiter. Tunkl verließ den Ort. In der Zwischenkriegszeit wechselten die Lehrer unter Wagner häufig. Längere Zeit waren Nikolaus Tarnai und Franz Reisinger Lehrer, bis zur Auflösung der katholischen Schule im Jahre 1938. Die Evangelischen bauten 1831 eine Schule mit einer Lehrerwohnung.  1910 wurde eine neue Schule mit zwei Klassenzimmern erbaut. Die neue Schule war eine Turmschule, die auch als Bethaus benützt werden konnte. Schulleiter waren unter anderen Johann Karner, Alexander und Josef Nika, Michael Böhm aus Unterschützen, Johann Schranz und Karl Goger ( 1913 - 1927) und johann Schadn  (1927 - 1938). 1938 endete auch die evangelische Volksschule. Es gab nur noch eine Allgemeine öffentliche Volksschule. Franz Wagner wurde nach Hannersdorf versetzt. Johann Schaden blieb an der Schule, Alexander Unger kam nach Schlaining. Schulleiter der fünfklassigen Volksschule war von 1938 bis 1945 Alois Pferschy. Unterrichtet wurde in beiden Schulgebäuden. 1945/46 waren Johann Schaden und Ediard Mühl Schulleiter, ab 1948 wieder Franz Wagner, 1952 bis 1963 Hermann Haas. Ab 1958 /59 wurde nur mehr in der ehemals katholischen Schule unterrichtet, die Klassen wurden modernisiert. 1963- 1983 war Alois Karner Schulleiter, gefolögte von Hedwig Rubendunst und Elisabeth Hafner. 1995 wurde ein neuer Turnsaal errichtet. Ab 2011 war Andrea Grandits Schulleiterin. 1999 - 2000 wurde die Schule außen und innen mit großem Aufwand renoviert. Die Schule wird heute meist dreiklassig geführt und ist auch am kulturellen Leben rege beteiligt.

wappen wolfau
thumb grundkarte nord loipersbach

 

Quellen

  • Josef Loibersbeck, Wolfau. Burgenländische Heimatblätter 25 und folgende

  • Eine Zeitreise durch Wolfau. Red. Ursula Mindler. 2012. 240 Seiten