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takacs

Jenö Takacs

 

* 25.09.1902 in Siegendorf
† 14.11.2005 in Eisenstadt

 

Musiker, Komponist
  


Jenö Takacs war der Sohn von Gustav Adolf Takacs, Beamter der Siegendorfer Zuckerfabrik, und derGabriella, geb. Magyar.  Die Familie lebte in Siegendorf. Ab 1914 wurde er an der Realschule in Ödenburg in Klavier unterrichtet. 1916 trat er erstmals öffentlich auf, seit 1917 komponierte er. Von 1921 bis 1926 studierte er an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien und besuchte Vorlesungen an der Universität.  In den 1920er Jahren unternahm er Konzertreisen in Ungarn, Deutschland und Jugoslawien. In Ödenburg gründete er gemeinsam mit Otto Siegl eine Aufführungsreise moderner Musik.  Prägend wurde seine Freunschaft mit Béla Bartók In Kontakt stand er mit Alban Berg, Paul Hindemith, Zoltán Kodály, Ernst von Dohnányi und György Ligeti.

1927 heiratete er in Bremen Gertrude Christy, seine erste Gattin bis 1937. 1927bis 1932 war er Professor am Musikkonservatorium in Kairo. Dort beschäftigte er sich auch intensiv mit ägyptischer und arabischer Musik. 1932 bis 1034 wirkte er als Professor für Klavier und Komposition an der Universität der Philippinen in Manila, wo er die Musik der indigenen Völker auf Luzon erforschte. Er unternahm Konzertreisen nach Japan, China und Hongkong.  Anschließend kehrte er nach Kairo zurück. 1938 unternahm er eine Konzertreise in die USA. Nach seiner Rückkehr ließ er sich in Ödenburg nieder. Er unterrichtete Klavier in Steinamanger  und leitete von 1942 bis 1948 die Musikschule und das Konservatorium in Fünfkirchen.  1943 heiratete er seine zweite Frau Eva Pasteiner. 1948 verließ er das kommunistisch gewordene Ungarn und ließ sich nach einigen Wanderjahren in Grundlsee in der Steiermark nieder. 1949bis 1952 war er Gastprofessor an den Konservatorien in Genf und Lausanne. Dann begann seine Zeit in Amerika, am Konservatorium in Cincinnati bis 1970. 1957/8 war er Gastprofessor ín Bozeman, Montana.

Nach seiner Pensionierung 1970 übersiedelte er nach Siegendorf, in das Haus seiner Familie, wo er bis zu seinem Tod lebte. Er erhielt zahlreiche hohe Auszeichnungen.

Sein Stil war zunächst spätromantisch und impressionistisch, dann wandte er sich Bela Bartók zu. Großen Einfluss übten ungarische, österreichische, kroatische und philippinische Volkslieder und Volksmusik aus. In seinem Spätwerk adaptierte er auch die Zwölftonmusik. Er komponierte Balletts, Vokal- und Instrumentalmusik, besonders Klavier- und Kammermusik.