Die Marktgemeinde Mariasdorf umfasst die Katastralgemeinden bzw. Ortschaften ( in Klammern Einwohner Stand 1. Jänner 2017

Bergwerk (115)
Grodnau (303)
Mariasdorf (429)
Neustift bei Schlaining (146)
Tauchen (154)

Mittelalter

Ortsname

1388 Menhard - vom deutschen Vornamen Meginhard, Meinhard abzuleiten, 1392 Menhart, 1569 Marchersdorff, 1609 Moresdarff, 1615 Morusdarff, 1645 Mahres torff, 1698 Mariestorff, 1711 Moresdorf, 1770 Mariasdorf

In der Urkunde von 1388 wird Mariasdorf  als Menhart bezeichnet. 1388 verpfändete König Sigismund die Herrschaft Bernstein mit 18 Dörfern, zu der Mariasdorf gehörte, dem Erzbischof von Gran und königlichen Kanzler Johann Kanicsai und seinen Brüdern um 5000 Goldgulden. 1392  ging die Herrschaft durch Schenkung der Königin Maria in das Eigentum der Kanizcsai über. Der Bergbau spielte damsls schon eine wichtige Rolle. In der Urkunde von 1388 werden auch zwei Eisenhämmer erwähnt. Die spätmittelalterliche Wüstungsperiode wirkte sich auch in der Umgebung von Mariasdorf aus . Im 16. Jahrhundert wurden neue Siedlungen gegründet. Beim Kupfer-, Vitriol und Schefelbergwerk Neustift und Pernstein entstand die Bergknappensiedlung Bergwerk.

Mariasdorf war wohl schon früh eine selbständige Pfarrgemeinde. Prickler vermutet, dass die prächtige gotische Kirche zumindest zum Teil ein Werk des Erzbischofs von Gran Johann Kanizai war, der 1389 bis 1424 im Besitz der Herrschaft Bernstein war. Im Tympanon weist eine Inschrift auf das Jahr 1409 hin. 1464 ist ein Jörg Fascieher Pfarrer von Mariasdorf (im 16. Jahrhundert Marcherstorff oder Marchenstorff).1569  gehörten zum Pfarrhof 5 Tagwerk Äcker und drei Tagwerk Wiesen. Die Bauern mussten diese Gründe bebauen, ernten und die Frucht einführen. Jeder Untertan gab dem Pfarrer einen Metzen Kornund einen Laib Käse, das notwendige Holz und die übrigen pfarrlichen Rechte. In der Reformationszeit konnte die Pfarre als einzige in der ganzen Herrschaft Bernstein ihren katholischen Charakter teilweise behaupten.

Die mittelalterliche Kirche besteht aus zwei Teilen. Der ältere Teil, der Chor, wurde an der Stelle einer romanischen Kirche erbaut., das Kirchenschiff wurde um 1409 angebaut, ein geplanter Turm über die gesamte Breite der Westfasssade wurde nie verwirklicht. 1882-1884 wurde die Kirche gründlich restauriert, die Treppentürme erhöht und ein Dachreiter aufgesetzt. Für die Restaurierung war Emmerich von Steindl zuständig (Erbauer des Budapester Parlaments). Auch die Westfassade wurde neu gestaltet. Diese neugotische Restaurierung wurde wiederholt kritisiert. Nicht eindeutig ist die Inschrift auf dem Tympanon.

Aus dem Spätmittelalter stammt ein großer Münzschatzfund. Im Jahre 1945 wurde ein Tongefäß mit etwa 2000 Silberpfennigen und 1946 erneut ein sparbüchsenartiges Tongefäß mit 386 Münzen gefunden. Der Großteil der Münzen, nahezu ausschließlich Wiener Pfennige aus der Zeit1251 bis 1335.

Ab 1517 waren die Königsberg Inhaber der Herrschaft Bernstein. Sie förderten die Ausbreitung der evangelischen Lehre. Zahlreiche flacianische Prediger wurden in der Herrschaft angestellt.1576 etwa wird Michael Kern als Pfarrer in Mariasdorf erwähnt. 1580/81 war ein gewisser Simon Schulmeister in Mariasdorf.  Um das Jahr 1623 ist ein evangelischer Pfarrer namens Johann Knodler nachweisbar. Bis 1627, bis beginnenden Gegenreformation,  wurden angeblich sowohl katholische wie evangelische Gottesdienste gehalten. Vermutlich gab es auch nach 1627, bis zur Vertreibung durch Adam Batthyány, auch weiterhin zeitweise evangelische Pfarrer.  In späterer Zeit hatte die Pfarre im Gegensatz zu allen anderen Pfarren der Herrschaft einen relativ hohen Katholikenanteil.

Nach der Visitation des Archidiakons Stefan Kazó 1697 (hier zitiert nach H.Prickler, Die Herrschaft Bernstein, S.231 f.) gehörten zur Kirchengemeinde Mariasdorf die Filialen Aschau, Schmidrait, Tauchen, Willersdorf, Neustift, Bergwerk und Grodnau. Das Einkommen der Kirche setzte sich zusammen aus dem Ertrag einer Zinswiese (Ried Dornwiesen) mit 6 Gulden, davon erhielt der Pfarrer 2 Gulden und der Schulmeister einen Gulden. Dafür mussten jährlich vier Totenmessen mit Orgelbegleitung gelesen werden.; ein Acker beim unteren Teich für zwei Metzen; die Kollekt ertrug jährlich 10 Gulden. Dem Pfarrer diente ein Bauer, der jedoch vom Pfandherrn Wenzeslaus Christoph Hornik eingezogen worden war, Der Pfarrer besaß Äcker hinter dem Meierhof (4 Metzen), beim Birnbaum  (4 Metzen) und im Kerschgraben (3 Metzen), die von den Untertanen bearbeitet werden mussten; außerdem den Zehent von drei Äckern oberhalb der Kirche und eine Wiese hinter dem Meierhof mit einem öden Fischteich (4 Fuder). Die einzelnen Häuser gaben einen halben Metzen Korn, in den Filialen eine ganze Session einen halben Metzen, eine Halbe Session einen Viertelmetzen, eine Viertelsession zwei Maß Korn, ein Holde 2 Kreutzer. Ein ganzer Hof gab einen Groschen, ein halber Hof einen halben usw. Von den Filialen führten zwei ganze Höfe einen Wagen Holz zum Pfarrhof, Jährlich wurden zwei Prozessionen nach Pinkafeld und Maltern durchgeführt, in der Mariasdorfer Kirche wurden zu Mariae Empfängnis und drei Tage nach Pfingsten feierliche Prozessionen durchgeführt.

In den Filialen Aschau (kapelle St. Oswald) und Willersdorf (St. Catharina) zelebrierte der Mariasdorfer Pfarrer je zweimal im Jahr die Messe, wofür er 1 Gulden Stolgebühr erhielt. In Aschau wurden jährlich ca. 4 Gulden Maut eingehoben und für die Kapelle verwendet, die Erträge eines Ackers in Willersdorf für die dortige Kirche. Der Pfarrer besaß außerdem eine Wiese bei der Goberlinger Sauerquelle, die von den Grodnauern bearbeitet wurde.

Pfarrer war seit 1693 bis 1698 der Magister der freien Künste und Philosophie, Kanonist und Moraltheologe Johann Georg Müller aus Mähren, sein Vorgänger war Anton Carl Herter (1683 - 1693), seine Nachfolger 1698 - 1700 Alphons Ruessenstein und  Heinrich Gyfelius 1700 - 1706, beide Augustinereremiten aus Lockenhaus. Weitere Pfarrer Franz Leopold NIckel von Weitenfeld, ein Slave (1706 - 1712), Karl Gloyach  1712 - ?, Anton Ruehietl 1740 - 1759, 1759 -1762 der Bernsteiner Pfarrer Martin Laumer, Ferdinand Wachtler 1762 - 1764, Joseph Trummer 1764-1768, Anton Weißkopf 1768 - 1778 und Josef Isidor 1778 - 1802

Im Oktober 1605 wurde der Ort von den Heiducken Bocskais überfallen und zerstört. Die Bewohner fanden in der Burg Bernstein Zuflucht. 1645 zog Königsberg einige verödete Bauernhäuser ein und errichtete einen Schaflerhof.Aus dem Jahre 1770 ist ein Grundbuch erhalten, das wahrscheinlich auf Anordnung der Herrschaft angelegt wurde. Danach umfasste eine ganze Ansässigkeit 18 Joch Acker und 6 Joch Wiesen. Es gab 17 Ansässigkeiten und 36 Bauwerke - 17 Bauernhäuser, 6 Söllner- und 7 Holdenhäuser. 2 Halterhäuser, eine Gemeindeschmide, einen herrschaftlichen Schweizerhof, ein herrschaftliches Gasthaus, den Pfarrhof und das Schulhaus, eine Herrschaftsmühle und einen Ziegelofen. 1857 war der Ort beträchtlich größer. Der Meierhof wurde um 1860 an den Gutsbesitzer Johann Deseö verkauft, der übrige herrschaftliche Grundbesitz dem Iren Edward Egan, der sich in Bernstein niedergelassen hatte. 1892 ging dieser Besitz auf die Familie Almasy über. Das herrschaftliche Wirtshaus wurde 1859 an die Gemeinde verkauft.

Im Juli 1848 wurden 5 Mann in die Nationalgarde eingezogen, am 12. Oktober wurde der Landsturm aufgeboten, unter der Führung Gottlieb August Wimmers. Er kam aber nicht zum Einsatz. In der Ortschronik des katholischen Pfarrers Wendl wurde der Einsatz verurteilt: "Auch viele der Einheimischen ließen sich täuschen im Glauben, es ginge um das Wohl des Königreiches doch insgeheim wurden dem katholischen Glauben Verderbnis und Tod bereitet ..." (Ortschronik S. 54). 1849 vernichtete ein großer Brand den hölzernen Kirchturm . einen Teil des Daches der Kirche, das Pfarrhaus und die katholische Schule. 1857 wurde der Grundstein für die Johann Nepomuk - Kapelle gelegt. Unter Pfarrer Georg Wendl (bis 1867) wurde die Kirche restauriert, ein Turmbaufonds gegründet. Die Regotisierung der Pfarrkirche erfolgte unter Pfarrer Alois Baumgartner (1874 - 1903)1840 als Sohn eines Schafhirten in Schlaining geboren, erhielt er 1865  die Priesterweihe, war Pfarrer in Pinkafeld und Religionslehrer in Oberschützen. Es gelang ihm, das Budapester Kulurministerium für die Renovierung der Kirche zu interessieren. Er war mit Koloman Szell, dem späteren Minsterpräsidenten, befreundet. Die Kosten waren mit 60 000 Gulden sehr hoch und wurden aus dem Religionsfonds bestritten.

1879 hatte Neustift 185 Einwohner. 19 Katholiken gehörten zur Pfarre Mariasdorf, 160 Evangelische zur Pfarre Schlaining. Im Ort lebten 6 Juden. Bergwerk hatte 287 Einwohner. 105 Katoliken gehörten zur Pfarre Mariasdorf, 182 Evangelische zu Schlaining. Es bestand eine Schule. Zum staatlichen Matrikelamt Mariasdorf gehörten bis 1906 auch Grodnau, Tauchen, Joemannsdorf, Tatzmannsdorf und Sulzriegel. 1907 wurde Tatzmannsdorf dem Matrikelbezirk Oberschützen angeschlossen, Bergwerk und Neustift, bisher bei Stadtschlaining, kamen zu Mariasdorf. 1956 kamen Jormannsdorf und Sulzriegel zum Bezirk Bad Tatzmannsdorf. In der Zwischenkriegszeit bis 1832 wirkte Ferdinand Fritz als Pfarrer. Er gründete einige katholische Vereine und ließ die Filialkirche in Willersdorf restaurieren. Unter Pfarrer Johann Szakasitz  wurde die Grodnauer Kirche gebaut. 1970 bis 1985 war Rudolf Schlögl Pfarrer. 1983 wurden die Pfarren Bernstein  und Mariasdorf zu einem Pfarrverband vereinigt. Die Evangelischen von Mariasdorf waren seit dem Toleranzpatent bei Oberschützen. Seit 1845 hatten sie ein eigenes Schulhaus, eine "Turmschule", das 1907 umgebaut wurde.

Zwischenkriegszeit:

1922 wurde ein Gendarmerieposten errichtet. Der Schmuggel nahm großen UMfang an. 1925 wurde der Posten wieder aufgelassen. 1923 wurde ein Vorschusskassenverein gegründet, aus dem später die Raiffeisenkasse wurde. Raiffeisen unterhielt ein Warenlager und zeitweise auch eine Saatgutreinigungsanlage. 1927 wurde die Milchgenossenschaft gegründet, 1936 in Pinkafeld die Obstverwertungsgenossenschaft, die 1950 reaktiviert wurde und in Mariasdorf einen Zweigbetrieb einrichtete. 1950 wurde eine Apfelpresse in Betrieb genommen, die bis in die 1970 er Jahre in Verwendung stand. 1925 wurde das Kriegerdenkmal eingeweiht. 1929 wurde in Oberschützen eine Ortsgruppe der Heimwehr gegründet, eine Versammlung in Mariasdorf wurde von sozialdemokratischen Arbeitern gesprengt. Im Januar 1930 entstand auch eine Heimwehrgruppe in Mariasdorf, 120 Mann traten bei. Bei der Gründungsversammlung fand ein großer Heimwehraufmarsch statt. Ignaz Seipel und Landeshauptmann Thullner besichtigten die Kirche. 1931 bestand die Heimwehrgruppe de facto nicht mehr. Im Novémber 1931 wurden Ortsgruppen der NSDAP in Ober- und Unterschützen gegründet. 1933, zur Zeit des Verbots, gab es auch in Mariadorf Anhänger der NSDAp, die nächtliche Schmieraktionen durchführten.

Nachkriegszeit:

1965 wurde ein Raiffeisenkassengebäude errichtet und 1971 eingeweiht. 1984 fusionierte die Raiffeisenkasse zur Genossenschaft Oberschützen - Bernstein - Mariasdorf - Wiesfleck. 1971 erfolgte die Gemeindezusammenlegung. Bergwerk, Grodnau, Neustift und Tauchen kamen zur Großgemeinde Mariasdorf. Bürgermeister wurde Otto Versolman, ab 1982 Karl Kreimer. 1974 wurde die Volksschule in Neustift aufgelassen. Die Kinder aus Neustift und Bergwerk besuchten nunmehr die Volksschule in Mariasdorf. 1977 wurde ein Kindergarten  im ehemaligen katholischen Schulgebäude eröffnet.

Mariasdorf hatte und hat nur wenige gewerbliche Betriebe. Von regionaler Bedeutung ist die Bäckerei Hutter.  Aus einer Dorschmiede entstand die KFZ - Werkstätte Gottfried Kappel mit zeitweise 38 Beschäftigten. Erich Tullmann baute ein Autobusunternehmen auf. Die Schließung des Bergwerkes traf die Gemeinde schwer. Man versuchte verzweifelt, Ersatzarbeitsplätze zu schaffen. 1970 verlegte die Näherei Pranzl ihren Betrieb nach Mariasdorf, musste diesen aber schon 1971 wieder einstellen. Die Anlagen wurden von der Firma Ahlers aus Herford übernommen. Sie erzeugte Jeanshosen und Freizeitkleidung. 1988 waren etwa 240 Personen beschäftigt.

Bevölkerungsentwicklung:

Auch Mariasdorf und seine Ortsteile verloren viele Einwohner durch Auswanderung nach Amerika. Schon 1885 ging ein Ludwig Eichberger aus Grodnau nach Amerika, bald folgten weitere Auswanderer, mit einem ersten Höhepunkt vor dem Ersten Weltkrieg, besonders aus Mariasdorf. Allein im Jahre 1902 wanderten 25 junge Leute aus. Nach dem Ende des Krieges stieg die Auswanderung erneut stark an, ebenso nach dem Zweiten Weltkrieg. Ziel war nunmehr zumeist Kanada. Aus Grodnau sind 224, aus Bergwerk 24 und aus Neustift ebenfalls 24 Auswanderer bekannt., aus Tauchen 42.

Der Kohlebergbau von Mariasdorf - Tauchen

Die Bergbautätigkeit war schon seit vorgeschichtlicher Zeit rege. In Bergwerk etwa stand ein Kupferhammer, in Neustift bis ins 18. Jahrhundert ein Schweflbergwerk mit Kupfer, Gold- und Silbergweinnung als Nebenprodukte. In Mariasdorf entstand ein Ziegelofen.  1770 wird erstmals das Kohlevorkommen von Mariasdorf erwähnt.  Erstmals wurde die Kohle von der Großhandelsfirma J.M. Millner, die seit 1878 die Schlaininger Bergbausellschaft betrieb, im größeren Stil abgebaut.Von großer wirtschaftlicher Bedeutung war das Braunkohlevorkommen von Tauchen erst in der Zwischenkriegszeit.  Im östlichen Abschnitt reichte ein Kohleflöz bis ab die Oberfläche und wurde dort zuerst abgebaut. Das dortige Barbaraflöz, ab 1919 mit etwa 60 Mann abgebaut,   war um 1950 erschöpft. Die Kohle wurde zunächst mizt Pferdefurwwerken nach Obershützen gebracht.  Das etwa 40 -60 m tiefer gelegene Heinrich - Flöz bestand aus drei Kohlebänken mit einer Gesamtmächtigkeit von 16 - 26 Metern. weiter im Westen lag das auf etwa 160 m abgesunkene Marien-Flöz. Schon Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Kohleabbau einige Bedeutung, der Aufschwung setzte aber nach dem Ersten Welkrieg ein, als die Kohle zur Verhüttung des Schlaininger Antimonerzes eingesetzt wurde. Auch die Österreichischen Bundesbahnen und die steirische Papierindustrie wurden neben größeren Fabriken als Abnehmer gewonnen.  1937 und 1938 wurden 100 000 bzw. 122 000 t gefördert, sank jedoch schon 1944 stark ab.1954 wurde ein neuer Förderschacht bei Mariasdorf und eine neue Seilbahn zur Verladestation Oberschützen gebaut. 1955 wa mit 146 000 t die obere Kapazitätsgrenze erreicht. Noch einmal wurde in den modernen Förderschacht Mariasdorf investiert.  Bald aber war die Kohle trotz des relativ hohen Brennwertes und eines geringen Aschen - und Schwefelgehaltes  nicht mehr konkurrenzfähig. Ein letzter Versuch, das Bergwerk zu retten, war die Errichtung eines kalorischen Kraftwerkes bzw. Fernheizwerkes  in Pinkafeld. 1955 wurde das Bergwerk geschlossen, trotz eines Vorrates von 5,5 Millionen t. 1967 wurde der Förderschacht Mariasdorf eingestellt.

Grodnau

Der Ort wurde 1388 als Kroghdungh, 1382 als Koradna erwähnt. Der Ortsname soll slawischen Ursprungs sein und "zur Burg gehörendes Dorf" bedeuten.1569 hatte das Dorf 16 Häuser, 11 Ganz- und 1 Halblehen sowie 4 Söllnerhäuser, 1645 18 Häuser - 8 Ganz-, 3 Halblehen und 7 Söllnerhäuser. 1710 bestanden 20 bewohnte Häuser - 13 Bauern- und 7 Söllnerhäuser. 1751 war der Ort auf 28 Häuser angewachsen. Es gab nur mehr 1 ganzes, 4 Dreiviertel, 12 Halblehen und 4 Viertellehen sowie 7 Söllnerhäuser. Die Ansässigkeiten waren klein, dazu kamen aber Zinsäcker in beträchtlichem Ausmaß. Es wurde also viel gerodet. Im Bergwerk arbeiteten die Grodnauer als Holzhacker und Golzfuhrleute. 1857 bestand der Ort aus 55 Häusern. 1857 wurde die evangelische Volksschule gebaut, 1909 die katholische Schule. 1959 wurde in Grodnau eine kleine katholische Kirche errichtet, der alte Glockenturm wurde abgerissen. Die Evangelischen halten ihre Gottesdienste in der ehemaligen evangelischen Schule (Turmschule).  1976 wurde eine neue Leichenhalle gebaut. Der Ort hat einen sehr aktiven Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein, der u.a. einen Kinderspielplatz und einen Sportplatz errichtete.

Tauchen

Auch dieser Ortsteil wurde 1388 erstmals urkundlich erwähnt, unter dem Namen Thohun, 1392 Tohony. 1569 gab es 6 Bauernhäuser und zwei Mühlen, 1645 6 Ganzlehen, 3 Söllner und eine Mühle. Auch in Tauchen bezeugen die vielen Zinsgründe eine eifrige Rodungstätigkeit. In Tauchen befand sich eine Mautstelle. Ab 1859 hate das Dorf eine Schule mit einem hölzernen Glockenturm. 1808 wurde das Hirtenhaus zur Schule umgebaut, 1846/47 entstand mit Unterstützung des Gustav Adolf - Vereines  ein neues Schulhaus, daneben stand ein hölzerner Glockenturm. 1910 wurde ein neues Volksschulgebäude errichtet.

Bergwerk