person

Dr. Friedrich Schirk

 

* 1906 in Ödenburg
† 21.05.1984 in Eisenstadt

 

Politiker, NSdAP
  

Er entstammte einer evangelischen, deutschbewussten Ödenburger Familie, die entschieden für den Anschluss der Stadt an Österreich eintrat. Sein Vater war Eisenbahner. Er ermöglichte ihm den Besuch der Realschule. Anschließemd absolvierte er eine Lehre als Handelsgehilfe. Schirk ging nach Eisenstadt und besuchte dort das Realgymnasium, wo er 1918 maturierte. Anschließend studierte er Jus an der Universität Wien, wo er 1933 zum Dr. jur. promovierte. Politisch schloss er sich zunächst der sozialistischen Arbeiterjugend an. In Wien kam er in Kontakt zu nationalsozialistischen Studenten. 1932 trat er der SA bei, wurde 1934 SA - Sturmführer, 1935 stellvertretender Brigadeführer der burgenländischen Brigade 1 und Standartenführer der SA - Standarte 76.

1934/35 absolvierte Schirk die Gerichtspraxis, bekam jedoch wegen seiner politischen Einstellung keine Anstellung im Staatsdienst. Er wurde Handelsvertreter einer Wiener Öl- und Motorrad - Handelsfirma. 1936 wurde er mit der Reorganisation des NS - Bezirkes Eisenstadt und 1937 des gesamten nördlichen Burgenlandes betraut. 1937 übernahm er die Führung der Gauabteilungen IV - Wirtschaft und VI - NS - Betriebsorganisation.

1938 war Schirk führend an der Machtübernahme beteiligt und wurde Landesrat für Soziale Verwaltung, Gesundheit und Staatsbürgerschaftswesen in der nationalsozialistischen Landesregierung sowie kommissarischer Leiter der Gebietskrankenkasse und der Kammer für Arbeiter und Angestellte. Nach Aufkösung des Burgenlandes wurde er Gau - Schatzmeister der Steiermark. Seine wachsende Enttäuschung über die nationalsozialistische Politik bewog ihn, sich aus allen höheren Parteiämtern zurückzuziehen. Im Mai 1939 übernahm er den Posten eines Direktorstellvertreters der Hirmer Zuckerfabrik. 1940 rückte er in die Wehrmacht ein. 1945 geriet er schwer verwundet in US - Kriegsgefangenschaft. Im Aopril 1946 wurde er verhaftet und im Lager Glasenbach interniert. Im Juni 1947 wurde er zu fünf Jahren schweren Kerkers verurteilt. 1948 wurde er begnadigt und aus der Haft entlassen.

Dr. Schirk arbeitete nach 1948 als Buchhalter und Handelsvertreter, dann in leitender Position in der Eisenindustrie in Leoben und schließlich als Geschäftsführer im Elektrogroßhandel. 1958 wurde er leitender Beamter im Wasserleitungsverband nördliches Burgenland und trug zu dessen Ausbau wesentlich bei. 1972 trat er in den Ruhestand.

Literatur:

  • Gerald Schlag (Hg.): Burgenland. Politik, Wirtschaft und Kultur in Biographien.