geb. 6.3.1865 in Graz, gest. 8.3.1927 in St. Martin /Raab

Kämpferin für den Anschluss des Burgenlandes an Österreich.

Rosa Werner war die wohl bedeutendste Aktivistin im Kampf um den Anschluss. Sie war die Tochter eines Bäckermeisters und heiratete mit 20 Jahren den Bäckergehilfen Josef Werner, dem sie in seine westungarische Heimat folgte. Sie trat schon 1915 mutig für die Rechte der Deutschen und besonders für die deutsche Unterrichtssprache ein und kam schon damals mit den ungarischen Behörden in Konflikt.

Im Herbst 1918 engagierte sie sich sofort für den Anschluss ihrer Heimat an die Steiermark und organisierte an der Seite Karl Wollingers Versammlungen in zahlreichen Gemeinden. Sie brachte die Listen mit Unterschriften nach Wien. Sie musste deshalb erstmals nach Österreich fliehen. Im Feber 1919 konnte sie für kurze Zeit zurück kehren, musste dann aber erneut vor den drohenden Maßnahmen der "Weißen" nach Graz  ins Exil. Erst im August 1920 konnte sie unter dem Schutz der Entente - Kommission zurückkehren und war sofort wieder rastlos für die proösterreichische Anschlussbewegung tätig. Im März 1921, als die Entente - Offiziere Jennersdorf verließen, musste sie erneut fliehen. Sie ging nach Wien. Erst im Dezember konnte sie mit den einmarschierenden österreichischen Kontingenten wieder in ihre Heimat zurückkehren, wo man sie begeistert empfing.

1922 wurde Rosa Werner von der Großdeutschen Volkspartei für die Verwaltungsstelle für das Burgenland nominiert. Zu dieser Zeit war sie bereits  völlig erschöpft und schwer krank, so dass sie diese Aufgabe nicht übernehmen konnte. Auch eine Kandidatur für den Burgenländischen Landtag kam deshalb nicht in Frage. Schwer depressiv setzte sie 1927 ihrem Leben ein Ende.

Literatur:

Schlag Gerald (Hg.) Burgenland. Geschichte, Kultur und Wirtschaft in Biographien. Eisenstadt 1991