Erste urkundliche Erwähnung

Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahre 1283. Sie ist in einem Transsumpt, einer Abschrift, aus dem Jahre 1328 enthalten. Die Abschrift wurde vom Dapitel von Eisenburg für Andreas, Sohn des Tristian von Szecsöd, ausgestellt. In der Urkunde geht es um eine Streitschlichtung zwischen zwei Kleinadelssippen, den Tylay und den Zechend. Die Besitzungen Zyk, Kumér und Zechend werden erwähnt. Aus 1339 gibt es eine Urkunde, die zeigt, dass alle Szecsödi von einem Chemuk  bzw. Churnuk abstammten, eine Burgkriegersippe, die zusammen mit anderen Kleinadelssippen im Bereich der Güssinger Herrschaften ansässig waren. Es gab von den Szecsödi mehrere Zweige, unter anderen etwa den des 1283 genannten Heinrich, der sich 1288 und noch 1359/60 "de Kukmer", also von Kukmirn, nannte. Mit Nikolaus starb dieser Zweig aus. König Ludwig d. Gr. erklärte den Besitz als an die Krone heimgefallen. und gab ihn seinem Günstling Gyure aus dem Geschlecht Hermann. Dagegen erhoben die Szecsöd Einspruch. Im Prozess legten sie dann eine Urkunde vor, in der zu lesen ist, dass 1185 folgendes geschah: König Andreas II. hätte seinem Getreuen Churnuk, der im Heiliegn Land an seiner Seite gekämpft hatte, zwei Dörfer, nämlich Churnek und Kukmer mit "Castrenses de Wyvár" (Burgleuten von Güssing) geschenkt. Aus diesem Dokument zog A. Ratz in der Festschrift Kukmirn den Schluss, dass der Ort schon vor 1217 existiert haben muss. Die erste urkundliche Erwähnung wäre demnach nicht erst 1283. Stephan, Sohn des Csurmuk, nannte sich schon 1205 "von Csornuk". In einer Urkunde von 1288, die sich nach A. Ratz auf Kumirn bezieht, werdn Birn-, Apfel- und Kirschbäume erwähnt, ebenso ein Säuerling. Ob es in Kukmirn einen Edelsitz gab ist hingegen ungewiss.

1391 erhielt Ladislaus, Sohn des Peter de Sarow, Cseh von Léva, von König Sigismund die Burgherrschaft Güssing, mit Kukmirn. Die Szecsödi wie auch die Hermann hatten aber ihre Anteile an Kukmirn weiterhin inne. 1406 waren die Szecsödi noch immer im Besitz ihres Kukmirner Anteils. Sie prozessierten noch 1426 gegen die Cseh und ließen sich ihre Rechtsansprüche schließlich ablösen. Die Hermann stammten nach der Ungarischen Chronik von einem Hermann von Nürnberg ab, der schon mit Königin Gisela um 1000 nach Ungarn kam. Der Hermann - Anteil - die Hälfte des Dorfes - wurde 1486  von den Baumkirchersöhnen Ulrich und Georg in Pfand übernommen  und 1490  von den Baumkircher in Schlaining - Gerersdorf gekauft.

1524 starb Lorenz Ujláky. Ludwig II. schenkte die Herrschaft Güssing  den Franz Batthyany, der schließlich auch Schlaining erwarb.

Die Erklärung des Ortsnamens Kukmirn war lange Zeit umstritten. Er wurde aus dem Slowenischen, aus dem Ungarischen und auch von den germanischen Personennamen Gotamer oder Cheitmar abgeleitet. Ratz hingegen leitet den Ortdnamen glaubwürdig von Kukumeren (Kürbis, Melonen, Gurken ...) ab, von den wilden Vorformen der Kürbisgeächse. In der Frühen Neuzeit sind jedenfalls im gesamten Raum zahlreiche Melonengärten nachweisbar.

Neben den Hermann, den Cseh von Leva hatten nach Ratz auch die Seifriede von Burg nach 1415 einen Anteil an Kukmirn, vermutlich durch Einheirat. Die Herrschaft Burg (Ovár) wurde von Ladislaus Posthumus eingezogen und 1455 den Andreas Baumkircher in Schlaining geschenkt, der damit auch einen Anteil an Kukmirn bekam. Die Hälfte von Schlaining fiel zunächst an die weiblichen Erben der  Baumkircher, die ihre Hälfte 1544 an Franz Batthyany verkauften. Kukmirn und einige weitere Orte wurden der Herrschaft Güssing angeschlossen. 1576 bis 1687 wurde der Ort in Deutsch- und Ungarisch Kukmirn geteilt. Deutsch Kukmirn bestand 1576 aus 16 Bauern- und 5 Söllner- Häuser (7 ganze und 9 halbe Lehen, 1 halbes und 1 ganzes Lehen waren öd). Ungarisch Kukmirn umfasste 3 Bauernhäuser. 5 ganze Sessionen lagen öde. 1634 gab es keine öden Höfe mehr, die Zerstörungen der Bocskai - Überfälle waren offenkundig überwunden. Die Bewohner beider Ortsteile tragen durchwegs deutsche Namen. "Ungarisch Kukmirn" wurde der Ortsteil wohl wegen der Zugehörigkeit zum Anteil der Szecsödi und Herman genannt. Ungarische Bewohner hatte der Ort nie. 1635 gab es In Deutsch KUkmirn 16 halbe und 12 Viertellehen sowie 8 Söllner, in Ungarisch Kukmirn 10 halbe und 10 Viertellehen. Fünf Viertellehner gelang es, sich auf fünf Jahre freizukaufen. Die beiden Orte leisteten unterschiedliche Abgaben. 1634/35 gab es in Deutsch Kukmirn eine Mühle.  Die Dorfverlegung von Dt. Kukmirn erfolgte um 1687, 1689 wird im Bergrechtsregister nur mehr eine einzige Gemeinde angeführt. Im Urbar von 1691 wird nur mehr ein einziges Dorf Kukmirn erwähnt, mit 78 Bauern, 16 Söllnern, mit 94 Familien und 356 Personen. Es gab 5 halbe, 7 Dreiachtel, 49 Viertel- und 14 Achtellehen. Nur ein Viertellehen war öd. 1732 gab es 2 Dreiachtel-, 4 Halbe, 39 Viertel und 43 Achtelansässigkeiten, zusammen 93 Familien mim Dorf und 29 Söllner in den Bergen.  1748 wurden 98 Höfe und 21 Söllner gezählt, letztere auf Rodungsgründen. Im Maria Theresianischen Urbar von 1767 wurden die meisten Höfe, auch die Söllner, auf Achtellehen gleichgeschaltet.  Interessant ist, dass es 1634 in Ungarisch Kukmirn vier Töpfer gab, vielleicht Habaner (Wiedertäufer).

In der Batthyany-Teilung von 1662 fielen beide Kukmirn, Limbach und Eisenhüttl an Christoph, Neusiedl an Paul. Die Weingärten in Kukmirn befanden sich auch im Besitz von Bauern aus anderen Ortsteilen und aus den Nachbarorten. Von den 99 Kukmirner Familien des Urbars von 1693 hatten 86 Weingärten.

Nach A. Ratz war die 1346 erwähnte St. Johannis - Kirche von Kukmirn den Sitz der Urpfarre der Burggespanschaft Kaltenbrunn. Ratz konnte den Platz, an dem die Kirche stand, glaubwürdig identifizieren. 1604/5 wurden beide Kirchen durch die Haiducken Bocskais zerstört. Ratz nimt an, dass vor 1604 die St. Johanneskirche zwischen der alten Dorfstelle im "Abbrandler" und dem "ungarischen Kukmirn" stand. Deutsch Kukmirn wurde neu in der Angerbachniederung angelegt. 1697 scheint eine Kirche mit einem Johannespatozinium auf. Warum die neue Kirche entstand ist unklar. Sie entstand eventuell im Zusammenhang mit der Reformation im Ort. Vielleicht war St. Johannes die Kirche der Evangelischen. Eine evangelische Visitation 1652 führt an, dass die Evangelischen die auf freiem Felde gegen Gerersdorf liegende Johanneskirche zurückerhalten hätten. Bis 1757 standen noch Ruinen der alten Johannes - Kirche. Neue Pfarrkirche wurde die 1697 bezeugte Kirche zum Hl. Marcus.. Sie war klein, nur das Sanctuarium war gewölbt, sie hatte ein Türmchen mit Glocke, 1713 war die Marcuskirche eine Ruine. Etwa 1720 wurde die St. Marcuskapelle errichtet, ein Holzbau. Nach der Visitation von 1757 stand sie mitten im Dorf. Mit ihrer Errichtung war die Umsiedlung von Dt. Kukmirn endgültig abgeschlossen.  1760/1765 wurde dort die katholische Kirche St. Joseph errichtet. Damals wurden auch der Pfarrhof und wohl auch die Schule gebaut. Die evangelische Kirche von 1784/86 entstand außerhalb der geschlossenen Ortschaft.

 

Neusiedl

Der Ort hieß 1361 Olsou Neusil  (Unterneusiedl), der obere Ortsteil wurde auch Heutal genannt. Dort stand schon 1361 ein selbständiges Dorf. Neusiedl (Unterneusiedl) hieß auf ungarisch Szerdahely, "Mittwochmarktplatz". In der Baumkircherzeit fanden dort regelmäßig Märkte statt. Laut Dica-Konskriptiom von 1538 gab es 8 Porten und 10"Pauperes", im Urbor von 1576 wurden 13 Bauern gezählt, die Zusammen 9 Halblehen, 3 ganze  und eine 1 1/2 Sessionen hatten.  5 halbe und 5 ganze Lehen lagen öde.  Heutal war spätestens seit den ersten Türkenkriegen verödet. Es darf nicht mit Heugraben verwechselt werden, das erst 1576 von Kroaten besiedelt wurde und im Norden von Kukmirn lag. Die Bergkirche von Neusiedl muss schon in vorreformatorischer Zeit bestanden haben, ist aber urkundlich nicht belegt. 1697 wird sie in einem Visitationsbericht erwähnt. Diese Peter-Paulskirche unterstand später der Pfarre Kukmirn, hatte aber einen eigenen Friedhof. Vielleicht war Neusiedl in der Baumkircherzeit eine selbständige Pfarre. Die Kirche von Neusiedl war ursprünglich reich ausgestattet.  1757 gehörten zur Peter-Paulskirche auch Limbach und Jezero (Eisenhüttl). In Eisenhüttl gab es eine hölzerne Kapelle. Erst 1796 entstand ein gemauerter, dem Hl. Georg geweihter Neubau.

1635 gab es 40 Höfe, davon lagen 17 öde; 3 geben nichts, 12 hatten Halblehen, 8 Viertellehen. Öd lagen 6 Halb- und 14 Viertellehen. Die Bauern hatten überwiegend deutsche Namen. Im Weingebirge gab es Weingärten, die zur Burg Güssing gehörten, 1643 /48 waren sie an Stephan Kisfaludy verpfändet, der einen Meierhof in der Mitte des Dorfes hatte. 1666 lag dieser öd. Söllner treten ab 1643 auf, im Weinberg standen 7 Häüuser. 1666 wohnten  im Weingarten 14 Familien, 1693 12. 1693 wird innerhalb des Dorfes ein großer öder Fischteich der Herrschaft erwähnt. Der größte Teil der Weingärten auf dem Fedenberg gehörte den Batthyany. 1732 gab es 61 Bauern, 41 Viertel- und 20 Achtelansäsigkeiten. Es gab 61 Söllnerfamilien,  die Zahl der "Bergler" war stark angestiegen. Die Abgaben waren hoch - Bannweingeld, Quartiergeld, Zehent und Bergrecht, Interessant ist unter den Abgaben: 100 Stück Schneckcn pro ganzem Hof ! Dazu Zwiebel ud 1 Maßl "Schwammen", Erbsen, Bohnen, Linsen. 1748 lagen 28 Häuser öd. Immer mehr Söllnerhäuser entstanden in den "Bergen". Nach dem Maria Theresianischen Urbar gab es 65 Achtelhöfe mit nur geringem Grundbesitz, dazu 11 Söllner mit und 10 Söllner ohne Haus.

Neusiedl besteht aus dem eigentlichen Dorf, aus Heutal, Fedenberg, Schmiedbergen, Ledenberg, Kroboteck und Schröttern. Der Ort hatte bis in die jüngste Zeit unter den fehlenden Straßeverbindungen zur Außenwelt zu leiden. Erst 1926/27 wurde eine Straße über den Weidenberg gebaut, 1936/37 wurde sie ausgebaut. Erst dadurch wurde die Stzra0e Güssing - Neusiedl - Fürstenfeld zu jeder Zeit befahrbar. 1939 wurde eine Postautobuslinie eingerichtet. 

In der Zeit des Anschlusses an Österreich war der Lehrer Ladislaus Klafzky ungarnfreundlich  und arbeitete mit den Freischärlern zusammen. Im Jänner 1922 floh er aus Kukmirn. Im Juni kam mit Hans Grill ein neuer Lehrer an die katholische Schule. Auch in Neusiedl gab es zwei Volksschulen. 1890 wurde ein Bauernhaus für die evangelische Schule aufgekauft und umgebaut. Lehrer waren Samuel Laschober (1891 - 1912) und dann bis 1938 Matthias Trattner. Die evangelische Gemeinde gehörte als Tochtergemeinde zu Kukmirn. Im Schulhaus wurden auch Gottesdienste abgehalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten die Evangelischen einen Glockenturm, der später in die neue Filialkirche eingebaut wurde. 1958 wurde die Kirche geweiht.

Am 13. April 1945 kamen die Russen durch den Eisenhüttler Wald nach Neusiedl- In den Schmiedbergen tobte ein heftiger Straßenkampf, zahlreiche Häuser brannten dabei ab. Zwei Personen wurden von den Russen erschossen bzw. erschlagen. Einige Neusiedler wurden verschleppt. Plünderungen und Vergewaltigungen kamen häufig vor.

 

Eisenhüttel

Auf dm Gebiet des alten Buzafalva im Norden von Kukmirn wurden zwei neue Dörfer angelegt: Zyronicza - Heugraben und Jezero - Eisenhüttel. Durch die Gründung von Rehgraben - Pracsa verlor Kukmirn weiteres Gebiet im Rehgrabental und im Zickental. Kukmirn wurde aus dem Zickenwald verdrängt.

Erstmals erscheint im Urbar von 1576 der kroatische Ortsname für Eisenhüttel. Wenn man die übliche 12-jährige Abgabenfreiheit einrechnet müssen Heugraben und Eisenhüttel 1560 besiedelt worden sein. 1576 waren die Orte bereits voll abgabenpflichtig. Rehgraben entstand vermutlich etwas später durch Rodung. 1604 und 1620 wurde der Ort verwüstet, 1634/35 war der Großteil des Ortes schon wieder öde - es gab 12 Bauern, 5 Halb- und 7 Viertellehen, öde waren 1 Dreiviertel-, 18 Halb- und 18 Viertellehen. 1635/43 wurde der Ort Prasca, später Prascza, Prascha genannt, bis heute Prascévo.

Auch zwei Bergweiler wurden von den Kroaten gegründet, 1732 schon von Deutschen bewohnt: die Rotte "Crowath Egg" und in Gerersdorf Krabatischer Berg. Beide sind aus Weingartenhütten hervorgegangen. In Eisenhüttel lebten die Deutschen auf dem Fedenberg. 

Nach dem Urbar von 1635 zählte Eisenhüttl 42 Höfe: 15 bestiftete und 14 öde Viertellehen, 10 bestiftete und 1 ödes Halblehen, 1 bestifteten Dreiviertelhof. 1 ganze Session war öde. Ein öder Fischteich wird erwähnt.  1693 lagen von den 44 Viertelhöfen 25 öde, wahrscheinlich eine Folge des Türkenzuges von 1683. Adam II. Batthyany verpfändete Eisenhüttl an Franz Drivodelics, Hauptmann von St. Groth an d. Zala, 1692 für 3000 Gulden. 1732 war der Ort an Peter Franchich versetzt. Nach dem Urbar von 1748/50 hatten 7 Bauern ihre Höfe im Dorf verlassen und sich "in Bergen" angesiedelt.

1697 klagten die Kroaten der Pfarre Kukmirn, dass der Pfarrer Grimm nicht die kroatische Sprache versteht. 1713 leusteten die Kroaten dem Pfarrer Hauer nicht die Abgaben, wenn er deutsch predigte. Wenn er kroatisch predigte haben ihm die Deutschen, die Lutheraner, die Abgaben vorenthalten. Nach der Visitation von 1757 bestand eine Kapelle aus Holz. 1796 wurde eine Kirche gebaut. 1848 wird erstmals ein Lehrer erwähnt, 1858 ein Schulgebäude errichtet. In der Zwischenkriegszeit unternahm die Gemeinde den Versuch, die katholische Schule in eine Gemeindeschule umzuwandeln, 1927 wurde der Beschluss vom Unterrichtsministerium rückgängig gemacht. 1931 wurde eine Generalrenovierung durchgeführt. Der letzte Lehrer war bis zur Auflösung der Schule im Jahre 1970 Jakob Dujmovits.

Noch heute kann man die Reste eines mächtigen, das ganze Tal sperrenden Dammes erkennen. Der Damm wurde im Spätmittelalter errichtet und dadurch ein Fischteich im Ausmaß von etwa 40 ha geschaffen. 1575 wurde der Ort Eisenhüttel "Jezero" , "See", genannt. Der Ort wurde von kroatischen Siedlern als einzeilges Straßendorf  am Rande des Teiches angelegt, auf einer etwas erhöhten Geländestufe.  Im Jahre 1697 taucht dann der deutsche Ortsname "Aizn hitli" auf, wobei "Hidel" von Wasserquelle abzuleiten ist. Die Säuerlinge am Talboden sind eindeutig eisenhältig.

Der Damm wurde vor 1634 durchstochen und der Talboden urbar gemacht. Kirche und Schule entstanden am Talboden erst nach der Trockenlegung.  Der neue ungarische Name war Kisvaskút, also kleiner Eisenbrunnen.

Zu Eisenhüttl gehörte eine Sekundärsiedlung am Fedenberg ("Eisenhüttler Bergen"), die vom Anfang an von Deutschen bewohnt wurde, der Ortsteil Meierhof etwa 2 km südlich des Zeilendorfes im Zickental. Der Meierhof wurde 1858 errichtet und war 1922 im Besitz von Hermann Steidl, der aus Gerersdorf dtammte und kurz zuvor aus Coplay on den USA zurück gewandert war. 1926 errichtete Michael Fumits aus Stegersbach eine Walzenmühle mit elektrischem Betrieb, die 1931 und dann wieder 1945 abbrannte. Sie wurde 1974 eingestellt. 1927 entstand ein Sägewerk mit Dampfbetrieb. 1929 eröffnete die Firma Sagmeister aus Litzelsdorf die Autobuslinie Stegersbach - Eisenhüttl - Güssing. Auch die "Südburg" befuhr diese Strecke. 1929 fuhr ein Postautobus die Strecke Güssing - Kukmirn - Fürstenfeld. Eine schmalspurige Waldbahn war 1915 bis 1921 in Betrieb, sie führte vom Bahnhof Güssing durch das Zickental, mit mehreren Abzweigungen und lieferte Grubenholz für den Kahlebergbau und Scnittholz für das Sägewerk Güssing.

Eisenhüttl erlebte die für das Südburgenland charakteristische Entwicklung mit Hofteilungen, hoher Geburtenrate und starker Auswanderung. Der Ort litt unter Feuersbrünsten und Überschwemmungen. Der feuchte Talboden wurde trocken gelegt und ackerbaulich genutzt, die schlechten Grenzertragsböden aufgeforstet. Eine Folge der Bachregulierungen war das Versiegen der artesischen Brunnen. Interessant ist die Entwicklung der kroatischen Umgangssprache. 1935 beschloss der Gemeinderat, das Kroatische als zweite Unterrichtssprache abzuschaffen. Auch in den Familien wurde immer mehr die deutsche Sprache bevorzugt. Ab 1955 wurde in der Kirche nur mehr deutsch gepredigt. Der Anschluss an das Dritte Reich wurde mit 100 % begrüßt.

Am 12. April 1945 wurde der Ort von den Russen mit schweren Waffen beschossen, mehrere Häuser gerieten in Brand. Im fünfstündigen Infanteriekampf fielen 4 deutsche und 14 russische Soldaten. Am 13. April wurde der Fedenberg von einer kleinen Gruppe von SS-Leuten verbissen verteidigt. Für vier Wochen lag der Ort im unmittelbaren Kriegsgebiet an der Lafnitzfront.

Die Nachkriegsjahre waren durch Renovierungen und Instandsetzungen geprägt. die wirtschaftliche Basis wurde durch den Anbau von Gurken in den Jahren 1956 bis 1966 erweitert, dann der Maisanbau besonders ausgeweitet.

 

 

Limbach

1538 gab es laut Dica - Konskription in Lympa 10 Porten, davon 3 öde und 4 "Pauperes". Nach dem Urbar von 1576  lebten dort 15 Bauern - 7 ganze, 3 halbe und 5 Viertellehen. Öde lagen 2 ganze, eine halbe und eine Dreiviertelsession. Im Urbar von 1635 werden 34 Höfe - 17 halbe und 17 Viertelsessionen aufgezählt, davon lagen 7 halbe und 4 Viertel öde. Es gab also schwere Verwüstungen. 1683 stieg die Zahl der öden Höfe erneut stark an. Der Viehbestand war 1635 nur gering. 1643 lebten 2 Söllner im Dorf und 4 im Weinberg. 1631/1639 war das Dorf von den Batthyany an ihren Schreiber Johann Farkas verpfändet,1662 bis 1691 an die Familie Török, 1693/94 und 1732 Bárdossy. Auch in Limbach war die Besitzzersplitterung groß. Mit Ende des 17 Jahrhunderts scheinen immer mehr Söllner auf. Berglerhöfe wurden angelegt, die Presshäuser in den Weingärten wurden zu Dauersiedlungen. Im Urbar von 1750 gab es neben 48 Bauern 40 Söllner mit sehr bescheidenem Grundbesitz.

Auch in Limbach kam es zu Kriegsende zu Kämpfen. Mehrere Gebäude brannten ab. 1949 wurde der Ort eöektrifiziert, 1955 die Straße nach Königsdorf gebaut, 1959/50 asphaltiert. 1964 bis 1957  errichtete die Gemeinde eine zweiklassige Volksschule mit Lehrerwohnhaus. Mit 1.1. 1971 wurde Limbach nach dem Gemeindestrukturverbesserungsgesetz ein Ortsteil von Kukmirn. 1977 wurde die Leichenhalle errichtet.

1754 hatte die katholische Kirchengemeinde einen Glockenstuhl, 1835 erbaute sie die Filialkirche. Der Turm ist gemeinsamer Besitz beider Konfessionen. Die evangelische Kirchengemeinde gehört zu Kukmirn. Im ehemaligen evangelischen Schulgebäude werden Gottesdienste abgehalten. Bis 1938 gab es zwei Volksschulen. Die katholische Schule war bis 1879 in einem kellerartigen Raum untergebracht, dann wurden eine Klasse und eine Lehrerwohnung hinzugebaut. 1871 wurde die evangelische Volksschule eingerichtet. 1938 wurden beide Gebäude von der gemeinsamen Volksschule übernommen, waren aber ungeeignet, 1964 bis 1968 wurde eine neue Volksschule mit Lehrerwohnung gebaut. Eine Schließung der kleinen Volksschule konnte immer wieder verhindert werden.

 

Die Gemeinden im 19. Jahrhundert

Die Franziszeische Landesaufnahme von 1844 zeigt im Vergleich mit der Josephinischen Landesaufnahme weitere Rodungen, vor allem aber den weiteren Rückgang des Weinbaues an. Die Grundentlastung erforderte hohe Ablösezahlungen, insgesamt 43 000 Gulden (Remanenzgründe 14 000, Rottgründe 12 000, Bergrecht und Weinzehent 16 000 Gulden).  Der starke Bevölkerungsanstieg in der zweiten Jahrhunderthälfte und die fortschreitende Teilung der Landwirtschaften nach der Grundentlastung auf alle Kinder machten die kleinbäuerlichen Betriebe immer unwirtschaftlicher. Sie konnte das Überleben nicht mehr sichern. Der Ausweg waren die verschiedenen Formen von Wanderarbeit, zu denen letztlich auch die Amerikawanderung gehörte.

Schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zogen im Sommer Arbeitspartien von Schnittern und Erntearbeitern nach Innerungarn. Im Herbst kehrten sie mit ihrer Entlohnung in Form von Getreide in ihre Dörfer zurück. In der Zwischenkriegszeit gingen sie zur Grünlandarbeit und zur Ernte hauptsächlich nach Niederösterreich. Nach W. Dujmovits arbeiteten 1935 aus Kukmirnn 91 Personen als Grünarbeiter in Niederösterreich. Auch die Amerikawanderung war in den meisten Fällen nur als vorübergehend geplant. Viele der Amerikafahrer kehrten auch tatsächlich wieder zurück. Die Amerikawanderung setzte in Kukmirn in den späten 1880er Jahren ein und ging zunächst hauptsächlich nach Allentown in Pennsilvania. Einen ersten Höhepunkt erreichte sie um die Jahrhundertwende. Nach dem Ersten Weltkrieg stieg sie erneut stark an. Allein 1903 verlor Kukmirn fast 10 % seiner Bevölkerung durch die Amerikawanderung. Hatte der Ort 1890 noch 1484 Einwohner ging deren Zahl bis 1923 auf 1136 zurück. Zu Beginn der 1930er Jahre lebten bereits 950 Auswanderer aus KUkmirn in Amerika. In den 1950er Jahren richtete sich die Auswanderung vor allem nach Kanada. Sehr stark war die Auswanderung auch aus Eisenhüttl, vor allem nach New York und Detroit.

Die Magyarisierung wurde von Senior Rajter und vom Lehrer Johann Hahn, der seinen Namen auf Hanvai ändern ließ, gefördert. Der Anschluss an Österreich wurde, obwohl der katholische Pfarrer Tomsits ein Freund Ungarns war, vom Großteil der Bevölkerung begrüßt. Der Ort war zeitweise von Freischärlern besetzt. Ab 19. September 1921 hielten sich etwa 70 Freischärler in Kukmirn auf. Sie waren in der Schule einquartiert.  Einige Österreich - Freunde wie etwa Franz Ernst oder Franz Lackner mussten Ende August 1921 nach Fürstenfeld fliehen. Sie wurden vom  Notar Anron Öllös an die Freischärler verraten.

Die Zwischenkriegszeit war durch schwere wirtschaftliche Probleme vieler Familien, durch Verschuldung und Abwanderung gekennzeichnet. Ab 1. Juli 1929 wurde eine Telefonleitung nach Güssing gebaut. Eine Autobusverbindung musste wegen mangelnder Inanspruchnahme wieder eingestellt werden.

Sehr früh fand auch der Nationalsozialismus Anhänger. Nach dem "Umbruch", dem zu 100 % begrüßten Anschluss an das Dritte Reich, wurde Franz Reichl Bürgermeister, Beiräte waren Otto Kogelmann, Franz Freißmuth und Gustav Wagner. Reichl war auch Ortsgruppenleiter der NSDAP, Johann Lackner Ortsbauernführer. 1941 wurde die Elektrifizierung des Ortes abgeschlossen.

 Beim Anmarsch der Russen wurde der Ortskern von der Bevölkerung verlassen. Deutsche Truppen versuchten den Vormarsch der Russen am Zellenberg mit völlig unzureichenden Mitteln  aufzuhalten. Allein in Kukmirn fielen 36 Wehrmachtsangehörige.  Ihre Stellungen wurden  am 12. und 13. April mit schweren Waffen beschossen. 11 Häuser wurden in Brand geschossen. Es kamen auch mehrere Zivilisten ums Leben. Die schwersten Kämpfe gab es am Fedenberg in Eisenhüttel, wo eine SS-Einheit  entschlossenen Widerstand leistete. Auch um Neusiedl wurde zwei Tage lang gekämpft, ebenso in Limbach. Eisenhüttl wurde mit schweren Waffen beschossen. Nach der Besetzung der Dörfer kam es zu schweren Übergriffen gegen die Bevölkerung. Von den Russen oder marodierenden Bandenin russischen Uniformen  wurden mehrere Personen erschossen. Diese wurde zu Zwangsarbeiten  gezwungen. Nationalsozialisten wurden in einem Anhaltelager in Güssing interniert. Die beiden Lehrer Karner und Nothnagel wurden ihres Amtes enthoben., Provisorischer Schulleiter wurde Emil Schuster aus Gerersdorf, dann der Lehrer Willibald Wagner aus Limbach. 1948  wurde Nothnagel wieder Sirektor. Die Schule litt unter ständiger Raumnot. Erst 1959 wurde mit dem Neubau der Schule begonnen. 174 Ortsbewohner sind im Krieg gefallen oder wurden vermisst

Das größte Problem der Großgemeinde Kukmirn war und ist die Infrastruktur. Nur etwa 1000 Personen leben in den vier geschlossenen Ortskernen, 1200 hingegen in den Streusiedlungen (Bergen). Die Erschließung der Streusiedlungen durch Straßen, Strom und Telefon, Wasserleitungen und Kanalisation ist überaus kostspielig. Die Elektrifizierung erfolgte nur teilweise vor und während des Zweiten Weltkrieges, hauptsächlich in den späten 1940er Jahren durch Lichtbaugenossenschaften. Der Wege- und Straßenbau setzte erst in den 1950er Jahren voll ein und blieb bis heute eine ständige Aufgabe. 1950 wurde die Dorfstraße mit einer Asphalötdecke versehen. 1951 die Straßenbeleuchtung eingerichtet., 1952 die neue Zickenbrücke gebaut. 1956 eröffnete Otto Nikitscher seine Schlosserei.  Einzelne Hofgruppen und Höfe mussten an das öffentliche Wegenetz angeschlossen werden. 1958 begann man mit dem Bau der Wasserleitung und eines neuen Pfarrhauses, 1959 wurden die neue Schule und das Lehrerwohnhaus fertig gestellt. 1963 errichtete eine Fürstenfelder Wäschefabrik eine Produktionsstätte im Gasthaus Reichl. (1976 geschlossen). 1965 wurde das Amtshaus aufgestockt.  Sehr kostenintensiv waren auch die zahlreichen Bachregulierungen , etwa am Heutalbach, Rettenbachund Angerbach.

1971 wurden nach dem Gemeindestrukturverbesserungsgesetz die Gemeinden Eisenhüttl, Limbach und Neusiedl mit Kukmirn  zusammengelegt und das Amtshaus ausgebaut. 1974 wurde mit dem Bau der Kanalisation begonnen, 1977 der Abwasserverband Zickental gegründet und dann auf das mittlere Strem und Zickenbachtal erweitert. Die zentrale Kläranlage wurde in Urbersdorf errichtet.

Kukmirn ist der zentrale Ort des Zickenbachtales mit Postamt, Kreisarzt, Tierarzt und einigen Geschäften des Einzelhandels. Die Gastronomiebetriebe sind zahlreicher. Die Nähe größerer Zentren - Stegersbach, Güssing, Fürstenfeld - ließ aber einen Ausbau der zentralörtlichen Funktion nicht zu. Die Bevölkerungsstruktur ist typisch für die Dörfer des Südburgenlandes: Es überwiegen Arbeiter und Angestellte, die als Pendler arbeiten und - heute allerdings immer weniger - daneben kleine landwirtschaftliche Subsistenzbetriebe betreiben. Die Landwirtschaft ist heute von ganz wenigen Vollerwerbsbetrieben und vielen Zu- und Nebenerwerbsbetrieben gekennzeichnet. Landwirtschaftlicher Haupterwerbszweig ist der Obstbau und die Verarbeitung des Obstes, etwa in Schnapsbrennereien. Der Intensivobstbau ist heute der wichtigste landwirtschaftliche Wirtschaftszweig. Etwa 10 % der Fläche sind mit Obstplantagen bestanden (hauptsächlich Äpfel, Birnen, Kirchen und Weichsel, Johannesbeeren, Pfirsiche und Nektarinen). Damit ist Kukmirn die größte Obstbaugemeinde des Burgenlandes. 1903 bestand bereits ein Obstbauverein. Obmann war der evangelische Senior Rajter. Bis 1935 bestand auch eine Baumschule. Wichtig war ab 1923 der Lehrer und Obstbauexperte Michael Nothnagel. Den größten Aufschwung erlebte der Obstbau aber erst in der Nachkriegszeit. 1952 wurde der Obstbauverein neu gegründet, Direktor Nothnagel war Obmann. 1954 hatte der Verein schon 64 Mitglieder. 1958 wurde auch eine Absatzgenossenschaft gegründet. Die Anlagen wurden modernisiert, auf neue Sorten und auf Hecken- bzw. Viertelstammanlagen umgestellt. 1967 ließ sich die Firma Josef Ahorner, Obstexport- und  - import. in Kukmirn nieder und baute einen Obstbaubetrieb auf 40 ha  auf. Die Vermarktung erfolgte über zwei Genossenschaften bzw. auch über den Einzelhandel.

 

Religion

Die Großgemeinde Kukmirn ist bis zum heutigen Tag mehrheitlich evangelisch. Die kroatischen Ortsteile blieben hingenen immer katholisch. 1524 wurde in Neusiedl bei Güssing angeblich ein deutscher Buchhändler mit seinen Büchern verbannt. Obwohl die Batthyany schon weit früher evangelisch wurden wird Kukmirn erst 1600 als evangelische Pfarre bezeichnet. Sie gehörte zum reformierten Güssinger Seniorat. Gottesdienstsprache war immer deutsch. 1629 bestand noch keine Schule. Erster bekannter reformierter Pfarrer war Daniel Mumenius, der 1613 an der eformierten Genralsynode von Szécsény teilnahm. Es wäre möglich, dass er Lutheraner war. 1652 war er Pfarrer in Wolfau. 1618 wurde Johann Kindl für Kukmirn ordiniert, 1619 war Johann Summerauer Pfarrer ( zuvor Pfarrer von Pilgersdorf und von Neumarkt im Tauchental).Sein Nachfolger war 1624 bis 1627 Joachim Horning. 1652 visitierte Superintendent  Gregor Musay die Kirchengemeinde und stellte fest, dass die Evangelischen die Johanneskirche zurückerhalten hatten. Üfarrer war Martin Conopaeus aus der Zips. 1661 wurde Kukmirn dem deutschen Vizeseniorat des M. Daniel Klesch zugeordnet., nach 1661 wurde Christoph Reiter genannt, 1660 Rektor in Güns, 1667 von Superintendent Musay zum Pfarrer von Kukmirn ordiniert.  Die Visitation von 1713/14 zählte 200 katholische Einwohner und 1050 "perversi Lutherani". In den vier deutschen Orten waren alle Lutheraner, in den vier kroatischen Dörfern alle Katholiken.  Die Einkünfte gaben sie den Prädikanten, die Herrschaftsbeamten der katholischen Batthyany halfen dem katholischen Pfarrer nicht und hielten zu den Ketzern. Der katholische Pfarrer Hauer beschwerte sich deshalb.  1757 hatten alle acht Orte zusammen 3291 Einwohner, davon waren 1245 Katholiken  und 1419 Evangelische (ohne Kinder).

1783 konnte die Erlaubnis zur Gründung einer evangelischen Kirchengemeinde erlangt werden. Mit Ludwig Batthyany wurde ein Vertrag geschlossen, der eine üatronatsähnliche Anhängigkeit begründete. Der Grundherr bekam das Recht auf Präsentation des Pfarrers. Erster evangelischer Pfarrer wurde der aus der Zips stammende Johann Schmidág.  Gleichzeitig mit der Kirche wurden auch Schule und Pfarrhaus errichtet. Probleme mit dem Grundherrn gab es nach dem Tod Schmidágs. Der Grundherr wollte den neuen, von der Gemeinde gewählten Pfarrer Andreas Hutter nicht akzeptieren, gab aber schließlich nach. Die Kirche wurde 1784 bis 1786 gebaut, 1811 bis 1813 wurde der Turm angebaut. . 1822/33 wurde das neue Pfarrhaus errichtet. 1810 bis 1828 war Christian Wustinger, ein Ödenburger, Pfarrer. 1814 lebten in Kukmirn 870, in der gesamten Pfarrgemeinde 3100 Evangelische, davon 937 in Dt. Kaltenbrunn. 1865 wurde Deutsch Kaltenbrunn eine selbständige Gemeinde. In den Filialen wurden nun erst chulhäuser errichtet: in Zahling 1853, Neustift 1860, Neusiedl 1869, Limbach 1871. 1875 wurde auch in Kukmirn ein neues Schulgebäude errichtet. Pfarrer waren Johannes Fürst und Emanuel Ludig (ab 1878). Die wirtschaftliche Situation der verarmten Kirchengemeinden war besonders schwierig. Erst 1886 konnte eine gründliche Renovierung der Kirche durchgeführt werden. Mit Pfarrer Ludig gab es erhebliche Spannungen, sowohl in der Gemeinde wie auch im Seniorat. Er legte 1899 sein Pfarramt zurück und ging als Religionslehrer nach Wien. Sin Nachfolger war Johann Rajter aus Ragendorf. Unter ihm erlebte die Gemeinde einen beachtlichen Aufschwung. Die Zahl der Evangelischen ging allerdings als Folge der Auswanderung auf 2600 zurück. Senior  Rajter ging 1938 in den Ruhestand.1939 wollten sich die Filialgemeinden Zahling und Neustift von Kukmirn trennen und der Gemeinde Eltendorf anschließen. 1940 erfolgte dann die Trennung. Während des Krieges war Alexander Gibiser Pfarrer. Er musste 1943 einrücken. Auch nach dem Krieg gab es im Ort eine schwere innere Krise. Gibiser ließ sich nach Neuhaus am Klausenbach versetzen. 1953 bildete sich in Stegersbach eine Tochtergemeinde, 1958 wurde die Martin Luther - Kirche in Neusiedl eingeweiht. 1960/61 wurde in Kukmirn ein neues Pfarrhaus errichtet, die Kirche musste total saniert werden.

Die jetzige katholische Pfarrkirche Kukmirn (Josefspatrozinium) entstand 1760 bis 1765. Die alte Johanniskirche war längst eine Ruine, die Markuskirche wurde 1736 nicht mehr benützt. An der Stelle der Josefskirche  im Dorf stand früher eine Kapelle. Die Kirche wurde während der Kämpfe am Ende des Zweiten Weltkrieges ausgeraubt und stark beschädigt.

In Gerersdorf wird im Jahre 1697 eine eigene Pfarrkirche erwähnt. Die dortige Martinskirche ist sehr alt, es bestand mit Sicherheit eine vorreformatorische Pfarre. 1789 wurde die Pfarre Gerersdorf aus Kukmirn ausgegliedert, zusammen mit den Filialen Rehgraben und Sulz. Auch in Neusiedl bestand eine uralte Kirche Peter und Paul. In der Filiale Eisenhüttel stand nur ein Glockenturm, erst 1797 entstand eine kleine Kirche. Limbach erhielt 1734 einen Glockenturm und 1835 eine Kirche.

Der erste Pfarrer nach Beginn der Gegenreformation war in Kukmirn Johannes Chrysostomos Grim, ein Bayer, der aber nicht Kroatisch konnte. 1713/14 wird ein Priester aus Kärnten, Johann Hauer, offenbar ein Slowene, erwähnt. Die Pfarre hatte auffallend wenig Grundbesitz, war sehr arm und musste aus dem Religionsfonds unterstützt werden. Erst im Zuge der Urbarialregulierung von 1859 bekam der katholische Pfarrer eine ganze Session, über 30 Joch und 8 Joch Hutweide. Das Problem der Pfarrerbesoldung wurde erst 1938 gelöst. Gegen die Räteregierung leistete die Pfarre passiven Widerstand. Der Pfarrer Tomsits war gegen den Anschluss an Österreich, fügte sich aber den Gegebenheiten, zumal die Freischärler mit ihren Requirierungen  von Fuhrwerken und Fahrrädern nicht eben zur Liebe für Ungarn beitrugen.

 

Bevölkerungsentwicklung und politische Verhältnisse

1890 erreichte der Ort mit 3656 Einwohnern den Höchststand. Seither ist die Einwohnerzahl kontinuierlich im Rückgang begriffen. 2011 lebten nur mehr 1994 Menschen in Kukmirn und den Ortsteilen.

Nach den Gemeinderatswahlen 2012 stellte die ÖVP 10, eine Bürgerliste 6 und die SPÖ 5 Mandatare. Bürgermeister ist seit 2007 Franz Hoanzl von der ÖVP.


Literatur

  • Marktgemeinde Kukmirn. Marktgemeinde Kukmirn, Kukmirn 1982.
  • Martina Fischl: Familie im Südburgenland. Kukmirn und Neuberg von 1895 bis 1995. Dissertation, Universität Graz 2000.