person

Georg Christoph Strattner

 

* um 1645 in Gols
† 1704 in Weimar

 

Musikdirektor, Kapellmeister
  

Strattner wurde um 1645 in Gols geboren. H. Prickler vermutet, dass sein Vater dort evangelischer Pfarrer war, eventuell Lehrer oder Notar. Er studierte bei seinem Vetter Samuel Friedrich Capricornus (Bockhorn), 1651 bis 1657 Musikdirektor in Preßburg, Musik. Capricornus wurde 1628 in Scharditz in Mähren als Sohn eines Pfarrers, der nach Ungarn fliehen musste,  geboren. Capricornus studierte Theologie in Schlesien, um 1649 Musik in Wien und wurde 1651 als Musikdirektor nach Preßburg berufen. Strattner ging 14-jährig mit Capricornus  1657 nach Stuttgart. Er wurde Kapellmeister, Strattner war 1666 Kapellmeister am badnischen Fürstenhof Durlach und 1682  - von Jakob Spener besonders gefördert - Kapellmeister an der Barfüßerkirche in Frankfurt am Main. Er genoss ein hohes Ansehen und bekam auch ein beachtliches Gehalt. In zweiter Ehe heiratete er Anna Elisabeth Bischof, die Witwe eines Frankfurter Bürgers und Zuckerbäckers. 1692 war Stratnner in einen Ehebruchsskandal verwickelt, wurde entlassen und der Stadt verwiesen. Vergeblich versuchte er mit immer neuen Gesuchen, den Stadtrat umzustimmen. Lediglich freien Zugang zur Stadt erhielt er wieder. Da man ihm kein Abgangszeugnis ausgestellt hatte war eine Neuanstellung schwierig. Er war aber bereits bekannt genug um 1694 als Tenorist am Weimarer Fürstenhof angestellt zu werden. Schon im folgenden Jahr war er Vizekapellmeister. 1704 verstarb er in Weimar und wurde dort am 11. April begraben.

Von seinen Werken sind etwa 20 Kirchenkantaten handschriftlich erhalten sowie viele Kirchenlieder in Gesangbüchern.

Literatur

  • Franz Probst, Georg Christoph Strattner, ein Barockkomponist aus Gold. IN: Festschrift zur Renovierung der evangelischen Pfarrkirche Gols.