person

Eduard Nicka

 

*  27.10.1911 in Unterschützen
† 22.07.1972 in Unterschützen

 

Politiker der NSDAP (Kreisleiter)
  

Nicka entstammte einer evangelischen Müllerfamilie in Unterschützen. Er absolvierte vier KLassen des evangelischen Gymnasiums in Oberschützen und trat anschließend eine Müllerlehre in Wolfsberg in Kärnten an. Mit 18 Jahren wanderte er 1929 nach Kanada aus. 1933 starb sein Vater und er musste die Mühle in seiner Heimatgemeinde übernehmen.

Dr. Tobias Portschy, der ebenfalls aus der Hochburg der illegalen NSDAP in Unterschützen stammte und damals Kreisleiter in Oberwart war, bewog NIcka, in der NSDAP mitzuarbeiten. Nicka wurde einige Monate im Anhaltelager Wöllersdorf interniert.1935 wurde ein eigener NS-Gau Burgenland eingerichtet, Portschy wurde Gauleiter und setzte Nicka als Kreisleiter ein. Nach dem Anschluss an Deutschland wurde Nicka in dieser Funktion bestätigt und blieb bis 1945 Kreisleiter. Im April 1940 rückte er freiwillig zur Waffen - SS ein und wurde als Kriegsberichterstatter in Norwegen, Finnland, Frankreich, Serbien, Russland eingesetzt. Er wurde ehrenhalber zum SA - Sturmbannführer ernannt.  1942 kehrte er auf Wunsch des Gauleiters als Kreisleiter nach Oberwart zurück. Er wurde mit Aufgaben beim Aufbau der Reichsschutzstellung  betraut. In den letzten Kriegswochen führte er eine Einsatzgruppe im Wechselgebiet im Kampf gegen die Rote Armee.

Nach Kriegsende lebte er zunächst im Raume Leibnitz. Dort wurde er von der britischen Besatzungsmacht verhaftet und in das Landesgericht Graz eingeliefert und schließlich nach Wien überstellt. Er blieb lange in Untersuchungshaft. 1948 wurde er in den meisten Anklagepunkten  (Kriegsverbrechen) freigesprochen, wegen seiner Tätigkeit in der illegalen NSDAP und als Kreisleiter aber zu dreieinhalb Jahren Kerker verurteilt. Nicka konnte zahlreiche Zeugen beibringen, die zu seinen Gunsten aussagten.  Noch im Dezember 1948 wurde er - unter Anrechnung der langen Untersuchungshaft -  entlassen. Da sein Besitz enteignet worden war musste er als Hilfsarbeiter im Straßenbau arbeiten. 1951 gelang es ihm, seine Mühle gegen eine Sühnezahlung zurück zu bekommen. Er betrieb diese bis zu seinem Tod 1972.

1956 schloss sich Nicka der neu gegründeten FPÖ an und war 1958 für ein halbes Jahr Landesparteiobmann, dann bis 1960 Landesparteiobmann - Stellvertreter. Einige Jahre hindurch war er auch Gemeinderat in Unterschützen.

Literatur:

  • Schlag, Gerald: Birgenland. Politik, wirtschaft und Kultur in Biographien.
  • Uslu-Pauer Susanne und Holpfer, Eva, Vor dem Volksgericht. Burgenländische Forschungen 96, Eisenstadt 2008