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Kroatisch Minihof, kroat. Mjenovo, ungar. Malomháza) ist ein kroatisches Dorf im Osten des mittleren Burgenlandes. Der Ort ist seit 1971 ein Ortsteil der Gemeinde Nikitsch.

Plan 1878

Ortsplan von 1878

Urgeschichte

So wie das gesamte Gebiet im Ostteil des mittleren Burgenlandes war auch das Ortsgebiet schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Vor allem auf den beiden Fluren Amselfeld und  Kleine Rodungen wurden Tonscherben und Steingeräte der Bandkeramischen Kultur gefunden. Aus der Bronzezeit stammt eine Pfeilspitze, aus der Eisenzeit Schlackenreste.

Aus der Römerzeit wurde in den 1930er Jahren in der Flur Draga ein Gutshof ausgegraben. Münzfunde stammen hauptsächlich aus der Zeit um 300 n. Chr. Besonders interessant ist ein versilberter Adler aus Bronze.

 

Mittelalter

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 1195 unter der Bezeichnung Vkas : Dominicus aus der Familie Miskolc, Banus von Kroatien, schenkte der Zisterzienserabtei Heiligenkreuz acht Dörfer zur Errichtung des Klosters Klostermarienberg. In Minihof wurde eine Grangie, ein Wirtschaftshof  des Klosters errichtet.  Neben der Grangie bestand seit spätestens 14. Jahrhundert eine deutsche Dorfsiedlung, die kirchlich eine Expositur des Klosters war. 1204 bestätigte Papst Innozenz III. dem Kloster den Besitz von drei Grangien: Vkas, Mannersdorf  und Prössing (Proscingen, Peresznje). 1360 ist der neue Name Munichoff überliefert. Probleme gab es im 15. Jahrhundert immer wieder mit den Nachbarn, den Herrn von Gálosháza. Dieser Edelhof befand sich seit 1460 im Besitz von Johann Klanko, einem Beamten der Kanizsai, der Fischteiche anlegte und dabei die Krautgärten von Minihof überschwemmte.Weitere urkundliche Erwähnungen: 1411 Vkech volgo Monohaza, 1435 Monohaz, 1455 Minichhoff, 1462 Molomhaza und Kysfyles (Klein-Nikitsch). Minihof war anscheinend ein Opfer der spätmittelalterlichen Wüstungswelle. 1499 war der Ort offenbar bereits völlig verödet, ebenso wie Putzelsdorf zwischen Minihof und Gerersdorf, Spanfurt und Kleinwarasdorf. 1536 war auch Nikitsch völlig öde. Das Kloster wurde zwischen 1529 und 1532 aufgegeben. Thomas Nadasdy versuhte, Teile des Klosterbesitzes an sich zu bringen. 1533 bis 1544 war Nikolaus Juricic Inhaber der Herrschaft, als Schenkung Kaiser Ferdinands I. Nach dem Tod von Juricic versuchten die Zisterzienser, den Klosterbesitz zurückzugewinnen. Das hatte einen Aufstand der Untertanen und eine Belagerung des Klostersw zur Folge. 1568 erhielt Franz II. Nadasdy die ehemalige Klosterherrschaft von Kaiser Maximilian II. übertragen.

Wann genau die erste Kroatenansiedlung erfolgte ist nicht bekannt. Wahrscheinlich erfolgte sie noch unter Juricic zwischen 1535 und 1544. 1554 wurden in Malomhaza 7 Porten, 6 Söllner und zwei neue Häuser in die Steuerliste eingetragen. Um 1560 erfolgte offenbar eine weitere, starke Einwanderung. Die Portenzahl stieg von 5 im Jahre 1559 auf 14 im Jahre 1564. 1598 gab es 56 untertänige Häuser sowie einen Freisassen. Die Pest von 1600 wirkte sich auch in Minihof verheerend aus. Die Zahl der bewohnten Häuser fiel von 32 im Jahre 1600 auf 14 im Jahre 1604. Der Ort litt auch in den Bocskai-Wirren und im Bethlenaufstand. 40 Bauernhäuser brannten ab. Unter der Grundherrschaft der protestantischen Nadasdy gab es sicherlich auch Versuche, die Minihofer zum evangelischen Glauben zu bringen. In Nikitsch, zu dem Minihof kirchlich gehörte, wurde ein evangelischer Prediger eingesetzt und es gab ernsthafte Bemühungen, evangelische Kirchenlieder in die kroatische Sprache zu übertragen. 1643 trat Franz III. Nadasdy zum Katholizismus über und machte auch seine Dörfer wieder katholisch. 1647 ergab eine Visitation, dass die Einwohner von Minihof mit Ausnahme einer Familie bereits wieder katholisch waren. In Minihof gab es in diesem Jahr 43 Lehensbauern, 7 Kleinhäusler und 9 Inwohner. Auch Nikitsch war zu dieser Zeit bereits wieder überwiegend katholish. Es gab nur mehr 5 evangelische Familien. Das Protokoll von 1659 erwähnte, dass die Minihofer ein Drittel der Abgaben und Leistungen an die Nikitscher Kirche und den Pfarrer zu erbringen hatten. Die Zahl der Lehensbauern war seit 1647 auf 32 zurückgegangen, die der Kleinhäusler auf 18 gestiegen. Als evangelisch werden in Nikitsch nur mehr zwei Familien erwähnt, darunter Georg Réchey, Besitzer von Galosháza und Grundherr über einen Teil von Nikitsch. Er war auch Patronatsherr über die Nikitsher Jirche, die sich in einem baufälligen Zustand befand.

Nach der Hinrichtung Franz III. Nadasdy im Gefolge der "Magnatenverschwörung" fielen die Nadasdy-Herrschaften zunächst als Pfandgut an den Grafen Nikolaus Draskovichund wwurden 1676 an Paul Esterhazy verkauft. Die Herrschaft Klostermarienberg wurde aufgelöst. Kleinwarasdorf und Kroatisch Minihof kamen an die Herrschaft Deutschkreutz, zu der auch Nikitsch bereits gehörte.Den Ort Klostermarienberg schenkte Paul Esterházy 1679 dem Zisterzienserstift Lilienfeld. 1835 wurde in den Esterhazyherrschaften im Bereich des mittleren Burgenlandes eine große Gebietsreform durchgeführt. Die Herrschaft Deutschkreutz wurde erheblich vergrößert. Sie bestand nunmehr aus der Schafferei Deutschkreutz mit den Orten Deutshkreutz, Girm, Kleinwarasdorf, Kroatisch Minihof und Kroatisch Gerisdorf. und aus der Schafferei Samersdorf mit den Orten Neckenmarkt, Horitschon, Unterpetersdorf, Haschendorf und Raiding. Bis 1848 gab es dann keine Gebietsveränderungen.

18. und 19. Jahrhundert

1708 wurde Nikitsch mit dem Kastell Galoshaza an Adam Mesko verkauft. 1710 verpfändete Paul I. Esterhazy auch Minihof an Adam Meskó und seine Frau Maria Kürtössy. Meskó baute Galoshaza zum Zntrum seiner Kleinherrschaft aus, zu der auch Draßburg, ein Haus in Ödenburg und Weingärten in Deutschkreutz und Ödenburg gehörten.1721 wurde Meskó in den Baronenstand erhoben. Zwischen 1710 und 1767 verpfänden die Esterházys Minihof an die Meskós, die Grundherren von Nikitsch. So mussten die Minihofer während dieses Zeitraumes auch gegenüber den Meskós ihre Robotleistungen erbringen. Im Jahr 1731 errichten die Bewohner von Minihof auf eigene Kosten eine Kirche.  Sie befand  sich, umgeben von einem Friedhof, an der Stelle der heutigen Kirche. Aus diesem Anlass entstand auch der noch heute bestehende Kirchenplatz, da die Meskós anordneten, die dort befindliche Häuserzeile aus Brandschutzgründen aufzulassen. Nach Adam Meskós Tod erbten seine beiden Töchter Anna Theresia und Eva Maria die Besitzungen. Nikitsch und Minihof fielen an Anna Theresia, nach ihrem erbenlosen Tod an ihre Schwester. Eva Maria war viermal verheiratet - mit Chrostophorus Vragovics, Johann Baptist Bartolotti, Josef Karl Herbeviller und Ludwig Starhemberg. Sie bewohnte ihr Haus in Ödenburg, in Draßburg begann sie 1750 das alte Kastell zu einem Sommersitz auszubauen Sie starb 1772. Ihre Güter erbte ihr Cousin Jakob Meskó.

Zur Zeit des Mariatheresianischen Urbars hatten die Minihofer wöchentlich zwei Tage Zug- oder drei Tage Handrobot zu leisten. Es gab 43 Viertellehen mit 15 Joch Axker, Hanf- und Krautgärtensowie Wiesen. Die Haussteuer betrug 2 Gulden 71 Pfennige. Dazu kamen noch die üblichen Naturalabgaben, Sterbegelder usw. Einige Hofstellen, die öd gefallen waren, dienten als Quartier-, Schul- und Halterhäuser.

Im Jahr 1767 werden die neue Kirche, das Gemeindewirtshaus, die Schule und das Armenhaus erstmals urkundlich erwähnt. Da es in Minihof keine Mühle gab, nutze man die Mühlen von Lutzmannsburg, um das Getreide zu mahlen. 1864 kaufte die Gemeinde die Fleischbank und das Wirtshaus von der Herrschaft. 1768 wurde die verpfändete Ortschaft Minihof von Eva Maria Gräfin Starhemberg an Esterhazy zurückgegeben. Bis 1848 gehörte der Ort wieder zur Herrschaft Deutschkreutz. Das Jahr 1848 brachte die Grundentlastung. 1850 ist in den Urkunden erstmals von einer jüdischen Familie in Minihof die Rede, und zwar von der Familie Tauber, die über Generationen hindurch  eine Gemischtwarenhandlung betrieben hat. 1858 vernichtete ein Großbrand den Ort. 1870 wurde die Pfarre geggründet, 1871 der Schulstuhl eingerichtet, 1872 der Pfarrhof renoviert und 1874 der Neubau der Kirche abgeschlossen. 1894 wurde auch die Schule neu gebaut.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert war die finanzielle Situation äußerst trist. Durch grundablöse, Brand und Missernten waren das Dorf und viele Buaern hoch verschuldet. Die Bevölkerung musste nach Ergänzungen zu den kleinen Landwirtschaften suchen. Burschen gingen als Viehüter nach Niederösterreich, Mädchen als Dienstmädchen nach Ödenburg und Wien.  So wie in vielen Dörfern des mittleren und südlichen Burgenlandes ging man im Sommer als Saisonarbeiter auf die Meierhöfe oder als Bauhilfsarbeiter nach Wien. Die Auswanderung nahm stark zu, in die USA, später nach Kanada und Australien.1902 ließen sich in South Bend bei Chikago die ersten Minihofer nieder. Viele weitere folgten. Sie waren gut organisiert, hatten ein eigenes Vereinshaus, in dem zahlreiche Veranstaltungen stattfanden. Aus Amerika kamen auch immer wieder Spenden für die Minihofer Kirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Auswanderung zwar zurück, doch trat an ihre Stelle die Abwanderung nach Wien. Die Bevölkerung von Minihof sinkt seither ständig ab.

Die Rätereüublik und der Aufstand in Nikitsch und Minihof: Am 30. März 1919 wurde auch in Nikitsch ein "Direktorium" eingesetzt.Am 4. April versammelte sich die Bevölkerung und zwang die anwesenden "Roten Kader" zum Abzug. Der Kommandant wurde verprügelt. Der politische Kommissar des Bezirkes, Herman Varadi, wollte persönlich eingreifen und berief eine Versammlung für den 6. April ein. Auch er und seine bewaffneten Begleiter wurden verjagd. Daraufhin wurden 30 Mann der Roten Armee nach Nikitsch verlegt. Da die Männer geflüchtet waren nließ Varadi eine größere Zahl von Frauen festnehmen und zum Verhör ins Schloss bringen. vDie Ortsbevölkerung, verstärkt durch eine bewaffnete Gruppe aus Minihof, versuchte die Fraauen zu befreien. Dabei wurden zwei Jugendliche aus Kroatisch Minihof getötet, der 15 -jährige Ivan Bucolic und die gleichaltrige Maria Drimmel. Es wurden weitere Truppen nach nNikitsch verlegt. Der Militärkommissar, der berüchtigte Deszö Enzbruder, verhaftete die "Aufständischen". Schon am Folgetag wurden 15 vor Gericht gestellt und zu einer 6-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Sie wurden allerdings schon am 1. Mai amnestiert und freigelassen. Am 9. April wurde Pfarrer Anton Szemeliker verhaftet und im Schloss zu Nikitsch zum Tode verurteilt. In Ödenburg wurde ihm erneut der Prozess gemacht und am 10. April wurde er erschossen. Ihm wurde vorgeworfen, er hätte den Aufstand organisiert. Erst am 15. August 1919 konnte seine Leiche exhumiert und in Nikitsch begraben werden.

Im Anschluss an den Sturz der Räteregierung überwog eine proungarische Haltung, da man keineswegs zum "roten" Österreich wollte. Österreich wurde außerdem eine Assimilierung der Kroaten vorgeworfen. Vor allem der Kantorlehrer Johann Dobrovich aus Minihof warb für den Verbleib bei Ungarn. Auch der am 28 April 1921 in Ödenburg gegründete Kroatische Kulturverein trat für Ungarn ein. Im März 1922 sprach sich hingegen eine Mehrheit der Bevölkerung gegenüber dem Grenzregulierungsausschuss für Österreich aus. Das Verprechen von östereichischer Seite, die Güter des Grafen Zichy aufteilen zu wollen, dürfte ein gutes Argument gewesen sein.

1858 wurde der Ort von einem Großbrand heimgesucht. Bei der Sprachenzählung von 1880 gaben 998 der insgesamt 1070 Einwohner Kroatisch als ihre Muttersprache an. Bei der Zählung von 1910 gaben 1019 der 1051 Bewohner Kroatisch als Muttersprache an; 17 gaben Ungarisch an und 15 Deutsch.

 

20. Jahrhundert

In der Zwischenkriegszeit etablierten sich auch in Minihof die politischen Parteien, wobwi die Christlichsozialen bei weitem die Mehrheit hatten. Die 1923 in Unterpullendorf gegründete Kroatische Partei ging bei den Landtagswahlen von 1923 leer aus. Die Gemeinderatswahl von 1923 musste nach Unstimmigkeiten wiederholt werden. Sie brachte für die Christlichsozialen 251 Stimmen, für die Kroatenpartei 109 und für die Sozialdemokraten 55 Stimmen. Der Bauernbund (Landbund) erhielt 19 Stimmen. An diesen Verhältnissen änderte sich in der Zwischenkriegszeit nur wenig. 1931 etwa erhielten die Christlichsozialen 9 der 13 Gemeinderatsmandate.

Ab 1902 begannen viele Minihofer, aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage der nach Übersee – USA, Kanada und Australien – auszuwandern. Einer der Zielpunkte  war die Industriestadt South Bend.  Da dort die Verdienstmöglichkeiten weit besser waren, konnten die Minihofer in Amerika  als Wohltäter in der alten Heimat auftreten. So konnten mithilfe der Spenden aus Übersee  Kirchenrenovierungen und  Neuanschaffungen, etwa einer Orgel und einer Kommunionbank, errichtet werden. Einige Familien kehrten  später wieder nach Minihof zurück und benannten ihre Gasse nach der Stadt in Amerika: „Sotbend“.

In der Zwischenkriegszeit war die wirtschaftliche Situation des Dorfes wieder katastrophal. Der Schmuggel über die nahe ungarische Grenze bot einige Verdinstmöglichkeiten. Neben der Auswanderung wurde das Pendlerwesen eine weitere Möglichkeit, der Armut zu entkommen. Die Arbeitsmigration nach Wien  setzten in Kroatisch Minihof bereits um 1900 ein. Während die jungen Frauen als Dienstmädchen arbeiteten, verdingten sich die jungen Männer als Bauarbeiter, gewerbliche Hilfskräfte und Industriearbeiter. Mit der Zeit qualifizierten sich die Minihofer in Wien immer mehr und begannen als Facharbeiter, selbstständige Gewerbetreibende sowie in Gastronomie, Verkauf und Handwerk zu arbeiten.

Im 1. Weltkrieg hatte der Ort 16 Gefallene zu beklagen.

Am 27. Mai 1905 wurde der Einschlag eines Meteoriten beobachtet. Ein Stück dieses Meteoriten befindet sich im Naturhistorischen Museum Wien.

 

 

Zwischenkriegszeit

Die Arbeit als Wochenpendler in Wien war nach wie vor die wichtigste Erwerbsmöglichkeit. Viele Familien fassten in der Stadt Fuß und bauten sich eine neue Existenz auf. In Wien konnten auch landwirtschaftliche Überschüsse verkauft werden. Der Anschluss an Österreich wurde keineswegs von allen Ortsbewohnern begrüßt. So wie in den meisten Gemeinden waren der Pfarrer, Lehrer, die Bauern eher proungarisch, die nach Wien orientierten Pendler für Österreich.  Der Anschluss an Österreich wirkte sich natürlich gravierend aus, da die neue Staatsgrenze in unmittelbarer Nähe verlief. So wie in vielen Grenzgemeinden entstand ein reger Schmuggel, vor allem mit Weizen, Tabak, aber auch Lebendvieh. Der Schmuggel war nicht ungefährlich, es kam immer wieder zu Auseinandersetzungen mit den Zollbeamten..

Im 2. Weltkrieg Hatte Minihof  35 Tote und  30 Vermisste zu beklagen.

 

Nachkriegszeit und Gegenwart

Die 1950er und 1960er Jahre waren durch Modernisierungen im privaten wie im infrastrukturellen Bereich geprägt. Viele Häuser wurden umgebaut oder neu gebaut, 1954 wurde auch ein neues Gemeindehaus errichtet. Vor  allem die Straßen und Wege mussten erneuert werden  und mit der Errichtung des Wasserleitungs- und Kanalnetzes wurde begonnen. 1959 begann der Bau der Wasserleitung.  In der Landwirtschaft setzte die Motorisierung voll ein und viele Wirtschaftsgebäude wurden den neuen Erfordernissen angepasst.In der Landwirtschaft spielten damals Tabak- und Zuckerrübenanbau eine wichtige Rolle. Die Milch wurde bis 1977 in die Molkerei Horitschon geliefert.1965 - 1972 fand die Kommassierung statt. Der souialökonomische Strukturwandel hatte aber einen raschen Bedeutungsverlust der Landwirtschaft zur Folge. Viele Männer nahmen in Wien als Pendler Abeit an, die lanwirtschaftlichen Kleinbetriebe wurden von den Frauen betreut oder häufig ganz aufgegeben, die Felder verpachtet.

Nach dem Gemeindestruktur - Verbesserungsgesetz wurde Minihof ebenso wie Kroatisch Geresdorf  mit 1. Jänner 1971 als Ortsteile zu Nikitsch geschlagen. Die Zusammenlegung fand gegen den Willen der Bevölkerung statt. 1994 fand eine Befragung der Bevölkerung statt.145 von 260 gülrigen Stimmen waren für eine Selbständigkeit des Ortsteiles. Die Gemeinde beschloss die Lösung von Nikitsch, von der Landesregierung aber - da verfassungswidrig - nicht anerkannt.  Um der starken Abwanderung zu begegnen wurden in den 1990er Jahren neue Hausplätze aufgeschlossen.  Ein Bio Fernheizwerk wurde 1997 eröffnet. Es wird mit Hackschnitzel betrieben und versorgt über 100 Haushalte mit Fernwärme. 1972 wurde die Leichenhalle gebaut.

In der Landwirtschaft dominiert der Getreideanbau auf fruchtbaren Schwarzerdeböden. Es gibt noch acht Vollerwerbs- und 10 Nebenerwerbsbetriebe. Vier Betriebe werden als Biobetriebe geführt. 2007 wurde eine Pflanzenöl Produktions- und Verwertungsges. m.b.H. gegründetVor allem aus Raps wird Speiseöl und Biodiesel erzeugt Das Holz der Urbarialgemeinschaften- der Urbarialwald ist mit 260 ha relativ groß -  wird an das Fernheizwerk geliefert. Es gibt noch einen Nahversorger, mehrere Gasthäuser  und wenige Gewerbebetriebe.

2011 hatte der Ort 368 Einwohner. So wie die Gesamtgemeinde Nikitsch, deren Bevölkerungszahl seit 1951 sich halbierte, nahm auch die Bevölkerung von Kroatisch Minihof stark ab. Die Geburten- wie die Wanderungsbilanz sind stark negativ. Nahezu 37 % der Bevölkerung sind Pensionisten. Die Bevölkerung ist also stark überaltert.

In der Gemeinderatswahl 2012 erhielt die SPÖ  49, 44 % der Stimmen und verlor die absolute Mehrheit, die ÖVP erhielt 43,33 %, eine Namensliste nahezu 7 %.  Ortsvorsteher ist Peter Buzanich von der SPÖ.

Im Kulturleben von Kroatisch Minihof  spielt die "Junge Initiative", 1985 gegründet, eine wichtige Rolle. Sie organisiert Laientheater, den "Tag der Jugend", Konzerte, Lesungen, Vorträge usw. und betreibt die zweisprachige Bibliothek. Der Verein organisierte die Renovierung des alten Pfarrhofes und begründete ein Open- Air-Theater im Garten des Pfarrhofes für Musical- und Opernaufführungen. Auch der Kroatische Kulturverein, Zweigstelle Kroatisch Minihof, ist kulturell aktiv. Es gibt eine Tamburizza - Gruppe und die Tamburizza - Rock - Popband "Lole"

An bedeutenden Persönlichkeiten stammen aus Kroatisch Minihof Norbert Darabos, 2007 bis 2013 Verteidigungsminister, dann Landesrat, und einige bekannte Mediziner, etwa  Dr. Herbert Czitober, Dr. Rudolf Kuzmits. Andreas Kutmich war Mitbegründer der burgenland-kroatischen Zeitung "Nase Novine" und des Kroatischen Kulturvereines 1921. Johann Dobrovich stammte aus Wulkaprodersdorf und war Volksschuldirektor in Kroatisch Minihof. Er verfasste eine Geschichte der Burgenlandkroaten.

 

Kirche und Schule

Kroatisch Minihof gehörte zur Pfarre Nikitsch. Die erste Kirche, der Hl. Dreifaltigkeit geweiht, wurde 1731 erbaut und 1856 renoviert. 1810 wurde ein Gebäude errichtet, das zunächst als Gemeinde- und Armenhaus diente  und 1870 zum Pfarrhof wurde.1870 wurde der Ort zu einer selbständigen Pfarre und von Nikitsch getrennt. Zuvor hatte es immer wieder Konflikte zwischen den Gläubigen von Nikitsch und Minihof gegeben.1872 wurde der Pfarrhof renoviert.  1874 wurde eine neue Kirche gebaut. Der Turm der alten Kirche wurde übernommen und erhöht. 1996 bis 1998 wurde die Kirche renoviert. Der Pfarrhof wurde 1908 erneut renoviert und ein großer Garten angelegt. Im ausgehenden 20. Jahrhundert verwahrloste das leer stehende Gebäude immer mehr. Bis 2015 wurde es in mehreren Etappen renoviert und zu einem Veranstaltungszentrum für Gemeinde und Pfarre ausgebaut.

Die Schule wurde 1767 erstmals erwähnt. Sie war in einem Bauernhaus untergebracht. Sie wurde 1857 baulich erweitert, war aber für die große Schülerzahl noch immer zu klein. 1894 wurde ein zweigeschossiger Neubau errichtet, mit zwei Schulräumen und Lehrerwohnungen.  In den 1990er Jahren wurde die Schule renoviert und umgebaut, die ehemaligen Lehrerwohnungen wurden zu einem Turnsaal. auch der Kindergarten wurde 1995  in dem Gebäude untergebracht.

Literatur:

  • Mjenovo, Kroatisch Minihof. Nikitsch 2013.