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Ortsname:

1153: lac; 1276,1277, 1331, 1347, 1416, 1452: Chlingenpach; 1416: Chlingendorf; 141/: Chlingabah; 1419: Chlingepah; 1421: Kringlphoch; 1510: Klynko; 1528: Khlingenpeckhen; 1605: Klynpak; 1648: Kilimpah; 1773: Klimpa, Klimpach, Klingenpach; Kroatisch: Klimpuh; Ungarisch: Kelénpatak

Der Ortsname ist vom mittelhochdeutschen klinge (Talschlucht) , althochdeutsch Chlinga; abzuleiten. Wenig wahrscheinlich ist die Ableitung von "lac" aus der altungarischen Kurzform für Jakobus und die von Mollay daraus gefolgerte Vermutung, dass Klingenbach ursprünglich eine ungarische Siedlung gewesen sei und erst um 1200 eingedeutscht wurde.

Urgeschichte:

Die durch Böden und Kleinklima begünstigten Südhänge wurden schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Ein Grab, das 1934 gefunden wurde, ist auf Grund der Beigaben - zwei Armreifen und ein Fingerring aus Bronze - der keltischen La Tène - Kultur zuzuordnen. 1948 wurde eine hallstattzeitliche Wohngrube freigelegt, mit schönen Töpfen, Bronzefibeln und zahlreichen Tonscherben als Beigaben.

Aus der Römerzeit wird in Klingenbach eine Dorfsiedlung (vicus) vor den Toren Scarbantias angenommen. 1884 sollen laut Ödenburger Zeitung ein Säulenschaft und große römische Ziegel ausgegraben worden sein. 1934 wurde ein Skelettgrab im Ortsgebiet freigelegt.

Mittelalter

Nach der Niederlage der Awaren ließen sich auch im Ödenburger Raum bayrisch - fränkische Siedler nieder. Aus Scarbantia wurde Odinburgh, der Passauer Chorbischof Alberich erhielt Land "vom Nußbach bis zum Fuß der Berge". Der Nußbach wird von einigen Forschern mit dem Spittelbach gleichgesetzt. Der alte Name dieses Baches ist allerdings Eika, der Eichenbach (ung. Ikva). Die karolingerzeitliche Besiedlung wurde von den "landnehmenden" Magyaren keinesfalls ausgerottet. Schon bald begann die Besiedlung mit Kolonisten aus dem Westen, getragen von deutschen Adeligen, die die ungarischen Könige ins Land riefen. Im Laufe des 12. Jahrhunderts entstand auch Klingenbach als Dorf bayerisch-fränkischer Siedler.

Die erste urkundliche Erwähnung wurde früher auf das Jahr 1276 festgelegt. Der Budapester Germanist Karl Mollay meinte jedoch, dass das Jahr 1153 richtiger sei. Er hat eine längst bekannte Urkunde neu interpretiert und das dort erwähnte Gut lac mit Klingenbach gleichgesetzt. Es handelt sich um ein Testament, das ein gewisser Adalbert verfassen ließ, vor seiner Abreise als Gesandter im Auftrag König Geisas II.  zu König Roger II. von Sizilen. In diesem Testament vermachte er dem Stift Martinsberg (Pannonhalma) Güter in Nikitsch, Trausdorf, Schattendorf, Höflein  und eben auch das Gut lac, das Mollay mit Klingenbach gleichsetzte. Das Testament wurde nie rechtswirksam, da Adalbert offenbar von seiner Mission wohlbehalten zurück kehrte.

Nicht problematisch ist hingegen die nächste urkundliche Erwähnung im Jahre 1276. Der Ödenburger Stadtrichter Stephan, die Bürgerschaft und der Johanniterkomptur Dietrich beurkunden, dass der frühere Stadtrichter Pero dem Kloster Marienberg seine Kirche des Hl. Jakob und seinen Besitzanteil in Klingenbach übergeben hatte. Bedingung war, dass der Abt drei armen Waisenknaben 9 Taler Denare zu geben hatte. Pero hatte seinen Besitzanteil an Klingenbach von den Adeligen Laurencius und Altman und anderen Adeligen erworben. Lukas, ein Geschwisterkind Peros, verzichtete gegen den Erhalt von 6 Mark vom Abt auf seinen Rechtsanspruch auf Klingenbach zugunsten des Klosters. Zudem übergab auch der Stadtrichter Stephan seinen Besitzanteil an Klingenbach dem Kloster. Auch für diesen Besitzanteil musste der Abt drei armen Waisenknaben 9 Taler Denare übergeben. 1277 ließ sich der Abt die Schenkungen von Palatin Nikolaus von Güssing, der auch der Gespanschaft Ödenburg vorstand, bestätigen.

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts hatte die Ödenburger Bürgerfamilie Lukas große Teile von Klingenbach inne, die sie wahrscheinlich von der Abtei Klostermarienberg gekauft hatte. Die Geschister Lukas und Lucia einigten sich 1331 über die Hinterlassenschaft ihrer Eltern in Klingenbach, die beiden Söhne der Lucia, Stefan und Jakob, verkauften ihren Anteil  (ein Achtel des gesamten Dorfes) ihrem Onkel Lukas, Ratsherr in Ödenburg, um 27 Pfund Wiener Denare, einem Fohlen und 6 Ellen Köllner Tuch. 1351 verkauften die Witwe des Lukas, Christine, und seine zwei Söhne ihren Besitz in Klingenbach mit Ausnahme eines Achtels des Dorfes um 197 Pfund Wiener Pfennige dem Ödenburger Patrizier Martin Agendorfer. Dessen Sohn Hans Agendorfervermachte seinen Besitz einem Verwandten, dem Bürger und Wiener Stadtrat Hans Weyspacher. Dieser verkaufte 1416 das Dorf Chlingenbach um 350 Pfund Wiener Pfennige der Stadt Ödenburg. Die endgültige Übertragung zog sich aber noch bis 1419 hin. Ab diesem Jahr war Klingenbach bis 1848  Teil der Stadtherrschaft Ödenburg, die acht Dörfer umfasste. Nur für etwa 20 Jahre war der Ort an die Günser Jesuiten verpfändet. Zur Stadtherrschaft gehörten die Dörfer Wandorf, Wolfs(1325), Mörbisch (1385), Agendorf (1390), Klingenbach (1419), Harkau (1426), Kohlnhof und Loipersbach (1547).

Während der Grenzfehden des 15. Jahrhunderts litt Klingenbach so wie die übrigen Stadtdörfer unter den Plünderungen von Söldnerbanden. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts  waren die Überfälle der Gertrud von Weispriach, Herrin von Landsee, besonders schlimm. ("Landseer Fehde"). Die Stadt litt so schweren Schaden, dass sie über Jahre hinweg vom König von den Steuern befreit werden musste. Erst nachdem es gelungen war, die Hauptbeteiligten, Gertrud, den früheren Ödenburger Bürger Franz Magusch - Kronperger, der mit seiner Heimatstadt in Fehde lag, und Wolfgang Ravensburger gefangen zu nehmen, beruhigte sich die Situation. 1523 gestand Franz Magusch im Verhör, dass er mit etwa 200 Mann Klingenbach angegriffen und das Vieh und anderes hinweggeführt habe. Das Raubgut hätten sie nach Landsee gebracht und der Frau Weispriach übergeben.

Frühe Neuzeit, Kroatenansiedlung

Der Verödungsprozess am Ende des Mittelalters und zu Beginn der frühen Neuzeit betraf wohl auch Klingenbach. Im Falle von Klingenbach dürften aber - anders als in vielen anderen Gemeinden - die Türkenzüge von 1529 und 1532 dabei eine Rolle gespielt haben. Zunächst war diese Entwicklung aber noch nicht lebensbedrohend. Die Konskription von 1558 zeigt, dass der Ort noch von Deutschen besiedelt war. Dr. Tobler nahm an, dass Klingenbach so wie auch Zagersdorf vom Türkenzug 1532 stark betroffen war. Anders als in Baumgarten, Draßburg, Zagersdorf, Siegendorf, Trausdorf und Oslip, die nachweislich bis spätestens 1540 mit Kroaten aufgesiedelt wurden, erfolgte die Kroatenansiedlung in Klingenbach aber erst später. Erst in einem Zehentverzeichnis von 1571 tauchen neben 11 deutschen die ersten 5 kroatischen Namen auf. Erst seit Ende des 16. Jahrhunderts dürften sie die Mehrheit erlangt haben, vermutlich durch Zuzug aus den umliegenden Gemeinden. In den kanonischen Visitationen des 17. Jahrhunderts scheint Klingenbach jedenfalls schon als kroatischer Ort auf. 1581 beschwerte sich Caspar Dragonus, ein evangelischer Prädikant, beim Ödenburger Stadtrat wegen der Halsstarrigkeit der Klingenbacher Kroaten. Sie lehnten die Lehren Luthers offen ab. Bald nach der Ansiedlung der Kroaten kam es zu einer Brandkatastrophe, der fast der ganze Ort zum Opfer fiel. 1569 gewährte Kaiser Maximilian eine sechsjährige Steuerfreiheit und die Stadt Ödenburg setzte Abgaben und Robot herab. 1583 und 1736 gab es erneut Brände. Die Pestepidemie von 1600 traf auch Klingenbach schwer. Von den 28 Häusern waren nur mehr 16 bewohnt. Während der Belagerung Ödenburgs durch die Bocskay - Rebellen und die mit ihnen verbündeten Türken und Tataren hatte Klingenbach so wie die anderen Stadtdörfer besonders  zu leiden.

Im Verlauf der Gegenreformation wurde die Stadt zu einer hohen Strafzahlung verurteilt. Sie war gezwungen, die beiden Dörfer Klingenbach und Loipersbach an die ungarische Kammer zu verpfänden. Der Bischof von Raab, Georg Szechenyi, zahlte die Pfandsumme und kam so in den Besitz der beiden Dörfer. Er gab sie an die Günser Jesuiten weiter. Erst 1698 konnte die Stadt die Pfandgüter wieder auslösen. Die anlässlich der Verpfändung vorgenommene Konskription ergab für Klingenbach 19 halbe Sessionen und 11 große und 14 kleine Söllnerhäuser.

1683, im Jahr der Türkenbelagerung Wiens, huldigte die Stadt Ödenburg zwar Emmerich Tököly, dem Verbündeten der Türken. Die Dörfer der Stadt blieben aber trotz der gehissten weißen Fahnen nicht von der Plünderung und Zerstörung verschont. Am 24. Juli wurde Klingenbach überfallen und in Brand gesteckt. Die Kirche wurde so schwer zerstört, dass sie 1685 noch nicht benutzbar war. Auch in der Folgezeit wurde der Ort wiederholt heimgesucht.Am 3. September etwa requirierten die Türken bei den Ödenburgern und Klingenbachern 100 Ochsen. Auch nach der Niederlage der Türken vor Wien und deren Abzug verbesserte sich die Situation nicht. Es folgten Hungerjahre durch Frost, Hagel, Heuschreckenplagen verursacht. Auch während des "Kuruzzenrummels" im Zuge des Aufstandes Franz II. Rakoczys wurde Ödenburg belagert und die Dörfer erneut schwer heimgesucht. Klingenbach wurde wiederholt geplündert, zumal die Kuruzzen auf Klingenbacher Gemeindegebiet lagerten. Während der "Franzosenzeit", 1805, wurde der Wohlstand der Dörfer durch Einquartierungen und Kriegslieferungen fast völlig ruiniert. Dazu stieg auch der Steuerdruck.

Wirtschaft und Gesellschaft

Verglichen mit den Verhältnissen in den benachbarten Dörfern der Esterházy - Herrschaften waren die Stadtdörfer relativ günstig gestellt. Dazu wirkte sich die Nähe des Ödenburger Marktes positiv aus.

Die Verwaltung der Stadtdörfer erfolgte jeweils durch einen Ödenburger Ratsherrn, der auch Graf oder Inspektor genannt wurde. Seit Beginn des 18. Jahrhunderts wurde jedes Dorf einem "Grafen" unterstellt, der für das Dorf zuständig war. 1507 wird etwa Peter Fleischhackher als "Graff zu Klingenbach" erwähnt. Die "Grafen" mussten den Dorfgerichten die Beschlüsse des Stadtrates übermitteln und dafür sorgen, dass diese auch durchgeführt wurden. Der "Graf" des Ortes musste bei der Richterwahl anwesend sein und hatte diese zu leiten. Im Namen der Stadt verpachtete er die Rechte der Herrschaft, etwa die herrschaftliche Schmiede oder die Fleischbank und versteigerte den Bergrechtswein. Er schloss die Verträge darüber ab. Eine wichtige Aufgabe war Aufnahme der Vermögensinventars, wenn ein Untertan starb. Die Zuteilung der jedem Dorf vorgeschriebenen Robot zur Bearbeitung der Felder und Weingärten wurde durch den Dorfrichter vorgenommen. 1782 wurde von der königlichen Kammer eine Verwaltungsreform vorgeschrieben. Die Verwaltung der Dörfer wurde zentralisiert. Es wurde das Amt des Provisors geschaffen, dem alle 8 Stadtdörfer unterstanden. Er erhielt ein Gehalt von 350 Gulden. Ihm zur Seite stand ein Adjunkt mit 200 Gulden Jahresgehalt. Die Inspektoren hatten nur mehr repräsentative Aufgaben.

Das Dorfgericht setzte sich aus dem Richter, zwei Gerichtsgeschworenen und zwei Gemeindegeschworenen zusammen. Der Richter wurde aus einem Dreiervorschlag der Grundherrschaft in Anwesenheit des Provisors und des Inspektors von der Bevölkerung gewählt. Er ernannte die Gerichtsgeschworenen, die Gemeinde wählte die zwei Gemeindegeschworenen. Der Dorfrichter wurde zumeist auf zwei Jahre gewählt. Vor der Neuwahl fand eine Überprüfung der Kasse statt. Erst nach Entlastung des Dorgerichtes konnte die Neuwahl durchgeführt werden. Gemeindeschreiber ("Notär") war der jeweilige Schulmeister.

Nach dem Urbar von 1558 gab es in Klingenbach 6 ganze und 6 halbe Lehen sowie 14 Hofstätten. Ein ganzes Lehen umfasste 24 Joch Acker und 5-6 Tagwerk Wiesen. Dazu kamen die Weingärten, die aber nicht an die Session gebunden waren und daher unterschiedliche Größe hatten. Die Belastung der Untertanen war 1558 gering. on einem ganzen Lehen waren zu Georgi und Michaeli je 4 Schilling, die Hofstättler 15 Denare (Pfennige). Die Robotleistung wird im Urbar nicht angeführt. Bis 1598 stieg die Zahl der Häuser von 26  auf 28.  1672 gab es 19 Bauern mit halbem Lehen und 26 Hofstättler (Holden). An die Grundherrschaft waren insgesamt 412 Gulden zu zahlen, wobei die Halblehen jährlich 12, die Hofstättler 8 oder 5 Gulden jährlich  zahlten. Die Steuer betrug für die gesamte Gemeinde 8 Gulden, das Bergrecht 22 Gulden. 1698 wurden Klingenbach und Loipersbach von den Günser Jesuiten ausgelöst, die Verpflichtungen gegenüber der Stadt neu festgelegt. Das Dorf musste nun kostenlos einen Weingarten im Ödenburger Weingebirge in der Größe von 30 Pfund bearbeiten. Manchmal mussten sie auf Anordnung der Stadt auch andere Weingärten bearbeiten, wurden dafür aber bezahlt. Außerdem hatte das Dorf 18 Joch Grund vollständig zu bearbeiten und 20 Fuhren Holz  hacken und einführen. An Bargeld musste ein Halblehen jährlich 40 Denare entrichten. 1709 wurde mit der Herrschaft ein Kontrakt geschlossen und damit ale Abgaben und Leistungen in Geld abgelöst. Ein Viertellehen zahlte jährlich 12 Gulden. Neben den Leistungen an die Herrschaft waren auch noch die staatliche Steuer (Portensteuer) und die Abgaben an die Kirche zu leisten.1713 gehörten zu einem Viertellehen 7 Joch Acker und 1 Tagwerk Wiesen.
 

1713 kam es zwischen der Stadt und ihren Untertanengemeinden zu einem langwierigen Urbarialprozess, in dem sich die Stadt durchsetzte. Das Ergebnis war eine starke Erhöhung der Abgaben und Leistungen der Dörfer. Vor allem die Robotleistungen wurden stark erhöht. Jedes Viertellehen hatte nunmehr zwischen Georgi (9. Mai) und Michaeli (29. September) wöchentlich zwei Tage Zugrobot oder vier Tage Handrobot zu leisten, während der übrigen Zeit einen Tag ZUgrobot oder drei Tage Handrobot. Ein Viertellehen musste also jährlich 72 Tage Zug- oder 176 Tage Handrobot leisten, eine enorme Belastung für die Bauern, zumal die meisten Roboten in Zeiten anfielen, in denen sie auch ihre eigene Wirtschaft zu versorgen hatten. Aber das war noch nicht alles. Jedes Viertellehen hatte jährlich eine "lange Fuhre" durchzuführen, meist bis Wr. Neustadt. Der Weg nach Wien wurde mit drei "langen Fuhren" abgerechnet. Außerdem musste jedes Viertellehen den Dünger für 20 Weinstöcke in den städtischen Weingärten zur Verfügung stellen und diesen Dünger auch ausbringen. Zusätzlich musste noch ein Klafter Holz gehackt und in die Stadt gebracht werden, zum städtischen Kalkofen. An Geldleistungen hatte ein Viertellehen 2 Gulden und 15 Denare zu erbringen, die Gemeinde als ganzes noch zusätzlich 6 Gulden 65 Denare. Den städtischen Honoratioren mussten außerdem "Verehrungen" gereicht werden: Schafe, Kleinvieh, Eier ... Die Klingenbacher hatten das Weinausschankrecht während der Wintermonate, im Sommer stand dieses der Herrschaft zu. Das nötige Brennholz bekamen sie von der Herrschaft, das Bauholz nur im Fall von Katastrophen (Brände).

1767 brachte das Maria Theresianische Urbar einige Änderungen mit sich. Es wurde eine Normgröße für ein Bauernlehen festgelegt, unterschiedlich nach Bonitätsklasse des Bodens. Ein ganzes Lehen sollte in Klingenbach 20 Joch Acker und 8 Tagwerk Wiesen umfassen. Da nicht genügend Wiesen zur Verfügung standen wurde etwas mehr Ackerland zugeteilt. Auf ein Ganzlehen entfielen 1 Tag Zugrobot oder zwei Tage Handrobot pro Woche. In den arbeitsintensiven Zeiten konnte die Herrschaft das Doppelte einfordern, musste dies jedoch dann ausgleichen. Mindestens ein Viertel der Robot musste aber auf die Wintermonate verlegt werden. Die behausten Söllner mussten jährlich 18 Tage, die unbehausten (Inwohner) 12 Tage Handrobot leisten. Bauern und behauste Söllner zahlten jährlich einen Gulden Hauszins. An Naturalabgaben mzssten pro Ganzlehen 2 Hühner, 2 Kapaune, 12 Eier und 1/2 Maß Schmalz gegeben werden, je 30 Ganzlehen auch ein Kalb. Jede ganze Ansässigkeit hatte 1 Klafter Brennholz zu hacken und einzuführen und 6 Pfund Gespunst abzuliefern. Der sogenannte Küchendienst war entweder in Naturalien oder in Geld zu zahlen (48 Denare). Eine neue Abgabe war das "Neuntel" das zuvor nicht eingehoben wurde. In Klingenbach wurde es in Robot abgelöst - ein Ganzlehen musste 12 Tage Zugrobot oder 24 Tage Handrobot leisten.

Nach dem Maria Theresianischen Urbar gab es in Klingenbach 1 Ganzes Lehen, 1 Sechsachtellehen, 26 Halblehen und 19 Viertellehen, 46 Söllner mit Haus und 9 ohne Haus. Die Herrschaft konnte also in der Summe über 1034 1/2 Tage Zugrobot oder 3005 Tage Handrobot verfügen, dazu kamen für das Neuntel weitere 233 1/2 Tage Zug- oder 267 Tage Handrobot. Trotz der hohen Belastung scheint die Situation der Bauern nicht ungünstig gewesen zu sein. Das zeigt vor allem der Viehbestand: Es gab 113 Ochsen, 61 Pferde, 113 Kühe, 127 Schweine und 245 Schafe. An Handwerkern gab es nur die im Dorf üblichen (Schmied, Wagner, Schuster ...). Sie waren wahrscheinlich den Ödenburger Zünften angeschlossen. Die Schmiede war  eine Gemeindeschmiede und war  verpachtet, die Fleischbank unterstand der Herrschaft, die sie ebenfalls verpachtete.  Eine grüßere Bedeutung kam den Fuhrwerksdiensten zu. Das erwähnte Weinausschankrecht über ein halbes Jahr wurde von der Herrschaft meist mit dem Herrschaftswirtshaus verpachtet, die Gemeinde schenkte ihren Wein im Gemeindewirtshaus aus. Ein 1788 gewährtes individuelles  Weinausschankrecht ("Krieglschank") wurde bald wieder untersagt. Der Pächter des herrschaftlichen Wirtshauses beschwerte sich bei der Stadt, dass sich die Bauern nicht immer an das Ausschenkverbot hielten. Der Pfarrer hatte zu Ostern 9 Tage das Schankrecht, verpachtete es aber meist an einen Bauern im Ort.

19. Jahrhundert

1857 wurden die mit etwas mehr als 24 Joch recht kleinen Rottgründe von der ehemaligen Herrschaft abgelöst. Die urbarialen Zugehörungen mussten mit 650 Gulden pro ganzer Session und 50 Gulden pro Söllner abgelöst werden. Insgesamt zahlte der Ort 15 825 Gulden Conventionsmünze. Manche Bauern waren durch die hohen Zahlungen schwer verschuldet und es kam zu zwangsweisen Exekutionen. 1870 fand die Absonderung der Hutweide- und Waldflächen statt. Von den 143 Joch Hutweide nahm die Stadt 17,4 Joch in Anspruch. 249 Joch Wald gingen an die Urbarialgemeinde, die heute 174 ha besitzt.

Wichtig für die weitere Entwicklung des Dorfes war die Errichtung der Siegendorfer Zuckerfabrik 1853, der ein Teil der Ortsbevölkerung misstrauisch gegenüberstand. Klingenbach wehrte sich vergeblich gegen den Abbau von Bausteinen für die Fabrik im Klingenbacher Steinbruch, der der Stadtgemeinde gehörte. Die Zuckerfabrik gab  aber bald vielen Ortsbewohnern Arbeit.

Auch in Klingenbach wuchs die Bevölkerung in der zweiten Jahrhunderthälfte sehr rasch an. 1869 hatte der Ort 888 Einwohner, 1900 schon 1122. Die Landwirtschaft konnte die Bevölkerung nicht mehr ernähren, die Betriebe wurden durch Erbteilung immer kleiner. So mussten viele Personen entweder abwandern oder Arbeit als Wanderarbeiter, Pendler, Fabriksarbeiter annehmen. Zunächst waren vor allem die Kleinhäusler und Söllner sowie die Handwerker, die der Industrialisierung zum Opfer fielen, bald folgten immer mehr Kleinbauern.

Von 1848 bis 1886 gehörte Klingenbach zum Bezirkskommissariat bzw. Stuhlrichteramt Eisenstadt, von 1886 bis 1921 zum Bezirk Ödenburg. Nach dem Anschluss an Österreich gehört Klingenbach zum Bezirk Eisenstadt. 1895 wurde Klingenbach mit Baumgarten, Schattendorf und einigen anderen Gemeinden zu einer Verwaltungsgemeinschaft und einem Matrikelbezirk zusammen geschlossen. 1924 wurde der Ort gemeinsam mit Zagersdorf zu einem eigenen Matrikelbezirk (1970 aufgelöst). 1923 wurde ein Verwaltungsgebäude mit Amtmannwohnung errichtet. Der geplante Zusammenschluss nach dem Strukturverbesserungsgesetz mit Siegendorf und Zagersdorf wurde von Klingenbach mit Erfolg abgelehnt.

Anschluss an Österreich und Zwischenkriegszeit

Ende 1918 bildeten sich ein deutscher und ein kroatischer Volksrat. Die Haltung der Bevölkerung war keineswegs einheitlich, wobei vor allem die Nähe zu Ödenburg eine wichtige Rolle spielten. Am 29. Dezember 1918 wurde eine geheime Wahl abgehalten. Von den 155 abgegebenen Stimmen entfielen 86 auf Ungarn, 69 auf Österreich. Es ist allerdings fraglich, wie weit diese Abstimmung tatsächlich die Stimmung wiedergab. Jedenfalls traten die Bauern eher für den Verbleib bei Ungarn, die Arbeiter für den Anschluss an Österreich ein. Im Gefolge der Ödenburger Abstimmung kam es auch in Klingenbach  am 11. Dezember 1921 zu einer großen Kundgebung, vom Ödenburger Heimatdienst organisiert, für Österreich. Redner waren Ludwig Leser für die Sozialdemokraten, Gregor Meidlinger für die Christlichsozialen und Hans Ambroschitz für die Großdeutschen. Der Verlust Ödenburgs und der Gemeinden der Umgebung war natürlich eine Katastrophe.

Die Zwischenkriegszeit war durch den beschleunigten Strukturwandel von der Landwirtschaft hin zur gewerblich-industrieller Tätigkeit, meist als Wochenpendler in Wien, gekennzeichnet. In den 1920er Jahren wanderten etwa 100 Personen nach Kanada, USA, Argentinien und Brasilien aus. Unter dem Druck der schlechten wirtschaftlichen Situation, der hohen Arbeitslosigkeit usw. verschärften sich auch in Klingenbach die politischen Gegensätze. Heftige Auaeinandersetzunge zwischen Frontkämpfern und Schutzbündlern waren an der Tagesordnung. Am 30 Jänner 1927 nahmen Klingenbacher Schutzbündler auch an den Ereignissen in Schattendorf teil. Dabei wurde der Kriegsinvalide Matthias Csmaritsch tödlich getroffen. Das Begräbnis fand am 2. Feber in Klingenbach unter Teilnahme des Landeshauptmannstellvertreters Ludwig Leser und Dr. Otto Bauers statt. Der autoritäre  "Ständestaat" wurde im Dorf abgelehnt und trug dazu bei, dass ab 1934 vor allem unter der Jugend der Nationalsozialismus viele Anhänger fand. Die Zustimmung zum Anschluss an Deutschland war groß, das Problem der Arbeitslosigkeit durch den Aufbau der Rüstungsindustrie rund um Wr. Neustadt rasch beseitigt.

Im Zweiten Weltkrieg hatte der Ort 85 Gefallene oder Vermisste zu beklagen. Am 1. April 1945 marschierte die Rote Armee in Klingenbach ein. Der Volkssturm kam nicht zum Einsatz. Durch Bombenangriffe waren mehrere Häuser beschädigt und drei Personen getötet worden. Nach der Besetzung war die Bevölkerung den schwersten Drangsalierungen ausgesetzt. Kirchturm und Kirche wurden schwer beschädigt. Die Bevölkerung wurde zur Zwangsarbeit am Trausdorfer Flugplatz und anderen Orten eingesetzt. An der Grenze waren zwei bis vier sowjetische Offiziere stationiert.

Aus Klingenbach stammte Hanna Sturm, eine politische Aktivistin gegen den Nationalsozialismus. Sie wurde 1891 in Klingenbach als Tochter eines Tischlers  geboren. Mit 14 Jahren zog sie mit ihrem Bruder nach Wien, wo sie mit der Arbeiterbewegung in Kontakt kam. 1908 trat sie der Sozialdemokratischen Partei bei. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie  in das  Konzentrationslager Ravensbrück gebracht und dort im Arbeitslager inhaftiert.

Literatur: Hanna Sturm: Die Lebensgeschichte einer Arbeiterin; Vom Burgenland nach Ravensbrück. Verlag für Gesellschaftskritik, 2. Aufl., Wien 1982
 

Bevölkerungsentwicklung:

1869: 888; 1900: 1122; 1923: 1353; 1939: 1312; 1951: 1360; 1971: 1231; 1991: 1130; 2001: 1189; 2011: 1191 Einwohner

Nach der Volkszählung  von 2001 bekannten sich  73,1 % zur burgenlandkroatischen Volksgruppe. 9,3 % gaben Kroatisch als Umgangssprache an.

Nachkriegszeit

Die Kriegsschäden wurden rasch beseitigt. Ein Problem war, dass nun die auf Ödenburger Gebiet liegenden Felder der Klingenbacher ab 1949  nicht mehr bewirtschaftet werden konnten, eine große Fläche von 500 ha. Dieses Problem konnte erst 1967 durch Abschluss des österreichisch-ungarischen Vermögensvertrages gelöst werden. Die ungarische Volksrepublik verstaatlichte den Klingenbacher Besitz und zahlte Entschädigung, insgesamt über 2,5 Millionen Schilling.

1956, nach dem Scheitern des Ungarnaufstandes, zogen zahlreiche Flüchtlinge durch den Ort, viele wurden in Klingenbach vorübergehend betreut und in den Kindergartenbaracken untergebracht. Ab den 1950er Jahren begann die im Burgenland damals üblichen Infrastrukturverbesserungen. Das Ortsstraßennetz und die Gehsteige wurden ausgebaut, der Ort kanalisiert. Später wurde das Wasserleitungsnetz und das Erdgasnetz geschaffen. 1971 bis 1973 errichtete die Gemeinde in Eigenregie, hauptsächlich mit freiwilligen Leistungen der Ortsbevölkerung, einen für damalige Verhältnisse mustergültigen Kindergarten. 1976 wurde eine Mehrzweckhalle (Jubiläumshalle) errichtet.  Besonderen Erfolg hatte der Ort auch in der Ortsbildpflege und Ortsverschönerung. 1975 wurde der Neubau der Kirche in die Wege geleitet.

Die starke Verkehrsbelastung in Richtung Grenzübergang machte die Frage der Ortsumfahrung akut, wobei es Probleme wegen der Trassenführung gab.  Der Bau der Straße brachte dann eine wesentliche Entlastung vom Durchzugsverkehr.

In politischer Hinsicht war Klingenbach schon in der Zwischenkriegszeit stark von der Sozialdemokratie dominiert. Bei der ersten Gemeinderatswahl 1923 erhielt sie 497, die Christlichsoziale Partei 164 Stimmen. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg änderte aich an diesem Kräfteverhältnis wenig. 1958 etwa erhielt die SPÖ 526, die ÖVP 248 Stimmen. Die KPÖ hatte nur 1945 mit 53 eine größere Anzahl von Stimmen. 1962 kandidierte eine Namensliste. die 274 Stimmen erhielt.

1997 erhielt die SPÖ 58,36 % der Stimmen und 9 Mandate, die ÖVP  30,81 % und 5 Mandate, die FPÖ 10,84 % und ein Mandat. Zum Bürgermeister wurde mit nahezu 60 % der Stimmen Johann Frank gewählt. Er konnte 2002 seinen Stimmenanteil auf über 73 % steigern. Die Mandatsverteilung änderte sich auf 11 : 4 zugunsten der SPÖ.  2007 erhielt die SPÖ 68 %, die ÖVP 32 %, 2012 die SPÖ 63,6, die ÖVP 36,4 %. Bürgermeister ist  derzeit Johann Frank von der SPÖ. Die Mandatsverteilung (19 Sitze) in der Gemeindevertretung ist: SPÖ 12 Mandate, ÖVP 7 Mandate.
 

Kirchengeschichte und Schule

Sichere Nachrichten über ein Bestehen der St. Jakobskirche gibt es aus dem Jahre 1276. Als eine "Eigenkirche" wurde sie vom Ödenburger Stadtrichter Pero dem Kloster Marienberg übergeben. 1425 übertrug der Raaber Bischof Klemens de Molnar die Pfarre dem Passauer Kleriker Nikolaus mit der Auflage, dafür zu sorgen, dass die Güter der Pfarre nicht verloren gingen und Entfremdetes wieder zurück gewonnen würde. Das Patronat ging an den neuen Grundherrn, die Stadt Ödenburg, über. In der Pfarre wirkte Pankratius Frank, ein geborener Klingenbacher. Frank war Benefiziat in Ödenburg und machte sich um die Renovierung der Kirche verdient. Frank erwarb 1504 ein 1502 gedrucktes lateinisches Messbuch (Missale). Aus den Jahren 1502 bis 1518 vermerkte Frank in diesem Messbuch in deutscher und lateinischer Sprache "Denkwürdigkeiten", etwa fromme Stiftungen, so etwa 1502, dass die Kirche mit Ziegeln gedeckt wurde oder 1509 die Kirche neu geweiht werde. Vielleicht wurde die Kirche durch den schweren Überfall im Verlauf der Landseer Fehde entweiht und musste daher neu geweiht werden. Frank starb 1525 und wurde in der Ödenburger Michaelerkirche begraben. Das Messbuch ist also eine wichtige Quelle. Dazu kommt noch ein anderer Aspekt, der dieses "Klingenbacher MIssale"  berühmt gemacht hat. Auf der letzten Seite sind kroatische Texte und Namen in Kyrillischer, glagolithischer und lateinischer Schrift eingetragen. Sie gehören zu den ältesten Sprachdenkmälern der burgenländischen Kroaten. Darunter sind ein kyrillischer Schrift ein kroatisches "Vaterunser" und ein kroatisches Osterlied. An Namen werden erwähnt ein Georgius Soccüycz de Jaztrebarska, ein fylypouych und ein pop Juray Sywanych. Vor allem die Erwähnung der Ortschaft Jastrebarsko südwestlich von Agram ist ein wichtiger Hinweis, obwohl man davon nicht die Herkunft der Klingenbacher Kroaten aus diesem Raum ableiten kann. Das Klingenbacher Missale befindet sich heute im Besitz des Seminars in Raab.

Nachdem sich die Reformation in Ödenburg endgültig durchgesetzt hatte, wurden auch in den beiden kroatischen Gemeinden der Stadt, Klingenbach und Kohlnhof, Versuche unternommen, die dortige Bevölkerung zu gewinnen. Die Stadt setzte etwa Kaspar Dragonus als Pfarrer ein, der auch Kohlnhof betreute. Dieser wurde jedoch von der kroatischen Bevölkerung abgelehnt. 1579 wird ein Johannes Solicz erwähnt, der einzige Kroate unter den Ödenburger Benefiziaten. Er versah vermutlich die Pfarre Klingenbach. Auch ein Priester namens Vinzenz beherrschte die kroatische Sprache und könnte Pfarrer in Klingenbach gewesen sein. 1597 fand eine Visitation statt. Der namentlich nicht genannte Pfarrer war kurz zuvor verstorben. Die Einünfte des Pfarrers betrugen pro Haus einen Metzen schwerer Frucht (Weizen, Roggen, Mischgetreide) und einen halben Metzen Hafer. Die 13 Hofstättler gaben je 5 ungarische Kreuzer. Die Zeche besaß 2 Joch Grund, einen kleinen Weingarten und eine kleine Wiese. In den Türken- und Kuruzzenwirren zu Beginn des 17. Jahrhunderts konnte die Pfarre Klingenbach ihre Selbständigkeit wohl nicht behaupten. Um die Seelsorge kümmerten sich vermutlich die Ödenburger Franziskaner, in deren Reihen es auch Kroaten gab. Die Franziskaner hatten auch Grundbesitz in Klingenbach, den sie jedoch verkauften. 1636 wurde die Pfarre Klingenbach vom Siegendorfer Pfarrer Andreas ILlienich mit betreut. In der Visitation von 1659 wird bereits ein eigener Pfarrer, Georg Nezemirics, ein gebürtiger Siegendorfer, erwähnt. 1663 versah die Pfarre Michael Markovits aus Wulkaprodersdorf. Danach war Georg Gerbovatcz bis 1680 im Amt, bis 1684 Simon Malinaricz. 1683 wurde auch die Klingenbacher Kirche von Türken und Tataren derartig verwüstet, dass die Bewohner die Siegendorfer Kirche aufsuchen mussten.1685 war Matthias Pajericz, 1696 Paul Michael Palkovicz Pfarrer. 1696 wurde eine Seelenanzahl von 200 festgestellt, 1713 349 und 1734 schon 456. 1713 wurde die Jakobskirche als eng beschrieben, mit einem kleinen Turm und zwei Glocken, mit reicher Innenausstattung  Pfarrer bis 1721 war Martin Kralicz, ein gebürtiger Hornsteiner, sein Nachfolger bis 1733 Johann Ivancsics. Unter ihm brannte die Kirche ab, konnte aber mit Sammlungen und vor allem durch die Unterstützung der Grundherrschaft Ödenburg wieder aufgebaut werden. Unter Pfarrer Michael Pallesch erfolgte 1734 wieder eine Visitation, die die Kirche in gutem Zustand vorfand. Unter Georg Matthias Laczkovicz  (bis 1751) brannte die Kirche erneut ab. Sie wurde wieder restauriert und 1740 der Turm neu gebaut. Matthias Dimnich (bis 1782) ließ 1759 ließ die Kapelle gegenüber dem Dorfwirtshaus errichten, die Stadt renovierte den Pfarrhof. Auf Pfarrer Vitus Ratkovich (bis 1801) folgte der Franziskaner Simon Kniefacz (1801- 1819). 1804/1805 wurde die Kirche neu gebaut. Der Pfarrer erwirkte von Papst Pius VII. einen vollkommenen Ablass für Kirchenbesucher. Kniefacz gab zwei Erbauungsbücher in kroatischer Sprache heraus. Franz Tauber (bis 1839)  legte einen Musterpfarrgarten an. Er wurde später Ödenburger Domherr und Titularabt. Andreas Mikats blieb nur wenige Jahre, Pfarrer Johann Tauber ließ eine Generalrenovierung der Kirche durchführen. In der Anschlusszeit war Josef Fertsak Pfarrer. Dr.JOhann Jagsich, ein Osliper, der ursprünglich dem Piaristenorden angehörte und Professor in Szeged war, ließ 1954 wieder eine gründliche Kirchenrenovierung durchführen. Jagsich war auch literarisch tärig, unter anderem war er an der Übertragung der Bibel in das Burganlandkroatische beteiligt. In der Gemeinde hatte er, da er sich politisch sehr exponierte, große Probleme. Ab 1958 kam dann Pfarrer Dr. Stefan Geositz  (geb. in Prostrum, Ungarn) nach Klingenbach. Durch seine kulturellen Aktivitäten (Laienschauspiele in kroatischer Sprache) versuchte er, die Dorfkultur zu beleben. Ein Pfarrheim wurde errichtet, der Friedhof erweitert. 1967 die Totenhalle eingeweiht. Unter Geositz erfolgte dann der Neubau der Pfarrkirche, dem auch wieder einige Konflikte mit der politischen Gemeinde vorausgegangen waren. 1976 wurde die Kirche eingeweiht.

1659 besa0 Klingenbach noch immer kein eigenes Schulhaus, jedoch schon einen eigenen Lehrer.1674 wird als erster namentlich bekannter Schulmeister Bartholomäus Jankovics, ein gebürtiger Trausdorfer, erwähnt. Später waren Nikolaus Bernedicz, Georg Busich aus Hornstein und 1713 Jakob Gornik, ein geborener Kittseer, Lehrer. Um 1740 war ein Mathias Raszovits Lehrer, 1818 Matthias Sorger, dann Mathias Tulits. Bis 1901 wurde der Unterricht ein-, dann zweiklassig geführt. 1910 erfolgte ein Zubau im Schulhaus für eine dritte Klasse und eine zweite Lehrerwohnung. 1924 war die Volksschule vierklassig. Nach 1945 musste das Schulgebäude an die Kirche zurückgegeben werden. 1966 wurde ein Mietvertrag mit der Kirchengemeinde abgeschlossen. Klingenbach war trotz der finanziellen Belastung stets bestrebt, eine eigene Volksschule im Ort zu erhalten. Klingenbach gehört zum Hauptschulsprengel Siegendorf.

700 Jahre Klingenbach: 1276–1976. Festschrift. Gemeinde Klingenbach, Klingenbach 1976. Ortsgeschichte von Dr. Felix Tobler

Mersic, Martin, Die Anfänge des burgenländischen kroatischen Schrifttums, Burgenländische Heimatblätter 33

http://www.zobodat.at/pdf/Burgenlaendische-Heimatblaetter_33_0140-0143.pdf

Stefan Geosits: 700 Jahre St. Jakobskirche und Pfarre Klingenbach. 700 ljet crikva svetoga jakova u Klimpuhu.  Wien 1976, 112 Seiten, Seiten 81 bis 96 in kroatischer Sprache.

https://de.wikipedia.org/wiki/Pfarrkirche_Klingenbach