Von größter Bedeutung für die Romanisierung der Provinzen war die Armee. Für Pannonien und vor allem für das Gebiet des heutigen Ostösterreich gilt das besonders, denn hier waren im Raume Carnuntum - Vindobona starke Truppenkontingente stationiert. Drei Legionen standen an der Donau im Einsatz, dazu zahlreiche Hilfstruppen aus allen Teilen des Reiches. Mit den Soldaten kamen natürlich zahlreiche weitere Menschen, die sich in den Lagerdörfern niederließen: Kaufleute und Handwerker, Wirte, die Lebensgefährtinnen der Soldaten ...

Nach dem Aublauf ihrer etwa 20jährigen Dienstzeit erhielten viele Veteranen Landzuweisungen. Im Hinterland des großen Lagers von Carnuntum scheint besonders das Gebiet um den Neusiedler See für solche Veteranensiedlungen sehr beliebt gewesen zu sein. Die Soldaten heirateten zum Teil auch einheimische Frauen und wurden so für den Rest ihres Lebens sesshaft. Septimius Severus, der in Carnuntum ausgerufene Kaiser, der den Soldaten aus Pannonien viel zu verdanken hatte, gestattete erstmals auch den aktiven Soldaten die Heirat. Diese hatten nunmehr also eine Familie in der Lagerstadt. Im 4. Jahrhundert durften sie diese sogar bei Gefahr mit in das Lager nehmen. Der weiteren Romanisierung der Provinz war diese Neuerung mit Sicherheit sehr förderlich.

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