Seit 1591 nahmen die Grenzkämpfe zwischen den kaiserlichen und den türkischen Grenztruppen immer mehr zu. Als im Juni 1593 die habsburgischen Truppen dem osmanischen Heer, das die Festung Sisak in Kroatien belagerte, eine empfindliche Niederlage bereiteten wurde daraus ein Krieg im größeren Maßstab. Ein schwerer Schlag für die Kaiserlichen war die Eroberung von Raab durch die Osmanen im Jahre 1594. 1595 konnten sie aber Gran und Visegrád einnehmen. 1598 konnte Raab zurückerobert werden - ein Erfolg, der im ganzen christlichen Europa gefeiert wurde. 1596 eroberten die Osmanen die starke Festung Erlau (Eger)  und 1600 die überaus wichtige Festung Kanizsa. Der Kommandant der Festung, Georg Paradeiser, wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet, ebenso wie seinerzeit Graf Hardegg, der Kommandant von Raab.

In den folgenden Jahren blieb es an der Front relativ ruhig, wenn man von kleineren Grenzscharmützel absieht. Eine gewisse Kriegsmüdigkeit auf beiden Seiten wie auch die fehlende Kraft, entscheidende Erfolge zu erzielen, waren dafür verantwortlich. Das Osmanische Reich war durch Korruption in der Verwaltung geschwächt, schwache Herrscherpersönlichkeiten wurden durch Sultansfrauen, Haremsintrigen und Einfluss der Janitscharen geschwächt. 1603 bestieg der erst 13jährige Achmed den Sultansthron. Der tüchtige Osman II. wurde schon nach wenigen Jahren 1622 vom Großvezir ermordet. Mustafa I. war schwachsinnig, Erst Murad IV. (1623 - 1640) konnte die Zentralgewalt wieder herstellen, war aber am Fortbestand des Friedens mit den Habsburgern interessiert.   Das osmanische Reich hatte außerdem mit einem Aufstand in Ostanatolien und einem Angriff der Perser unter Schah Abbas den Großen zu kämpfen. Die Habsburger aber bekamen durch den Aufstand Stefan Bocskais  immer mehr Probleme. Die früheren osmanischen Vasallenfürstentümer Walachei, Moldau und Siebenbürgen konnten zunächst für die kaiserliche Seite gewonnen werden. Unter Sigismund Báthory waren die drei Fürstentümer vereint. 1602 dankte Bathory ab. Die kaiserlichen Truppen besetzten Siebenbürgen und begannen dort ein Terrorregiment unter dem Vorwand der Gegenreformation. So konnte der allgemeine Aufstand nicht ausbleiben. Die Siebenbürger wählten Bocskai zum Fürsten und 1605 zum Fürsten von Ungarn. Die meisten kaiserlichen Festungen schlossen sich ihm an. Die Kaiserlichen wurden aus Siebenbürgen und Oberungarn vertrieben. Die Osmanen aber benützten die Gelegenheit, um Visegrád und Gran zurück zu erobern.

Der große Druck, der von Bocskai ausging, bewog den Kaiser, die Verhandlungen mit den Osmanen - die diese schon früher angeboten hatten - aufzunehmen. Eine Vorbedingung der Osmanen war ein Friedensschluss mit ihrem Schützling Bocskai. Kaiser Rudolf II. war dazu nur widerwillig bereit, musste aber schließlich nachgeben.

 
Am 23. Juni 1606 wurde in Wien mit Bocskai Frieden geschlossen, Bocskai als Fürst von Siebenbürgen anerkannt. Bald darauf wurden auch die Verhandlungen mit den Osmanen aufgenommen, erstmals aber nicht in Istanbul, sondern an der Grenze, an der Mündung der Zsitva in die Donau (Zsitvatorok). An den Verhandlungen nahm auch eine ungarische Delegation teil. Am 11. November 1606 wurde ein Friedensschluss vereinbart, der aber nicht vertraglich endgültig fixiert war. Rudolf II. lehnte die Annahme der Friedensratifikation wegen inhaltlicher Differenzen ab und Sultan Achmed ratifizierte den Frieden erst im April 1610. Ein wichtiger Vertragspunkt war die Beendigung der jährlichen Zahlungen der Habsburger und deren Ablöse durch ein einmaliges "Ehrengeschenk" von 200 000 Gulden. Die Osmanen anerkannten erstmals die Gleichwertigkeit des Kaisers, von beiden Seiten sollten Gesandtschaften geschickt werden. Alle Streif- und Raubzüge sollten unterbunden werden und die Gefangen ausgetauscht werden.

Die westungarischen Magnatengeschlechter, insbesondere Franz II. Batthyány, spielten in den Kämpfen eine wichtige Rolle. Franz II. 1603 wurde für seine Verdienste in den Grafenstand erhoben, Das hielt ihn freilich 1620 nicht davon ab, sich dem Aufstand von Gabor Bethlen  anzuschließen.

Der Friede von Zsitvatorok, auf 20 Jahre abgeschlossen, wurde in der Folgezeit immer wieder erneuert. 1615, 1618, 1625, 1627 - jeweils für 20 Jahre. Die Ratifikationsurkunden wurden jeweils von beiden Seiten durch Großbotschaften überbracht, die durch besonders wertvolle Geschenke und prunkvolles Auftreten einander zu übertrumpfen versuchten. Es gelang den geschickten Diplomaten der Habsburger, vor allem dem Residenten Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn, den Frieden zusichern. Bis 1663 herrschte offiziell Frieden. Der Kleinkrieg in den Grenzgebieten ging aber weiter. Adam Batthyany, Generalkapitän von Ungarn, zerstörte mit seinem Husarenregiment 1641 die Palanke Igal, 1654 siegte er bei Stuhlweißenburg über den Pascha von Kanizsa, 1657 verwüstete er zusammen mit den Truppen des Franz Nadasdy das Gebiet südlich des Plattensees, tötete 100 Osmanen und nahm 100 gefangen und trieb 4000 Stück Vieh weg. Adam Batthyány war auch stark am Handel mit türkischen Gefangenen beteiligt - eine bedeutende Einnahmequelle für den Magnaten.

1663 erklärten die Osmanen offiziell den Krieg. Unmittelbare Anlässe waren das Eingreifen kaiserlicher Truppen in Siebenbürgen und der Bau der Festung Neu-Zirin gegenüber Kanizsa durch den Banus von Kroatien, Nikolaus Zrinyi. Großwezir Köprülü Fazil Ahmed Pascha führte die osmanische Armee. Er eroberte mehrere kaiserliche Festungen in Oberungarn, darunter die starke Festung Neuhäusel. Die Entscheidung fiel dann in der Schlacht von Mogersdorf-St. Gotthard.


Literatur:

  • Petritsch, Ernst D. : Die Familie Batthyány und die Türkenzeit. In: Die Familie Batthyany.    Band 1. Eisenstadt 2015. (Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland. Band 139)
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