person

Gustav Batthyány

 

* 08.12.1803
† 25.04.1883

 


  

geb. 8.Dezember 1803, gest. 25. April 1883

Vater war Anton Josef Batthyany, der in zweiter Ehe mit Caecilie Roggendorf verheiratet war. Dieser war Offizier der kaiserlichen Armee. Die Familie hielt sich meist in Wien und Mailand auf. Gustav unternahm als Jugendlicher viele Reisen, 1825 hielt er sich erstmals in England auf. Nach seiner Rückkehr diente er als Offizier in Mailand in einem Ulanenregiment und war Adjutant des Gouverneurs. In Mailand bekam er zwei uneheliche Kinder von Baronin Wilhelmina Aerenfeld, Edmund und Gustav Emil. Er heiratete die Baronin kurz nach dem Tod seines Vaters.

In den 1830er Jahren zog er endgültig nach England, wo er 1838 eingebürgert wurde. Nach dem Scheitern der Revolution von 1848/49 lebte er fast ständig in England. Das Erbe ihres Vaters teilten Gustav und sein Bruder Kasimir zunächst nicht und verwalteten die Güter gemeinsam. 1837 erfolgte die Teilung. Gustav erhielt u.a. Rechnitz, Großpetersdorf, Bernstein, die er von einem Bevollmächtigten verwalten ließ. 1840 schloss er mit Oberschützen einen Grundablösevertrag. Dieser war der zweite derartige Vertrag in ganz Ungarn. Bis 1848 folgten weitere 14 Gemeinden. Gustav hatte hohe Kredite aufgenommen und musste seine Güter verpfänden. Er konnte den Kredit 1849 nach dem Verkauf einiger Güter zurückzahlen, verkaufte bald auch alle anderen Güter. Er erreichte die Rückgabe eines Teiles des Vermögens von Kasimir, das vom Staat beschlagnahmt worden war. Während seines Aufenthaltes in Budapest 1847/48 stand Gustav in Kontakt mit Graf Istvan Szecheny.

Gustav Stechenyi förderte auch kulturelle Initiativen in Ungarn, unter anderem übergab er die Bestände der Rechnitzer Bibliothek (30 000 Bände)an die Akademie der Wissenschaften.  1870 starb Fürst Philipp Batthyány, Gustav erbte den Fürstentitel und den Fideikommiss. Ab 1871 verpachtete er die zum Fideikommiss gehörenden Landgüter und Immobilien auf 25 Jahre. Ausgenommen war nur das Schloss in Körmend. Das Haus im Budapester Burgviertel ließ er zu einem Mietshaus umbauen, die Häuser in Wien und Buda verpachtete er auf 15 Jahre. Ein Teil der Einkünfte wurde zur Stiftung von Stipendien verwendet.

In England war Gustav Batthyány wegen seiner Rennpferde berühmt. Schon 1843 besaß er in Newmarket einen eigenen Rennstall. In einigen Rennen ritt er selbst seine Pferde. Er gewann viele Rennen und konnte hohe Preisgelder einstecken. Als einziger Ausländer war er Mitglied im exklusiven Jockey Club. Ehrenamtlich war er auch für die österreichisch - ungarische Botschaft in London tätig. Gustav Batthyány starb auf dem Rennplatz an einer Herzattacke. Er hinterließ sein gesamtes Vermögen seiner Frau Annie Smith. Der Fürstentitel ging auf seinen Sohn Edmund über. Um die Verfügungsgewalt über den Fideikommiss wurden Prozesse geführt, in denen sich Edmund gegenüber der Witwe durchsetzte.

Literatur:

  • Rákossy Anna, Gustav Batthyany. Zur Biographie eines ungarischen Aristokraten. In: Die Familie Batthyany, Band 1. Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland 139. Eisenstadt 2015.