person

Dr. Franz Xaver Fuchs

 

* 24. August 1744 in Parndorf
† 27. Juni 1807 in Erlau (Eger)

 

Erzbischof von Erlau (Eger)
  

 

Die Herkunft der Familie Fuchs und die Dauer ihres Aufenthalts in Parndorf sind unbekannt. Seine Muttersprache war wahrscheinlich deutsch, in Parndorf lernte er kroatisch. Sein Vater war von Beruf Tuchmacher und diente in der Erzabtei St. Martinsberg (Pannonhalma) als "Choralis Musicus". Die Familie wohnte im Umfeld der Erzabtei, wahrscheinlich im Ort St. Martin, wo Franz Fuchs seine Jugend verbrachte. Einige Fratres dürften sich des begabten Knaben angenommen haben. Ab 1759 konnte er das Jesuitengymnasium in Raab besuchen. Danach trat er in das Seminar in Tyrnau ein, wo er das Philosophiestudium abschloss. Theologie studierte  er in Buda. Er schloss das Studium in kurzer Zeit mit dem Doktorgrad ab. 1768 wurde er in Waitzen zum Priester geweiht. Er war Kaplan in Gran und Erzieher beim Grafen Andrassy in Betlér. Anschließend war er Pfarrer in einer kleinen gemischtsprachigen deutsch - ungarischen Gemeinde. Bis 1780 war er Professor für Philosophie an der Universität Buda. Dann holte ihn der Weihbischof von Gran, Graf Ladislaus Luzénsky, nach Gran und machte ihn zum Kanzler. Erzbischof Kardinal Josef Batthyany stellte ihn als Sekretär und Archivar  in seinen Dienst. 1784 wurde er Domkapitular in Gran. 1787 wurde er von König Josef II. zum Bischof von Neutra ernannt. Er erwies sich als hervorragender Verwalter und Seelsorger. Er ließ Spitäler, Armenhäuser und Schulen gründen. Er wurde Mitbegründer der "Gesellschaft slowakischer Gelehrter" und förderte die Herausgabe zahlreicher Bücher in slowakischer Sprache. Am Königs- bzw. Kaiserhof wurde Fuchs sehr geschätzt und man zog ihn zu weltlichen Aufgaben heran. Er wurde zum Wirklichen Geheimen Rat ernannt. Sein Sekretär und langjähriger Vertrauter war Josef Wurm, später Bischof von Stuhlweißenburg, von Großwardein und Neutra. Er verfasste eine Biographie des Bischofs und Erzbischofs.

1804 wurde Fuchs von Papst Pius VII. zum ersten Erzbischof von Erlau ernannt. Damit verbunden war auch das Amt des Obergespans des Komitates Heves - Szolnok. Dort starb er 1807 in seinem 63. Lebensjahr. Parndorf hatte er wahrscheinlich schon 1803 mit einer Stiftung bedacht. Mit den Zinsen wurden Pfarrer und Kantor, die Schule und begabte Schüler unterstützt.

Literatur:

  • Hillinger, Franz: Parndorf. Geschichte der Pfarre und der r.-k. Schule. Mattersburg 2012