person

Franz Kroyer

 

* 23.11.1901 in Zemendorf
† 27.01.1981 in Zemendorf

 

Politiker der ÖVP, Präsident der Landwirtschaftskammer
  

Kroyer war einer der einflussreichsten Agrarpolitker und Bauernfunktionär der Nachkriegszeit. Er besuchte die Bürgerschule und anschließend die Landwirtschaftsschule in Hubertendorf in Niederösterreich. Er übernahm nach dem Tod seines Vaters die Landwirtschaft der Familie. Schon in jungen Jahren war er auch politisch aktiv. Er war an der Gründung des "Reichsbundes der katholischen deutschen Jugend Österreichs" im Burgenland beteiligt und wurde deren Gauobmann im Wulkatal. 1927 bis 1929 Landesobmann. 1930 bis 1934 saß er als Jugendvertreter in der Landesleitung der Christlichsozialen Partei des Burgenlandes. In Zemendorf saß er im Gemeinderat und gründete eine Milchgenossenschaft. Auch an anderen Genossenschaftsgründungen war er beteiligt und war Funktionär der Lagerhausgenossenschaft in Mattersburg.

1938 verlor er alle politischen Funktionen. 1941 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft kehrte er 1946 zurück. Er trat der ÖVP bei und wurde 1947 Bürgermeister von Zemendorf und als Kammerrat in die burgenländische Landwirtschaftskammer entsandt. 1948 wurde er Obmann des Burgenländischen Molkerei- und Milchgenossenschaftsverbandes, 1949 Bezirksbauernratsobmann und 1950 Dritter Präsident der Landwirtschaftskammer. 1951 wurde er deren gewschäftsführender Obmann. Nach dem Rücktritt des mächtigen Landesrates Johann Bauer wurde er Erster Präsident der Kammer und bald darauf auch Landesobmann des Burgenländischen Bauernbundes der ÖVP. Er konnte das angeschlagene Genossenschaftswesen reorganisieren. Die unter ihm gegründete Grunderwerbsgenossenschaft konnte etwa 10 000 ha Land aus dem Großgrundbesitz erwerben und zur Aufstockung bäuerlicher Betriebe verwenden.  Kroyer war Vorstandsmitglied des Österreichischen Molkerei- und Käseverbandes, des Burgenländischen Fleckviehzuchtverbandes, des Burgenländischen Rübenbauernbundes und des Verbandes der burgenländischen Weinbautreibenden. 1953 wurde ihm der Titel Ökonomierat verliehen.

1956 wurde er in den Bundesrat entsandt. 1959/60 war er Abgeordneter im Landtag, 1960 bis 1964 war er wieder im Bundesrat. 1964 legte er aus gesundheitlichen Günden die Präsidentschaft in der Landwirtschaftskammer zurück.

Literatur:

  • Johann Kriegler: Politisches Handbuch des Burgenlandes. II. Teil (1945–1995). Eisenstadt 1996 (Burgenländische Forschungen; 76)