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person

Dr. Adalbert Jeszenkowitsch

 

* 15.06.1906 in Rust
† 23.12.1973 in Schattendorf

 

Arzt, Astronom
  

Adalbert Jeszenkowitsch war der Sohn eines katholischen Lehrers in Rust. Er war mit der Tochter des evangelischen Lehrers verheiratet. Sein Vater weckte sein Interesse für Astronomie und Meteorologie. Am Ödenburger Benediktinergymnasium erhielt er eine gediegene naturwissenschaftliche Ausbildung und war in vielen Wissensgebieten, besonders in Mathematik und Geometrie, überdurchschnittlich gebildet. Auch die geistesgeschichtlich - literarische Seite - in deutscher und ungarischer Sprache - kam nicht zu kurz. Er studierte Medizin an der Universität Wien, wo er 1931 promovierte. Er wirkte am Wilhelminenspital und ließ sich zum Zahnarzt ausbilden. Als Zahnarzt ließ er sich in Katzelsdorf nieder. 1938 übernahm er die Stelle des praktischen Arztes und Kreisarztes  in Schattendorf.

Jeszenkowitsch war ein gewissenhafter und vielbeschäftigter Arzt und eine großartige Persönlichkeit.  Daneben fand er aber ausreichend Zeit für seine Forschungen. Viele seiner Instrumente baute er selbst. Er baute eine meteorologische Station auf und versorgte mehr als 25 Jahre lang die Hohe Warte in Wien und und den landeshydrographischen Dienst mit wertvollen Messdaten. Besonders bemerkenswert und faszinierend war seine "Sternwarte". Schon 1939 ließ er in seinem Haus in Schattendorf einen Zeiss - Refraktor installieren und baute diese Privatsternwarte mit Passageninstrument, Regulatoren, Astrokameras, spektroskopischen Geräten aus.

Während der Besetzung durch die Russen wurde sein Haus geplündert. Der Refraktor konnte aber gerettet werden. Erst 1950 konnte Jeszenkowitsch seine Forschungen wieder aufnehmen. Neben der Sternwarte galt seine besondere Aufmerksamkeit seiner Bibliothek, die er zur wohl größten Privatbibliothek des damaligen Burgenlandes ausbaute. Neben kostbaren Bücherschätzen enthielt sie auch bedeutende Grafiksammlungen.

1971 kaufte die Burgenländische Landesregierung seine astronomischen Geräte, die wissenschaftlichen Aufzeichnungen und die Fachbibliothek Es war dies der Grundstock für die 1979 eröffnete Landessternwarte in Eisenstadt.