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Anton Schreiner

 

* 19.09.1873 in Neudörf
† 25.05.1932 in Walbersdorf

 

Politiker der Christlichsozialen Partei und Landeshauptmann
  

Schreiner war der Sohn eines Wirtes und Fleischhauers in Neudörfl. Er besuchte die Volksschule in Wr. Neustadt und die Realschule in Ödenburg. Er entschied sich für den Soldatenberuf und kam an die Technische Militärakademie in Wien. 1896 musterte er als Leutnant aus und machte in verschiedenen Garnisonen Dienst. 1900 kam er zum Festungs - Artillerieregiment Nr. 6. 1902 heiratete er die Tochter eines Ziegeleibesitzers in Walbersdorf und quittierte den Militärdienst. Er übernahm die Leitung des Betriebes. 1914 wurde er eingezogen und wurde Kommandant eines Panzerforts in der Nähe des Kriegshafens Pola. Nach einer schweren Erkrankung wurde er 1915 bis 1918 Lehrer an der Militärakademie in Mödling.

Im Herbst 1918 wurde er zum Kommandanten der Nationalgarde des Mattersburger Bezirkes gewählt. Er schloss sich den Christlichsozialen an und gehörte zur Gefolgschaft des proungarischen Dr. Johannes Huber. Schreiner gehörte also zu den ganz entschiedenen Gegnern eines Anschlusses an Österreich. Erst 1921 wandte er sich unter dem Druck der Tatsachen der proösterreichischen Linie zu. 1922 entstandte ihn die Christlichsoziale Partei in die Verwaltungsstelle für das Burgenland. Dieses Amt legte er aber schon bald darauf nieder und wiedmete sich ganz seinem Betrieb. Er wirkte aber für die Errichtung einer burgenländischen Handels- und Gewerbekammer und war auch 1924 bis 1931 Kammerrat.

1927 bewog ihn Michael Koch, für den Landtag zu kandidieren. Im Landtag agierte er eher farblos. Als jedoch 1928 Rauhofer als Landeshauptmann zurücktrat wurde Schreiner, der auch die Zustimmung der Sozialdemokraten fand, Landeshauptmann. In seiner eineinhalbjährigen Amtszeit war er vor allem wirtschaftspolitisch tätig (Gründung der Landeshypothekenanstalt, Bauprojekte in Eisenstadt, Ausbau von Schulen und Spitälern). Gesundheitlich angeschlagen wollte er nach einem Jahr zurücktreten, ließ sich aber dann von Bundeskanzler Seipl, mit dem er persönlich befreundet war, zu bleiben. Schon nach einem halben Jahr trat er aber doch nach einem Artikel in einer Zeitung, der ihm Korruption vorwarf, zurück. Von 1929 bis 1932 blieb er aber Landesparteiobmann und behielt auch sein Landtagsmandat, das er aber infolge häufiger Krankheit kaum ausüben konnte.

1930, in der Krise zwischen Christlicsozialen und Sozialdemokraten, lie0 er sich als Kompromisskandidat erneut bewegen, das Amt des Landeshauptmannes zu übernehmen, mit wenig ERfolg, denn auch innerparteilich gab es Probleme. Schon Ende Oktober 1931 trat er - nach einer weiteren Affäre um die Verwendung von Dienstwagen - erneut zurück. Auch sein Nationalratsmandat legte er zurück und konzentrierte sich ganz auf seinen Betrieb. Am 23. Mai 1932 wurde er von einem Arbeiter, den er entlassen hatte, erschossen.