mogersdorf

Das Kreuz auf dem Schlösslberg in Mogersdorf

Urgeschichte:

Aus Mogersdorf und seinen Ortsteilen Wallendorf und Deutsch Minihof sind bis Heute keine urgeschichtlichen Funde bekannt, wohl aber aus der näheren Umgebung. Jungsteinzeitliche und bronzezeitliche Funde stammen aus den nahegelegenen Ortsteilen von Jennersdorf, Rax und Grieselstein und aus Öriszentpeter. Römerzeitliche Hügelgräber aus dem 1. und 2. Jahrhundert finden sich in der Umgebung ebenfalls in großer Zahl. Interessant ist der Ortsname Wallendorf, der auf eine römerzeitliche Restbevölkerung hindeuten könnte.

Ortsnamen

Mogersdorf:1187 Nagfalu, 1350 Mochfalua, 1538 Naghfalw, 1548, 1549  und 1552: Nagyfalva, Magyfalva, 1672 Meckendorf, 1698 Mogersdorff. 1773 Magersdorff. Nach Moor ist ist der Ortsname von einem ungarischen Personennamen Magdi, Mogdi abzuleiten. Kranzmayer sieht im althochdeutschen Personennamen Magheri die Wurzel für Meckendorf  (Megindorf).

Der Ortsname Deutsch Minihofist urkundlich belegt als 1387 Mohonycha, 1698 Nimet - Lak seu Minikhoff, 1764 Nemeth- aut Nimetlak vulgo Teutsch - Münchhoffen. Er ist eindeutig vom mittelhochdeutschen "münich" (Mönch) abzuleiten. "Lak" in der magyarischen Form bedeutet Siedlung, Wohnsitz, kann aber auch aus der slawischen Bezeichnung für Romanen (Laki, Lach ...) abgeleitet werden. Urkundliche Belege für eine romanische Bevölkerung gibt es aber nicht.

Ganz anders in Wallendorf. Hier ist die Anwesenheit von Romanen sehr wahrscheinlich. Die urkundlich belegten Formen sprechen ebenfalls dafür: 1538 Olafalw, 1548 Olazfalw, 1553 Olazfalwa, 1698 Olaszfalu seu Balendorff. Alle Formen weisen auf Romanen (Walchen, ung. Olaszok) hin. Eine Ableitung von rumänischen oder kroatischen Neusiedlern ist eher unwahrscheinlich.

Mittelalter: Stiftsherrschaft St. Gotthard

1183 schenkte König Bela III. dem Zisterzienserorden das Gebiet um St. Gotthard zur Gründung eines Klosters. Die ersten 12 Mönche sollen aus Troisfontain gekommen sein. 1187 erhielt das Kloster von Papst Urban III. eine Bestätigung der Besitzung mit dem Kloster in St. Gotthard und den Grangien (Gutshöfen) in Mogersdorf, Weichselbaum, Jennersdorf und Potschendorf (Rosendorf). Das Original der Urkunde ist nicht erhalten.

In der Neuzeit besaß das Kloster einen ausgedehnten Eigenbesitz auf dem Schlösslberg, der von einem "Schlössl" oder "castellum" aus bewirtschaftet wurde. Darin ist nach Prickler auch die mittelalterliche Grangie des Klosters zu sehen.

Kein gutes Zeugnis spricht eine Urkunde aus dem Jahre 1350 den Untertanen von St. Gotthard aus. Die Einwohner der Dörfer links der Raab werden als eine Bande von Dieben und Räubern bezeichnet. Sie hätten Verrat begangen, indem sie mit den Deutschen von jenseits der Grenze zusammenarbeiteten. Sie weigerten sich, eine vom König auferlegte Steuerleistung zu erbringen. Der Abt veranlasste eine Strafexpedition des Kastellans von Güssing. In mehreren Orten wurde dabei Vieh gestohlen, Häuser angezündet. Menschen umgebracht und Frauen und Mädchen "grausam entblößt". Die Dörfer beschwerten sich über dieses Vorgehen. Zur gerichtlichen Untersuchung vor dem iudex curiae, dem Hofrichter, erschienen die vorgeladenen Zeugen aus den Dörfern aber nicht. Sie wurden daher der Rebellion für schuldig befunden, zum Tode und Vermögensverlust verurteilt. In Mogersdorf wurden namentlich als Zeugen genannt der Richter Johannes und die beiden Hospites Jacob und Konrad. Die Vermutung liegt nahe, dass im Aufruhr gegen den Abt die deutschen Hospites ihre Rechte verteidigten.

Die Abtei St. Gotthard blieb bis 1448 unter der Aufsicht von Troisfontaines. Wegen der zu großen Entfernung wurde die Aufsicht dann auf das Stift Rein in der Steiermark übertragen. Die weltliche Schutzherrschaft ging 1391 auf die Söhne des Palatins Nikolaus Széchy über. Die Széchy begannen bald, die Güter der Abtei zu entfremdem. Sie griffen in das Klosterleben ein, ernannten den Abt und belateten Mönche und Untertanen der Stiftsherrschaft schwer. Viele Mönche verließen das Kloster, die letzten flohen nach der Niederlage gegen die Türken bei Mohács 1526. Im Jahre 1550 wird ein Abt namens Betha erwähnt. Die Széchy nahmen aber die Abtei gewaltsam in Besitz, unter dem Titel einer Verpfändung. 1540 schenkte König Ferdinand I. dem Feldhauptmann Nikolaus von Salm und seiner Frau, einer geborenen Szechy und deren Halbschwester das als herrenlos geltende Kloster. Die Mönche wurden erneut vertrieben, die Abtei wurde befestigt. 1605 wurden Kirche und Kloster von General Teuffenbach auf dem Rückzug vor den Aufständischen Ungarn gesprengt.  Die Abtei verblieb im Besitz der Széchy - Erben, der Familie Popel - Lobkowitz. Erst 1674 löste der Erzabt von Kolocsa, Georg Szechenyi, den Besitz ein. 1734 übernahm Abt Robert von Heiligenkreuz das Stift wieder in den Besitz der Zisterzienser. Er vereinigte St. Gotthard mit Heiligenkreiz. Erster Prior und Administrator von St. Gotthard wurde Dominikus Fischer.

Vorübergehend gehörte auch das Gebiet von Neuhaus am Klausenbach den Zisterzienserm von St. Gotthard. Auf Befehl von König Andreas II. musste es 1213 den Zisterziensern übergeben werden. Zuvor hatte der Gespan von Eisenburg, Andreas, das Gebiet den Grenzwächtern von Zala übergeben. Diese ergriffen aber beim Herannahen der Deutschen die Flucht, nachdem sie zuvor noch die Herrschaft St. Gotthard ausgeplündert hatten. Mit der Urkunde von 1213 ist ein interessantes Problem verbunden. Es wird dort ein Pfarrer Petrus von St. Martin als Zeuge erwähnt. Während A. Ratz in Mogersdorf am Schlössberg eine Urpfarre vermutete ist Rittsteuer der Ansicht, dass es sich um St. Martin an der Raab handelt. Ebenfalls nur für kurze Zeit gehörte auch die Zisterzienserabtei Pernau (Pornó) zu St. Gotthard. Das Kloster Pernau war von Mytha aus dem Geschlecht der Wasserburger (Ják) gegründet worden. Als 1219 Stephan, der Enkel Mythas und der Sohn des Banus Chepan in das St. Gottharder Kloster eintrat übergab er diesem das Patronatsrecht über die Kirche der Hl. Margaretha von Pernau mit den Dörfern Eberau, Oberbildein, Deutsch Schützen und Kulken. 1233 genehmigte das Generalkapitel der Zisterzienser diese Eingliederung. Diese Besitzungen konnten aber nicht lange gehalten werden. Eberau ging noch im 13. Jahrhundert verloren, später auch Pernau.

Nachdem das Kloster 1734 wieder in den Besitz der Zisterzienser gelangt war wurde 1740 bis 1747 das Kloster und 1748 bis 1764 auch die Kirche neu aufgebaut. Den Zisterziensern unterstand auch die Kapelle auf dem Schlösslberg

Frühe Neuzeit

In den Steuerverzeichnissen des 16. Jahrhunderts wird Wallendorf erstmals 1538 erwähnt, 1548 ist auch Lak (Deutsch Minihof) genannt. 1538 werden zahlreiche "Pauperes", also nicht zahlungsfähige "Arme", festgestellt. 1555 werden einige öde Höfe verzeichnet. Es lebten aber auch einige "libertini", also von den Abgaben Befreite in den Dörfern. Das könnte eine Folge des Türkenzuges von 1532 gewesen sein. 1577 verwüsteten die Türken das Raabtal. Der türkische Herrschaftsbereich reichte bis an die Raab.  In der Steuerkonskription von 1582 ist ein deutlicher Rückgang der Porten festzustellen. 1582 wird in Mogersdorf ein "Castellanus" genannt. Es bestand also anscheinend auf dem Schlösslberg ein Kastell. 1577 verwüsteten die Türken das Raabtal. Der türkische Herrschaftsbereich erstreckte dich bis zur Raab, mit Überfällen musste ständig gerechnet werden. Die Verarmung war erheblich, die Portensteuer musste reduziert werden. Im Bocskai - Aufstand war nach dem Rückzug Teuffenbachs das Raabtal schutzlos den Rebellen ausgeliefert. Menschen wurden verschleppt und kehrten nicht mehr zurück. Ein Einzelschicksal ist etwas genauer bekannt. Thudl Neuholdt wurde nach Belgrad verkauft, dann aber freigelassen, um sich ihr Lösegeld zusammenbetteln zu können. Ihr fünfjähriges Kind musste sie als Geisel zurücklassen. Die Dörfer wurden schwer verwüstet. Weichselbaum, Rax und Rosendorf waren 1609 noch immer öde. Auch nach dem Bethlenaufstand gab es weiterhin Überfälle. 1656 schrieb Magdalena Bathhyány an ihren Bruder: "Die Türken ziehen entlang der Raab, Mogersdorf haben sie schon beraubt, nun ziehen sie gegen Jennersdorf".

Die Grundherrin Eva Popel - Lobkowitz setzte evangelische Pfarrer in ihrer Herrschaft ein. 1598 berichtete Pfarrer Leonardus Rab zu St. Martin, dass er als neuen Pfarrer den Schulmeister von Mogersdorf gewonnen habe. Gegen ihn gab es aber Widerstand. 1599 wurde für Mogersdorf ein "concionator" genannt. In Mogersdorf und den Ortsteilen dürfte der Protestantismus kaum Fuß gefasst haben.

Türken und Kuruzzen

1664 fand am Raabbogen bei Mogersdorf die berühmte Schlacht gegen die Türken statt. Die christlichen Truppen standen unter dem Kommando von Montecuccoli. Sie setzten sich aus Kaiserlichen, Reichstruppen und  einem französischen Kontingent zusammen. Während der für die Christen siegreichen Kämpfe wurde der Ort schwer zerstört. An die Schlacht von Mogersdorf (Schlacht von St. Gotthard) erinnern einige Denkmäler. Dazu gehört das Weiße Kreuz  (oder Türkenkreuz) an der Straße nach Jennersdorf. Bis 1839 befand sich dort zwei große Hügel, die der damalige Prior von St. Gotthard abgraben ließ. Die dabei gefundenen zahlreichen menschlichen Knochen wurden in der Nähe neu bestattet,  das Denkmal errichtet und 1840 eingeweiht, mit Inschrifttafeln in lateinischer, deutscher, ungarischer und französischer Sprache. Daneben wurde 1984 der "Friedensstein" errichtet, der auch an die gefallenen türkischen Soldaten. Die Annakapelle" in der Nähe wurde wahrscheinlich 1670 als Gedächtnisstätte errichtet. Auf dem Schlösslberg wurde 1964 eine Gedenkstätte errichtet, bestehend aus der neuen Schlösslkapelle und einem 15 m hohen Betonkreuz, das bis weit hinein in das damals kommunistische Ungarn sichtbar war. In der Kapelle befand sich der "Liebfrauenaltar" Herbert Boeckls, der aber wegen der großen Temperaturschwankungen abgebaut wurde und durch drei Bronzetafeln Rudolf Kedls ersetzt wurde. 1979 wurde im "Kreuzstadel" ein kleines Türkenschlacht - Museum eingerichtet. In der Mogersdorfer Pfarrkirche erinnert ein Fresko von 1912 an die Türkenschlacht.

In einem Urbarium des Klosters aus dem Jahre 1677 werden 39 Bauern mit insgesamt 69 Viertelansässigkeiten, 4 Söller mit und 4 Söllner ohne Haus aufgezählt. Nur vier Bauern bewirtschafteten eine ganze Ansässigkeit. Nach der Visitation des Stefan Kazó, Archidakon von Eisenburg, gehörten zur Pfarre Mogersdorf auch Wallendorf, Rax, Kroboteck, Deutsch Minihof, Weichselbaum und Potschendorf. Von den insgesamt 1541 Pfarrkindern waren mit Ausnahme einer einzigen evangelischen Frau alle katholisch. Pfarrer war damals Matthias Johannes Baptista de Mers, ein gebürtiger und fanatischer Ungar. Die Kirche war in gutem Zustand, nicht aber das Pfarrhaus. Neben der Kirche stand das Schulgebäude.

1704 musste sich General Rabatta mit seinen steirischen Truppen aus St. Gotthard vor den Kuruzzen zurückziehen, nachdem Unterstützung durch General Heister ausgeblieben war. Er wurde bei Mogersdorf von den Kuruzzen angegriffen. Die Dragoner ergriffen die Flucht. Angeblich griffen auch Bauern aus Mogersdorf  - angeeifert durch Pfarrer de Mers - auf Seiten der Kuruzzen in das Kampfgeschehen ein. De Mers wurde 1705 verhaftet, vom Grazer Stadtrichter jedoch freigesprochen.

Kirchengeschichte

Die alte Kapelle am Schlösslberg, wo sich zeitweise ab etwa 1650 Einsiedler niederließen, war Begräbnisstätte für viele Zisterzienser aus St. Gotthard. Unter Prior Andreas Prindlmayer wurde die Kapelle restauriert, 1897 wurde sie im neugotischen Stil umgestaltet. Während der Kämpfe 1945 wurde die Kapelle zerstört.

Die Kirche von Mogersdorf wurde nach Rittsteuer um 1400 neu gebaut. Darauf wies vor allem ein gotisches Wandtabernakel hin. 1599 wurde ein Concionator (Prediger) von Mogersdorf erwähnt. Fraglich ist, ob es sich dabei um einen evangelischen Prediger handelte. Der Einfluss der Protestanten war jedenfalls - anders als in den meisten Gemeinden des heutigen Südburgenlandes - gering und nur kurzfristig wirksam.

Vor dem Jahre 1713 kam der Domherr von Olmütz, Baron Johann Pilati, in den Besitz der Herrschaft St. Gotthard, 1723 der Erzbischof von Kalocsa, Emmerich Csaky. 1734 übernahm Stift Heiligenkreuz das Kloster. 1775 wurde die Kirche mit Unterstützung der Abtei neu gebaut. Der Pfarrer von Mogersdorf, Baron Mers, war ein gewalttätiger Mann und  ein fanatischer Magyare, der mit den Kuruzzen zusammenarbeitete. Er stand brieflich mit dem Kuruzzenführer Bezeredy in Kontakt. Während der des Kampfes der Truppen Rabattas gegen die Kuruzzen in Mogersdorf erlitt auch die dortige Kirche schwere Schäden.

Unter dem aus Kärnten stammenden Pfarrer Anton Sebastian Stefan Steinpaiß, der in der Visitation von 1713 besonders als eifriger Priester gelobt wurde, fanden Renovierungsarbeiten statt. Weitere Pfarrer waren Josef Gyleis und Franz Ruiss sowie Georg Glaser, später Pfarrer in Neuhaus. Ab 1757 übernahmen die Zisterzienser die Seelsorge. Der Pfarrhof wurde wieder aufgebaut. Unter Pater Hieronymus Rößler (1773 - 1776)  wurde die heutige Pfarrkirche erbaut. Er war auch schriftstellerisch tätig und verfasste unter anderem eine dreibändige Geschichte des Stiftes Heiligenkreuz. 1787 wurde die neue Pfarre Maria Bild eingerichtet. Die früheren Filialen von Mogersdorf, Krobotek, Potschendorf und Rax - Bergen kamen zur neuen Pfarre. 1829 wurde Potschendorf, heute Rosendorf, wieder an Mogersdorf angeschlossen. Der letzte Zisterzienserseelsorger in Mogersdorf war Pater Benedikt Josef Lóskay. 1878 wurde St. Gotthard dem Stift Heiligenkreuz entzogen und mit dem Zisterzienserstift Zircz vereinigt. Lóskay (1881 - 1900) ließ den Kirchturm erhöhen und die Kirche renovieren. 1896 fand die große "Milleniumsfeier" bei der Annakapelle statt. Lóskay war auch Dichter und bedeutender Mathematiker. Er nahm sich der Schulen in Mogersdorf und Wallendorf besonders an und kontrollierte die "moralische Haltung" der Lehrer. 1900 musste er nach einem Konflikt mit dem Bischof die Pfarre verlassen. Neuer Pfarrer wurde Josef Schwarz. Er war eine der umstrittensten Pfarrerpersönlichkeiten des westungarisch - burgenländischen Raumes. 1871 in Oberdorf im Burgenland geboren blieb er bis 1938 Pfarrer in Mogersdorf. 1901 gründete er die Rosenkranzbruderschaft, 1909 die Herz - Jesu - Bruderschaft. Auch eine Mädchenkongregation entstand. In der Zwischenkriegszeit wurden Volksmissionen abgehalten. Die Kirche wurde vergrößert und verschönert, ein Kirchenchor gegründet. Auch nach dem Anschluss an Österreich blieb Dechant Schwarz proungarisch und hielt engen Kontakt zu Bischof Mikesch in Steinamanger. Daraus ergaben sich heftige Konflikte. Schwarz wurde von Sozialdemokraten und Landbündlern immer wieder angegriffen. 1938 wurde er in "Schutzhaft" genommen, erhielt Predigtverbot und Gauverbot. Er verbrachte seine letzten Lebensjahre verbittert in Sauerbrunn, wo er 1949 starb. 1938 wurde Rupert Sauerzapf Kaplan. Er wurde 1945 in seinem Pfarrhof in Kleinhöflein von den Russen erschossen. Martin Kleinl wurde 1938 Pfarrprovisor, erhielt 1940 Gauverbot. Im Krieg blieb die Kirche trotz der größen Zerstörungen im Ort nahezu unversehrt. Das Kirchenleben konnte schon bald wieder aufgenommen werden. Ab 1952 wurden ein Pfarrheim und ein Pfarrkino gebaut. 1953 errichteten die Katholiken von Deutsch Minihof eine Fatimakapelle, 1954 entstand in Mogersdorf die neue Friedhofskapelle. 1963 wurde die Renovierung der Kirche abgeschlossen, 1966 der neue Pfarrhof geweiht.

Entwicklung im 18. und 19. Jahrhundert

1713/14 fand eine Visitation statt, Pfarrhaus und Schule waren durch die Leute Rakoczys niedergebrannt. Die Zerstörungen waren so schwer, dass die Grundherrschaft die Abgaben herabsetzte. Im Urbar von 1716 werden 38 Bauern mit insgesamt 70 Viertelansässigkeiten aufgezählt. Davon waren 20 öde. Es gab 9 Häusler und 8 Inwohner, In Deutsch Minihof gab es 21 Bauern mit 23 1/8 Viertelansässigkeiten, 3 lagen öde. In Wallendorf gab es 33 Bauern mit 40 Viertelansässigkeiten, davon lagen 21 1/8 öde.  1729 lagen nur mehr wenige Ansässigkeiten öde. 1750 gab es in Mogersdorf bereits wieder 51 Lehensbauern, die Zahl der Söllner stieg stark an, wohl eine Folge des prosperierenden Weinbaues. Nach einer Konskription von 1744 gab es in Minihof 30, in Wallendorf 61 1/2 und  in Mogersdorf 289 1/2 Hauer Weingärten. Ein großer Teil des Mogersdorfer Weingebirges, mehr als ein Viertel, befand sich im Besitz von St. Gotthard. Der Anteil der Auswärtigen ging in der Folgezeit zurück. 1810 befanden sich 56,1 % der Weingärten im Besitz der Mogersdorfer. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verlor dann im Gefolge der Reblauskrise stark an Bedeutung.

Der Getreideanbau war in allen drei Orten wichtig. An erster Stelle stand Korn mit etwa 50 %, gefolgt von Weizen mit 35 %. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden auch bereits Mais und Kartoffelk angebaut. Vor allem der Tabakanbau erlangte bald große Bedeutung, da von Boden und Klima her die Voraussetzungen günstig waren. In St. Gotthard entstand schon in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine Tabakfabrik, geführt vom Tabakmacher Matthias Schneck. Im 18. Jahrhundert wurde die "Tabakfabrik" von der Herrschaft betrieben. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts brannte sie nieder. Im 18. Jahrhundert wurde auch in Fürstenfeld eine Tabakfabrik errichtet.  Bis zu 50 000 Pfund Trockentabak wurden in Mogersdorf geerntet. Nach dem Anschluss an Österreich verschwand der Tabakanbau nahezu ganz.

Die Bevölkerungsentwicklung war im 19. Jahrhundert zunächst durch eine mäßige Zunahme gekennzeichnet. 1787 lebten in Mogersdorf 671, in Deutsch Minihof 181 und in Wallendorf 280 Menschen. Bis 1869 stiegen die Zahlen auf 915, 239 und 484. Die Kindersterblichkeit war extrem hoch. Erst gegen Jahrhundert ende setzte eine starke Bevölkerungszunahme ein. Die Dörfer waren immer wieder von Katastrophen betroffen. 1806 brannten in Mogersdorf 12 Häuser ab, Großbrände gab es 1820 und 1839 in Wallendorf. Bis 1910 stieg die Bevölkerung von Mogersdorf auf 1107, die von Deutsch Minihof auf 398 und die Von Wallendorf auf 730 Personen. Die kleinen Landwirtschaften reichten immer weniger für ein entsprechendes Einkommen aus. Die drei Orte profitierten aber erheblich vom Aufstieg St. Gotthards zur Industriestadt. Zur Tabakfabrik kamen eine Uhrenfabrik eines Schweizer Unternehmens, die erste in Ungarn, und ab 1899 eine Seidenfabrik. Baron Joseph Wieser gründete 1902 die erste ungarische Sensen- und Sichelfabrik  In St. Gotthard und in Deutsch Minihof entstanden Ziegelöfen. Im Jahre 1910 arbeiteten in Mogersdorf 239 Personen in der Landwirtschaft und schon 200 im Gewerbe, in Wallendorf  und in Minihof überwogen sogar schon die Beschäftigten im Gewerbe. Dies sind für das damalige Westungarn ungewöhnliche Zahlen, zumal die Zahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft weiter stark zurückging. 1892 wurde die Bohn eröffnet. Das wirkte sich aber nicht mehr so entscheidend aus wie etwa in Jennersdorf, da St. Gotthard auch zuvor schon zu Fuß leicht erreichbar war. Die Amerikawanderung war auch nicht so stark ausgeprägt, machte sich aber etwa in Wallendorf deutlich bemerkbar. Der ort hatte 1910 um etwa 60 Personen weniger Einwohner als 1900. Katastrophal wirkte sich die neue Grenze nach dem Anschluss an Österreich aus. Die Arbeitsplätze in St. Gotthard gingen großteils verloren.

Anschluss an Österreich und Zwischenkriegszeit

Am  15. Dezember 1918 versammelten sich Abgeordnete aus 40 Gemeinden unter Führung von Karl Wollinger in Heiligenkreuz und forderten den sofortigen Anschluss an Österreich. In Deutsch Minihof traten besonders Josef Hafner, Franz Kumpitsch und August Mild  für Österreich ein. Pfarrer und Lehrer waren hingegen pro ungarisch. Der Pfarrer von Mogersdorf, Dechant Josef Schwarz, war auch noch nach dem Anschluss an Österreich sehr ungarisch gesinnt und mit ihm eine kleine Gruppe der kirchennahen Bevölkerung. Der Dechant hielt engen Kontakt zu Bischof Mikesch in Steinamanger. Die Einstellung des Pfarrers sorgte immer wieder für Aufsehen und Empörung über Mogersdorf hinaus.  Am 31. August 1921 wurde in Mogersdorf ein Gendarmerieposten errichtet. Am 2. September drangen ungarische Freischärler in den Ort ein und nahmen die österreichischen Gendarmen gefangen. Die Bevölkerung war wohl größtenteils für Österreich, obwohl die wirtschaftlichen Folgen der neuen Grenze fatal waren. Der Arbeitsmarkt musste sich umorientieren, die Fabriksarbeitsplätze in St. Gotthard gingen verloren. Viele Menschen mussten nun als "Grünarbeiter", also als landwirtschaftliche Saisonarbeiter in das Nordburgenland  oder nach Niederösterreich gehen beziehungsweise als Wochenpendler den langen Weg in die steirischen Industriegebiete in Kauf nehmen. Die Auswanderung nahm nun stark zu. Die Einwohnerzahl von Mogersdorf sank von 1107 im Jahre 1900 auf 952 im Jahre 1934.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Im "Ständestaat" entstand eine sehr starke Ortsgruppe der Heimwehr. Am 1. Mai 1934 fand auf dem Hauptplatz eine "Vaterländische Kundgebung" statt. 1936 wurde der Sozialdemokrat Karl Kloiber verhaftet. 1932/33 gab es erste Eintritte in die NSDAP. Die Nationalsozialisten hatten schon vor 1938 vor allem in Wallendorf zahlreiche Anhänger. 1933 verübten Nationalsozialisten einen Anschlag auf die Telefonleitung von Heiligenkreuz nach Mogersdorf. Am 10. Juni 1934 hissten sie am Rauchfang des Deutsch Minihofer Ziegelofens eine fünf Meter lange Hakenkreuzfahne. Sie herunterzuholen bereitete große Schwierigkeiten. Nach dem Anschluss an Deutschland wurden "vaterländische" Funktionäre in "Schutzhaft" genommen, etwa der Lehrer Rudolf Kametler, dem man vorwarf, ganz unter dem Einfluss des Pfarrers Schwarz zu stehen. Im März 1938 wurde Schwarz verhaftet und aus dem Bezirk verwiesen. Er verbrachte seinen Lebensabend in Sauerbrunn.  Der Kaplan Ludwig Sándor, ungarischer Staatsbürger und jüdischer Abstammung, wurde ebenfalls aus dem Land gewiesen. Verhaftet wurde auch Dr. Josef Mayer, Beamter der Bezirkshauptmannschaft Oberpullendorf. Er war viereinhalb Jahre in Dachau inhaftiert. Weitere Personen wie etwa der Oberlehrer Johann Zimmermann wurden nach wenigen Wochen Haft wieder entlassen. Während des Ausbaues der "Reichsschutzstellung" (Ostwall) waren im Abschnitt Mogersdorf 3000 bis 5000 Personen im Einsatz. Vor allem unter den jüdischen Zwangsarbeitern brach eine Flecktyphusepidemie aus. Am 22. Feber wurden Männer, die als "Freiheitskämpfer" Widerstand leisten wollten und einen Bunker im Wald gebaut hatten, verraten und verhaftet. Unter ihnen waren die Mogersdorfer Franz Koch und Otto Schwab. Einige der Verhafteten wurden erschossen.

Am 30. März 1945 begann die zunächst kampflose Besetzung von Mogersdorf durch die Russen. Die Bevölkerung war evakuiert. In den Bergen leisteten Volkssturmleute Widerstand. Die Panzerjägerabteilung Wiking sollte den Schlossberg besetzen, kam aber zu spät. Am 31. März drangen russische Panzer in Deutsch Minihof ein und stießen bis Wallendorf vor, konnten aber zurückgeschlagen werden. Am Osterdienstag geriet Mogersdorf unter schweren Artilleriebeschuss. Der Ort wurde wieder von deutschen Truppen besetzt. Der Schlossberg wurde von russischen Geschützen unter Beschuss genommen. Die Kapelle und andere Gebäude wurden vollständig zerstört. Am 7. und 8. April gelang es den Russen, den Ort in einem erbitterten Häuserkampf wieder zu besetzen. Erst am 13. April kehrte ein Teil der Ortsbevölkerung zurück. Auch in Mogersdorf kam es zu den üblichen Übergriffen, Plünderungen und Vergewaltigungen durch Soldaten der Besatzungsmacht. Die Orte waren schwer getroffen. In Mogersdorf waren 31 Häuser abgebrannt, darunter 17 zur Gänze zerstört. Man hatte 45 Gefallene und 12 Vermisste zu beklagen. Der Arbeiter Johann Peresztegi wurde von den Russen erschossen, Josef Granitz so drangsaliert, dass er Selbstmord beging, ebenso wie der Bauer Franz Klandl. Ein älteres Ehepaar kam während der Kämpfe ums Leben, ebenso Karoline Herbst und Johann Lang. Maria Schwarz wurde erschossen. In Deutsch Minihof brannten 26 Häuser nieder, 16 wurden während der Kämpfe zerstört. Zwei Personen kamen ums Leben. Der Ort hatte 17 Gefallene und 3 Vermisste zu beklagen. In Wallendorf wurden 31 Häuser zerstört, zwei Ortsbewohner kamen während der Kämpfe ums Leben. Johann Kloiber wurde erschossen. 39 Gefallene waren zu beklagen. Insgesamt waren also alle drei Dörfer  von den Kriegsfolgen überaus schwer betroffen.

Nachkriegszeit

1956 war auch Mogersdorf als Grenzort einem gewaltigen Ansturm an ungarischen Flüchtlingen ausgesetzt. Die ungarischen Soldaten behinderten die Flüchtlinge zunächst nicht, sie schossen meist in die Luft. Als dann aber sowjetische Soldaten an der Grenze eingesetzt wurden gab es Verwundete und Tote. Ab 9. November 1956 wurde die Grenze abgeriegelt. Die Flucht war nunmehr nur mehr bei Nacht, meist durch die Raab, möglich.

1970 entstand auf der Grundlage des Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes die Großgemeinde Mogersdorf durch Zusammenlegung mit Deutsch Minihof und Wallendorf. Die Bevölkerungsentwicklung ist durch eine ständige Abnahme gekennzeichnet. 1945 hatte Mogersdorf noch 940 Einwohner, 1987 nur noch 677. In Deutsch Minihof sank die Bevölkerungszahl von 283 im Jahre 1951 auf 197  und in Wallendorf von 585 auf 409 im Jahre 1987. 2011 hatte die Gemeinde  insgesamt 1146 Einwohner. Der Rückgang hatte sich also etwas verlangsamt. 1981 waren von den insgesamt 557 Berufstätigen 366 Auspendler. Die Bevölkerung ist überaltert, die Geburtenzahl sinkt und liegt weit unter der Sterberate. Im Gegensatz zu dieser Entwicklung nahm aber die Zahl der Häuser ständig zu.

In poltischer Hinsicht dominierte in der Zwischenkriegszeit der Landbund. In der Nachkriegszeit stellte die ÖVP die Bürgermeister, die SPÖ ab 1950 die Vizebürgermeister. 1962 konnte die SPÖ beträchtlich dazugewinnen, ab 1967 stellte sie auch den Bürgermeister. In Deutsch Minihof ging die ÖVP - Mehrheit 1954 verloren, Langzeitbürgermeister wurde Karl Düh von der SPÖ. In Wallendorf stellte die SPÖ schon 1947 den Bürgermeister. In der Neuen Großgemeinde dominierte die SPÖ mit dem Bürgermeister Johann Lex bis 1992. Seit 2007 ist Josef Korpitsch von der ÖVP Bürgermeister.

In der Nachkriegszeit waren zunächst die üblichen kommunalen Aufgaben zu bewältigen: Straßenbeleuchtung, Güterwegebau, Feuerwehrhäuser, Telefonanschlüsse, Ausbau des Stromnetzes, Kanalisation, Lafnitzregulierung ... Dem Anschluss an den Abwasserverband unteres Raabtal folte 1976 der Zusammenschluss zum Abwasserverband Bezirk Jennersdorf. 1968 /69 wurde das Gemeindehaus aufgestockt.  1964 wurde das Betonkreuz am Schlösslberg errichtet. Mogersdorf wurde Marktgemeinde und erhielt sein Gemeindewappen. 1978 wurde eine Aufbahrungshalle errichtet, 1979 ein Kindergarten eingerichtet. Kanalbauten und der Ausbau des ausgedehnten Güterwegenetzes erforderten immer wieder hohe finanzielle Belastungen.

Da im Ort selbst nur wenige Arbeitsplätze zur Verfügung stehen arbeitet die Mehrheit der Erwerbstätigen als Auspendler in Wien, in Graz oder in den steirischen Industriestädten. 1981 waren etwa 20 % im Bauwesen tätig, heute sind es etwa 10 %. Die Nähe von St. Gotthard behinderte die Entwicklung von Gewerbe und Handel. Es gab nur die üblichen Handwerksbetriebe (Schneider, Schuster, Bäcker, Fleischhauer, Tischler, Schmiede, Maler Maurer, Wagner, Schlosser, Weber, Ofensetzer und Rauchfangkehrer, einen Fotographen und eine Zementwarenerzeugung). Die meisten dieser Betriebe wurden eingestellt. Der wichtigste Gewerbezweig ist heute die Bau- und Möbeltischlerei mit zwei Betrieben. Ein Problem ist heute auch die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfes. Auch die Zahl der früher vielen Gasthöfe ging zurück. Einige wenige wurden modernisiert.

Die Agrarquote sank von 71 % im Jahre 1951 auf 16 % im Jahre 1981 und beträft heute etwas über 2 %. Die Klein- und Kleinstbetriebe wurden zu Nebenerwerbsbetrieben, überwiegend von den Frauen bewirtschaftet. Schon 1980 gab es nur mehr 16,4 % Vollerwerbs- und 81 % Nebenerwerbsbetriebe. Die Rinderhaltung, besonders die Milchviehhaltung,  wurde stark reduziert. Der Körnermaisanbau wurde stark ausgeweitet. Großbauern aus der Steiermark kauften oder pachteten die Äcker und betreiben den Maisanbau oft in Monokultur. Die Auswirkungen auf die Böden sind sehr negativ.  Die einheimischen Betriebe können und wollen mit den überhöhten Boden- und Pachtpreisen nicht mithalten. Weinbau und Tabakanbau sind verschwunden, vermehrt werden aber Ölkürbisse angebaut.

Eine Hoffnung für die Zukunft liegt für Mogersdorf im  sanften Tourismus im Bereich des Dreiländer - Naturparkes  Raab - Örség - Goricko.

Literatur: 800 Jahre Mogersdorf.  Mogersdorf 1987. Historischer Teil von Mag. Karl Brunner