Quelle: Gemeinde Steinberg-Dörlich

Ernst Joseph Görlich

 

* 16.11.1905 in Wien
† 04.10.1973 in Oberpullendorf (begraben in Steinberg)

 

Schriftsteller
Autor des Textes der Burgenländischen Landeshymne

 

 

 

 

 

 

Foto: Gemeinde Steinberg-Dörlich

  


Seine Mutter war Büroangestellte in Wien, die ihm trotz bescheidener Verhältnisse das Studium ermöglichte. 1924 legte er am humanistischem Gymnasium die Matura ab und studierte anschließend an der Universität Wien Geschichte, Archäologie und Germanistik. 1930 promovierte er zum Doktor Phil., fand aber keine Anstellung. 1932 legte er die Lehrbefähigungsprüfung für Hauptschulen ab und bekam eine Anstellung an der Katholischen Lehrerinnenbildungsanstalt in Steinberg. 1935 erwarb er das Lehramt für Höhere Schulen, 1936 siedelte er sich endgültig in Steinberg an. Görlich sprach acht Sprachen und gründete im Burgenland eine Esperantovereinigung.

Schon als Schüler und Student war er literarisch tätig. 1924 veröffentlichte er einen Lyrikband "Harfenklänge aus dem Donaugau", 1926 "Gottes Jungvolk" und "Otto von Österreich", 1928 das Schauspiel "Prinz Dmitrij" und das Mysterienspiel "Ein Spiel vom Tod", 1930 Jacobo Todi, 1931 Claudia Procula, 1933 Contardo Ferrini, 1935 Garcia Moreno,  1936 Thomas Morus, 1938 Abenteuer am Ohio, Neue Lese und Perthaler, ein Staatsmann aus Tirol.

Görlich galt als vehementer Vertreter des politischen Katholizismus und arbeitete aktiv in der Vaterländischen Front mit. Die Nationalsozialisten entließen ihn aus dem burgenländischen Schuldienst. Er arbeitete in Wien als Buchhalter und Verkäufer. Schließlich fand er in Gewitsch in Mähren eine Anstellung als Deutschlehrer. 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und war ab 1943 als Dolmetscher in Italien tätig. Dort geriet er in Kriegsgefangenschaft.

Nach dem Krieg wurde er Lehrer für Religion und Geschichte am Technologischen Gewerbemuseum in Wien. An der Hochschule für Welthandel war er Lehrer für Esperanto. Daneben war er Korrespondent für katholische Zeitungen, unter anderen für den "Osservatore Romano".

In Steinberg verbrachte er seine Ferien und verlegte nach seiner Pensionierung den Hauptwohnsitz nach Steinberg.  Dort entstanden auch einige seiner Werke. 1946 erschien die Einführung in die Geschichte der österreichischen Literatur, Herzog Friedrich II. der Streitbare und die Sache Mit Madelaine, 1948  die Kleine österreichische Kirchengeschichte, 1952 Im Zeichen des Kreuzes,  1953 bis 1958 einige historische Romane.  In den 1960 er Jahren verfasste er auch historische Abhandlungen und Schulbücher: 1961 Der Thronfolger, 1962 eine Gegenwartskunde, 1963 eine Weltgeschichte im Abriss, Die Kirche der Gegenwart , 1967 Die österreichische Nation und der Widerstand,  1968 Karl von Vogelsang,  1970 Grundzüge der Geschichte der Habsburgermonarchie und Österreichs und zusammen mit Felix Romanik eine Geschichte Österreichs, 1972 Der letzte Kaiser - ein Heiliger? Unter seinen Werken war auch ein Jugendbuch (Sturm im Osten), Bühnenstücke und Laienspiele sowie Lyrik.

Die Gemeinde Steinberg machte ihn zum Ehrenbürger und setzte ihm ein Denkmal  vor dem Kloster.