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Ludwig Batthyány

 

* 1807
† 1849

 

Soldat, Mitglied des Reichstags
  

Der Sohn Joseph Alexanders, Ludwig Batthyány (1807 - 1849), verheiratet mit einer Zichy, erbte 1835 den Familienbesitz. Er begann seine Karriere als Soldat und widmete sich dann seinen Gütern. Zugleich studierte er Jus und legte an der Agramer Akademie seine Abschlussprüfung ab. Er unternahm Reisen nach Westeuropa. Im Reichstag war er an der Bildung eines oppositionellen Flügels im Oberhaus beteiligt und ermöglichte es 1847, dass Kossuth in den Reichstag gewählt wurde. Er war Obergespan des Eisenburger Komitates und baute den Eigenbetrieb stark aus, 1842 ließ er in Schlaining den Meierhof bauen. Er schaffte in der Verwaltung die deutsche Sprache ab und führte das Ungarische ein.

Er galt als schöner und eleganter Mann, Liebhaber der Frauen und eines luxuriösen Lebens, als intelligent wenn auch keineswegs hoch gebildet. Er war ein schlechter Redner und ein guter Organisator.

Er gehörte der Opposition im Reichstag an, trat aber für die Unabhängigkeit Ungarns innerhalb der Habsburgermonarchie auf friedlichem Wege ein. Er folgte damit dem Kurs István Széchenyis. Am 17. März 1848 wurde er ungarischer Ministerpräsident, aber von König Ferdinand nicht anerkannt. Als Ministerpräsident wollte er stets im Rahmen der Gesetze bleiben, zögerte aber nicht, dem König Gesetze nach seinen Vorstellungen aufzuzwingen und interpretierte die Gesetze auch nach seinem Willen. Im September 1848, als die Spannungen mit Wien ihren Höhepunkt erreichten, war er nicht geneigt, den Bruch mit dem König in Kauf zu nehmen.  Nach der Auflösung des Reichstages am 5. Oktober 1848 zog er sich auf seinen Besitz Ikervár zurück Er huldigte Franz Joseph, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Am 8. Jänner 1849 wurde er verhaftet, vor ein Kriegsgericht gestellt und zum Tode verurteilt. Ein Selbstmordversuch blieb erfolglos. Er wurde erschossen und seine Güter wurden von der ungarischen Kammer eingezogen.