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Nikolaus Olah

 

* 10.01.1493 in Hermannstadt
† 14.01.1568 in Preßburg

 

Erzbischof von Gran, Grundherr der Herrschaft Landsee - Lackenbach
  

 

Sein Vater war Stefan Olah. Die Familie war mit den Hunyadi verwandt. Er besuchte die Schule in Großwardein (Oradea) und wurde anschließend am Hofe König Wladislaws II. erzogen. 1516 wurde er Sekretär des Fünfkirchener Bischofs Georg Szatmári. 1518 wurde er zum Priester geweiht. Kurze Zeit war er Pfarrer von Miskolc. 1526 wurde er Sekretär des ungarischen Königs Ludwig II. und seiner Gemahlin Maria. Nach dem Tod des Königs bei MOhacs blieb er für zwei Jahre im Dienste der Witwe als Orivatsekretär. Im Kampf um die Königskrone schloss er sich Marias Bruder Ferdinand gegen Johann Szapolyai an und wurde mit einer Domherrnstelle in Stuhlweißenburg, später auch in Raab belohnt. Nachdem Maria Statthalterin der Niederlande geworden war begleitete er sie nach Brüssel, wo er bis 1542 blieb. Er war von einem Humanistenkreis umgeben und stand mit Erasmus von Rotterdam in Briefwechsel. Er verfasste damals die beiden Werke "Hungaria", eine Landesbeschreibung, und "Attila", eine legendenhafte Geschichte der Ungarn. Nach seiner Rückkehr 1542 wurde er Dompropst von Erlau und 1543 Agramer Bischof und Vizekanzler. 1546 wurde er Kanzler, 1548 Bischof von Erlau und Obergespan mehrerer Komitate. 1553 war er Erzbischof von Gran und Oberster Kanzler. Er begünstigte seine Familie, wo immer es ging. 1553 erwarb er von den Brüdern Georg, Christoph und Andreas Teufl die Herrschaft Landsee - Lackenbach um den Betrag von 47 600 rheinische Gulden. Diese behielt er bis zu seinem Tod.

Olah begann mit gegenreformatorischen Maßnahmen. Er holte die Jesuiten nach Tyrnau, wo sie ein Priesterseminar gründeten. Die Tyrnauer Kapitelschule wurde in den Rang einer Akademie erhoben, die ebenfalls die Jesuiten leiteten. Ab 1562 bis zu seinem Tod war er königlicher Statthalter in Ungarn.

Literatur: Gestochen scharf. Porträts aus der grafischen Sammlung Tobler.