person

Alfred Ratz junior

 

* 03.12.1919 in Rust
† 16.07.1987 in Rust

 

Historiker
  


Alfred Ratz jun. war der Sohn des christlichsozialen Politikers und Landesrates Dr. Alfred Ratz. Er besuchte das Evangelische Realgymnasium in Oberschützen und begann ein Studium der Geographie, Geschichte und Germanistik in Wien. Er wurde zur Wehrmacht eingezogen, bald aber aus gesundheitlichen Gründen wieder entlassen. Sein Studium konnte er aber nicht fortsetzen, da sein Bruder gefallen war und er nun den Weinbaubetrieb seiner Eltern übernehmen musste. Neben seiner beruflichen Tätigkeit war er in der Ruster Kommunalpolitik tätig und erwarb sich besondere Verdienste durch seinen Einsatz für den Denkmalschutz (Fischerkirche) und den Aufbau des Ruster Fremdenverkehrs. Seine besondere Liebe aber galt der historischen Forschung, in der er Großes leistete, auch wenn manche seiner Arbeiten nicht ganz wissenschaftlichen Anforderungen entsprachen. Er hielt unzählige Vorträge im Rahmen der Erwachsenenbildung, die sich zumeist mit Lokalgeschichte beschäftigten.

Das Ergebnis seiner Forschungen, vor allem zur mittelalterlichen Siedlungsgeschichte des westungarisch - burgenländischen Raumes, publizierte er zumeist in den Zeitschriften "Burgenländische Heimatblätter" und "Volk und Heimat". Besonders wichtig sind seine Arbeiten "Peter der Wachtelsack" (Burgenländische Forschungen 1949), "Pfarrnetzentwicklung der Karolingerzeit im südlichen Burgenland" (Burgenländische Forschungen 1950), "Die Wehranlagen von Burg/Pinka" (Burgenländische Forschungen 1954) und "Valbach-Kapuvar-Bobuth. Landestore und Gyepüsystem der Rabnitzlinie" (Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland, 1966). Besonders wichtig sind auch seine Forschungen zur Stadtgeschichte von Rust.