ratz alfred sen

Dr. Alfred Ratz

 

* 05.02.1882 in Pöttelsdorf
† 16.08.1924 in Rust

 

Christlichsozialer Politiker
Landesrat und zweiter Landtagspräsident
  

Sein Vater Johann Georg Ratz war Pfarrer in Pöttelsdorf. Die Familie übersiedelte nach Rust, dem Heimatort seiner Mutter, eine geborene Pauer.Alfred Ratz besuchte die Volksschule in Rust, dann das evangelische Lyceum in Ödenburg. Sein Jusstudium absolvierte er an der Rechtsakademie in Pressburg und dann an der Universität in Klausenburg. Schon während seiner Studienzeit machte er sich als Verfasser von Artikeln in Ödenburger Zeitschriften einen Namen. Er ließ sich als Rechtsanwalt in Ödenburg nieder und wurde schon 1907, sofort nach Abschluss seines Studiums, zum Bürgermeister von Rust gewählt und blieb es bis 1911. Im Ersten Weltkrieg war er Leutnant im Honv´d - Infanterieregiment Nr. 18. 1918 wurde er wieder Bürgermeister und blieb es - mit Ausnahme der Räte-Zeit bis zu seinem Tod. Im Anschlusskampf war er zunächst  pro - ungarisch, allerdings zugleich ein Vorkämpfer für die deutsche Autonomie. So konnte er die deutsche Unterrichtssprache in der Ruster Bürgerschule durchsetzen. Ratz schloss sich 1919 der Christlichsozialen Partei an. Schon bald trat  er sich für den Anschluss des Burgenlandes an Österreich ein. 1922 wurde er Abgeordneter zum burgenländischen Landtag und sogar Landesrat (Bautenreferat). 1923 wurde er erneut in den Landtag gewählt, musste jedoch sein Regierungsmandat zu seiner großen Enttäuschung an Michael Koch abgeben. Er wurde zweiter Landtagspräsident.

In zwei Bereichen war Ratz  neben seinen politischen Funktionen tätig: Er setzte sich besonders für den Weinbau ein und war einer der Gründer des "Landesverbandes der Weinbautreibenden des Burgenlandes", 1924 dessen erster Präsident. Der zweite Bereich war die evangelische Kirche. Noch in ungarischer Zeit war er Senioratskurator, 1924 wurde er zum Superintendentialkurator des Burgenlandes gewählt.

Das Hauptanliegen von Dr. Alfred Ratz war es, zwischen der stark katholisch geprägten Christlichsozialen Partei und den Evangelischen des Landes zu vermitteln. Er genoss zwar hohes Ansehen in den bäuerlichen und bürgerlichen Kreisen der Evangelischen, die Bereitschaft, sich für die Christlichsozialen zu engagieren, war aber eher gering. Großdeutsche und Landbund hatten mehr Chancen. Er starb mit erst 43 Jahren an einem Herzleiden. Sein Sohn Alfred Ratz jun. machte sich um die landeskundliche Forschung besonders verdient. Sein Bruder August Moritz Ratz war ebenfalls Politiker im Ständestaat.