mörbisch-hofgasse

Hofgasse in Mörbisch, ein typisches Vorhallenhaus.

Alte Ansichtskarte. Sammlung Floiger

 

Urgeschichte

Das Ortsgebiet von Mörbisch ist überaus reich an urgeschichtlichen Funden - von der Altsteinzeit bis in die Völkerwanderungszeit. Aus der Jungsteinzeit stammen Gefäße und Steingeräte der Linearbandkermischen Kultur, der Lengyel- und der Badener Kultur. Steinbeile wurden im gesamten Gemeindegebiet gefunden. Auf den Unteren Seeäckern wurde ein Fund aus der Vucedol - Kultur, aus der Übergangszeit zwischen Jungsteinzeit und frühen Bronzezeit, gemacht, aus der frühbronzezeitlichen Badener Kultur stammen zwei Gräber auf den Bauäckern. Ein Latène -  zeitliches Gräberfeld wurde in der Zwischenkriegszeit auf den Satzäckern gefunden, mit zahlreichen Grabbeigaben wie Eisenschwerter und Haumesser, Fibeln, Halsringe, Bernsteinperlen usw. Unter den Gräbern war auch ein Kindergrab mit einem Bronzekettchen und ein mit Steinen eingefasstes Hundegrab.

Eine Villa rustica aus der Römerzeit wurde in den Hofwiesörtern 1951 von B. Saria mit freiwilligen Arbeitskräften freigelegt. Ein Teil der Räume war heizbar. Der älteste Bauteil stammt wahrscheinlich schon aus dem 2. Jahrhundert n. Chr.

Frühmittelalterlich ist eine Grubenwohnung. Besonders bekannt sind die zwei Goldschnallen und der Teil einer größeren, mit Almandinen verzierten Schnalle, die am Goldberg zwischen Mörbisch und Rust gefunden wurden und die 1905 vom Ödenburger Museum erworben wurden. Früher wurden sie als gotisch bezeichnet, heute spricht man von völkerwanderungszeitlichen Funden ohne ethnische Zuordnung. Jedenfalls stammen sie aus dem frühen 5. Jahrhundert und bezeugen die Anwesenheit germanischer Gruppen im Raume Mörbisch.

Ein Münzschatzfund aus 31 Goldmünzen wurde 1953 gemacht. Die Münzen stammen aus dem 16. und dem frühen 17. Jahrhundert.

Mittelalter

Der Ortsname Medves ist magyarischen Ursprungs und bedeutet "reich an Weichseln". Die ältere Form ist Megyes (1254). Der Ortsname wurde noch vor 1300 eingedeutscht. 1251: Posessio Megyes; 1300: Medies; 1326; Meydies; 1348: Medyes; 1356 Medwes; 1380 Meges; 1391: Megges; 1433: Medwisch; 1434: Merwisch; 1435: Merbisch

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1254 in der Grenzbegehungsurkunde König Belas IV. Um 1300 waren die Gutkeled die Besitzer des Ortes. In einer Teilungsurkunde fiel Mörbisch dem Ladislaus von Gutkeled zu. 1326 war ein Teil von Mörbisch im Besitz des Magisters Hertul (Hertel), königlicher Maler. Er hatte den Besitz von König Karl wegen seiner Verdienste bekommen. Der andere Teil war im Besitz des Ödenburger Bürgers Graf Nicolaus, Sohn des Nikolaus de Megdies. Sein Besitzanteil umfasste vier Lehen und vier Weingärten sowie 20 Joch Ackerland. Dieser Besitz wurde 1331 von der Komitatsversammlung unter Vorsitz des Palatins Johannes Drugeth dem Grafen Nikolaus bestätigt. 1348 gab Nikolaus, der Sohn des Hofmalers Hertel, vor König Ludwig in Buda seine Zustimmung, dass sein Vater einen Teil des Bergrechtes verpfänden durfte. Offenbar war auch dieser Nikolaus Hofmaler. Er hatte von König Ludwig auch die Seemaut bekommen. Der Besitz des Nikolaus von Medies wurde 1354 vor Richter und Rat der Stadt Ödenburg mit Zustimmung der Witwe Agnes geteilt. Sein Sohn Pankratz und dessen Frau Katharina erhielten die vier Lehen in Mörbisch und die Hälfte von Kohlnhof. Die Tochter Elisabeth und deren Ehemann Johann, Sohn Dietrichs, erhielten ein Viertel von Kohlnhof und später auch das Witwengut der Mutter.  Von den Gütern, die Hertel geschenkt bekommen hatte, waren Teile verkauft oder verpfändet worden. Sein Sohn Nikolaus kaufte sie zurück. König Ludwig übertrug sie ihm 1356 unter dem Titel einer Schenkung. Die Seemaut behielt sich der König vor. Nikolaus, der Sohn des Nikolaus und Enkel Hertels, geriet in Streit mit Pongratz, dem Sohn des Grafen Nikolaus. Angeblich hatte Pongratz widerrechtlich 10 Lehen an sich gebracht,dann aber wieder zurückgegeben. 1373 befal König Ludwig dem Grafen Nikolaus dem Deutschen von Forchtenstein, den Enkel des Hofmalers zu schützen. 1380 wurde auch der Besitz des Pongratz vor dem Kapitel von Preßburg bestätigt. Nach seinem Tod fiel der Besitz je  zur Hälfte an seinen Sohn Michael und an seinen Schwiegersohn Herricus (Heinrich) Reynold und dessen Frau Anna. 1382 übergab Pongratz seiner Tochter Anna, die nach dem Tod Reynolds Hermann Teufel geheiratet hatte, die vier Lehen mit 20 Joch Grund und vier Weingärten auf dem Golthperg, also den gesamten Besitz. Michael war inzwischen wohl verstorben. 1383 verpfändete Nikolaus, der Enkel des Hofmalers Hertlin, 5 Lehen dem Richter Johann Aggendorfer, den 12 Geschworenen und der ganzen Bürgerschaft von Ödenburg auf 8 Jahre. Als Nikolaus ohne Erben starb fiel der ganze Besitz an die Krone zurück. Königin Elisabeth wollte den Besitz der Stadt Ödenburg überlassen und ließ den Propst Michael von Eisenburg den Besitz nach seinem Wert untersuchen. Der Propst berichtete, dass der Besitz aus einem aus Stein gebauten Kurialhaus, 32 Lehen mit Weingärten - mit einem Bergrechtseinkommen von 18 Pfund jährlich - bestand, außerdem Schulden von 20 Talenten ungarischer Denare und 197 Pfund Denare bei Ödenburger Juden. 1385 schenkte Königin Maria den Ort der Stadt Ödenburg. Das Raaber Domkapitel führte noch im gleichen Jahr die Stadt in ihren neuen Besitz ein. Dorothe, die Witwe des Nikolaus de Medies, erhielt von der Stadt 50 ungarische Mark. 1391 verpfändeten auch Anna, die Tochter des Pankratz, und ihr Gemahl Hermann Teufl  ihren Anteil an Mörbisch. 1392 verkauften auch sie ihren Mörbischer Besitz an die Stadt um 300 Mark Wiener Denare.

Damit war Mörbisch ein Teil der Stadtherrschaft der Königlichen Freistadt Ödenburg, die im Laufe der Zeit auch einige andere Dörfer in der Umgebung erworben hatte. Bis 1848 war die Stadt Grundherrin des Dorfes Mörbisch.

Im 15. Jahrhundert waren die Hussiten im nahen Katzenstein ein großes Problem für Mörbisch. 1466 etwa hatten die Mörbischer zusätzlich zu den Abgaben zu Georgi und Michaeli und dem Bergrecht auch ein "Söldnergeld" zu zahlen. Die hussitischen Söldner waren von Jan Giskra von Brandeis angeworben worden. Sie bekamen von der Königinwitwe Elisabeth den Dreißigstzoll von Ödenburg verpfändet. Sie bemächtigten sich der Burg Katzenstein zwischen Mörbisch und Kroisbach. Ihr Hauptmann war zwischen 1456 und 1463 Weytraher. Die Söldner plünderten wiederholt die benachbarten Gemeinden. Kaiser Friedrich III. gab schließlich dem Obergespan von Ödenburg, Ulrich von Grafeneck, den Auftrag, das Räubernest auszuheben. Weytraher seinerseits griff die Stadt an, wurde aber vom Burghauptmann Andreas Török geschlagen und zusammen mit seiner Gefolgschaft gefangen genommen. Katzenstein wurde völlig zerstört.

Kirche

1331 wurde erstmals eine Kirche "extra villam", alos außerhalb des Dorfes, und 1382 wieder eine Kirche zur Heiligen Katharina erwähnt. Aus 1434 stammt der erste Name eines Pfarrers. 1495 wurde eine neue Kirche erbaut. Sie war dem Hl. Ulrich geweiht. Pfarrer war damals Kirein Fuchs, der anschließend nach Güns ging. 1521 wurde in einer Streitsache als Zeuge ein Petrus Haller als Priester von Mörbisch erwähnt. Der 1578 genannte verheiratete Pfarrer Johannes dürfte noch katholisch gewesen sein.

Frühe Neuzeit

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts ließ Gertraud von Weispriach, die Herrin von Landsee, die mit Ödenburg in Fehde lag, die Stadtdörfer wiederholt überfallen. Der berüchtigte Franz Magusch gestand, das Dorf Mörbisch in der Nacht überfallen und geplündert zu haben. Er und seine Spießgesellen trieben das Vieh der Mörbischer weg.

Die Revolte der Mörbischer gegen die Stadtherrschaft im Jahre 1597

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts baute auch die Stadt Ödenburg ihre Eigenwirtschaft aus und belastete ihre Untertanendörfer mit vermehrten Robotleistungen. Den Mörbischern wurden zusätzlich noch sechs Joch Weingärten der Stadt zur Bearbeitung zugeteilt. Sie verweigerten die Arbeit mit der Begründung, dass sie ohnedies durch den Wiederaufbau der abgebrannten Kirche und des Pfarrhofes stark belastet waren. Die Stadt blieb bei ihren Forderungen, weil "bei eventueller Nachsicht die Mörbischer noch dreister und kecker würden". Daraufhin sahen sich die Mörbischer nach einem neuen Grundherrn um, unter dem Vorwand, Ödenburg wäre lediglich Pfandherr des Dorfes. Der Hauptmann von Eisenstadt, Kollonitsch, war nicht abgeneigt, sich der Sache anzunehmen, verlangte aber Beweise für die Behauptung der Mörbischer. Trotz eifriger Suche in den Archiven konnte aber kein Beweis erbracht werden. Als die Ödenburger auf dem Landtag von Preßburg vom Vorhaben der Mörbischer erfuhren reagierten sie schnell und hart. Der Ödenburger Bürgermeister ließ den Mörbischer Dorfrichter Veit Freund und zwei Rädelsführer der Revolte, Paul Franck und Thomas Teufel, festnehmen. Während des Prozesses in Ödenburg begründete der Richter die Aufsässigkeit des Dorfes mit dem Argument, "es sei besser, einem Herrn zu dienen als vierzehn". Damit waren Bürgermeister, Richter und Rat der Stadt gemeint. Das Urteil sah die folgende Bestrafung vor: Die Verurteilten sollten an den Pranger gestellt und mit dem Stäupebesen aus dem Dorf getrieben werden. Dann aber setzten sich Erzherzog Matthias und der Raaber Bischof Martin Pethe für die Verurteilten ein. Das "Stäupen" wurde ihnen erlassen, sie durften drei Viertel ihres Besitzes behalten und wurden in Kroisbach, das im Besitz des Raaber Bischofs war, aufgenommen. Auch die übrigen Dorfbewohner wurden bestraft.

1605 wurde Ödenburg von den Truppen Bocskais belagert. Die Bewohner der Stadtdörfer wurden zur erfolgreichen Verteidigung herangezogen und konnten bei einem Ausfall den Belagerern sogar eine empfindliche Niederlage bereiten. Während der Belagerung wurden die Stadtdörfer immemr wieder geplündert und verwüstet. Angeblich ließen viele Mörbischer die Stadt im Stich und desertierten. Sie verloren deshalb ihr ganzes Vermögen. Der Groll gegenüber der Stadt saß also noch immer tief. 1616 begehrten die Mörbischer erneut auf und verweigerten die Mostabgabe.

Einen Tiefpunkt in der Entwicklung des Ortes stellen die Jahrzehnte um 1700 dar. 1680 trat in den Sommermonaten die Pest auf, 1682 vernichteten Heuschreckenschwärme die gesamte Ernte. Das Türkenjahr 1683 brachte für den Ort unbeschreibliches Elend. Ödenburg hatte gehuldigt und bekam eine Salva Guardia, eine Art Schutzwache. Damit sollten auch die Stadtdörfer, die weiße Fahnen aussteckten, verschont bleiben. Aber weder die mit den Türken verbündeten Kuruzzen Thökölys und erst recht nicht die Tataren hielten sich daran. Auch Mörbisch wurde mehrmals geplündert, die Männer erschlagen, Frauen und Mädchen vergewaltigt, die Kinder zusammen gefangen und in die Sklaverei verkauft. Die Stadt und ihre Dörfer mussten immer wieder Lebensmittel in das Türkenlager vor Wien bringen. Auch noch nach der Niederlage vor Wien war die Gefahr nicht vorbei. Am 13. September 1683  zog der Kuruzzengeneral  Graf Barkoczy mit 1000 Mann durch Mörbisch, raubte und plünderte und verschleppte erneut Menschen. Auch die Kirche brannte ab. Anschließend wurden kaiserliche Soldaten in Mörbisch einquartiert, die ebenfalls versorgt werden mussten. Mörbisch war, wie auch die anderen Stadtdörfer, schwer verschuldet. 1704/5 marschierten wieder Kuruzzen durch Mörbisch, etwa 3000 Husaren Károlyis, die den Ort brandschatzten. Dann kamen wieder Kaiserliche, die sich einquartierten. 1713 starben 129 Personen an der Pest. Insgesamt müssen die Menschenverluste sehr groß gewesen sein. Von den Familiennamen des 17. Jahrhunderts gibt es im 18. Jahrhundert nur mehr wenige.

Anfänge des Protestantismus

So wie in den anderen Stadtdörfern fand mit Unterstützung der Stadt, in der schon sehr früh die Lehren Luthers Eingang fanden und die seit Mitte des 16. Jahrhunderts als evangelisch gelten kann, auch in Mörbsich der Protestantismus Eingang. Wann das geschah ist freilich nicht eindeutig zu sagen. 1578 wirkte in Mörbisch ein Pfarrer Johannes. Er dürfte noch eher der katholischen Seite zuzurechnen sein. Zwar war er verheiratet, aber das war damals auch unter "katholischen" Priestern durchaus nicht unüblich. Aber er nahm die Beichte ab und verteidigte sich gegen Anschuldigungen mit päpstlichen Erlässen. Sein Nachfolger Veit Lang um 1580 kann mit Sicherheit bereits als evangelischer Pfarrer bezeichnet werden. Er musste, so wie alle evangelischen Pfarrer und Lehrer der Stadt, der einsetzenden Gegenreformation weichen. Erst 1606 konnten wieder evangelische Pfarrer eingesetzt werden. 1597 war Mörbisch eine Filiale von Ödenburg, die Seelsorge erfolgte von Kroisbach aus. In der Visitation von 1597 wurde auch das Vermögen der Pfarre beschrieben. Die Pfarrgründe umfassten 8 Joch Ackerland, 4 Wiesen und 2 Weingärten. Jährlich mussten dem Pfarrer 6 Klafter Holz geliefert werden. Zur Ulrichszeche gehörten ein Haus, in dem die Schule untergebracht war sowie zwei Weingärten, die aber von der Gemeinde beansprucht wurden. 1597, im Jahr der Visitation, vernichtete ein Brand die Kirche, das Pfarrhaus und das ganze Dorf. Erst 1609 hatte Mörbisch  Heinrich Neuhaus  wieder einen evangelischen Pfarrer, nachdem der Stadt 1606 im Wiener Frieden Religionsfreiheit zugesichert worden war. 1611 feierte Neuhaus  Hochzeit, zu der er auch den Stadtrat einlud. 1617 sind Michael Graf und Christoph Schwaiger als Pfarrer bezeugt. Graf war ein gebürtiger Ödenburger und offenbar ein schwieriger Charakter. Als Pfarrer von Harkau und von Wolfs gab es Probleme mit der Bevölkerung und auch in Mörbisch musste er vom Stadtrat ermahnt werden, mit seiner Gemeinde in Eintracht zu leben. Schwaiger war ab 1608 Pfarrer in Agendorf und Loipersbach. Sein Sohn studierte in Ödenburg und hatte dort bei Pfarrer Fuchsjäger freie Kost und freies Quartier. Er ging nach Mörbisch, weil er dort ein besseres Einkommen hatte. 1617 starb er in Mörbisch. Die folgenden Pfarrer waren Christoph Eder (bis 1624), Theodor Oemichius (1624 bis 1627), Joachim Unger (1627 bis 1629), Christoph Gensel (1629), Martin Liebezeit (1629), Georg Müller (1630 bis 1635), Andreas Winkler (1635 bis 1539), Paul Raab (1639 bis 1646), Johann Pfister (1646 bis 1647), Johann Schwäger (1647), Georg Poch (1653 bis 1666) und Andreas  Fleischhacker bis zu dessen Vertreibung 1674. Auch Oemich war eine interessante und streitbare Persönlichkeit. Er stammte aus Zölling (Meißen, Sachsen) und wurde zunächst zum Pfarrer von Stoob ordiniert. Bald ging er in die evangelische Hochburg Deutschkreutz, dann nach Gols und schließlich nach Mörbisch. Der Stadtrat von Ödenburg entließ ihn - aus unbekannten Gründen - bald darauf. Er wehrte sich und sprach der Stadt das Recht ab, ihn zu entlassen. Der Ödenburger Senior und auch die Filiale Rust setzten sich vergeblich für ihn ein. Oemich ging wieder nach Deutschkreutz. Anlässlich der Tschapringer Synode von 1628 war er bereits Pfarrer in Deutschkreutz. Joachim Unger hatte bald einen hervorragenden Ruf als Prediger und wurde in seine Vaterstadt Ödenburg berufen. Mit Gensel gab es  enorme Probleme. Er stammte aus Annaberg in Sachsen. Er war zweiter und dann dritter Pfarrer in Ödenburg. 1625 erschien seine "Evangelische Kirchenagenda", die bis 1828 in Gebrauch war. 1626 hielt er am Fronleichnamstag eine Predigt, in der er den Papst und die katholische Kirche auf beleidigende Art angriff. Vom katholischen Pfarrer wurde er deshalb angeklagt. Der Stadtrat, der versuchte, jeden Konflikt zu vermeiden, verbot Gensel das Betreten der Kanzel und enthob ihn schließlich seines Amtes. Wegen seiner Frau und seiner Kinder erhielt er ein halbes Jahr lang Bezahlung und seine Wohnung, 1629 wurde er nach Mörbisch strafversetzt, ging aber bald darauf in seine sächsische Heimat. 1637 kam er zurück und bat um eine Anstellung. Er wurde dem schon sehr alten Pfarrer Liebezeit in Agendorf - Loipersbach zugeteilt. 1939 hatte Agendorf aber schon einen neuen Pfarrer. Georg Müller  war anscheinend sehr beliebt. Er war ein Steirer, der In Ödenburg studiert hatte. In Mörbisch führte er im sonntäglichen Gottesdienst ein "Exercitium musicum" ein, das bei den Gottesdienstbesuchern aus nah und fern gut ankam. Er wurde nach Pressburg berufen, wo er anscheinend nicht lange blieb.  Sein Nachfolger Andreas Winkler hatte viele Jahre als Glaubensflüchtling hinter sich, als er eine Anstellung in Mörbisch bekam. Er stammt aus Böhmen und war Hofprediger beim Baron Wolzogen in Neuhaus in Niederösterreich. 1627 wurde er vertrieben. 1628 kam er mit Frau vier, bald darauf fünf Kinder nach Ödenburg. Als Exulant zog er dann nach Straßburg, Speyer, Frankfurt a. M.., Tübingen und Esslingen und kehrte schließlich nach Ödenburg zurück, wo er fünf Jahre lang - zeitweise von der Stadt unterstützt - in großem Elend lebte. Schließlich wurde er als Spitalpfarrer angestellt und bekam 1635 die Pfarrstelle in Mörbisch. Paul Raab, ein gebürtiger Ödenburger, war ancheinend nicht gerade ein Musterbeispiel eines Pfarrers. Während der Pestzeit starben die Kinder ungetauft und bei Begräbnissen  musste der katholische Pfarrer von Kroisbach einspringen. Ein äußerst tüchtiger Pfarrer war hingegen Johann Pfister, ebenfalls ein Ödenburger. Er studierte auch in Königberg und betätigte sich schriftstellerisch. Als Pfarrer von Mörbisch wurde er bald von den Rustern abgeworben. Dort wurde in seiner Amtszeit die prächtige - heute katholische - Kirche gebaut und die Schule durch Anstellung einer zweiten Lehrkraft erweitert. Magister Schwäger Johann stammte aus Villach und verwaltete nach Pfisters Abgang die Gemeinde Mörbisch. Am 8. Jänner 1674 ließ der Raaber Bischof Georg Széchenyi für den nächsten Tag sein persönliches Erscheinen in Mörbisch ankündigen. Er erzwang die Herausgabe des Kirchenschlüssels und verbot dem evangelischen Pfarrer Andreas Fleischhacker bei Todesstrafe das Betreten der Kirche. Damit war auch in Mörbisch die Gegenreformation siegreich. Der katholische Pfarrer von Kroisbach war nunmehr für Mörbisch zuständig. Er vollzog die Taufen, Eheschließungen und Begräbnisse und erhielt natürlich auch die entsprechenden Abgaben und Stolgebühren.  Der Großteil der Bevölkerung blieb aber bis zum Toleranzpatent  evangelisch. Ab 1681 bestand die Möglichkeit, die Gottesdienste in Ödenburg zu besuchen.

Wirtschaft

Im allgemeinen war die Situation der Untertanen der Ödenburger Stadtherrschaft günstiger als die der Untertanen in den benachbarten Adelsherrschaften. Aber wie die "Revolte" der Mörbischer von 1597 zeigte, war auch hier die Belastung durch Robot oft groß. Die Sessionen oder Lehen waren - wie in vielen Weinbaugemeinden - relativ klein. 1672 gab es im Ort 11 Viertel- und 9 Achtellehen sowie 20 Holden mit Grundbesitz. 1678 wurden 11 halbe und 32 Viertellehen sowie 6 Holden gezählt. Auf insgesamt 13 1/2 ganzen Ansässigkeiten saßen 43 Bauern. 1754 gab es 17 Viertel- und 74 Achtellehen, auf den 13 172 ganzen Ansässigkeiten saßen nunmehr 91 Bauern. Auf ein ganzes Lehen entfielen 19,8 Joch Grund. Schon 1696 klagten die Mörbischer über Überschwemmungen durch den See. Es gab zu wenig Weiden, das Vieh musste nach Kroisbach und St. Margarethen auf die Weide getrieben werden.

Nach dem Urbar von 1767 hatten die Untertanen ausreichend Hutweide, Brennholz aus dem herrschaftlichen Wald (6 Klafter pro ganzem Lehen), das nötige Bauholz und die Eichelmast, für die ein geringer Betrag bezahlt werden musste. Die Robot betrug einen Tag pro Woche Zugrobot - für eine ganze Session. Auf einen Viertelbauern kamen also 16 Tage Zugrobot mit zwei Stück Zugvieh pro Jahr oder 32 Tage Handrobot. Das Bergrecht konnte ebenfalls durch 3 172 Tage Zug- oder 7 Tage Handrobot abgelöst werden. An Abgaben waren 2 Gulden 15 Denare Zins, 1/4 Klafter Brennholz, 2 Pfund "Gespunnst", 1 Kapauner, 2 Hühner und 6 Eier zu leisten. Ein Söllner mit Haus leistete 18 Tage Handrobot und 1 Gulden Zins, Söllner ohne Haus 12 Tage Handrobot. Die Namensliste des Urbars umfasst 12 Bauern mit einem Viertellehen, 84 mit einem Achtellehen. 9 Söllner mit einem Haus und 57 Söllner ohne Haus. Bei Verkauf oder Tausch musste 1 % des Wertes an die Stadt gezahlt werden, für die Ausstellung einer Kaufurkunde waren 40 Denare fällig. Auch die Verlassenschaftsabgaben (Erbschaftssteuer) betrugen 1 % des Wertes. Dem Bürgermeister wurde ein Lamm und dem Ratsherrn, der für das Dorf zuständig war, am Thomastag und zu Ostern ein Huhn und Eier "verehrt"  werden.

Im Zuge der Urbarialregulierung sollten auf ein ganzes Lehen 18 Joch Grund entfallen. Tatsächlich waren es 20 Joch. Wiesen waren allerdings zu wenig vorhanden. Neben den Urbarialgründen gab es aber große Remanentialgründe (Überländgründe) und Rodungsgründe, die in einem Vertrag mit der Stadt abgelöst werden mussten. Die Ablösezahlungen belasteten die Bauern noch bis zur Jahrhundertwende. Zur Zeit der Grundablöse gab es 1 ganze, eine Dreiviertel-, 26 halbe , 30 Viertel- und 84 Achtelansässigkeiten, 55 Häusler und 66 Holden ohne Haus. Der Anteil der Häusler und Holden an der Gesamtbevölkerung war also extrem hoch. Sie fanden vor allem in den Weingärten Arbeit.

Der Weinbau spielte bereits im Mittelalter eine wichtige Rolle. Dazu gibt es im Ödenburger Stadtarchiv zahlreiche Dokumente. Aus dem 14. Jahrhundert sind etwa Verpfändungen von Weingärten an Ödenburger Juden bekannt, aus dem 15. Jahrhundert viele Testamente, aber auch Gerichtsakten über Streitigkeiten. In den Mörbischer Weinbergen gab es viele auswärtige Besitzer, etwa Ödenburger, Wr. Neustädter, Eisenstädter Bürger... 1580 besaßen Wr. Neustädter 58  Viertelweingärten in Mörbisch, bevorzugt in den Rieden Goldperg, Wieser, Hayder, Gern, Altenperg, Neuperg, Kurzer, Laimgruben.

1934 entfielen in Mörbisch auf 2129 Einwohner 309 ha Weingartenbesitz. Die meisten, 337 Personen, hatten nur unter einem halben Hektar, 119 bis zu einem ha, 72 bis zu 2 ha, 14 bis zu 3 ha, 3 mit 3 bis 4 ha und 2 mit 4 bis 5 ha. Im Obstbau hatten nur die Kirschen größere Bedeutung. Auch die landwirtschaftlichen Besitzgrößenstrukturen waren ähnlich. Es dominierten die Kleinst- und Kleinbetriebe. Im Jahre 1951 hatten von den 472 Betrieben  357 unter 2 ha Grund, 93 2 bis 5 ha und nur 20 Betriebe 5 bis 20 ha. Größer war kein einziger Betrieb, wenn man von den großen Schilf- und Seeflächen absieht, die Dr. Paul  Esterházy und der Stadt Ödenburg gehörten. 1957 wurden von der Stadt Ödenburg 143 ha Wald gekauft und eine Urbarialgemeinschaft gebildet.

Konfessionen

Die katholische Kirche

1597 wurde Mörbisch in einer Visitation als Filiale von Ödenburg bezeichnet. Die Seelsorge hatte Jakob Christoph Marek, der Pfarrer von Kraoisbach, inne. Zur Pfarrpfründe gehörten 8 Joch Acker, von denen 3 Joch die Gemeinde und 5 Joch der Pfarrer zu bestellen hatten., zwei Weingärten und 4 Wiesen sowie 6 Klafter Brennholz. Die Gemeinde war verpflichtet, den Pfarrhof instand zu halten. Die Ulrichszeche, also die Kirche, besaß nichts, da zwei Weingärten von der Gemeinde beansprucht wurde. In einem Haus war die Schule untergebracht. Die Visitation von 1713 beschrieb die Kirche: Sie hatte einen Steinturm mit einem gemauerten Helm und einer Turmuhr. Die Kirche besaß vier Weingärten in Mörbisch und zwei in Kroisbach. Im Pfarrhof lebten zwei Inwohner gegen Zins. Die acht Joch Grund des Pfarrers mussten von den Mörbischern bearbeitet werden. In der Visitation von 1769 besaß die Pfarre ein halbes Lehenshaus mit 13 1/2 Joch Grund, die Kirche ein ganzes Lehenshaus mit 27 JochGrund. Der Pfarrer von Kroisbach war Matthias Maturovicz, Mörbisch war Filiale. Auf ihn folgte Blasius Hauser, der zuvor schon in Mörbisch gewirkt hatte. In der Folgezeit waren in Mörbisch Vikare eingesetzt: Paul Weintegel, Ignaz Pauffler, Petrus Feldkirchner und Josef Spazier. Bis 1792 wurde an jedem dritten Sonntag der Gottesdienst in Mörbisch gehalten, danach an jedem zweiten Sonntag. Ab 1784 hielten die Evangelischen einen Privatgottesdienst. 1786 wurde ein Vertrag zwischen den beiden Konfessionen geschlossen: Die Glocken sollten auch zu evangelischen Gottesdiensten und Begräbnissen geläutet werden. Auch der Friedhof wurde zunächst gemeinsam benutzt. Die Regelung war aber nicht konfliktfrei, etwa als ein evangelischer Soldat, der Selbstmord begangen hatte, begraben werden sollte. So wurden schließlich getrennte Friedhöfe angelegt. Auch in anderen Fragen brachen die Gegensätze immer wieder auf. So beklagte sich der Pfarrer von Kroisbach und Mörbisch Franz Putz ((1827 bis 1848), dass er von der überwiegend evangelischen Gemeindevertretung bei der Vermessung der Grundstücke benachteiligt wurde.

In den 1820er Jahren kam es zu einem Prozess um die katholische Schule. Die Katholiken verlangten von der Stadt die Instandhaltung des Schulgebäudes. Die Stadt hingegen war der Ansicht, dass dies der Gemeinde zukäme, da sie auch die Schulgründe nutzte. Eine Kommission entschied 1819 zugunsten der Gemeinde. 1820 konnte jedoch ein Vergleich erzielt werden. Die Glaubensgemeinschaften bekamen einen Anteil am Ertrag der Gründe, die Katholiken mussten damit ihr Schulhaus erhalten.

1834 wurde die katholische Kirche renoviert, das Patrozinium von St. Ulrich auf Kreuzeserhöhung geändert. 1850 sicherte der Kroisbacher Pfarrer Martin Kondvicska zu, dass dem zukünftigen Pfarrer von Mörbisch die dortigen Besitzungen übertragen würden. Der Bischof genehmigte mit 1. Jänner 1851 in Mörbisch eine eigene katholische Pfarre. Erster Pfarrer war Michael Valvi (bis 1854), sein Nachfolger Anton Tuvora (1854 bis 1858), der später nach Kroisbach ging und Domherr in Ödenburg wurde. Es folgten Anton Szabó (1858 bis 1884), Franz Haubner (1884 bis 1907), Johann Toth (1807 bis 1922), Valentin Reuter (1922 bis 1953), Dr. Ernst Bannerth und Stefan Widder.

Bis 1674 war die Schule evangelisch, danach katholisch. 1685 war Thomas Kirchknopf aus Schattendorf katholischer Schulmeister, 1713 Jakob Kirchknopf, 1829 der aus Lutzmannsburg gebürtige Stephan Pfeiffer.

Die evangelische Kirche

Erster Pfarrer nach dem Toleranzpatent war Friedrich Kühn (1785 bis 1810). Die erste Predigt hielt er in der Scheune des Gemeindehauses. 1786 wurde das Pfarrhaus gebaut, 1791/92 das Bethaus. Sein Nachfolger Josef Gamauf, ein gebürtiger Ödenburger und Professor am Ödenburger Gymnasium, resignierte nach Streitigkeiten mit der Stadtherrschaft. Michael Ugroczy (1814 bis 1826) galt als mustergültiger Pfarrer. Andreas Prinner (1826 bis 1869) war gebürtiger Pöttelsdorfer. Unter ihm wurde 1854 die Weihe des neuen Kirchturms vollzogen. Es folgten Friedrich Posch (1869 bis 1883), Gustav Petz (1883 bis 1889), Jakob Breyer (1889 bis 1924). 1892 wurde das neue evangelische Schulgebäude neben der Kirche errichtet. Es folgte Johann Grössing (1924 bis 1958), ein gebürtiger Agendorfer.

19. Jahrhundert

1832 gab es eine Choleraepidemie und dann wieder 1849, die 123 Todesopfer forderte. Trotzdem stieg die Bevölkerung des Ortes vor allem in der zweiten Jahrhunderthälfte rasant an.Die Ablösezahlungen an den früheren Grundherrn belasteten das Dorf stark.  Nach der Grundentlastung blieb die Stadt Ödenburg weiterhin im Besitz des Seeanteils und des Schilfgürtels. 1855 wurde ein Notariatskreis für Kroisbach, Mörbisch und Wolfs gebildet. 1903 bekam Mörbisch ein eigenes Notariat. Die Magyarisierungsbemühungen hatten anscheinend, wenn man von Pfarrern, einigen Lehrern und Notar absieht, nur wenig Erfolg.

Die Rätezeit im Frühjahr 1919 ging an Mörbisch anscheinend ohne größere Auswirkungen vorbei. Angeblich fand man nicht genügend kommunistisch oder sozialistisch gesinnte Personen für die Bildung eines Gemeindedirektoriums, sodass die alte Gemeinderepräsentanz im Amt blieb. Das Gerücht vom Aufstand der Bauern und von ihrem Kampf gegen die "Roten" bei Zinkendorf erreichte auch Mörbisch und angeblich zogen 120 Männer aus Mörbisch aus, um ihren Beitrag zum Sturz der verhassten Räte zu leisten - bewaffnet mit Sensen, Dreschflegeln und Mistgabeln. Sie kamen zu spät. Auf die Nachricht von der Niederlage der Bauern kehrten sie wieder um.

Von Ausschreitungen der Freischärler blieb Mörbisch verschont und der Einmarsch des österreichischen Bundesheeres ging problemlos über die Bühne.

Zwischenkriegszeit und 2. Weltkrieg

Der Anschluss an Österreich brachte für Mörbisch einschneidende Veränderungen. Der Ödenburger Mark war nur mehr beschränkt zugänglich. Auch Arbeitsplätze in der Ödenburger Industrie gingen verloren. Die Landwirtschaft war hoffnungslos überbesetzt, viele Bauern schwer verschuldet.  Auch aus Mörbisch setzte die Abwanderung und die Auswanderung ein.

Die schwierige wirtschaftliche Situation, die Verschuldung und die hohe Arbeitslosigkeit verschärften auch das politische Klima. Immer häufiger kam es zu Konflikten. Damit im Zusammenhang lebten auch die konfessionellen Fronten wieder auf. Während der Großteil der Katholiken (etwa ein Drittel der Bevölkerung) sich den Christlichsozialen zuwandte sahen  die Evangelischen - vor allem dann im Ständestaat - soweit sie nicht Sozialisten waren -  nur den Nationalsozialismus als einzigen Ausweg. Dementsprechend  früh  wurde die NSDAP in Mörbisch organisiert. Im Feberaufstand von 1934 kam es in Mörbisch zu einer kuriosen Situation. Die Mörbischer Nationalsozialisten deuteten die Ereignisse in Wien falsch und "schlugen los". Es musste massiv Gendarmerie gegen sie eingesetzt werden. Zahlreiche Mörbischer wurden verhaftet.

Im Zweiten Weltkrieg fielen 116 Mörbischer, 57 waren vermisst.

Vor dem Einmarsch der Russen wurde der Ort von sowjetischen Fliegern bombardiert. Vier Volkssturmmänner und ein Zivilist kamen dabei ums Leben. Der ort wurde kampflos von den Russen besetzt, die Bevölkerung musste dann aber besonders schlimme Übergriffe erdulden. Zwei Männer wurden von den Russen erschossen, 150 Frauen erlitten gesundheitliche Schäden als Folge von Vergewaltigungen. Der Ort wurde von der Besatzungsmacht komplett ausgeplündert.

Von der Nachkriegszeit in die Gegenwart

!945 bis 1950 war Matthias Jäger Bürgermeister, gefolgt von Martin Schindler 1950 bis 1952, Johann Wenzl 1952 bis 1954, Franz Schindler 1954 bis 1966 und Andreas Sommer ab 1967.

1952 wurde die Straße nach Rust ausgebaut. 1945 bis 1956 wurden vier neue Ortsstraßen angelegt, eine Wohnbausiedlung errichtet, 1948 ein Kindergarten eröffnet. Ab 1954 begann man mit dem Bau des Seedammes und dem  Ausbau der Badeanlagen am See. 1955 wurde bei einer Bohrung Mineralwasser gefunden, 1961 ein Vertrag mit den Heilmittelwerken Wien über dessen Nutzung geschlossen. 1956/57 wurde das Seehotel gebaut, 1957 fanden die ersten Seefestspiele statt.

1961/62 wurde die katholische Kirche vergrößert, 1963 ein Gebäude für die Raiffeisenkasse errichtet. 1964 wurden die Burgenländischen Festspiele zusammen mit Forchtenau/Neustift gegründet. 1966/67 wurde auch die evangelische Kirche erweitert und renoviert, ab 1966 die neue Volksschule gebaut 1969 fertig gestellt und 1971 eingeweiht. Ab 1972 wurde die Ortskanalisation gebaut, 1973 die neue Aufbahrungshalle errichtet.

1951 /52 wurden jene Liegenschaften, die sich noch im Besitz der Stadt Ödenburg befanden, gekauft: 193 ha Wald und 1120 ha Schilf- und Wasserfläche. Der Seeanteil wurde parzelliert und verkauft, der Wald zum Teil gerodet und aufgeteilt. Für die Siedlung Im "Maiballwald" wurde ein Teil des Waldes abgetrennt. Es verblieben 148 ha Wald als Gemeinschaftsbesitz (Urbarialgenossenschaft).

Der Weinbau war und ist in der Nachkriegszeit von großer Bedeutung. 1970 besaßen die Mörbischer etwa 600 ha Weingärten, im eigenen Ortsgebiet, aber auch in den Nachbarorten, in Siegendorf, St. Margarethen, Rust und Oggau. Es wurden jährlich 40 000 - 50 000 hl geerntet. In der Nachkriegszeit erfolgte die Umstellung von Stock- auf Drahtkultur. Die Vermarktung, früher durch Großhändler besorgt, wurde zunehmend auf Flaschenweinverkauf umgestellt, begünstigt durch den zunahemnden Fremdenverkehr. Die 1938 gegründete Winzergenossenschaft wurde nach dem Krieg stillgelegt, 1956 neu gegründet und 1957 ein Keller gebaut. 1973 wurden etwa 16 bis 18 % der trauben von der Genossenschaft verarbeitet.

Nach dem Ausbau der Badeanlagen und dem Beginn der Seefestspiele wurde der Fremdenverkehr immer wichtiger. 1972 konnten bereits mehr als 63 000 Übernachtungen gezählt werden. Zu den damals 18 größeren Fremdenverkehrsbetrieben mit 451 Betten kamen private Unterkünfte mit 560 Betten.

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Literatur:

Landestopographie, Band II - Bezirk Eisenstadt

Michael Lang, Mörbisch am See. 1973