person

Michael Gesell

 

* 21.06.1870 in Oberschützen
† 22.12.1933 in Graz

 

Landtagsabgeordneter
3. Landtagspräsident
  

Er entstammte einer bäuerlichen Familie in Oberschützen, besuchte dort das Gymnasium und das Evangelische Lehrerseminar. Er war Lehrer an mehreren deutschen Schulen in der Baranya und in Slawonien. Ab 1905 war er Lehrer an der Evangelischen Lehrerbildungsanstalt, wo er Musik unterrichtete. Gesell war Großdeutscher und setzte sich schon früh für den Anschluss des Burgenlandes an Österreich ein. Er war 1921 im Ödenburger Heimatdienst engagiert und war österreichischer Abstimmungskommissär bei der Ödenburger Abstimmung.

1922 zog er als Abgeordneter der Großdeuteschen Partei in den ersten burgenländischen Landtag ein. 1923 wechselte er auf die Liste des Landbundes und war Landbundabgeordneter bis 1930 Von 1927 bis 1930 war er dritter Präsident des Landtages. Er setzte sich vor allem für Schulangelegenheiten ein und war Mitglied des Landesschulbeirates. So wie seine Partei trat er leidenschaftlich für die Abschaffung des konfessionellen Schulwesens und für die Angleichung an das österreichische Schulwesen ein. Er galt auch als hervorragender Steuerfachmann. Schwer erkrankt verzichtete er 1930 auf eine weitere Kandidatur.

Literatur:

  • Gerald Schlag, Burgenland. Politik, Kultur und Wirtschaft in Biographien. Eisenstadt 1991
  • Charlotte Heidrich, Burgenländische Politik in der Ersten Republik. Wien 1982