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In Scarabantia ist der Name eines frühen Amtsinhabers belegt: In dem an die Stadt anschließenden Gräberfeld entlang der Straße nach Savaria wurde der Grabstein des Caius Sextilius Senecio, Decurio von Scarabantia, gefunden. Das Grabmal wurde vom Vater, Sextus Sextilius Nepos für den Sohn, seine Gemahlin und seine Töchter errichtet. Interessant ist die Mutter des Decurio: Kania Urbana war eine Freigelassene, also eine ehemalige Sklavin. Der Grabstein ist auch von der Qualität der Ausfertigung bemerkenswert. Der Dekurio ist hoch zu Roß, mit einer Schriftrolle in der Hand, dargestellt.

rechts: Grabsteine aus Walbersdorf, aufbewahrt im Ödenburger Stadtmuseum. Zwischen  Walbersdorf  und Pöttelsdorf, im Bereich des Friedhofes, befand sich eine villa Rustica, eine Ansiedlung römischer Veteranen.

Unter den Funden aus jüngster Zeit ist das römische Gräberfeld von Unterloisdorf besonders interessant. Es wurde 2014 beim Bau der B 61 a nördlich von Unterloisdorf aufgedeckt. Die Gräber sind entlang eines antiken Weges angeordnet, 29 Bestattungen auf einer Länge von 50 m. Es wird vermutet, dass die Gräber zu einer Villa Rustica in der Nähe gehörten. Es wurden die Besitzer des Gutshofes und das dazugehörende Personal bestattet. Einige der älteren Gräber sind Brandgrubengräber. In einigen Gräbern wurde der Leichenbrand in Kisten aus Ziegelplatten bestattet. Einige der Gräber befinden sich im Inneren einer 3x3 m großen Grabeinfassung (Grabgarten).

Die für das 1. und 2. Jahrhundert typischen Brandgräber wurden im 3. Jahrhundert durch Körpergräber abgelöst. In sieben Fällen wurde auf Totenbetten, in Holzsärgen oder Baumsärgen bestattet. Unter den Beigaben befanden sich Münzen. In einem Grab fanden sich deutliche Hinweise auf eine militärische Funktion des Verstorbenen - eine Zwiebelkopgfibel und ein Militärgürtel. Das Grab stammt ofenbar aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts. Schwer zu deuten ist eine eiserne Pflugschar auf der Brust des Verstorbenen - vielleicht ein Hinweis auf dessen Landbesitz. Einige Beigaben wie ein Feuerstahl und eine Bügelschere deuten auf germanische Einflüsse. Auf germanische Herkunft deutet auch eine Schwertschnalle im KNiebereich eines Verstorbenen. Der größere Teil der Gräber stammt aus spätrömischer Zeit, mit Beigaben, die für die Grenzzone des Römischen Reiches typisch sind.

 

 

 

 

Grafik / Karte

 grab decurio

Grab eines Decurio

 

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Quellen

 Dürr, Robin: Das römische Gräberfeld von Unterloisdorf. Burgenländische Heimatblätter 2019, Heft 1 & 2, S. 13-29

 

 

 

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