person

Dr. Gregor Meidlinger

 

* 08.01.1874 in Frauenkirchen
† 12.11.1948 in Wien

 

Politiker
  

1874  in Frauenkirchen in einer Kleinbauerngemeinde geboren. Er war von Beruf Tischler und arbeitete und lebte in Wien, wo er als Tischler und Buchbinder arbeitete. Im Selbststudium machte er die Externistenmatura und fand eine Anstellung als Rechnungsbeamter bei der Gemeinde Wien. Im Alter von 62 Jahren  studierte er noch  Jus und schloss das Studium 1936 erfolgreich ab. Er war Anhänger der Christlichsozialen, hielt Reden und verfasste Zeitungsartikel. Durch den berühmten Artikel Josef Patrys über Westungarn veröffentlichte er in der Reichspost vom 1. September 1906 einen Kommentar, in dem er den Anschluss seiner deutschwestungarischen Heimat an Österreich forderte. Im März 1907 gründete er zusammen mit Patry den "Verein zur Erhaltung des Deutschtums in Ungarn". Er wurde Obmannstellvertreter. Sofort nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde er aktiv und forderte in Besprechungen und Kundgebungen unermüdlich den Anschluss an Österreich. Im März 1919 war er an der Gründung des "Aktionskomitees für die Befreiung Deutsch - Westungarns" beteiligt. Bei den Vertretern der Siegermächten, bei österreichischen Regierungsstellen und in den Zeitungen trat er für den Anschluss an Österreich ein. Umstritten ist hingegen, ob er es war, der den Namen "Burgenland" erstmals gebrauchte.

Im Sommer 1920, als sich die Burgenländer in Wien politisch zu organisieren begannen, schuf er gemeinsam mit Franz Binder und Thomas Polz den "Verein christlicher Burgenländer in Wien", aus dem sich die Christlichsoziale Partei des Landes entwickelte. Im März 1921 delegierte ihn die Christlichsoziale Partei in die Verwaltungsstelle für das Burgenland. Mit dem Einmarsch der Gendarmerie kam er für kurze Zeit ins Burgenland, musste dann aber vor den Freischärlern fliehen. Er arbeitete im Ödenburger Heimatdienst mit. In der Christlichsozialen Partei freilich stieß er wegen seiner dezidiert antiungarischen Haltung auf wenig Gegenliebe. Am Parteitag im März 1922 in Mattersburg wurde er nicht zum Landesparteiobmann gewählt und auch bei den Nationalratswahlen von 1922, 1923 und 1927 gelang es ihm nicht, einen aussichtsreichen Listenplatz zu erreichen. Er gehörte zu den Gründern der burgenländischen CV - Verbindung "Austro - Peisonia".

Literatur:

  • Gerald Schlag, Burgenland. Geschichte, Kultur und Wirtschaft in Biographien. Eisenstadt 1991