Der Woiwode von Siebenbürgen  und Ödenburger Gespan Stefan Laczkfi aus dem Geschlecht Herman erbaute um 1340 in Hornstein eine Burg. In einer Schenkungsurkunde König Ludwigs des Großen an Laczkfi heißt es, dass dieser "an der Grenze Österreichs einen Berg, den die Deutschen hielten, eroberte (wahrscheinlich im Feldzug von 1336) und nach dessen Besetzung die Burg Hornstein gegen die Deutschen erbaute. Es muss also schon zuvor eine Befestigung, wahrscheinlich ein Erdwerk mit Palisaden, gegeben haben. Ludwig war Stefan Laczkfi zu Dank verpflichtet, denn dieser war zusammen mit Konrad von Wolfurt sein Gefolgsmann in zwei Feldzügen im Krieg um Neapel. Später, nach Ludwigs Tod, geriet er in einen Konflikt mit dessen Tochter Maria und ihrem Gemahl König Sigismund und wurde 1397 ermordet. Die Errichtung der Burg war an einer der Hauptstraßen und auch Haupteinfallsstraßen von Österreich nach Ungarn besonders wichtig. Sie blieb zunächst in königlichem Besitz unter einem Kastellan. 1352 wird ein Johann Fondormel als Burgkommandant erwähnt. 1359 befand sich die Burg im Besitz der Familie Wolfurt. Der aus Vorarlberg stammende Konrad Wolfurt war Obergespan von Wieselburg und Besitzer von Kittsee. 1363 überließ er seinem Bruder Eglolf die Burg, der sie um 1365 den Kanizsai verkaufte. Damit kam sie in den Besitz jener mächtigen Familie, die um Hornstein eine große Herrschaft aufbaute. Sie blieben bis 1440 im Besitz der Burg und der Herrschaft.

Im 14. Jahrhundert kam es durch die Kaniszay im Eisenstädter Becken zu einer ansehnlichen Herrschaftsbildung. Die Kaniszay waren ein Seitenzweig des weit verzweigten Stammes der Familie Osl, die im 12. und 13. Jahrhundert im Ödenburger Komitat zu den einflussreichsten Familien zählte. Ihr Aufstieg begann damit, dass sie sich der Adelsrebellion gegen den neuen König Karl I. Robert nicht anschlossen. Ihre Königstreue wurde mit hohen Ämtern vergolten, wodurch sie sich ein stattliches Vermögen ansammelten. Die Kaniszay kauften also 1365 von den Wolfurt die Burg Hornstein, um die sie einen Herrschaftsbezirk aufbauten. Auch Eisenstadt und große Besitzungen im Wulkatal gehörten dazu. Erst in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts entstand die Herrschaft Eisenstadt. Bis zu Beginn des 15. Jahrhunderts kamen die Kaniszay auch in den Besitz der Burg Kapuvàr. Des weiteren verfügten sie über die Märkte Tschapring (Csepreg) und Sàrvàr sowie über die Burgen und Herrschaften Lockenhaus und Sàrvàr.

Die Kanizsai förderten ihre Herrschaft Hornstein auch wirtschaftlich. Bischof Stephan erlangte 1372 von König Ludwig dem Großen ein Weinausfuhrprivileg nach Böhmen, Mähren und Polen für seine Untertanen, Dieses wurde zu einem großen Vorteil und trug zur wirtschaftlichen Blüte erheblich bei. Das Privileg wurde später, 1395 und 1396, von König Sigismund bestätigt. Die Neffen Stefans wurden am Hof erzogen und hatten großen Einfluss.

Der Höhepunkt der Machtentfaltung der Kaniszai hing eng mit Johann XIV., der überragenden Persönlichkeit dieses Geschlechtes, zusammen. Von 1387 bis 1418 war dieser Erzbischof von Gran (Estergom) und somit Primas von Ungarn und höchster katholischer Würdenträger im Königreich. Als Kanzler des Königreiches verhalf er seinen Brüdern zu hohen Ämtern und bahnte so manchen Besitzerwerb an. Nach der Wahl Sigismunds zum römisch-deutschen König und Kaiser regierte er weitgehend das ungarische Königreich.

Herrschaftsmittelpunkt war zunächst Hornstein. Sie führten das Adelsprädikat "de Zarwkew" (Szarvkö = Hornstein). Von hier aus erwarben sie weitere Besitzungen westlich und südlich des Leithagebirges. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts teilten sie die Herrschaft in zwei Teile. Neben Hornstein wurde Eisenstadt ein neuer Herrschaftsmittelpunkt, wo sie ihre neue Residenz errichteten. Hornstein blieb aber auch weiterhin eine wichtige Festung.

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde das Grenzgebiet von schweren Kriegswirren betroffen. 1407 fiel der Burgkommandant von Hornstein, Lintzer, in Österreich ein und plünderte die Umgebung von Wr. Neustadt. Thomas Ebendorfer, der berühmte Verfasser einer Österreichischen Chronik, nannte ihn einen "Straßenräuber" (depopulator viarum publicarum). Die Österreicher antworteten mit der Verheerung der Kanizsai - Besitzungen. Schließlich kam es zur Aussöhnung der Habsburger mit Sigismund, die 1411 mit der Heirat Herzog Albrechts V. von Österreich mit der Erbtochter Sigismunds abgeschlossen wurde.

1413 nannte sich Stephan IV. Kanizsai erstmals nach dem deutschen Namen der Burg: Graff Stephan zu dem Harrenstein". Dieser scheint auch längere Zeit in Hornstein gewohnt zu haben, um von hier aus im Leithagebirge und in den Leithaauen auf die Jagd zu gehen. Damals hielten sich auch illustre Gäste auf Hornstein auf, 1425 sogar Kaiser Sigismund. Dieser stellte  am 14. Februar 1425 in Hornstein einen Geleitbrief für den Südtiroler Minnesänger Oswald von Wolkenstein aus. Drei Tage später unterschrieb er den Friedensvertrag, in dem er Herzog Friedrich seine Besitzungen zurückgab.

Nach der kurzen Regierung Albrechts V. über Österreich und Ungarn brachen Thronwirren aus, in denen die Kaniszay keine klare politische Linie bezogen, was zu einem Besitz- und Machtverlust führte. Ein Teil des ungarischen Adels unterstützte die junge Königinwitwe und deren Sohn Ladislaus Postumus (der erst nach dem Tod seines Vaters geboren wurde).

 
Die Mehrheit der ungarischen Großen aber wählte den Polenkönig Wladislaw, von dem man sich bessere Hilfe gegen die Türken erwartete. Die Kanizsai gehörten zunächst zur Partei Elisabeths, fürchteten aber um ihre Besitzungen und schlugen eine Schaukelpolitik ein. Elisabeth wandte sich an ihren Schwager Kaiser Friedrich III. um Hilfe und verpfändete ihm die westungarischen Herrschaften einschließlich Ödenburgs, um Geld für ihre Söldnertruppen zu bekommen. Die Kanizsai verloren Hornstein, verpfändeten die Burg aber an ihren Verwandten Georg von Pottendorf. De facto aber blieben sie im Besitz der Herrschaft. 1441 griff Kaiser Friedrich III. Hornstein an und eroberte einen Teil der Burg. Emmerich von Kanizsai musste um Frieden bitten. Wahrscheinlich hat Friedrich III. damals böhmische Söldner auf der Burg stationiert. Damit begann für das ganze Land ein riesiges Problem heranzuwachsen. Denn diese Söldner, die oft nicht ausreichend entlohnt wurden, waren eher undisziplinierte Räuberbanden als Soldaten. Friedrich III. litt unter chronischem Geldmangel, so dass die Söldner das ganze Gebiet terrorisierten. Sogar die Stadt Ödenburg musste mit den Söldnern verhandeln, um den Handelsweg in Richtung Wien frei zu halten. 1445 ging Friedrich III. gegen die Söldner vor und zerstörte Teile der Burg Hornstein. Teile der Söldnertruppe blieben aber anscheinend, denn im Urbar von 1448 werden die beiden Hauptleute Wanczeslav und Blasko genannt. Sie trieben im Namen König Ladislaus den Zehent ein. Es wird vermutet, dass Blasko den "Tabor" in der Vorburg errichten ließ, in dem die Söldner untergebracht waren. 1446 setzte Johann Hunyady die Siedlung Hornstein in Brand und schlug für einige Tage sein Lager im Graben neben der Burg auf. Im Urbar von 1555 heißt es, dass die Burg schon viele Jahre öde sei und nur mehr ein Schutthaufen  übrig sei.  Die Burg blieb zerstört, Teile wurden aber offenbar noch weiter bewohnt, wie zahlreiche Funde aus dem Mittelalter belegen. Um 1647 wurden auf der Burg noch zwei Stuben, Küche, Kammern, Keller und Stallungen genutzt. Daneben gab es noch eine Josephskapelle, die in der Zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts Ziel von Wallfahrten war.

1995 und 1997 wurde die Burganlage mit modernsten Methoden archäologisch untersucht. In zwei Schnitten wurde die mächtige Ringmauer erschlossen. Sie wurde in das späte 14. Jahrhundert datiert, eine Längsmauer entstand im 15. Jahrhundert. Neben einem Turmrest wurden die Grundmauern eines trapezförmigen Palas gefunden. Das Fundmaterial war außerordentlich ergiebig und stammte zum Teil noch aus der Zeit vor der ersten urkundlichen Nennung der Burg. Das Vorwerk oder die Vorburg war mit Palisaden umgeben und diente wahrscheinlich während der Kuruzzenkriege der Aufnahme des Viehs. Aus dieser Zeit stammen auch die Überreste eines Wachturmes "auf der Schanz". Ein römerzeitlicher Vorgängerbau wäre möglich.

1561 gehörten zur Herrschaft Hornstein der Markt Hornstein (seit 1555 als Markt bezeichnet), Leithaprodersdorf, Wimpassing, teilweise Steibrunn, teilweise Wikaprodersdorf, teilweise Trausdorf und Pöttelsdorf. Neu gegründet wurden die Orte Stotzing, Loretto und Neufeld an der Leitha. Schon in der Zeit der Kanizsai war Hornstein auch ein Landgerichtsbezirk. 1555 wurde nach einem Streit die Landgerichtsbarkeit über Pöttelsdorf an Forchtenstein abgetreten, die Landgerichtsbarkeit über Wulkaprodersdorf kam an Eisenstadt.

In kirchlicher Hinsicht ist Leithaprodersdorf als die Urpfarre der Region anzusehen. Wimpassing und Pötteladorf waren schon im Mittelalter Pfarren Steinbrunn ist 1358 als Pfarre genannt, Hornstein 1363. Stotzing wurde 1644, Loretto 1649 und Neufeld 1678 Pfarren. 1578 stiftete Leonhard Püchler in Wimpassing ein Minoritenkloster, 1590 bis 1622 war es ein Franziskanerkloster, Nadásdy siedelte wieder Minoriten an. 1789 wurde das Kloster, in dem vorübergehend eine Druckerei bestand, aufgehoben. 1644 gründete Rudolf von Stotzingen ein Servitenkloster in Stotzing, an der Stelle eines Frauenklosters, das aber nie fertig geworden war. 1787 wurde auch dieses Kloster aufgehoben Rudolf von Stotzing gründete auch Loretto ein Servitenkloster, das ebenfalls unter Josef II. aufgelassen wurde. Erst im 20. Jahrhundert wurde es wieder besiedelt. Die Klosterkirche von Loretto war und ist auch heute wieder ein wichtiger Walfahrtsort.

Wirtschaftlich war der Weinbau in Pötteldorf und Leithaprodersdorf wichtig, in den übrigen Orten der Getreidebau. Die Herrschaft lag an einer der wichtigsten Durchgangsstraßen zwischen Ödenburg und dem Wiener Becken. Bis ins 16. Jahrhundert wurden hier große Ochsenherden über die Leitha nach Ebenfurth getrieben. Sie wurden auf den herrschaftlichen Wiesen, dort, wo später Neufeld gegründet wurde, gehalten. Ab dem 16. Jahrhundert verschob sich der Ochsenhandel allerdings nach Bruck. An der Leithabrücke bei Wimpassing wurden die Maut und der Dreißigst eingehoben. Die wirtschaftliche Bedeutung der Herrschaft wurde durch die Wallfahrten und die Ansiedlung von Juden in Neufeld gehoben. In Loretto gab es eine Ziegelei, in Wimpassing einen großen Kalkofen und in Hornstein eine Salpetersiederei. Mit der Entdeckung der großen Braunkohlelager von Neufeld und Steinbrunn ab etwa 1800 begann die Ansiedlung von Industriebetrieben. Viele der Einwohner der Herrschaft arbeiteten schon im frühen 19. Jahrhundert in den Industriebetrieben jenseits der Leitha, vor allem in Pottendorf.

Friedrich III. übergab die Herrschaft Hornstein 1463 Georg von Pottendorf, die Kanizsai verzichteten gegen einen Betrag von 400 Dukaten auf ein Wiederkaufsrecht auf die Herrschaft. Die Herrschaft wurde von den Habsburgern zumeist verpfändet. Die Pfandherrn waren:

  • 1463-1486 Georg von Pottendorf
  • 1486-1488 Ulrich I. von Grafeneck
  • 1488-1506 Ulrich II. von Grafeneck


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