1445 besetzte Friedrich III. als Vormund des minderjährigen Ladislaus Postumus die Burg - zusammen mit zahlreichen anderen Burgen in Westungarn. und gab sie und die Herrschaft pfandweise an seinen Getreuen Andreas Baumkircher.
1446 wurde Baumkircher auch Pfandherr der Herrschaft Burg. Dazu gehörten damals Burg, Schandorf, Eisenberg, Badersdorf, Schilding (Csatár), Miedlingsdorf, Großnahring (Nagynarda), Woppendorf und Zuberbach, vor allem aber das höchst wertvolle und große Weingebirge am Eisenberg. 1455 hatte Matthias Corvinus die Herrschaft Burg ins Eigentum Baumkirchers übertragen. Andreas Baumkircher trachtete danach, seinen Besitz auch nach ungarischen Recht abzusichern und heiratete Katharina Tompek, die inzwischen verwitwete Tochter Georg Tompeks, obwohl diese erheblich älter war. Die beiden anderen Drittel der Herrschaft kaufte er 1451 von Johannes Tompek bzw. 1456 von Margarethe Himfy. 1455 schenkte der König Baumkircher auch die Herrschaft Gerersdorf mit den Orten Gerersdorf, Kukmirn, Limbach, Neusiedl b. Güssing, Olbendorf und Bocksdorf. 1458 kaufte Baumkircher die Dörfer Großbachselten und Grafenschachen und brachte Kemeten in seinen Besitz. 1461 verkauften Georg und Andreas, Söhne des Seifried von Zsarvaskend, ihre Besitzansprüche auf Burg mit den Dörfern Burg (Ovár), Nahring, Zuberbach, Schandorf. Woppendorf und Rohrbach an der Teich an Andreas Baumkircher und seine Söhne Wilhelm und Georg.
1471, als Andreas Baumkircher in Graz hingerichtet wurde, gehörten 30 Dörfer ganz oder teilweise zur Herrschaft Schlaining, dazu eine ausgedehnte Eigenwirtschaft, Bergwerke und Mauteinnahmen.
Die Söhne Baumkirchers behielten ihre Besitzungen in Ungarn und Kroatien und der Kaiser versprach auch die Begleichung seiner hohen Schulden, was aber anscheinend nicht geschah. Wilhelm und Georg waren mit Margarethe von Grafeneck und Margarethe von Stubenberg verheiratet. Sie konnten ihren Besitz weiter ausbauen. 1482 kauften sie die zur Burg Buchschachen gehörenden Orte Buchschachen, Allhau, Wolfau, Kitzladen und Loipersdorf von der Familie Csorna. Sie wurden im Rahmen der Herrschaft als "deutsche Gegend" bezeichnet. 1490 kauften sie schließlich um 4000 Goldgulden die Herrschaft Rechnitz vom königlichen Geschützmeister Jakob Margenwerder. Zur Herrschaft gehörten neben dem Marktort Rechnitz auch Schachendorf, Zackenbach (Cák), Melesdorf (Velem) und Prinnersdorf (Perenye). 1491 kamen - ebenfalls von Margenwerder, Hodis (Neuhodis) und die Hälfte von Dürnbach hinzu. Im frühen 16. Jahrhundert erwarben die Baumkircher auch Boschendorf (Boszok) und Szerdahely.
Die Söhne Baumkirchers behielten ihre Besitzungen in Ungarn und Kroatien und der Kaiser versprach auch die Begleichung seiner hohen Schulden, was aber anscheinend nicht geschah. Wilhelm und Georg waren mit Margarethe von Grafeneck und Margarethe von Stubenberg verheiratet. Sie konnten ihren Besitz weiter ausbauen. 1482 kauften sie die zur Burg Buchschachen gehörenden Orte Buchschachen, Allhau, Wolfau, Kitzladen und Loipersdorf von der Familie Csorna. Sie wurden im Rahmen der Herrschaft als "deutsche Gegend" bezeichnet. 1490 kauften sie schließlich um 4000 Goldgulden die Herrschaft Rechnitz vom königlichen Geschützmeister Jakob Margenwerder. Zur Herrschaft gehörten neben dem Marktort Rechnitz auch Schachendorf, Zackenbach (Cák), Melesdorf (Velem) und Prinnersdorf (Perenye). 1491 kamen - ebenfalls von Margenwerder, Hodis (Neuhodis) und die Hälfte von Dürnbach hinzu. Im frühen 16. Jahrhundert erwarben die Baumkircher auch Boschendorf (Boszok) und Szerdahely.
Damit hatte die Doppelherrschaft Schlaining - Rechnitz ihren größten Umfang erreicht. Zentrum war zunächst Schlaining, später verlagerte sich der Schwerpunkt nach Rechnitz. Die Dörfer der früheren Herrschaft Gerersdorf ("äußere Gegend") wurden an die Batthyány abgegeben, die "deutsche Gegend" war zeitweise an Steirer verpfändet.

Der Kampf um das Baumkircher-Erbe
1492 starb Wilhelm Baumkircher. Seine Witwe Margarethe lebte in einem Haus in Schlaining. Ihre Tochter Barbara war seit 1497 mit Andreas von Stubenberg verheiratet und lebte in Gutenberg in der Steiermark. Der Baumkircher-Besitz wurde zunächst von Georg verwaltet, der 1501 kinderlos starb. Sein Erbe war sein Neffe Balthasar von Stubenberg, der Sohn seiner Schwester Martha. Die Güter wurden geteilt. Kaisersberg bekam Balthasar, Schlaining fiel an Barbara. Die Krone betrachtete die Herrschaft Schlaining-Rechnitz als heimgefallenes Gut, da kein männlicher Erbe vorhanden war. König Wladislaw II. schenkte 1502 die Herrschaft seinem Schatzmeister Johann Bornemissza von Berzencze. Die Nachkommen der Baumkircher wehrten sich dagegen, führten Prozesse und verhinderten die Übergabe. Insbesondere die Ehemänner Barbaras - sie war viermal verheiratet - Andreas von Stubenberg, Seifried von Polheim, Veit von Fladnitz und Longinus von Puchheim, verhinderten mit Waffengewalt die Besitzeinführung Bornemisszas. Den Baumkirchererben wurde schließlich Schlaining wegen "Untreue" (infidelitas) auch Schlaining abgesprochen. Barbara verpfändete Schlaining an Veit von Fladnitz, der die Übergabe erneut verhinderte, auch nachdem Bornemissza von König Ludwig II. erneut eine Schenkung erhielt. 1517 wurde Fladnitz vom Landrichter Peter von St.Georgen - Bösing zum Verlust von Haupt und Gut verurteilt und wollte dies mit königlichen Truppen durchführen. Fladnitz konnte sich aber weiterhin behaupten und Bornemissza starb kurz danach.
1527 übergab König Ferdinand Schlaining-Rechnitz an Franz Batthyány als Schenkung. Auch dessen Besitzeinweisung wurde mit Waffengewalt verhindert. 1537/38 bekam Batthyany die Herrschaften vom Gericht zugesprochen und Schlaining wurde von königlichen Soldaten belagert und erobert. Da es inzwischen Barbara und ihrer Tochter Magdalena aus erster Ehe mit Andreas Stubenberg gelungen war, den Nachweis zu erbringen, dass ihre Vorfahren die Herrschaften Schlaining, Rechnitz und Burg nicht durch königliche Schenkung bekommen sondern käuflich erworben hatten, musste ein Kompromiss gefunden werden. Landesrichter Alexius von Thurzo entschied 1539 auf Teilung des gesamten Güterkomplexes. Eine Hälfte bekam Magdalena von Stubenberg, in dritter Ehe mit Erasmus von Ratmannsdorf verheiratet, die andere Hälfte (des Longinus von Puchheim, der wegen Untreue zum Verlust seines Anteiles verurteilt worden war) bekamen die Batthyány, Franz und sein Neffe Christoph. Nicht geteilt wurden die Orte Gerersdorf, Limbach, Bocksdorf, Olbendorf, Neusiedl und Heutal. Sie kamen zur Gänze an die Batthyány. 1544 verkauften die Kinder Magdalenas von Rathmannsdorf aus ihrer ersten Ehe mit Wilhelm von Graben, Andreas und Anna, an die Batthyány, die damit den gesamten früheren Baumkircherbesitz in ihren Händen hatten.
1527 bestätigte König Ferdinand Franz I. Batthyány, der auf seine Seite im Kampf um die ungarische Krone übergegangen war, den Besitz von Güssing und belehnte ihn mit Schlaining und Rechnitz. Zunächst verhinderten aber die Baumkircher-Erben die Inbesitznahme, ja 1528 gab es durch den gewaltsamen Widerstand sogar ein Todesopfer. Die Burg musste von königlichen Truppen erobert werden, wurde aber nicht Batthyány übergeben, da Magdalena Baumkircher inzwischen nachweisen konnte, dass ihre Familie die Burgen käuflich erworben hatten und damit auch die weibliche Erbfolge galt. Die Burg wurde zunächst dem Preßburger Obergespan Hans von Weispriach übergeben. Erst 1539 wurde die Streitfrage, wie schon geschildert, gelöst. 1544 kauften die Batthyány auch die zweite Hälfte der Herrschaften.
Unter den Herrschaftssitzen der Batthyany war Schlaining nicht sehr wichtig. Sie hielten sich zumeist in Güssing oder in Rechnitz auf, in Schlaining verbrachten sie zumeist nur einige Wochen, in manchen Jahren einige Monate. Die Burg war als Standort des Batthyanischen Militärs wichtig. In der Burg waren auch die türkischen Kriegsgefangenen untergebracht, im Keller des Turmes, vornehmere Türken im Turm. Daher war auch eine größere Bewachungsmannschaft notwendig.
Insgesamt umfasste die "Privatarmee etwa 2 300 Mann, eine für damalige Zeit beachtliche Streitmacht, die aus den Gütern der Herrn versorgt werden musste und eine enorme Belastung für die Bauern darstellte. Die "adeligen" Soldaten nahmen zudem wenig Rücksicht auf die Bauern, sie waren undiszipliniert und überheblich. 1648 etwa beschwerten sich die Bewohner der Schlaininger Vorstadt: "Wenn der Herr hierher kommt, dann kann wegen der Reiter weder Gans noch Huhn noch Heu, noch Hafer auf dem Feld in Frieden bleiben, sogar das Hofland und die Scheunen werden verheert und alles wird erbeutet".
Vera Zimányi, Schlaining unter der Familie Batthyány bis zum Ende der Türkenzeit. In: Stadtgemeinde Stadtschlaining. 2006, S. 65

 

Die Eigenwirtschaft der Batthyány - Meierhöfe
Die Versorgung der Privatarmee und die aufwändige Hofhaltung erforderten hohe Ausgaben, die von den Untertanen aufgebracht werden mussten. Eine weitere sehr ertragreiche Einnahmequelle war der von der Kirche gepachtete Zehent. Neben den Abgaben betrieb die Grundherrschaft auch eine ausgedehnte Eigenwirtschaft in der Form von Meierhöfen. Diese mussten größtenteils von den Bauern in unentgeltlicher Robotarbeit bewirtschaftet werden. In Schlaining gab es schon seit alter Zeit einen großen Meierhof (126 Joch), dazu kam im ausgehenden 16. Jahrhundert die "Neue Meierei" (im 17. Jh. mehr als 400 Joch). Auch in einigen Dörfern der Herrschaft wurden neue Meierhöfe gebaut und damit die Arbeitslast der Bauern stark gesteigert.

Die Abgaben und ihre Verwendung
Die Im Jahre 1638 wurden in den Herrschaften Güssing, Rechnitz, Schlaining und Körmend von 1 620 Höfen insgesamt 1 400 Gulden an Abgaben und 3 000 Gulden Bannweingeld eingenommen. Das Bannweingeld mussten die Bauern zahlen, um ihren eigenen Wein verkaufen zu dürfen. Über 9 000 Gulden wurden in den Schenken der Grundherrschaften eingenommen. An Naturalabgaben erhielten die Batthyány 760 Eimer Weizen, 640 Eimer Roggen, 1200 Eimer Hafer, etwa 1300 Eier, 4500 Hühner, Kapaune, Gänse, Käse, Butter, 23 Kälber und über 1400 Fuhren Holz. Je nach Ertrag wurden zwischen 9000 und 25000 Eimer Wein an die Burgen abgeliefert. Der Großteil der Lebensmittel diente der Versorgung der Soldaten und der "familia" des Grundherrn. Die Anzahl der zu versorgenden Personen nahm ständig zu.
Siehe dazu: Burgbesatzung und das Leben der Herrn

"Privatarmee" der Bathhyány.
Personal der Herrschaft Schlaining
Im Jahre 1567 bekamen in Schlaining ihren Lohn von den Batthyány: zwei Großprofosse, zwei Vizeprofosse, 19 Burgwächter (Trabanten), ein bis zwei Teichgräber, Mühlenbauer, Ziegelstreicher, Schmiede, Kutscher, Speerhersteller, sechs Soldaten und fünf Meierhofangestellte, zusammen 48 Personen. 1594 bekamen 95 Personen Brot aus der Küche der Herrschaft, darunter 12 in der Burg gefangen gehaltene Soldaten. 33 Personen mit 101 Pferden erhielten als Soldaten Sold, 5 Personen mit 16 Pferden wohnten in der Burg, 21 Personen mit 74 Pferden erhielten keinen Sold, 31 Personen mit 89 Pferden wohnten in ihren eigenen Häusern und erhielten Sold. Unter der Bezeichnung "Jünglinge", also in der Burg Aufwachsende, wurden 16 Namen mit 33 Pferden genannt. In den Schlaininger und Rechnitzer Burgen hielten sich 1634/35 mindestens 248 Personen auf, unter Adam Batthyány 1641/42 schon 451 Personen. Die zu ihrer Versorgung notwendigen Lebensmittel waren enorm, ebenso der Bedarf an Viehfutter, an Hafer und Heu.
Natürlich prägte die Anwesenheit des Hofgesindes und der vielen, zur "Privatarmee" gehörenden Soldaten auch das Leben im grundherrschaftlichen Oppidum Schlaining. In der Burg Schlaining wuren, ebenso wie in den anderen Batthyány-Burgen, zahlreiche Türken gefangen gehalten, zwischen 1641 und 1650 etwa 260 Personen, 1642 kam es zu einem Ausbruchsversuch, der jedoch scheiterte. Die Bestrafung war so schwer, dass fünf Personen an den erhaltenen Prügeln, vier weitere an den erlittenen Verletzungen starben.
Vera Zimányi, Schlaining unter der Familie Batthyány bis zum Ende der Türkenzeit. In: Stadtgemeinde Stadtschlaining. 2006, S. 76 f.

Mit dem Ende der Türkenkriege verlor die Familie Batthyány an Bedeutung. Die Funktion eines Hauptkapitäns wurde abgeschafft. Die vielen Teilungen trugen zum wirtschaftlichen Niedergang bei. Alle diese Faktoren waren auch für die weitere Entwicklung Schlainings maßgebend. Adam I. hatte immerhin noch die Wirtschaftsgebäude ausgebaut (granarium, Weinkeller, Presshaus). Auch die Wohntrakte wurden umgebaut. Als Wehrbau war Burg Schlaining nicht mehr brauchbar und konnte auch der modernen Festungsbauweise nicht mehr angepasst werden. Die verschiedenen Linien der Batthyany zogen es vor, in ihren Stadtpalais zu wohnen und am Land kleinere, komfortablere Schlösser zu bauen (Pinkafeld, Jormannsdorf, Stegersbach ...). Die fürstliche Linie residierte in Körmend und in Rechnitz.

Die Unruhen von 1765/66
Die Verarmung der Bauern im ganzen Herrschaftsbereich der Batthyány im ausgehenden 17. und im 18. Jahrhundert und die enorme Belastung führte besonders in den Jahren 1765/66 zu Unruhen und nahe an einen Bauernaufstand. Schon 1762 wurde in der Herrschaft Schlaining ein Teil der Robot verweigert, 1765 weigerte man sich in Schlaining, den Bienenzehent und das Kreuthgeld (für Rodungsäcker) zu zahlen, die Söllner wollten die ihnen auferlegten Gartenarbeiten nicht mehr leisten. Als aufsässig erwiesen sich die Altschlaininger und die Drumlinger, die die Robot verweigerten und Zäune einrissen. Neumarkt blieb nahezu alle Abgaben und Dienste schuldig. Der Zorn der Untertanen richtete sich vor allem gegen die "Langen Fuhren". Auch nach der Einführung des Maria Theresianischen Urbares im Jahre 1767 beschwerten sich die Neumarkter im Jahre 1770, dass die Robot ein äußerst schlimmes Ausmaß angenommen habe.
Durch das maria-theresianische Urbar wurde ab 1767 der Frondienst mit 52 Tagen Zug- oder 104 Tagen Handrobot für einen ganzen Hof begrenzt, Ein Häusler musste 18 und ein Inwohner 12 Tage Handrobot leisten.
Mit der Auflösung des Privatheeres der Batthyány nach der Beendigung der Türkenkriege wanderten die Angehörigen der militärischen Gefolgschaft, die Servitoren, und ihr Gesinde aus den Herrschaftssitzen ab. Sie gaben ihre Schlaininger Freihäuser auf und diese wurden von wohlhabenden Schlaininger Bürgern gekauft. Die Batthyany aber waren bestrebt, diese Freihäuser wieder in ihren Besitz zu bekommen und lösten die bestehenden Pfandschaften ein. "Freikäufe" von der Grundherrschaft waren kaum mehr möglich, die Herrschaft versuchte, die "Freien" auf Untertanenstatus herabzudrücken. Die Höfe wurden in Judenhäuser umgewandelt und an die herrschaftlichen Schutzjuden vermietet. 1765 befanden sich von den sieben Freihäuser bereits der Großteil im Besitz der Herrschaft, darunter das "Feyerabendische Judenhaus" mit Synagoge und Judenhof (heute Rabbinerhaus).

Handwerk und Zünfte
Die Handwerksordnung der Schlaininger Schuster, 1497 von Georg Baumkircher erlassen, ist das älteste Zunftprivileg auf dem Gebiet des heutigen Burgenlandes. Ähnliche Privilegien bekamen 1638 die Müller, 1641 die Schuster, 1676 die Hufschmiede und Wagner, 1693 die Leinweber. 1742/44 wurden in einer Konskription 35 Gewerbetreibende in der Stadt und zwei in der Schönau erfasst. Die meisten Handwerker arbeiteten wohl auch für die Herrschaft. Zu den Schlaininger Zünften gehörten auch die Handwerker der Umgebung. Die größte Zunft stellten die Schuster und Tschismenmacher. 1800 bis 1850 wurden etwa 55 Tschismenmacher neu aufgenommen. 1819 gab es in Schlaining 27 und in der Umgebung 54 Tschismenmachermeister, in Schlkaining 32 und in der Umgebung 18 Schumacher, Insgesamt gab es damals 10 Zünfte mit 103 Meistern in Schlaining und 160 Meistern außerhalb. Auch die Schneider bildeten eine große Zunft. Die herrschaftliche Fleischbank wurde seit dem 18. Jahrhundert verpachtet, ebenso wie die zwei herrschaftlichen Mühlen am Tauchenbach. In manchen Gewerben wie etwa in der Kürschnerei wurden die Schlaininger Bürger von den Juden verdrängt. Die Eisenverarbeitung, die früher in Schlaining so bedeutend war, verschwand im 18. Jahrhundert vollständig, vielleicht wegen der Auflösung des Batthyány-Eisenwerkes und der Schließung der Eisenhämmer, etwa in Altschlaining.
In der Konskription von 1828 wurden 74 Meister in Schlaining gezählt, darunter 16 Tschismenmacher, 18 Schuster, 9 Schneider, 7 Weberm 3 Kürschner, 3 Tischler, 3 Bäcker, je zwei Schmiede und Knopfmacher, je ein Lebzelter, Zimmermann, Maler, Fassbinder, Seifensieder, Sattler, Hutmacher, Schlosser, Fleischer und Müller.
Der Handel hatte, im Gegensatz zum 16. Jahrhundert, in der Bürgerschaft völlig an Bedeutung verloren. 1742/44 gab es nur einen Krämerladen. Der Kleinhandel wurde von den Juden übernommen. In Schlaining wurden vier Jahrmärkte abgehalten, am Teich neben dem Meierhof gab es Viehmärkte. Die Wochenmärkte waren weniger wichtig. Wie man an den von der Herrschaft eingehobenen "Standelgeldern" ersehen kann, verloren die Schlaininger Märkte ständig an Bedeutung.

Literatur: Vera Zimányi, Die Herrschaft Rechnitz - Schlaining und ihre Untertanen im 16. und 17. Jahrhundert. Übersetzung des ungarischen Textes im Burgenländischen Landesarchiv, Manuskript 127


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