Die Burg "Sloynuk"  wird im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Sie war im Besitz des Grafen Heinrich II. von Güssing, der sie wahrscheinlich erbauen ließ. Heinrich II. der Große war ein treuer Gefolgsmann König Belas IV., der ihn reich mit riesigen Besitzungen belohnte. 1270 aber kam sein Sohn Stefan V. an die Macht, der Todfeind Heinrichs von Güssing. Dieser hatte keine andere Wahl als sich mit deiner Anhängerschaft   König Przemysl Ottokar II. von Böhmen  anzuschließen und ihm seine Burgen, unter andren Schlaining, auszuliefern. Nach dem Tod König Stefans V. kehrte Heinrich von Güssing zurück und nahm seine Burgen wieder in Besitz. Er starb 1274.

Heinrich II. von Güssing schreibt man einen Großteil des Koloniasationswerkes im heutigen Südburgenland zu. Er war es, der zahlreiche neue deutsche Dörfer anlegen und mit Kolonisten aus dem Westen besiedeln ließ. Ortsnamen erinnern noch heute an ihn (Hannersdorf) oder an seine ritterlichen Gefolgsleute ( z.B. Rumpersdorf, Großpetersdorf, Loipersdorf, Tatzmannsdorf, Jormannsdorf ...).

In der Folgezeit bauten die "Güssinger" ihren Besitz und ihre Macht stark aus. In der Güssinger Fehde  wurde Schlaining 1289 acht Tage lang belagert und mit Wurfmaschinen beschossen. Die Besatzung ergab sich schließlich gegen Zusicherung freien Abzuges.  Graf Iwan (Iwein) musste die Burg an Herzog Albrecht von Österreich abtreten.  Albrecht übergab sie Heinrich von  Stubenberg. Im Frieden von Hainburg 1291 kam die Burg an Ungarn zurück und gelangte wieder in den Besitz der Güssinger.

Erst der Anjoukönig Karl Robert konnte die Macht der Güssinger brechen und ihnen ihre Burgen 1326/27 mit Ausnahme von Bernstein abnehmen. 1340 gingen die Burgen, darunter wahrscheinlich auch Schlaining,  in königlichen Besitz über und wurde 1342 vorübergehend an die Kanizsay vergeben.  Von König Ludwig  wurde die Burg 1371 zurück getauscht  und nunmehr von königlichen Amtsträgern verwaltet.

König Sigismund aus dem Geschlecht der Luxemburger und zugleich Kaiser des römisch-deutschen Reiches überließ 1397 Schlaining um 4000 Gulden seinen Gefolgsleuten Nikolaus Zarka von Pechel und dessen Schwiegersohn Georg Tompek (Thannpeck) von Karlburg( Thannpeck / Tompek Karlburger) zunächst als Pfand übergeben. 1701 bekamen die Thannpeck, Georg und seine Brüder Nikolaus und Johann,  Burg und Herrschaft als Schenkung  - als Belohnung für die Dienste Georgs, wobei er mehrmals schwer verwundet wurde, etwa vor Nikopolis. Georg trug den in seinem Kopf steckenden Pfeil sechs Jahre lang mit sich herum.  Die Schenkung brachte ihn in einen schweren Konflikt mit seinem Schwiegervater Zarka, der noch immer das Pfandrecht auf seine Hälfte besaß. Georg vertrieb Zarka und dessen "familiares".  Zarka strengte einen Prozess an und Georg wurde vom königlichen Hofgericht zum Tode verurteilt, sein Besitz beschlagnahmt.  Er einigte sich daraufhin mit Zarka. Zarka erhiet 1496  500 Gulden und die Orte Hannersdorf, Welgersdorf und die Hälfte von Dürnbach. Diese blieben noch lange als Pfandgut in der Hand Zarkas.

1438 wurden Burg und Herrschaft Schlaining unter den Kindern und Erben Georgs aufgeteilt, Je ein Drittel bekamen die beiden Töchter Katharina und Margaretha, die mit den Brüdern Basy und Emmerich Himfy von Döbrönte verheiratet waren, ein Drittel erhielt der unmündige Sohn Johannes bzw. dessen Vormund Sigismund Zarka.

Der Teilungsvertrag ermöglicht einen ersten genaueren Einblick in die Beschaffenheit der Burg und auch der dazugehörenden Herrschaft. Die Burg bestand aus fünf befestigten Bauten ("Häusern") in der Innenburg, die mit Mauer und Graben umgeben war. Die äußere Burg war ebenfalls ummauert.

Zur Burg gehörten die Dörfer Altschlaining (Zolonak), das vermutlich erst gemeinsam mit der Burg angelegt wurde. mit 22 Halbsessionen, Neumarkt (Kethel) mit 20 Halb-, 18 Viertel- und 2 Achtelsessionen, Großpetersdorf (Zentmyhal) mit 97 Halb- und 14 Viertelsessionen, Drumling (Drombol) mit 15 Halb- und 3 Viertelsessionen, Beleznek (untergegangener Ort) mit 10 Viertelsessionen und Allersdorf (Alap) mit 16 Viertelsessionen.

Die Herrschaft umfasste also um 1438 das Gebiet der heutigen Orte Stadtschlaining, Altschlaining, Glashütten, Drumling, Neumarkt, Allersdorf, Rauhriegel-Allersgraben, Mönchmeierhof, Groß- und Kleinpetersdorf, Hannersdorf, Welgersdorf und Dürnbach.

 
Die im Jahre 1325 erwähnten Dörfer Dornau und Edus gab es nicht mehr (Wüstungen). H. Prickler vermutet, dass sie der großen Pest um 1350 zum Opfer fielen. Auch in den bestehenden Dörfern waren viele Häuser unbewohnt, die Felder verwildert.

Im Teilungsvertrag werden auch sechs untertänige Mühlen erwähnt, eine in Schlaining, vier in Großpetersdorf und eine in Beleznek; je zwei von ihnen wurden den Geschwistern Katharina und Magaretha Tompek zugeteilt.

(H. Prickler in: Stadtgemeinde Stadt Schlaining S. 36)

Am Tauchenbach lag auch ein herrschaftlicher Meierhof mit Wohn- und Wirtschaftsbauten (Keller und Mühle). Dazu gehörten Wiesen am Tauchenbach zwischen Großpetersdorf und Schlaining in ungenanntem Ausmaß, weiters 126 Joch Ackerfelder in fünf Breiten und zwei Weingärten in Drumling und Beleznek; sie wurden gleichfalls geteilt. H. Prickler vermutet, dass dieser Meierhof  in der Nähe der Burg lag, da er im Urbar von 1540 dem Hotter von Schlaining zugerechnet wurde.

Im Ortsbereich von Altschlaining bestand außerdem ein Eisenhammer. Hier wurde nach H. Prickler das Eisenerz, das die Bauern aus dem Raseneisenerz des Arzberges (Erzberges) in kleinen Schmelzöfen gewannen, weiter verarbeitet.

1445 besetzte Friedrich III. als Vormund des minderjährigen Ladislaus Postumus die Burg - zusammen mit zahlreichen anderen Burgen in Westungarn. und gab sie und die Herrschaft pfandweise an seinen Getreuen Andreas Baumkircher.

1446 wurde Baumkircher auch Pfandherr der Herrschaft Burg. Dazu gehörten damals Burg, Schandorf, Eisenberg, Badersdorf, Schilding (Csatár), Miedlingsdorf, Großnahring (Nagynarda), Woppendorf und Zuberbach, vor allem aber das höchst wertvolle und große Weingebirge am Eisenberg. 1455 hatte Matthias Corvinus die Herrschaft Burg ins Eigentum Baumkirchers übertragen. Andreas Baumkircher trachtete danach, seinen Besitz auch nach ungarischen Recht abzusichern und heiratete Katharina Tompek, die inzwischen verwitwete Tochter Georg Tompeks, obwohl diese erheblich älter war. Die beiden anderen Drittel der Herrschaft kaufte er 1451 von Johannes Tompek bzw. 1456 von Margarethe Himfy. 1455 schenkte der König Baumkircher auch die Herrschaft Gerersdorf mit den Orten Gerersdorf, Kukmirn, Limbach, Neusiedl b. Güssing, Olbendorf und Bocksdorf. 1458 kaufte Baumkircher die Dörfer Großbachselten und Grafenschachen und brachte Kemeten in seinen Besitz. 1461 verkauften Georg und Andreas, Söhne des Seifried von Zsarvaskend, ihre Besitzansprüche auf Burg mit den Dörfern Burg (Ovár), Nahring, Zuberbach, Schandorf. Woppendorf und Rohrbach an der Teich an Andreas Baumkircher und seine Söhne Wilhelm und Georg.

1471, als Andreas Baumkircher in Graz hingerichtet wurde, gehörten 30 Dörfer ganz oder teilweise zur Herrschaft Schlaining, dazu eine ausgedehnte Eigenwirtschaft, Bergwerke und Mauteinnahmen.

Die Söhne Baumkirchers behielten ihre Besitzungen in Ungarn und Kroatien und der Kaiser versprach auch die Begleichung seiner hohen Schulden, was aber anscheinend nicht geschah. Wilhelm und Georg waren mit Margarethe von Grafeneck und Margarethe von Stubenberg verheiratet. Sie konnten ihren Besitz weiter ausbauen. 1482 kauften sie die zur Burg Buchschachen gehörenden Orte Buchschachen, Allhau, Wolfau, Kitzladen und Loipersdorf von der Familie Csorna. Sie wurden im Rahmen der Herrschaft als "deutsche Gegend" bezeichnet. 1490 kauften sie schließlich um 4000 Goldgulden die Herrschaft Rechnitz vom königlichen Geschützmeister Jakob Margenwerder. Zur Herrschaft gehörten neben dem Marktort Rechnitz auch Schachendorf, Zackenbach (Cák), Melesdorf (Velem) und Prinnersdorf (Perenye). 1491 kamen - ebenfalls von Margenwerder, Hodis (Neuhodis) und die Hälfte von Dürnbach hinzu. Im frühen 16. Jahrhundert erwarben die Baumkircher auch Boschendorf (Boszok) und Szerdahely.

Harald Prickler, Burgen und Schlösser im Burgenland

Literatur: Vera Zimányi, Die Herrschaft Rechnitz - Schlaining und ihre Untertanen im 16. und 17. Jahrhundert. Übersetzung des ungarischen Textes im Burgenländischen Landesarchiv,  Manuskript 127


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