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Alexander Gießwein

 

* vor 1913

 


  

Gießwein war eine der faszinierendsten Persönlichkeiten aus den westungarischen Raum. Er ist heute auch im Burgenland viel zu wenig bekannt und wird kaum gewürdigt. Man kann ihn als den Vater aller katholisch - bzw. christlichsozialen Strömungen in Ungarn bezeichnen.

Gießwein war einer der Begründer der christlichen Soziallehre und stand Zeit seines Lebens zwischen der liberal-konservativen Regierung auf der einen Seite und dem extrem konservativen hohen Klerus Ungarns auf der anderen Seite. Dazu kam dann auch noch, dass er entschiedener Pazifist war und sich nach 1918 auch gegen den extremen Nationalismus und Antisemitismus der Christlichsozialen Ungarns wandte. Er trat für seine Überzeugung auch als Abgeordneter des ungarischen Parlaments ein und geriet dadurch in jeder Hinsicht in eine Randposition.

Seine beiden Hauptanliegen, die "soziale Frage", die er nicht den materialistischen Marxisten und Sozialdemokraten überlassen wollte, und die er aus dem Geist des Christentums zu lösen versuchte, und die Sicherung des Weltfriedens behandelte er in seinen Hauptwerken. 1913 schrieb er eine Geschichte des christlichen Sozialismus.