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Drumling ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Stadtschlaining. Der Ort hat 264 Einwohner (2006), davon 19 in einem Nebenwohnsitz.
Von der frühen Besiedlung zeugen Tongefäße aus der Bronzezeit und Hügelgräber aus dem ersten Jahrhundert nach Christus.
Im Teilungsvertrag von 1438 zwischen den Nachkommen Georgs von Karlburg scheint Drumling (Drombol) mit 15 Halb- und 3 Viertelsessionen auf. Allerdings lagen von 18 Höfen fünf öde, vermutlich noch immer eine Folge der großen Pestepidemie von 1350.
1515, um Urbar des Veit Fladnitz, hatte 14 Bauernhöfe, bei sieben Höfen wurde später hinzugefügt "ist ödt". Der Ort war also noch vor dem Türkenkriegen von 1529 und 1532 in einem sehr schlechten Zustand. Laut Urbar hatten die Drumlinger zu leisten: zu Georgi und Michaeli je 60 Pfennig, zu Weihnachten 32 Pfennig Wachtgeld, je einen Wecht Weizen und Roggen und drei Wecht Hafer sowie zwei Hühner und 10 Eier. (Stadtschlaining S.42)
Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit gab es zwischen Schlaining und Drumling ein Weinbaugebiet, den Arzberg (=Erzberg). Ein Bergechtsbuch ist vorhanden und wurde bis 1849 geführt, obwohl es damals keinen Weinbau mehr gab.
Drumling war im 18. Jahrhundert ein "Kontraktdorf". Der Vertrag mit der Grundherrschaft wurde am 1. Jänner 1743 abgeschlossen. Ein ganzer Hof musste 12 Gulden "Pohnwein" (=Bannwein) - und Gabengeld bezahlen, 10 Eier abliefern und vier Fuhren "Weihnachtsholz" zur Burg fahren. Auch für einen ganzen öden Hof musste das Dorf bezahlen, und zwar 6 Gulden. 1765 gab es 18 halbe und 6 Viertelhöfe. Zu den bisherigen Abgaben kamen 4 Gulden von den Söllnerhäusern, ein Kalb im Wert von drei Gulden und ein halbes "Ross-Quartiergeld" in der Höhe von 12 Gulden 30 Kreuzer.
Seit dem 17. Jahrhundert wurden in Drumling auch immer wieder Freie genannt. So etwa verpfändete Paul Batthyány einem Edlen Miklos Tevely einen Hof um 1800 Gulden. 1750 besaß der Edle Georg Bárdossy einen ganzen Hof.
Die Verarmung der Bauern im ganzen Herrschaftsbereich der Batthyány im ausgehenden 17. und im 18. Jahrhundert und die enorme Belastung führte besonders in den Jahren 1765/66 zu Unruhen und nahe an einen Bauernaufstand. Schon 1762 wurde in der Herrschaft Schlaining ein Teil der Robot verweigert, 1765 weigerte man sich in Schlaining, den Bienenzehent und das Kreuthgeld (für Rodungsäcker) zu zahlen, die Söllner wollten die ihnen auferlegten Gartenarbeiten nicht mehr leisten. Als aufsässig erwiesen sich die Altschlaininger und die Drumlinger, die die Robot verweigerten und Zäune einrissen.
Ab 1778 gehörte das Dorf Graf Philipp Batthyány.
1804 betrug die Bevölkerungszahl 211, 1819 236 und 1830 247 Personen (ohne die Freien). 1828 lebten in Drumling 39 Familien mit 102 Personen zwischen 18 und 60 Jahren auf 27 Ansässigkeiten und 12 Söllnerhäusern. 1849: 252 Einwohner; 1852: 210 Evangelische, 46 Katholiken. 1870: 330 - 1880: 320 - 1890: 319 - 1900: 299 - 1019: 259 - 1920: 245 Einwohner. Die Zahl der Häuser blieb nahezu gleich.
Die Bevölkerung lebte 1857 überwiegend von der Landwirtschaft. Es gab neben dem Gastwirt nur einen Gewerbetreibenden, einen Tschischmenmacher. 1870 eröffnete Johann Polster eine Greislerei, die er kurz darauf an den Schlaininger Juden Natan Mandl verpachtete. Nach den Volkszählungen von 1900 (1910) lebten von der Landwirtschaft 54,86 % (48,3 %), von Industrie und Gewerbe 33,78 % (35,85 %).
Grundablöse
Vor der Grundablöse gab es 28 Bauernhöfe und 17 Häusler. Die Urbarialgründe gingen an die Bauern über, der Grundherr Christof Batthyány wurde vom Staat entschädigt. 1863 wurde die Ablöse der übrigen Gründe geregelt. Der herrschaftliche Besitz wurde bis 1867/68 kommassiert und arrondiert. Der Graf verzichtete auf die Ablöse der Rottgründe, bekam dafür aber das Jagdrecht auf dem ganzen Hotter. Die Hutweide wurde aufgeteilt.
Seit 1795 bestand eine evangelische Volksschule. 1855/56 wurde eine neue Schule mit Turm erbaut. 15 Knaben und 25 Mädchen besuchten die Schule, Lehrer war Johann Benedek.
Drumling erhielt schon 1919, also sehr früh, elektrisches Licht. Der Ort wurde von einem Elektrizitätswerk des Grafen Erdödy in Rotenturm versorgt, ab 1927 von der Ostburg (später STEWEAG).
In Drumling gab es seit dem 10. Jahrhundert zwei Steinbrüche - einer gehörte der Urbarialgemeinde, der andere der Familie Postmann und wurde bis 1963 betrieben. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren 20-25 Personen dort beschäftigt. 1940 bis 1945 wurden Roma aus Spitzzicken dort eingesetzt, 1945 und 1946 mussten ehemalige Nationalsozialisten im Steinbruch arbeiten. 1947 waren etwa 30 bis 35 Personen beschäftigt. In den 1950er Jahren wurde der Steinbruch modernisiert.