ortsplanhoritschon 

Urgeschichte

Lage, Klimagunst und hervorragende Böden am Südrand des Ödenburger Berglandes ermöglichten eine sehr frühe Besiedlung des Ortsgebietes, schon im 6. Jahrtausend, zu Beginn der Jungsteinzeit. Aus der Zeit um 5500 bis 5000 vor Christus stammen Gefäßteile der linearbandkermaischen Kultur, die in der Ried Rakitsch gefunden wurden. Sie stammen von dickwandigen, großen Vorratstöpfen. Der Ton wurde mit Häcksel und Getreidespelzen "gemagert", eine sehr alte Methode in der Herstellung von Tongefäßen.

Zwar nicht in Horitschon, aber in unmittelbarer Nachbarschaft, auf Neckenmarkter Gemeindegebiet, wurde 1984 und 1985 die zu den Funden gehörende jungsteinzeitliche Bauernsiedlung teilweise ausgegraben. Es wurden die Pfostenlöcher mehrerer Häuser von etwa 20 m Länge und 6 m Breite gefunden. Die Wände der Ständerbauten waren aus Geflecht und Lehm, die Dächer mit Stroh gedeckt.

Aus etwas späterer Zeit, der jüngeren Linearbandkeramik, sind auf Horitschoner Gemeindegebiet mehrere Siedlungsstellen bekannt. 1967 wurden in der Ried Rakitsch Bruchstücke der "Notenkopfkeramik" gefunden. Die Teichäcker westlich des Ortes sind ebenfalls sehr reich an Funden. 1993 wurde der Oberteil einer schön gearbeiteten Steinaxt gefunden. Die Funde gehören der bemaltkeramischen Kultur oder Lengyelkultur der mittleren Jungsteinzeit an (5000 bis 3800 v. Chr.).

Auch aus der Kupferzeit gibt es Funde, bis jetzt jedoch nur spärliche Funde aus der Bronzezeit, obwohl an der Weiterbesiedlung nicht zu zweifeln ist. Zwei Grabhügel im Rakitschwald, Hügel mit 10 bis 14 m Durchmesser, könnten aber aus der Bronzezeit stammen. Die Hallstattkultur (ältere Eisenzeit, 750 bis 450 v. Chr.) ist mit Keramik von den Weingartäckern und den Teichäckern belegt und aus der Latènekultur der jüngeren Eisenzeit gibt es auch in Horitschon so wie in weiten Teilen des mittleren Burgenlandes Eisenschlackenfunde, Beweise für den Abbau und die Verhüttung von Toneisenstein.

Zu erwarten war auch eine dichte römerzeitliche Besiedlung, lag Horitschon doch an der wichtigen Staatsstraße von Savaria (Steinamanger) nach Scarbantia (Ödenburg). K. Kaus hat die Bedeutung dieser Straße für das Milität und den Handel mit einer heutigen Autobahn verglichen. Im Gemeindegebiet von Horitschon lagen mehrere römische Gutshöfe (villa rustica). 1933 grub das Burgenländische Landesmuseum auf den Teichäckern eine besonders reich ausgestattete Villa rustica aus, die sogar mit einer Fußbodenheizung ausgestattet war. Eine Münze des Kaisers Antoninus Pius befindet sich im Landesmuseum. Die Funde aus der Römerzeit sind häufig. Römische Ziegel wurden etwa auch beim Bau der alten Kirche und des Karners verwendet.

Funde aus dem Mittelalter

Von großer Bedeutung sind die 1961 beim Gasthaus Lazarus gefunden zwei 9 - 10 cm großen Töpfchen aus dem 11. Jahrhundert. die die Besiedlung lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung belegen. Aus der alten Kirche stammen zwei hochmittelalterliche Reliefsteine, die sich heute im Landesmuseum befinden. Der eine zeigt eine etwa 110 cm hohe Ritterfigur mit Helm und Schwert, wahrscheinlich Teil einer Grabplatte aus dem 13. Jahrhundert. Die zweite Steintafel zeigt den Sündenfall. Sie gehörte zur Ausstattung der alten Kirche, die etwa an der Stelle der heutigen Leichenhalle stand. Daneben befand sich ein Beinhaus, ein Karner, der abgetragen wurde, dessen Untergeschoss aber erhalten blieb und 1983 entdeckt wurde. Zwei Schädelfunde aus Horitschon  im Naturhistorischen Museum weisen Verletzungen durch Schwerthiebe auf.

Literatur: K. Kaus, Urgeschichte - Römerzeit - Mittelalter. Archäologische Funde aus Horitschon. In: 800 Jahre Horitschon

steinaxthoritschon

Teile zweier Steinäxte

Foto: Bgld. Landesmuseum

Der Ortsname
In der urkundlichen Ersterwähnung von 1186 heißt der Ort Hurusun, 1389 Haratzschan, 1454 Harritschan, im 16. und 17. Jahrhundert Haritschon,Harican oder ähnlich. Der Ortsname stammt aus dem Slawischen und bedeutet "der bei den Eichen". Als Haracsan wurde der Ortsname in die ungarische Sprache und von dort um 1200 ins Deutsche übernommen.
Mittelalter
Nach der frühen Erstnennung in einer Urkunde des Jahres 1186, die als Abschrift des Domkapitels von Wesprim aus dem Jahre 1328 erhalten blieb, wird der Ort dann erst wieder im 14. Jahrhundert erwähnt. 1186 bestätigte König Bela III. seinen Hofleuten (udvornici) in Hurusun ihre Freiheit. Sie besaßen 12 mansiones (Höfe, Lehen), wahrscheinlich Einzelhöfe oder kleine Weiler. Diese königlichen Hofleute oder Dienstleute stiegen im Spätmittelalter meist in den niederen Adel auf. In Unterpetersdorf gab es noch im 14. Jahrhundert drei verschiedene Grundherrn, zwischen Horitschon und Unterpetersdorf hatten die Adeligen von Berki Besitzungen, zwischen Unterpetersdorf und Girm saß ein Ingram, in Harkau und Girm und wahrscheinlich auch in Haschendorf gab es solche Kleinadelsgeschlechter. Im 16. Jahrhundert wird das Kleinadelsgeschlecht Kaporjan genannt, ihr Besitz gehörte damals aber schon zur Herrschaft Landsee. In Horitschon gibt es den Riednamen "Kopprian", daneben die "Edelfelder", die noch im 17. Jahrhundert von Abgaben an die Herrschaft Landsee frei waren. 1326 bekräftigte König Karl I. in einem feierlichen Privileg die Urkunde von 1186 für die "Jobagionen" von Hurusun und 1328 wurde die Urkunde von 1186 zur Rechtssicherheit vom Domkapitel von Wesprim transsumiert, also abgeschrieben. Dieses Privileg Karls listet die Personen auf, die den König um Bestätigung ihrer Freiheit baten: Paul, Sohn des Nicolaus, de villa Hurusun, und seine Verwandten Benedikt, Petrus (Sohn des Zem), Dominik, Sohn des Jakob), Abraam (Sohn des Aba), Benedikt (Sohn des Pousa), Lautencius (Sohn des Woogis) und Dominik (Sohn des Marath).
Im Spätmittelelter verschwanden dann diese Kleinadelsfamilien, ihre Besitzungen wurden von den benachbarten Großherrschaften Landsee und Ödenburg aufgesogen. Um 1499 wird ein letztes Mal eine kleine Adelsfamilie erwähnt, die sich nach Ság bzw. nach Horitschon benannte. Das Land wurde durch diese Sippen königlicher Dienstleute nur wenig erschlossen. Im 12. und 13. Jahrhundert wurden dann planmäßig Dörfer angelegt. In dieser Zeit war der königliche Besitz der Burggespanschaften bereits in Auflösung begriffen, durch königliche Schenkungen großer Gebiete an mächtige Adelsfamilien, die in der Lage waren, entsprechende Burganlagen zu errichten. Die neuen Dörfer wurden mit bayrischen Kolonisten aus den angrenzenden österreichischen und steirischen Gebieten besiedelt.
1263 schenkte König Bela IV. das Komitat Lutzmannsburg mit der Burg Landsee dem Laurencius aus der Sippe der Aba. Diese waren eine sehr mächtige Familie, die im 10. und 11. Jahrhundert mit den Arpaden sogar um die ungarische Königswürde konkurrierte. Die Aba wurden zunächst entmachtet, im 13. Jahrhundert konnten einige Angehörige der Sippe erneut Einfluss gewinnen. Lorenz, der Sohn des Peter Aba wurde Stammvater einer Linie, die sich später Athinai nannte. 1260 erhielt Lorenz von Bela IV. die Besitzungen des Konrad von Ungarisch Altenburg übertragen. Nach der Aussöhnung des Königs mit Konrad erhielt dieser aber die Herrschaft zurück und Lorenz wurde 1263 mit dem Komitat Lutzmannsburg und der Burg Landsee entschädigt.
Peter Aba machte das Zisterzienserkloster von Klostermarienberg zu seiner Grablege. Das Kloster bekam von Lorenz Aba eine Besitzung in Lembach, einem später wüstgefallenen Ort im Bereich von Oberrabnitz.Lorenz erbaute eine neue Burg in Neckenmarkt. Kirchlich gehörte Horitschon zunächst zu Unterfrauenhaid, das die Urpfarre des ganzen Gebietes war und schon 1222 erwähnt wurde. In Horitschon gab es im 13. Jahrhundert eine Filialkirche. Davon zeugen die beiden romanischen Steinplatten aus der alten, 1945 zerstörten Kirche. Soe sollen um 1220 oder etwas später entstanden sein und werden der Klosterbauhütte von Pernau zugeordnet. 1389 wurde ein Pfarrer von Horitschon genannt, die Kirche war also bereits selbständige Pfarrkirche.
Nach Harald Prickler bestand das Bauerndorf Horitschon ursprünglich aus 12 - 13 Höfen mit einem Hausgrund von je 44 Joch Äckern und 6 Tagwerk Wiesen, insgesamt etwa 260 bis 280 ha Kulturland, das später aber durch Rodung erheblich vergrößert wurde. Die Häuser waren um einen großen Dreiecksanger angeordnet. Oberhalb des Angers, auf einer Anhöhe in Richtung Unterpetersdorf, war die Kirche. Schon im Spätmittelalter wurden die Höfe der Länge nach geteilt, es entstanden halbe und Viertelhöfe. Die Zahl der Höfe stieg auf 40 bis 45. Ebenfalls noch im Mittelalter wurden die Söllnerhäuser an der Straße nach Unterpetersdorf angelegt. Bis ins frühe 17. Jahrhundert wuchs ihre Zahl auf 12 bis 15 an. Sie wurden meist von Handwerkern bewohnt, ohne Hofland, doch konnten auch die Söllner Rodungsland und Weingärten erwerben und so von der Landwirtschaft leben. Das Handwerk wurde oft nur im Winter ausgeübt.
Schon 1680 kaufte die Gemeinde ein Freihaus, wandelte es in eine untertänige Hofstatt um und nutzte es als erstes Gemeindehaus. Ende des 17. Jahrhunderts war es vorübergehend Wohnhaus des Pfarrers, später Gemeindewirtshaus und Quartierhof für das Militär und dann wieder Pfarrhof. Am Anger wurde das Halterhäuschen errichtet und am Bach eine Fleischbank der Herrschaft, die verpachtet wurde.
1598 wurden im Steuerverzeichnis des Komitates für Horitschon 49 Häuser ausgewiesen. 1599 lag ein Haus öde. 1600 waren als Folge der Pestepidemie 20 Häuser unbewohnt. 1601 gab es nur mehr 20 bewohnte Häuser. Das Urbarium von 1625 zählt für Hiritschon 44 Sessionsbauernhäuser auf, 6 Halblehen und 38 Viertellehen´, von denen nur mehr drei öde lagen. Dazu kamen 16 Hofstatthäuser.
Im 18. Jahrhundert wurden einige neue Hofstatthäuser gebaut, ansonsten blieb der Siedlungsbestand bis ins 19. Jahrhundert unverändert. 1842 wurden dann 6 Curial - Söllnerhäuser (Neuhäusl) im Garten hinter dem Herrschaftswirtshaus errichtet. Im 20. Jahrhundert, besonders nach dem 2. Weltkrieg, wurde das Bauland stark ausgedehnt und es entstanden viele neue Wohnviertel. Auch der alte Ortskern wurde durch kommunale Bauten, durch Verbauung des Angers und zahlreiche private Wohnbauten stark verändert
Herrschaftsgeschichtlich gehörte Horitschon zunächst seit dem 13. Jahrhundert jeweils zum Inhaber der Burg Neckenmarkt. 1289 wurde diese Burg im Zuge der "Güssinger Fehde" erobert und zerstört. Fünfzig Frauen und dreißig Kinder erhielten freien Abzug, die Männer wurden gefangen genommen und nach Österreich verschleppt. Der Herrschaftsbereich wurde mit dem von Landsee zusammengeschlossen. Horitschon machte also in weiterer Folge die Entwicklung der Herrschaft Landsee, später Landsee-Lackenbach, mit. 1835 wurde Horitschon der Herrschaft Deutschkreutz angeschlossen.
Im 16. Jahrhundert kam neben Unterpetersdorf auch das Edelgut Kaporjan an die Herrschaft, Samersdorf wurde zu einer Gutssiedlung der Herrschaft. Der Anschluss von Unterpetersdorf hatte insofern für Horitschon Folgen, als der Ort nun nicht mehr an der Herrschaftsgrenze lag und daher die Mautstelle aufgelassen wurde. Im Zuge der spätmittelalterlichen Wüstungsperiode verödeten Dörfer wurden im 16. Jahrhundert zum Teil mit Kroaten neu besiedelt. Dazu gehörten neben Lackendorf , Kroatisch Gerersdorf und Unterfrauenhaid auch zum Teil Horitschon und Neutal, wo Kroaten eingesiedelt wurden. Zu einem Marktort konnte sich Horitschon wegen der Konkurrenz des nahe gelegen und rasch aufstrebenden Neckenmarkt nicht werden.
Um 1400 kam Horitschon mit der Herrschaft Landsee von den Athinai wahrscheinlich durch Verpfändung in den Besitz von "deutschen Herren", also an Adelige aus Österreich. Hans von Forchtenstein, der über seine Frau, eine geborene Athinai, bereits über Anteile verfügte, löste die Verpfändung aus. Andere Angehörige der Athinai übertrugen ihre Ansprüche an Nikolaus von Gara, Palatin von Ungern. 1425 trat Wilhelm von Forchtenstein gegen eine hohe Abschlagszahlung seine Rechte an Landsee an Nikolaus von Gara ab. Dieser wollte oder konnte nicht zahlen und so blieben die Mattersdorf-Forchtensteiner im Besitz der Herrschaft. 1445 verkaufte schließlich Wilhelm von Forchtenstein seine Herrschaften Forchtenstein, Kobersdorf und Landsee zunächst pfandweise an Herzog Albrecht VI. von Österreich, der sie schon 1451 an seinen Bruder Friedrich, den späteren Kaiser, weiter gab. Friedrich verpfändete die Herrschaft an österreichische Adelige: 1458 an Ulrich von Grafeneck (Grafenegg), 1459 Sigmund Weispriach, dann wieder an Grafeneck. König Wladislaw II. verpfändete Landsee an die böhmischen Ritter Johann und Peter Mraschke. 1506 wurde Ulrich von Weispriach Herr von Landsee. Seine Witwe Gertraud führte die lange Fehde gegen die Stadt Ödenburg (Landseer Fehde), die für die ganze Region verheerend war. Gertrauds Sohn Hans konnte das Vertrauen des Erzherzogs Ferdinand von Österreich gewinnen, für dessen Wahl zum König von Ungarn er sich nach der Katastrophe von Mohacs einsetzte. Er war auch Herr von Kobersdorf, 1546 erwarb er die Herrschaft Forchtenstein als Pfand. Landsee trat er allerdings 1548 seinem Schwager Erasmus Teuffl ab. Ihm verkaufte er 1450 auch das Dorf Unterpetersdorf, zwei Drittel des Edelgutes Kaporjan und zwölf Weingärten in Neckenmarkt. Unterpetersdorf hatte er 1446 von der Witwe des Ödenburger Bürgers Michael Pullendorfer erworben.Erasmus Teuffl ließ das Schloss in Lackenbach erbauen. Teuffl von Krottendorf (heute Frohsdorf) war ein bekannter Türkenkämpfer. 1552 geriet er in der Schlacht bei Palást in die türkische Kriegsgefangenschaft. Angeblich verschwieg er seinen hohen Rang, um das Lösegeld zu drücken. Er wurde deshalb hingerichtet bzw. der Legende nach in einen Sack eingenäht und im Bosporus ertränkt. 1553 verkauften seine Brüder die Herrschaft mit dem Kastell in Lackenbach an Nikolaus Olah, Erzbischof von Gran, Primas der ungarischen Kirche und Reichskanzler von Ungarn. Er war ein tüchtiger Verwalter, bemühte sich um die Ansiedlung kroatischer Bauern, pflegte gute Kontakte zu jüdischen Händlern und legte so die Grundlage für die Judensiedlung in Lackenbach. 1553 erwarb er für die Herrschaft Landsee die Blutgerichtsbarkeit. Zuvor gehörte die Herrschaft Landsee wahrscheinlich zum Hochgericht von Forchtenstein. Wahrscheinlich ließ er den großen Fischteich (frauenhaider Teich) anlegen. Nikolaus Olah übergab die Verwaltung der Herrschaft (1558 oder 1531) seinem Neffen Nikolaus Oláh - Császár. Dieser war mit Anna Zluny de Frangepan verheiratet. Ihre Tochter Ursula heiratete Franz Dersffy von Szerdahely. Deren Tochter Ursula war in erster Ehe mit Franz Mágócsy , in zweiter Ehe mit Nikolaus Esterházy verheiratet. Damit gelangte die Herrschaft Landsee in den Besitz jener zunächst unbedeutenden Familie, die bald im Dienste der Habsburger und der Gegenreformation einen unglaublichen Aufstieg erlebte. Die Herrschaft Landsee war der Ausgangspunkt für die Erwerbung riesiger Gebiete unter Nikolaus und dann unter dessen Sohn Paul Esterhazy. In der Folgezeit blieb die Herrschaft und damit auch Horitschon im Besitz der Esterházy, bis zur "Bauernbefreiung" von 1848. Die Meierhofwirtschaft und die riesigen Wälder blieben auch darüber hinaus esterhazysch und waren für den Ort ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Das Urbar von 1625 gibt Auskunft über die Abgaben. Von einem ganzen Bauernhof mussten an die Herrschaft entrichtet werden: Hausdienst zu Georgi und Michaeli mit jeweils 72 Denaren; 4 Kapaune, 8 Hennen und 24 Eier; Haustraid 4 Metzen Weizen, 4 Metzen Korn (Roggen) und 4 Metzen Hafer. Pro ganzer Session mussten 4 Eimer Bannwein ausgetrunken werden. Zu Weihnachten waren 4 Klafter Holz in das Schloss oder in die Burg Landsee zu führen. Eine Hofstatt hatte zwei Mal 7 Denare Hausdienst, 1 Kapaun, 1 Henne und 4 Eier abzuliefern. Zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten war dem Grundherrn eine "Verehrung" zu reichen, meist Geflügel und Eier. Von den nicht zum Hof gehörenden Erbgründen, zumeist Rodungsgründen, waren pro Joch bzw. Tagwerk 4 Denare zu zahlen. Für insgesamt 57 1/2 Joch Äcker musste "Bergrecht" bezahlt werden, und zwar deshalb, weil sich auf diesen Gründen einst Weingärten befanden. Weiters wurde der "Zehent" an die Herrschaft abgeliefert. Dieser stand ursprünglich der Kirche, dem Bistum Raab zu, wurde aber von der Herrschaft pauschal abgelöst und eingehoben. Er betrug ein Zehntel der Ernte, auch ein Zehntel des Zuwachses an Lämmern, Kitzen, Gänsen, Bienenvölkern usw.
Bis 1680 veränderten sich die Abgabenleistungen, da die Währung von der "ungarischen" auf die "rheinische" umgestellt wurde. Von einem Viertelhof mussten nunmehr zwei Mal 22 1/2 Denare , von einer Hofstatt die Hälfte dieses Betrages bezahlt werden. "Kucheldienst" und Verehrung konnten in Geld abgelöst werden. Die Gemeinde wurde verpflichtet, 33 Eimer herrschaflichen Weins auszuschenken. Dieser "Bannwein" wurde ihr gegen Bezahlung von 33 Gulden nachgelassen. Es gab 758 Joch, also eine sehr große Fläche Rodungsäcker und Wiesen, für die 5 Denare je Joch Zins bezahlt werden musste. Auch das "Bergrecht" für die nicht mehr bestehenden Weingärten wurde weiterhin eingehoben. Ein Teil des Waldes, Rakitsch (heute Ragawald, konnte von den Bauern genutzt werden.
Die Robotleistungen nahmen im Verlauf des 17. Jahrhunderts stark zu. Besonders unbeliebt, ja gefürchtet waren die "Langen Fuhren". Die Bauern mussten mit ihren Wägen und Zugvieh die Produkte der Herrschaft zu den Herrschaftssitzen und zu den städtischen Märkten befördern. Schon um 1573 kam es deshalb zu sozialen Unruhen. Besonders schlimm war die Belastung während des Baues des Schlosses von Esterháza, als die Bauern zum Transport des Baumaterials eingeteilt wurden. Zu den jährlich anfallenden, "normalen" Robotarbeiten gehörten die teilweise Bearbeitung der Meiereifelder in Unterpetersdorf, die erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts gerodet wurden, die Bearbeitung der Meiereifelder in Lackenbach und der vielen Herrschaftsweingärten in Neckenmarkt. Zu den Roboten für die Herrschaft musste auch für den öffentlichen Straßenbau, für die Anlage von Festungen usw. unentgeltlich gearbeitet werden.
Neben den Abgaben für den Grundherrn hatte die Bevölkerung auch staatliche Steuern zu bezahlen. Der Landtag beschloss jährlich die Einhebung einer Steuer, die auf die Komitate aufgeteilt wurde. Die Komitate wiederum teilten den Dörfern nach einem bestimmeten Schlüssel, porta oder dica genannt, eine Abgabensumme zu. Der Richter hatte für die Aufteilung auf die Höfe zu sorgen. Seit dem 18. Jahrhundert wurde statt der dica für das Land die "Kontribution" als Kriegssteuer und die "Domesticalsteuer" für das Komitat eingehoben.
Neben den Sessionisten, den Hufenbauern, und den Söllnern oder Kleinhäuslern gab es noch eine weitere Kategorie von Dorfbewohnern, die Inwohner. Sie hatten kein eigenes Haus und lebten sozusagen als Untermieter in einem Bauern- oder Söllnerhaus. Ihren Lebensunterhalt bestritten sie meist als Taglöhner. Die Zahl der Inwohner schwankte stark, sie konnten, da kein Besitz sie band, rasch weiter ziehen. In Horitschon liegen erstmals 1680 Zahlen vor: es gab 15 Inwohner, 1695 nur mehr 7. Bis 1847 stieg ihre Zahl wieder auf 21 an.
Im 18. Jahrhundert verschlechterte sich die Situation der Bauern zunehmend. Nicht nur die hohen Abgaben und Robotleistungen, auch Absatzprobleme und Naturkatastrophen trieben die Menschen an den Rand des Aufruhrs. Im heutigen Südburgenland, wo die Situation unter den Batthyany besonders schlecht war, ging man haarscharf an einem Bauernkrieg vorbei. Maria Theresia versuchte, die Unzufriedenheit durch die Einführung eines neuen Urbars 1767, das für alle gelten sollte, in den Griff zu bekommen. Das Ausmaß der Abgaben und der Robot wurde begrenzt, den Grundherrn und Gemeinden wurde es freigestellt, andere Formen der Ablöse der Leistungen durch einen "Kontakt", einen Vertrag, zu wählen. In Horitschon gab es damals 12 6/8 Ansässigkeiten, pro Ansässigkeit 18 Joch (7 3/4 ha) und 6 Tagwerk (2,6 ha) Wiesen. Die meisten Bauern hatten nur eine Viertelsession. Dazu kamen noch 35 Hofstatthäuser. Insgesamt mussten die Horitschoner 754 Tage Zugrobot mit eigenem Wagen und Zugvieh und 630 Tage Handrobot leisten sowie etwas mehr als 3 lange Fuhren, für die mehrere Bauern ihr Vieh zusammenspannen mussten. Das der Herrschaft zustehende "Neuntel" wurde mit 56 Gulden 46 Denare abgelöst, dazu kamen etwas mehr als 4 Gulden Lämmer- und Bienenzehent. Der Getreidezehent wurde in natura entrichtet. Für die 347 Joch Überlandäcker und 66 Tagwerk Wiesen mussten jährlich über 36 Gulden Zins bezahlt werden, von den ehemaligen Weingärten das Bergrecht. Die Viehweide wurde von der Gemeinde und der Herrschaft gemeinsam genutzt, der Weinausschank stand von Michaeli bis Weihnachten der Gemeinde zu.
Die Meierhofwirtschaft der Grundherrschaft entwickelte sich nach dem Rückkauf des großen Freihofes des Stefan Aszalay, der 1733 einen Meierhof erbaut hatte. Zeitweise wurde eine Schweizerei mit 40 Stück Rindvieh betrieben. Sie war an einen Käsemacher verpachtet. 1814 wurde aus der Schweizerei ein herrschaftliches Wirtshaus, das offenbar hervorragend florierte und einen sehr hohen Pachtertrag einbrachte. 1857 beherbergte das Wirtshaus Kaiser Franz Josef. 1889 ging es in Gemeindebesitz über. In den 1820er Jahren entstand wie in vielen anderen Orten auch in Horitschon eine Schäferei. Der Schafhof entstand außerhalb des Dorfes im Bereich der Teichweide (Teichhof), wo zuvor in einer herrschaftlichen Ziegelei Dachziegel produziert wurden. Nach Auflassung der Schäferei wurden die zum Teichhof gehörenden Äcker an die Zuckerfabrik in Großzinkendorf verpachtet. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Teichhof abgerissen und die Grundstücke an die Bauern verkauft.
Horitschon hatte zwar auf eigenem Gemeindegebiet nur wenige Weingärten, kann aber dennoch als Weinbaugemeinde bezeichnet werden, da die Horitschoner Bauern in den Nachbargemeinden, vor allem in Neckenmarkt und Raiding, aber auch in Unterpetersdorf, umfangreichen Weingartenbesitz hatten.Der gesamte Horitschoner Weingartenbesitz wurde von H. Prickler für 1716/17 mit etwa 21 ha errechnet (800 Jahre Horitschon, S. 66). Im Ort selbst mussten bis in das 19. Jahrhundert für einige Riede "Bergrecht" bezahlt werden, obwohl es dort längst keine Weingärten mehr gab. Die Weingärten wurden wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zur Zeit des Nicolaus Olah-Csáczár angelegt. Sie erwiesen sich als unrentabel und waren schon 1625 wieder aufgegeben. Beweis für die große Bedeutung des Weinbaues auch für Horitschon sind die Verlassenschaften, in denen sich fast immer Weinfässer, Bottiche, Weinpressen usw. finden. Es gab einige Versuche, den Weinbau auch in Horitschon selbst wieder aufleben zu lassen. Sie wurden aber immer wieder von der Herrschaft verboten. Erst nach der Grundentlastung setzte der rasche Aufschwung des Horitschoner Weinbaues ein. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Horitschoner Rotwein schon einen hervorragenden Ruf und wurde vor allem nach Österreich verkauft. Eine wichtige Voraussetzung für den Aufschwung des Weinbaues war der Kauf des 215 Joch großen Gfangenwaldes von der esterhazyschen Güterdirektion im Jahre 1921, der durch die Bemühungen des Pfarrers Bauer zustande kam. Der Wald wurde gerodet und Weingärten angelegt.
Die Freihäuser
Im Dienste der Herrschaft standen "Servitoren", Dienstleute, die über eine gewisse Bildung verfügten. Sie waren häufig kleinadeliger Herkunft, etwa viele kroatische Familien, die vor den Türken geflohen waren, und traten in den Dienst der großen Grundherrn, als Hofrichter, Verwalter, Rentmeister oder Kastellane, Rittmeister. Zeitweise war ein Drittel der Höfe in Horitschon "Freihöfe", von der Robot und zum Teil auch von Abgaben befreit. Von den Bauern und Kleinhäuslern waren diese Freihofbesitzer nicht sehr gerne gesehen, da sei keinen Beitrag zu den Leistungen des Dorfes an die Grundherrschaft leisteten. Freihausbesitzer waren etwa 1587 Anna Seghed, Witwe des Servitors Banchich, eines verarmten Adeligen aus Kroatien. Ihre Familie stammte aus Vukovar und war vor den Türken geflohen. Ursula Császár übertrug ihr drei bewohnte Untertanenhöfe in Horitschon sowie ein Haus und zwei Weingärten in Neckenmarkt. Ihr Bruder Franz, ebenfalls im Dienst der Herrschaft, erhielt eine Besitzportion in Raiding, wo sein Schwiegersohn Illésy einen Edelhof erbaute (unter Nicolaus II. Esterházy Verwaltungszentrum der Schäfere, 1810 Geburtshaus von Franz Liszt). Ebenfalls in Horitschon und in Neckenmarkt hatte die adelige Familie Dobozy Besitzungen. 1639 kehrten sie nach Horitschon zurück und waren noch im 18. Jahrhundert angesehene Dorfbewohner. 1620 erhielt der Servitor Dobrouith Horvath Peter eine halbe Session. Ebenfalls Freihöfe hatten die esterhazyschen Servitoren Pogany, Bekény und Aszalay de Fony. Letzterer war von größerer Bedeutung. Er war Sekretär des Palatins Nicolaus Esterházy, wurde 1638 in den Adelsstand erhoben. 1639 bekam er vier bewohnte Bauernhöfe in Horitschon und eine Kurie mit 2 Viertelsessionen, später noch eine weitere Viertelsession und einen Weingarten in Neckenmarkt. 1651 erhielt er von Ladislaus Esterházy die Erlaubnis, in Horitschon einen Meierhof mit Herrenhaus zu erbauen. Er konnte sich auch in den Pfandbesitz von Haschendorf setzen. Es entstand also eine Kleinherrschaft, deren Zentrum später nach Samersdorf verlegt wurde. In Samersdorf wurde ein Kastell errichtet. Nach seinem Tod fiel der Besitz in Horitschon an einen Mihaly Farkas, Haschendorf an die Stadt Ödenburg. Die vier Bauernhöfe in Horitschon und die Mühle von Samersdorf hatte er den Ödenburger Jesuiten verkauft. Diese Besitzungen kamen an Ladislaus Petheö. Das Herrenhaus in Horitschon löste Paul Esterhazy zurück und verschrieb es um 1000 Taler den edlen Paul Riganics. Über seinen Schwiegersohn Franz Gorup gelangte der Freihof an den Edlen Janos Diakovics. Auch die Horitschoner Familie Wukowics, die im Herrschaftsdienst stand, hatte ein befreites Viertelhaus, das durch Heirat an Imre Ugronovics kam. 1683 wurden mit dem Dorf auch alle Freihöfe zerstört und lagen öde. Sie wurden von der Grundherrschaft eingezogen, einen der Höfe übernahm stillschweigend die Gemeinde. Um ihn musste sie später mit der Grundherrschaft ringen, ließ sogar Urkundenfälschungen anfertigen und konnte sich schließlich behaupten. Nur der Meierhof wurde wieder aufgebaut. 1685 übertrug Paul Esterházy Haschendorf, die vier Bauernhäuser in Horitschon, Samersdorf und die dortige Mühle sowie Besitzungen in Deutschkreutz um 22 000 Gulden an einen Stefan Nagy von Vásárhely, nahm diese Besitzungen aber 1689 wieder zurück. Der ehemalige Freihof wurde vorübergehend verkauft, 1633 eine herrschaftliche Schweizerei eingerichtet. Im Hof gab es Wohnungen für den herrschaftlichen Ziegelmacher und den Revierjäger. 1815/16 wurde aus der Schweizerei ein Herrschaftswirtshaus (später Gasthaus Lazarus). Freihöfe waren vorübergehend auch im Besitz des Stefan Nadasdy, Sohn des 1671 hingerichteten Franz Nadasdy und die esterhazyschen Servitoren Andreas Gerdenics und Janos Knezovics.
Eine eigene Gruppe von Freisassen waren die Herrschaftswalachen. Dazu gehörte etwa Andreas Dobos (=Trommler) und Horvath Miklos (Wallach Nicel) und Louvere, die über einen beachtlichen Viehbesitz verfügten - typisch für die Walachenfamilien. Sie waren "ad beneplacitum" ("auf Wohlgefallen") befreit, alos solange es dem Grundherrn gefiel.
Besonders bemerkenswert war der Besitz der Familie Rauch und deren weiteres Schicksal, ihr Aufstieg in den Hochadel. 1587 erwarb ein Vinzenz Rauch das Ödenburger Bürgerrecht. Er trat in den Dienst Franz Dersffys und verkaufte 1597 das Ödenburger Haus. Noch im 16, Jahrhundert wurde er von Kaiser Ferdinand I, geadelt, erhielt einen Wappenbrief und nannte sich fortan "de Nyek", von Neckenmarkt. Vinzenz Rauch heiratete eine Hofdame der Ursula Dersffy. Für ihre Dienste erhielt sie ein Halblehenshaus in Neckenmarkt, zu dem Vinzenz Rauch noch 2 Viertellehenshäuser dazukaufte. Auch in Horitschon bekam die Hofdame ein Viertellehenshaus, ein zweites bekam Daniel Rauch, der Sohn des Vinzenz, von Nikolaus Esterhazy. Daniel Rauch kaufte zwei weitere Viertellehenshäuser dazu, sodass er nun ein ganzes Lehen besaß. Er war Erzieher des Grafen Stefan, Sohn des Nikolaus Esterhazy. Für seine Verdienste für den Palatin am Hofe Kaiser Ferdinands II. bekam er 1638, inzwischen Oberdreißiger in Nedelitz in Kroatien, um 1000 Reichtaler einen Inskriptionsbrief für die beiden ganzen Höfe in Neckenmarkt und Horitschon, einen großen Weingarten in Neckenmarkt, wo er fünf weitere Weingärten besaß. Die Inskriptionssumme wurde mehrmals erhöht, das Geld wurde auf den Besitzungen verbaut. Daniel Rauch ließ in beiden Dörfern Herrenhöfe errichten und beschäftigte entsprechendes Hofpersonal. 1680 gelangte der Horitschoner Hof in den Besitz der Gemeinde, die ihn zum Gemeindehaus machte. Später richtete dort die Gemeinde ihr Gemeindewirtshaus "Zum Weißen Schwan" ein. Stefan Rauch, der Sohn des Daniel, verkaufte seinen gesamten Besitz, da er nach Kroatien übersiedeln wollte. Die Familie Rauch spielte in der Folgezeit im kroatischen Adel eine wichtige Rolle. 1763 wurde Oberst Paul von Rauch in den ungarischen Freiherrenstand erhoben. Levin Freiherr von Rauch war k.k. geheimer Rat und Mitglied der ungarischen Magnatentafel. Er wurde Banus von Kroatien, Slawonien und Dalmatien. Das Stadtpalais der Familie Rauch dient heute der kroatischen Akademie der Wissenschaften als Sitz. Mit der Familie Rauch von Rauchenberg, die in Pottendorf und zeitweise auch in Pöttelsdorf Besitzungen hatte und der der berühmte Komponist und Ödenburger Stadtorganist Andreas Rauch entstammte, waren die Rauch von Neckenmarkt nicht verwandt.
Um 1650/60 befanden sich etwa ein Drittel der Horitschoner Bauern- und Hofstatthäuser im Besitz von Freisassen. Diese Entwicklung wurde auch dadurch begünstigt, dass viele Bauernsessionen im Gefolge der Pest von 1600/1601 und den folgenden Bocskai - Wirren verödet waren.
Für die Bauern wurde mit den vielen Befreiungen die Robotpflicht natürlich erhöht. Dies schuf eine soziale KLuft zu den Freisassen, die sich vielfach als "etwas Besseres" sahen. Die Bauern und Hostättler waren zu dieser Zeit schon überwiegend Deutsche, die Freisassen gehörten überwiegend der kroatischen und magyarischen Volksgruppe an. Dadurch entstand auch ein "nationaler" Gegensatz und die Reserviertheit vieler Horitschoner gegenüber ihrer "kroatischen" Vergangenheit - trotz der vielen kroatischen Familiennamen. Harald Prickler vermutet, dass dieses Phänomen nicht auf ein national-völkisches Vorurteil zu tun hat, sondern sozialpsychologisch mit Gegensatzes zwischen Bauern und der ungeliebten, vorwiegend kroatischen Beamten- und Servitorenschicht zu tun hat. Als erster Pfarrer der selbständigen Kirchengemeinde wurde ein kroatischer Pfarrer eingesetzt, die Visitatoren legten Wert auf die Zweisprachigkeit des Pfarrers. Erst 1713 ging der letzte kroatische Pfarrer Wehofschitz nach Kolnhof. Das Verhältnis zu den kroatischen Nachbargemeinden war immer gut und kroatische Familien, die nach Horitschon zuwanderten, wurden wie etwa die Familie Biritz aus Kleinwarasdorf, vollständig integriert. Die Biricz stellten sogar zwei Bürgermeister.
Grundentlastung
Durch die Grundentlastung bzw. "Bauernbefreiung" im Gefolge der Revolution von 1848 wurde die Grundherrschaft beseitigt. Der Grundbesitz, der an den Hof gebunden war, fiel an die Bauern, die dafür nichts zu zahlen hatten. Die Entschädigung der früheren Grundherrn übernahm der Staat. Die übrigen Gründe aber, die Überländgründe (Rodungsgründe) , die Bergrechts- und die Remanentialgründe (Gründe, die im maria-theresianischen Urbar verschwiegen worden waren, durch die modernen Vermessungstechniken aber nachgewiesen wurden) musste durch beträchtliche Entschädigungssummen an die Grundherrn "abgelöst" werden. Dafür wurden Ratenzahlungen festgesetzt, die die Bauern of noch Jahrzehnte schwer belasteten. Der Rakitschwald fiel kostenlos an die Gemeinde, die übrigen Wälder verblieben der Herrschaft.
Auch die Gerichtsbarkeit verlor die frühere Grundherrschaft. Es wurden nun Bezirksgerichte eingerichtet. Der Richter wurde nun offiziell Gemeindevorstand genannt. Die Bevölkerung nannte ihn aber weiterhin - bis in die österreichische Zeit - "Richter". 1855 wurde per Gesetz das Gemeindenotariat vom Schuldienst getrennt. Da sich viele Gemeinden einen eigenen Notär aber nicht leisten konnten, wurden für mehrere Gemeinden gemeinsam Bezirksnotariate (später Kreisnotariate) geschaffen. Horitschon gehörte zusammen mit Unterpetersdorf und Haschendorf, anfangs auch Raiding, zum Bezirksnotariat Neckenmarkt. Interne Schreibarbeiten erledigte weiterhin der Lehrer. Erst 1873 wurden sie den Neckenmarkter Kreisnotären übertragen, da diese über Ungarisch - Sprachkenntnisse verfügten.
Die Gemeinde wurde von der Gemeinderepräsentanz geleitet. Diese wurde zur Hälfte gewählt (je hundert Einwohner ein Vertreter), zur Hälfte von den höchsten Steuerzahlern gestellt. Wahlberechtigt war jeder Zwanzigjährige, der seit zwei Jahren aus eigener Erwerbstätigkeit oder Vermögen Steuer zahlte. Der Gemeindevorstand bestand aus dem Richter, dem Vizerichter, mindestens zwei Geschworenen und dem Notär. Ab 1888 kamen der Waisenvater und der Kreisarzt hinzu. 1894 wurde in Ungarn die staatliche Matrikelführung eingeführt. Horitschon gehörte zum Matrikelamt Neckenmarkt. Das Grundbuch- und Steueramt befand sich in Ödenburg. Der Ort gehörte zum Militärbezirk 76 (76-er Infanterieregiment) und zum Honvéd-Kommando 18, beide in Ödenburg. Das zuständige Postamt war in Neckenmarkt, das Telegraphenamt in Großwarasdorf. 1887 erließ die Gemeinde ein Feuerpolizei - Statut, 1890 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.
Die rasch anwachsende Bevölkerung von 1869 bis 1920 stieg die Bevölkerung von 615 auf 991 Personen - und die wenigen Arbeitsmöglichkeiten zwangen auch viele Horitschoner zur Arbeitswanderung oder zur Auswanderung. 1905 etwa wanderten 5 Personen, 1907 8 Persinen aus, von denen allerdings zwei 1910 wieder zurück kehrten. Erst der Bahnanschluss verbesserte die Situation. 1906 wurden für die Errichtung der Bahnlinie mit dem Bahnhof zwischen Horitschon und Neckenmarkt in Horitschon Stammaktien um 5000 Kronen gezeichnet, die Bahn wurde 1907 gebaut und 1908 eröffnet.
Die Magyarisierung wirkte sich in Horitschon zumindest im Dorfleben wenig aus. Viel hing in dieser Beziehung von den Lehrern ab. In Hortschon war es vor allem der Lehrer Dorner, "ein fanatischer Deutscher, der aber auch ungarisch sprach" (Prickler, in: 800 Jahre Horitschon) und dessen Nachfolger Stephan Widder, die der Magyarisierung der Schule Widerstand leisteten.
Das größte Verdienst um die wirtschaftliche Entwicklung kam neben dem Richter Franz Wessely (1906 - 1915) und dem Lehrer Widder vor allem dem damaligen Pfarrer Bauer zu, der die Genossenschaftsidee eifrig propagierte - begleitet von einem starken auch politischen Engagement für ein deutsches Selbstbewusstsein. Bauer gehörte zu den wenigen Pfarrern, die für den Anschluss an Österreich eintraten. Er musste daher vor den Freischärlern fliehen. 1945 wurde er, als er mutig versuchte, ein Mädchen vor der Vergewaltigung zu schützen, von einem Russen erschossen. 1905 (oder 1909) wurde von 50 Mitgliedern ein Landwirtschaftsverein (Bauernbund) gegründet, 1912 ein eigenes Vereinslokal errichtet. Dieses Gemeindehaus wurde vor allem von Pfarrer Bauer propagiert und der Bau trotz Widerstands bei einem Teil der Bevölkerung gebaut. Es wurde zu einem echten Dorfzentrum, auch für kulturelle Veranstaltungen. Vorübergehend wurde es auch als Kindergarten, Schule, Milchsammelstelle genutzt. Nach dem 2. Weltkrieg waren in dem Haus bis zum Bau des neuen Gemeindezentrums auch das Gemeindeamt und die Post untergebracht. 1907 entstand ein landwirtschaftlicher Vorschusskassenverein (später in eine Raiffeisenkasse umgewandelt). Von besonders großer Bedeutung war 1906 gegründete, 1909 eröffnete Milchgenossenschaft, die Grundlage für die spätere Molkerei. Die Bauern waren äußerst fortschrittlich und kauften hochklassiges Milchvieh zur Steigerung der Milchproduktion. Mit all diesen Maßnahmen ergriffen die Horitschoner noch in ungarischer Zeit die Initiative, um ihre Situation zu verbessern. Die Räterepublik riss auch in Horitschon eine tiefe Kluft in der Bevölkerung auf. In politischer Hinsicht waren der Burgenländische Bauernbund bzw. Landbund neben den Christlichsozialen stark vertreten. 1931 hatte der Landbund 6 Sitze, die Sozialdemokraten 5 und die Christlichsozialen nur 2. 1931 konnte der Christlichsoziale Paul Petschowitsch nur mit den Stimmen der Sozialdemokraten gegen den Landbund zum Bürgermeister gewählt werden. Das hatte entsprechende Unruhen im Dorf zur Folge. Sehr früh entfalteten die Nationalsozialisten in Horitschon Aktivitäten. Dazu Petschowitsch: " ... Horitschon war eine Burg im besonderen. Die Haustore waren mit Hakenkreuzen bemalt. die verbotenen Zeitungen und Flugblätter flatterten in alle Häuser ...Alles Vaterländische wurde sabotiert ... Es gab fast täglich irgend einen Aufruhr." (Festschrift Horitschon, S.113). Die nationalsozialistische Machtübernahme war mit einigem Wirbel verbunden. Dem Bürgermeister Petschowitsch und dem Volksschuldirektor Stefan Widder wurden die Fensterscheiben eingeworfen, ebenso dem jüdischen Kaufmann Blum. Die Familie Blum betrieb in Horitschon eine Gemischtwarenhandlung, eine Mühle und ein kleines Sägewerk. Die meisten der Blum - Kinder konnten rechtzeitig emigrieren, Frau Blum und eine Tochter starben im Konzentrationslager. Neuer Bürgermeister wurde hermann Wessely. Die Gemeinde war einstimmig für den Anschluss an das Dritte Reich.
1929 wurde die Bezirksmolkerei in Horitschon errichtet, 1928/29 wurde die Kirche erweitert und restauriert.
Im 2. Weltkrieg fielen von den etwa 200 eingezogenen Männern 48, 15 waren vermisst. In den letzten Kriegstagen gab es in Horitschon schwere Kämpfe. Der Ort gehörte zu den Gemeinden mit den schwersten Zerstörungen im Burgenland. 40 Gebäude, darunter die Kirche, wurden zerstört. Pfarrer Bauer wurde erschossen. Am 31. März 1945 erfolgte, nachdem die Russen den Ort besetzt hatten, von Neckenmarkt her ein Gegenangriff einer SS-Gruppe. Die Russen wurden bis nach Großwarasdorf zurückgedrängt. Am Abend desselben Tages kamen die Russen zurück. Männer und Burschen wurden wahllos erschossen, viele Häuser gerieten in Brand. 17 gefallene deutsche Soldaten und 26 zivile Kriegstote, darunter 11 Ortsbewohner, mussten bestattet werden. Auch die Kirche war schwer beschädigt. Schwere Übergriffe auf die Zivilbevölkerung erfolgten noch lange nach der Besetzung. Im März 1946 wurde ein Mann von einem Russen erstochen und noch im Juni 1946 drangen Personen in russischer Uniform in das Wohnhaus der Familie Widder ein und ermordeten den Schuldirektor Stefan Widder, seine Frau und ihren Schwiegersohn Ing. Hans Frühstück. Maria Frühstück, geb. Widder, und ihre beiden Kinder entgingen nur infolge einer Ladehemmung der Waffe dem Tod. Diese Tat wurde nie aufgeklärt.
1953 bis 1956 wurde die neue Volksschule gebaut und 1963 die Errichtung einer Hauptschule beschlossen. 1966 wurde mit dem Bau begonnen, 1971 wurde er fertig gestellt.
1964 wurde die Kommassierung eingeleitet. 1966 angeordnet und in den folgenden Jahren durchgeführt sowie zahlreiche güterwege gebaut. Der Frauenbrunnbach, der durch den Ort fließt, versursachte immer wieder überschwemmungen. 1948 wurde die "Regulierung" beschlossen und bis 1958 daran gearbeitet. 1958 begann man mit der Ortskanalisation. Das erfasste Oberflächenwasser überstieg manchmal die Kapazität der Kanäle, sodaß 1990 bis 1992 erste naturnahe Rückhaltebecken angelegt wurden. 1994/95 wurden in einem zweiten Bauabschnitt weitere Becken gebaut. Insgesamt entstanden sechs relativ große Wasserbecken, deren Anlage nahezu ganz mit Bundes- und Landesmitteln errichtet wurden.
Das Burgenländische Gemeindestrukturverbesserungsgesetz von 1970 brachte die Zusammenlegung mit Unterpetersdorf. 1983 wurde Horitschon zur Marktgemeinde erhoben.
In der ersten Gemeinderatswahl 1950 errang die ÖVP 8. die SPÖ 5 Mandate. Bürgermeister wurde Franz Iby. Vizebürgermeister Anton Emmer. 1951 wurden Rosen- und Neugasse aufparzelliert, 1953 der Neubau der Volksschule begonnen und weitgehend in "Schulrobot" errichtet, da das Geld fehlte. 1956 wurde die Schule eingeweiht. Für den Schulbau wurde auch das Gemeindegasthaus verkauft. 1954 errang die SPÖ mit 7 Sitzen gegenüber der ÖVP mit 6 Sitzen die Mehrheit. Gürgermeister war zunächst Josef Hutter von der ÖVP, ab 1955 Lorenz Fally von der SPÖ. Er blieb auch nach der Wahl von 1958 Bürgermeister. Die SPÖ erlangte 7, die ÖVP 5 und die FPÖ 1 Gemeinderäte. 1960 konnte das neue Molkereigebäude eingeweiht werden. Auch 1962 blieb Fally Bürgermeister - SPÖ 8. ÖVP 5 Mandate. 1966 wurden weitere Straßen (Raiffaisen-, Dornrain-, Josef Bauer-Gasse parzelliert. Die Gemeinreatswahl 1067 erbrachte 7 Mandate für die SPö. 5 für die ÖVP und eines für eine Namensliste. Bürgermeister wurde Franz Haller. 1971 verlor die SPÖ ihre Mehrheit - 10 Mandate gingen an die ÖVP, 9 an die SPÖ. Bürgermeister wurde Franz Pusch. 1973 erfolgte der Beitritt zum Abwasserverband, 1975 zum Müllverband. 1977 wurde eine Leichenhalle errichtet. 1977 bekam die ÖVP 11, die SPÖ 8 Mandate. Franz Pusch blieb Bürgermeister. 1982 erfolgte erneut ein Mehrheitswechsel. Die SPÖ erhielt 10, die ÖVP 9 Mandate. Bürgermeister wurde Rupert Petsovits. 1987 bekam die SPÖ 9, die ÖVP ebenfalls 9 Mandate. 1 Mandat ging an eine Bürgerliste. Bürgermeister wurde Anton Iby von der ÖVP. 1989 erhielt die Hauptschule einen Zubau. In den 1970er und 1980er Jahren hatte die Gemeinde die damals in nahezu allen Dörfern anfallenden Aufgaben zu bewältigen: Ausbau der Gemeindestraßen und Gehsteige, Kanalisation, Straßenbeleuchtung, Güterwegebau usw. 1992 wurde mit dem Bau des neuen Gemeindezentrums begonnen, 1994 wurde es fertig gestellt. 1992 erhielt die ÖVP 11, die SPÖ 9 und die FPÖ 1 Mandat. Anton Iby blieb Bürgermeister.
Horitschon war schon in ungarischer Zeit ein Zentrum der Genossenschaftsbewegung und blieb dies auch. Der Ort wurde Sitz der Bezirksmolkerei mit einem Einzugsbereich nahezu über den gesamten Bezirk (nur das Rabnitztal lieferte nach Kirchschlag), ferner Sitz der Lagerhausgenossenschaft und schließlich auch Sitz einer der wichtigsten Winzergenossenschaften des Bezirkes. Alle drei Einrichtungen stellten auch eine beträchtliche Zahl von Arbeitsplätzen. Die Molkerei ging schon 1929 in Betrieb. Zunächst wurde hauptsächlich Rahm angeliefert und Butter erzeugt. Die Kapazität war auf 10 000 Liter Milch ausgelegt. musste aber schon 1938/39 auf 25 000 Liter erweitert werden. Es gab in den Orten Sammelstellen und die Milch wurde täglich mit LKW in die Molkerei gebracht. 1956 wurden 50 000 Liter Milch verarbeitet, 1958/60 ein Neubau errichtet. Die bald darauf rückgängige Milchanlieferung erforderte eine Umstellung auf die bereits zuvor geschaffene Käseerzeugung. 1968 lieferten 2100 Bauern 12 Millionen Liter Milch, 1995 180 Milchbauern 5,5 Millionen Liter.
Das Raiffeisen-Lagerhaus wurde 1942 gegründet und sollte den gesamten Bezirk versorgen. In den 1950er Jahren wurde ein Getreidesilo und Verwaltungsgebäude errichtet; in den Dörfern gab es Abgabestellen, in der Zentrale eine Tankstelle und später auch Wekstätte. 1956 gab es 3900 Mitglieder. Verluuste in Millionenhöhe brachten die Genossenschaft in große Schwierigkeiten. Die Sanierung dauerte Jahre. 1983 waren insgesamt etwa 100 Personen beschäftigt, davon 35 in der Horitschoner Zentrale. In den 1990er Jahren begann die Auflösung der Filialen aus Kostengründen, verbunden mit Personalabbau.
Kirchengeschichte
1469 wurde Horitschon noch einmal als Pfarre genannt. Wann genau der Pfarrsitz nach Neckenmarkt verlegt wurde, ist unbekannt. Bis 1696 blieb der Ort eine Filiale von Neckenmarkt. Als letzter noch katholischer Pfarrer für Neckenmarkt und Horitschon wurde ein Jodok Nulla erwähnt, dem der Ödenburger Archidiakon bei seinem Abgang bestätigte, dass er einige Jahre in Neckenmarkt, danach in Unterfrauenhaid gewirkt hatte. Das muss etwa in den jahren 1560/70 gewesen sein. Die Einsetzung erster evangelischer Pfarrer erfolgte wahrscheinlich noch unter Olah-Császár. 1584 war der aus Ödenburg vertriebene Prädikant Andreas Pfendtner in Neckenmarkt-Horitschon. Seine Gottesdienste wurden auch von den auslaufenden Ödenburger Bürgern besucht. 1587 bis 1597 war der aus der Zips stammende Joachim Stieber (Styber) Pfarer, 1600/1601 der aus Erfurt stammende Johannes Schmück. Von ihm sind in der Güssinger Franziskanerbibliothek 20 Bücher erhalten. Wahrscheinlich war er später im Südburgenland, in einer der batthyányschen Pfarren, tätig. 1612 war Leonhard Münderlin Pfarrer, 1620 Matthias Krisan, vermutlich der letzte evangelische Pfarrer. Danach wurden wieder katholische Pfarrer eingesetzt. Die Rekatholisierung dürfte aber noch sehr lange gedaueert haben. 1654 etwa tritt der Horitschoner Fleischhauermeister Barth als evangelischer Taufpate in Lutzmannsburg auf.
Zwischen 1634 und 1641 wird Pater Georg Mayr ödter als Neckenmarkter Pfarrer erwähnt, vorübergehend 1639 auch Martin Kuschitz, der Pfarrer von Unterfrauenhaid, der offenbar im Auftrag der Herrschaft versuchte, die Bevölkerung zu bekehren. Er scheint nicht sehr erfolgreich gewesen zu sein. 1641 folgte ein Pater Matthias, 1644 ein Pater Benedikt. Ab 1644 war der Zisterzinsermönsch aus dem Wiener Neustädter Neukloster Gregor Supanschicz tätig. Der Visitator von 1647 deutete an, dass er sich nicht sehr wohl fühlte, er war "außerhalb des Klosters wie ein Fisch außer dem Wasser". Ab 1648 wirkte, ebenfalls aus dem Neukloster, Pater Alberich Leingruber. Unter ihm dürfte die Rekatholisierung größere Erfolge gehabt haben. 1658 ging er nach Mattersburg. Die Kirche hatte 1651 ein schadhaftes Dach. 1663 hatten die Horitschoner ihr Versprechen, das Dach zu reparieren, noch nicht eingelöst. Die Kirche war ruinös. Es folgten bis 1663 Pater Matthias Krisanitsch, dann Matthias Duschitz, aus Zillingtal stammend. Er wurde später Archidiakon von Lutzmannsburg und Titularpropst von Bacz. Alle diese Pfarrer waren Kroaten. Ab 1665 wurde die Kirche renoviert und vom Patronatsherrn gefördert. 1673 gab es einen gemauerten Turm, 1674 wurde die Kirche als schön renoviert bezeichnet.
Angeblich plante Paul Esterházy schon 1663, Horitschon zusammen mit Unterpetersdorf und Haschendorf als eine selbständige Pfarre abzutrennen. Dazu kam es aber erst 1696, gegen den Widerstand der Neckenmarkter. Erster Pfarrer wurde der aus Zillingtal stammende 38jährige Kroate Mathias Milkovicz. Er war zunächst im Rauch-Freihaus untergebracht, später wurde ein Pfarrhaus im von Familie Biricz angekauften Viertelsessionshaus eingerichtet.Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Pfarrhaus wieder in das ehemalige Rauch - Haus verlegt. Auf Milkovicz folgte Mathias Wehaffschitz, ab 1713 Josef Hackelsberger als Pfarrer. 1719/20 wurde Horitschon wieder mit Neckenmarkt vereint. Dort war Johann Rohrer Pfarrer, Erzpriester Titularabt und Bruder des sehr einflussreichen Esterhazybeamten Franz Stephan Rohrer, Sohn eines Neckenmarkter Müllers. Rohrer setzte den Zusammenschluss der beiden Gemeinden durch, was einen bedeutenden Einkommens- und Ansehensgewinn für den Neckenmarkter Pfarrer brachte. Erst 1740, nach Rohrers Tod, suchte die Gemeinde Horitschon-Petersdorf-Haschendorf wieder um einen eigenen Pfarrer an. 1741 wurde Lorenz Horvath, früher Kaplan in Neckenmarkt, eingesetzt. Es folgten als Horitschoner Pfarrer: 1756-83 Johann Georg Stephan, 1783 - 96 Franz Xaver Weiß, 1796 bis 1815 Joseph Franz Frankenburg, der aus Raab stammte und später nach St.Margarethen kam. 1815 bis 1827 war Joseph Schwaighofer Pfarrer, anschließend in Neckenmarkt, Dechant und Ehrendomherr in Raab. Anton Herle 1827 bis 1839 war ein streitbarer Mann. Er führte gegen den Herrschaftsverwalter erfolgreich einen Prizess wegen der Bestellung eines Schulmeisters. Sehr lange, von 1839 bis 1883, war Johann Kaspar Gindlstrasser, der aus Althodis stammte und zuvor Kaplan in Karlburg und Eisenstadt war, sehr beliebter Pfarrer von Horitschon. Georg Ruschitz, ein Leithaprodersdorfer, Kaplan in Ragendorf und Purbach, blieb von 1883 bis 1902 in Horitschon. Er ließ den Pfarrhof neu errichten und die Kirche renovieren. Joseph Bauer war schließlich ein echter Volkspriester, der sich um die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde besonders verdient machte. In Hirm geboren, war er zuvor Kaplan in Gols und Deutschkreutz. 1902 kam er nach Horitschon. 1904 begann er mit der langen Reihe von Verinsgründungen: Katholischer Volksverein, 1905 Landwirteverein, 1906 Milchgenossenschaft, 1907 Kreditgenossenschaft. Er betrieb die Einführung hochwertigen Zuchtviehs und Saatguts aus Deutschland und der Schweiz. Ab 1909 führte er Verhandlungen mit der Herrschaft über den Kauf des Gfangenwaldes, die 1921 erfolgreich abgeschlossen wurden. 1913 wurde ein Burschenverein, Lehrkurse und Laientheateraufführungen veranstaltet, 1917 ein Kindergarten eingerichtet. Bauer wurde in der Rätezeit verfolgt und verhaftet, aber freigesprochen. In der Freischärlerzeit musste er nach Wr. Neustadt flüchten. Erst im November 1921 konnte er in seine Pfarre zurückkehren. In der Pfarrchronik schreibt er, dass er wegen seiner deutschnationalen Einstellung öfter bei der Behörde, auch bei der Kirchenbehörde, angezeigt wurde. "Das Mandat als Landtagsabgeordneter beim Bauernbund (Landbund) durfte ich unter Androhung der Suspendierung nicht annehmen". 1928/29 wurde unter Bauer die Kirche renoviert. Pfarrer Bauer wurde am 31. März 1945 von einem Russen erschossen.
Nach 1945 war zunächst Wilhelm Grafl aus Schützen am Geb., zuvor Kaplan in Deutschkreutz, Pfarrprovisor von Horitschon. Die Scheune des Pfarrhofes diente als Notkirche. Die neue Kirche wurde von 1947 bis 1949, ebenso wie ein neuer Pfarrhof, erbaut. Grafl blieb bis 1951 und wurde daraufhin Leiter der Katholischen Aktion und des Pastoralamtes der Diözese sowie Propstpfarrer in Eisenstadt-Oberberg. Sebastian Krayler war Pfarrer in Horitschon von 1951 bis 1977. Er wurde in Schützen a. Geb. geboren, war Kaplan in Tadten, Oggau, Rechnitz, ab 1942 in Bad Tatzmannsdorf und von 1944 - 1951 in Lutzmannsburg. Es folgte Ernst Schermann, geboren in Deutsch Geresdorf. Bis 1980 betreute er auch die Pfarre Weppersdorf- 1982/83 wurde das Pfarrheim vergrößert und der Pfarrhof rebnoviert. 1993/94 erfolgte eine Außenrenovierung der Kirche.