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Auswanderung aus dem Burgenland nach Übersee 1922-1934

 

Auswnachjahren

Auswanderung aus dem Burgenland nach Übersee
1921-1935 nach Jahren

 

 

Argentinien

Auswanderung nach Argentinien

160 000 Burgenländer in Amerika!
Schätzungen gehen davon aus, dass heute in Nord- und Südamerika rund 160 000 Burgenländer oder direkte Nachfahren von Burgenländern leben, und zwar 80 000 in den USA, 12 000 in Kanada und der Rest in Argentinien beziehungsweise in Brasilien. Die meisten dieser „Amerika-Burgenländer" wanderten in der Zwischenkriegszeit aus oder stammen von Emigranten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ab.

Hauptursache der Auswanderung in der Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg war die allgemeine Wirtschaftskrise und die damit verknüpfte Arbeitslosigkeit. So manche Burgenländer verkauften ihren Besitz, um die Reisekosten zu finanzieren und zogen mit der ganzen Familie weg. Andere ließen ihre Familien zurück, um sie später nachkommen zu lassen. Und nicht wenige wiederum wollten nur einige Jahre in Amerika bleiben, um hier das Kapital zu sparen, mit dem sie zu Hause eine Existenz aufbauen konnten. In der Zwischenkriegszeit lassen sich deutlich drei Auswanderungswellen nach Amerika, überwiegend in die USA, registrieren. Gleich nach dem Ersten Weltkrieg setzte eine erste Auswanderungswelle gigantischen Ausmaßes ein. In den Jahren 1919 bis 1923, dem Höhepunkt der Zwischenkriegswanderung, zogen nicht weniger als 13 638 Burgenländer nach Amerika! Es wären sicherlich noch mehr gewesen, wenn nicht die US-Behörden für jeden Staat eine bestimmte Quote für einwanderungsberechtigte Personen festgelegt hätten. So durften aus Österreich maximal 7 442 Personen jährlich einreisen. Voraussetzung war aber, dass jeder Einreisewillige dem US-Konsulat in Wien eine eidesstattliche Erklärung eines in den USA lebenden Verwandten vorweisen konnte. Darin musste sich der Verwandte verpflichten, für den Einwanderer zu sorgen und gegebenenfalls die Kosten der Rückreise übernehmen. So richtete sich der Hauptstrom der Amerikawanderer in jene US-Bundesstaaten, in denen sich schon viele Burgenländer in der Vorkriegszeit niedergelassen hatten. So zum Beispiel in Illinois, in Pennsylvania und New York.

 

Mit einer dramatischen Herabsetzung der Einwanderungsquote seitens der US-Behörden begann eine zweite Auswanderungsphase der Zwischenkriegszeit. Sie dauerte von 1924 bis 1930. Jährlich durften nur mehr 785 Österreicher/innen in die Vereinigten Staaten einwandern. Die neuen Zielgebiete burgenländischer Amerikawanderer waren nun der Westen Kanadas und die Küstengebiete Argentiniens und Brasiliens. In dieser zweiten Phase vollzieht sich fast die gesamte Südamerikawanderung der Zwischenkriegszeit. Allerdings gibt es nur wenige Orte, aus denen mehr Südamerikawanderer als Nordamerikawanderer kommen. Die Lebens- und Siedlungsbedingungen in Südamerika dürften allerdings nicht besonders günstig gewesen sein, denn die Südamerikawanderung war 1930 im großen und ganzen abgeschlossen. Kanada, das bei den burgenländischen Amerikawanderern nach den USA am meisten gefragt war, lockte zunächst mit viel versprechenden Einwanderungsaktionen. Allen Einwanderern über 18 Jahre wurde von der kanadischen Regierung freies Land übertragen. Es ist daher verständlich, dass diese Kanadawanderung von Landarbeitern und Kleinbauern getragen wurde. Allerdings endete diese Wanderung 1929 abrupt, als auch Kanada Einwanderungsbeschränkungen einführte.

Die Weltwirtschaftskrise der frühen 30er Jahre markiert den Beginn der dritten Phase (1930-1938) der burgenländischen Amerikawanderung. Die neuen Einwanderungsbeschränkungen in fast allen Zielländern ließen den Auswanderungsstrom der Burgenländer fast versiegen. Die USA, die mit einer hartnäckigen wirtschaftlichen Depression kämpften, waren nicht mehr attraktiv für die Einwanderer. So konnte die an sich schon niedere Einwanderungsquote gar nicht erfüllt werden. In den Jahren 1931 bis 1933 überwog die Rückwanderung! Erst ab Mitte der 30er Jahre nahm die Auswanderung wieder zu.

Insgesamt wanderten zwischen 1920 und 1938 rund 24 300 Burgenländer in die USA aus. Die meisten von ihnen waren in der „Neuen Heimat" schlecht entlohnte Industriearbeiter. Sie gehörten in ihren Zielorten den unteren sozialen Schichten an. Bis 1938 kehrten rund 3 500 Personen aus Übersee in das Burgenland wieder zurück.


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