bronzezeit

 

Hockergräberzeit

Die Zeit um die Jahrtausendwende war eine Umbruchszeit, an deren Ausgang zwei große Kulturen standen: nördlich der Donau die Aunjetitzkultur, südlich der Donau die Wieselburger Kultur, in deren Zentrum auch das Burgenland lag. Die Wieselburger Kultur dürfte stark vom Osten her, aus dem Karpatenraum, geprägt worden sein. Gegen Ende der Frühbronzezeit wird eine stärkere Differenzierung greifbar, die sich vor allem in der Keramik zeigt. Dazu gehört die Draßburger Kultur, auch Kultur der Litzenkeramik genannt, die das Gebiet vom Wr. Becken bis zum Plattensee umfasste.

"Für die beginnende Bronzezeit sind im Burgenland die Grabfunde aus Oggau (Typus Ragelsdorf – Oggau - Saród) und Leithaprodersdorf (Leithaprodersdorf-Gruppe) besonders kennzeichnend. Es handelt sich um Hockergräber mit Trachtbestandteilen (Scheibenkopfnadeln, Ruderkopfnadeln, Blech-, Schnecken- und Muschelschmuck) und Keramikbeigaben von kugeligen Tassen mit Kegelhals und Fransendekor, Schalen, Schüsseln und Töpfen. Interessant ist in diesem Zeithorizont auch das Vorkommen von Keramikgefäßdepots, wobei jeweils viele kleine Henkeltassen im Boden verborgen wurden. Solche Depots kennen wir aus Siegendorf und Trausdorf.

Die entwickelte Frühbronzezeit ist durch die Wieselburger Kultur vertreten, deren kennzeichnende Gefäßform der Doppelhenkelkrug mit Trichterhals und sanduhrförmigen Henkeln ist. Häufig sind auch bronzene und kupferne Halsringe (Barrenringe), die sowohl als Schmuckstücke als auch als Handelsformen in Verwendung standen. Unter den Waffen ist der kurze, dreieckförmige Dolch zu erwähnen, von denen jener aus Jois sogar einen mit Blechmanschetten umhüllten Griff besitzt.

 

Die sogenannte Litzenkeramik, deren Tongefäße - vor allem die bauchigen Tassen mit hohem Trichterhals - zonal oder fransenartig mit eingedrückten feinen Schnüren verziert sind, steht bereits am Beginn der mittleren Bronzezeit. Sie kommt als lokale Kulturgruppe oder Zierweise hauptsächlich im mittleren und nördlichen Burgenland, sowie in den angrenzenden Gebieten vor. Als Fundorte sind Draßburg - Taborac, Großhöflein - Föllik, Mattersburg, Deutschkreutz, Girm u.a. zu nennen."

Burgenländisches Landesmuseum, Katalog, S. 11

Der Dolch von Güttenbach

Ein Fundstück aus der Frühbronzezeit ist der 1950 im Güttenbacher Hof in Güttenbach gefundene Dolch, ein Einzelfund. Er wird im Burgenländischen Landesmuseum aufbewahrt. Der Dolch ist 22,3 cm lang. Vergleichbare Dolche gibt es in der Aunjetitz - Kultur im Weinviertel  und in der Füzesabony - (Otomani-) Kultur in der Ostslowakei. Ein Zusammenhang könnte auch mit der frühbronzezeitlichen Fundstelle der Drassburger Kultur in Burg bestehen.


Literatur: Benkovsky - Pivovarová, Zoja : Verzierter Dolch der Frühbronzezeit von Güttenbach im Burgenland. Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland, Bd. 100, S.89 - 90

Die frühbronzezeitlichen Hügelgräber von Jois

pfeil top

footer-epochen-urgeschichtefooter-epochen

pfeil top