koenigsberger

Königsberger Besitz um 1591

Im Jahr 1181 wird mit Otto I. erstmals ein Königsberger (Chungesberch) genannt. Otto II. nahm 1224 am berühmten Friesacher Turnier teil und ritt gegen den Minnesänger Ulrich von Liechtenstein an:


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Die Königsberger waren Ministeriale der Bischöfe von Salzburg und Gurk. Ihr Stammschloss lag in Untersteier (heute Ruine Kunsperk) an der kroatischen Grenze. Sie erwarben Besitzungen in der übrigen Steiermark
Die Königsberger kamen im 14. Jahrhundert in das Pittener Gebiet, ihre Besitzungen in der Südsteiermark gaben sie auf. Als erster ist Heinrich von Königsberg 1348/49 urkundlich belegt. 1367 verpfändete Ulrich von Stubenberg den Brüdern Friedrich und Johann von Königsberg seinen Anteil an der Festung Seebenstein, 1369 kauften sie ein zu Katzelsdorf gehörendes Grundstück. Bald waren sie im Pittener Gebiet fest verwurzelt. Ihr Zentrum war vermutlich die Burg Thomasberg, wahrscheinlich ein landesfürstliches Lehen. Ziegersberg und Seebenstein erwarben sie erst im 15. Jahrhundert. Einen Zuwachs an Besitz brachte die Verwandtschaft mit den Pottendorfern. 1412 kauften Colman von Königsberg und seine Brüder einen Freihof in Zemendorf. 1418 den Freihof des Adam Linzer in Pöttsching. Katzelsdorf bauten sie zu einer großen Herrschaft aus. Die Königsberger griffen also immer mehr in das Wiener Becken aus und bald auch in das nördliche Niederösterreich. 1432 kauften sie Seebenstein, das ihr Hauptsitz wurde. 1439 belehnte König Albrecht II. die Brüder Chunrat, Hans, Dietmar und Jörg von Königsberg mit der Festung Schwarzenbach. Im 15. Jahrhundert hatten Angehörige der Familie hohe Staatsämter inne. Dietrich von Königsberg war etwa Hofkanzler. Sie beerbten die Offenbecken - dadurch kam vermutlich auch ihr Besitzanteil in Marz zustande. Mit zahlreichen Herrschaften und großem Streubesitz gehörten die Königsberg zu den reichsten Adelsgeschlechtern im 15. Jahrhundert.

 
Um 1486, zur Zeit der Kriege gegen Matthias Corvinus, brachten sie zunächst pfandweise die Herrschaft Bernstein in ihren Besitz. Anlässlich einer Güterteilung im Jahre 1492 wurde auch "Hungarisch Hoflein" (Groß- und Kleinhöflein) als Königsberger Besitz genannt. Bernstein wurde der Hauptsitz einer Linie der Königsberger. Nach dem Tod des Hans von Königsberg 1566 wurde der Besitz geteilt: Christoph erhielt Bernstein, Erasmus Aspang und Thomasberg, Ulrich Schwarzenbach mit Hochwolkersdorf und den Besitzungen in Marz. Um 1600 starben einige Zweige der Bernsteiner Linie aus, der gesamte Besitz fiel an Ludwig von Königsberg. 1606 tauschte dieser mit Georg Ehrenreich von Zinzendorf die Herrschaft Pottendorf gegen die Herrschaft Schwarzenbach ein. 1627 zog Nikolaus Esterházy die Königsberger Besitzungen in Zemendorf, Pöttsching und Marz ein. Das hatte schwerwiegende Folgen. Ehrenreich Christoph von Königsberg forderte nämlich von Wolf Mathes von Königsberg Ersatz für die Güter in Ungarn, für Zemendorf, Marz, Wampersdorf und Ödenburg, da man gegenseitigen Schutz vereinbart hatte. Daraus entstand ein Familienprozess. Wolf Mathes wurde verurteilt, einige seiner Besitzungen wurden executiert. Er verlor seine Herrschaften Aspang und Thomasberg. Ehrenreich Christoph gelangte auch in den Besitz von Katzelsdorf und Ziegersberg. Ehrenreich Christoph baute an der Stelle des Sedelhofes in Katzelsdorf bis 1544 das dortige Barockschloss. Einige weitere Prozesse lösten den vollständiegn Zerfall der Herrschaft Seebenstein aus. Bernstein gelangte in den Besitz des Adam Batthyány. Ziegersberg und Seebenstein wurden verkauft. Die Herrschaft Katzelsdorf kam durch seine Frau, eine Königsberg, an Quentin von Jörger.
Die Königsberg waren in der Zeit der Reformation eifrige Protestanten. Sie holten evangelische Prediger in ihre Herrschaften, unter anderen nach Bernstein und Pinkafeld. In der Türkenabwehr spielten die Königsberg als hohe Militärs und durch den Ausbau der Festung Bernstein eine wichtige Rolle.
Literatur:
Harald Prickler, Die Herrschaft Bernstein

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